
Ärzte können ihr Gehalt beziehungsweise Einkommen vor allem durch einen Karriereschritt, tarifliche Gehaltsstufen und Zuschläge, einen Arbeitgeberwechsel, eine Niederlassung oder eine Nebentätigkeit steigern. Welche Möglichkeit infrage kommt, hängt unter anderem von Beschäftigungsform, Tarifbindung, Berufserfahrung und persönlichen Karrierezielen ab.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zum Arzt-Gehalt steigern in Kürze
- In tarifgebundenen Kliniken steigt das Grundgehalt insbesondere durch höhere Positionen und den Aufstieg in tariflichen Erfahrungsstufen.
- Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdienste können je nach Tarifvertrag zusätzlich vergütet werden.
- Ein Arbeitgeberwechsel kann finanziell interessant sein, wenn ein anderer Tarifvertrag, eine günstigere Eingruppierung oder bessere Dienstvergütungen gelten.
- Eine Privatpraxis kann höhere Einkommenschancen bieten, allerdings bestimmen Kosten, Auslastung und die Vorgaben der GOÄ wesentlich den tatsächlichen Reinertrag.
- Nebentätigkeiten können zusätzliches Einkommen bringen, müssen aber mit Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und Arbeitszeitrecht vereinbar sein.
Höhere Karrierestufe anstreben
Eine der offensichtlichsten Möglichkeiten, um das Arzt-Gehalt zu steigern, ist der Aufstieg in der Klinik-Hierarchie. Der berufliche Aufstieg ist nicht nur ein Weg zu mehr Verantwortung, sondern auch zu einem deutlich höheren Gehalt. Als leitender Arzt kann man ein wesentlich attraktiveres Einkommen erwarten als in einer Einstiegsposition. Für Ärzte an vielen Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte/TdL, an kommunalen Krankenhäusern der TV-Ärzte/VKA (hier findest Du die Tarifverträge für Ärzte). Private Klinikträger können dagegen eigene Konzern- oder Haustarifverträge haben. Das Tabellenentgelt richtet sich dabei insbesondere nach der ärztlichen Funktion und der jeweiligen Erfahrungsstufe. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass das Gehalt von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Erfahrung und die spezifische Position, sei es als Assistenzarzt oder Facharzt. Daher sollten Sie stets die Möglichkeit eines Karriereaufstiegs zum Oberarzt und Chefarzt im Auge behalten, um Ihre Verdienstmöglichkeiten zu maximieren. Mehr dazu hier:
Das Gehalt von Chefärzten (und teilweise auch Leitenden Oberärzten) wird oft individuell verhandelt, was Raum für geschickte Verhandlungstechniken bietet, um eine angemessene Vergütung zu erzielen.
Zuschläge für Nacht-, Schicht- und Feiertagsarbeit
Eine grundlegende Möglichkeit, das Arzt-Gehalt zu steigern, ist die Übernahme von bestimmten Schichten, für die Zuschläge für Nacht-, Schicht- und Feiertagsarbeit gezahlt werden. Welche zusätzlichen Vergütungen gezahlt werden, hängt vom jeweiligen Tarif- oder Arbeitsvertrag und von der Art des Dienstes ab. So sieht beispielsweise der TV-Ärzte/VKA Zuschläge für Überstunden sowie Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit vor und enthält eigene Vergütungsregelungen für Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft. Zusätzliche Dienste können dadurch das Bruttoeinkommen erhöhen, gehen jedoch auch mit zusätzlicher Arbeitszeit und Belastung einher.
Wechsel des Arbeitgebers
Bietet sich keine Möglichkeit zur Gehaltssteigerung am aktuellen Arbeitsplatz, kommt möglicherweise ein Wechsel des Arbeitgebers in Frage. Bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sollte man gezielt nach Einrichtungen suchen, die höhere Gehälter gemäß Tarifvertrag zahlen. Gehaltsunterschiede hängen bei angestellten Ärzten allerdings nicht allein vom Bundesland ab. Entscheidend sind insbesondere der Arbeitgeber und der geltende Tarifvertrag, die Position und Erfahrungsstufe, die Anerkennung bisheriger Berufserfahrung, die Dienstvergütung sowie mögliche außertarifliche Gehaltsbestandteile. Mehr dazu in unserem Überblick:
Privatpraxis gründen
Die Niederlassung als Arzt bietet oft die Möglichkeit, das Einkommen zu steigern. Neben den regulären ärztlichen Tätigkeiten kann man zusätzliche Leistungen wie Privatsprechstunden oder medizinische Gutachten anbieten. Durch die Diversifizierung der Einkommensquellen kann das Einkommen weiter erhöht werden. Für eine rein privatärztliche Niederlassung ist keine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung erforderlich. Dennoch gelten unter anderem die berufsrechtlichen Vorgaben der zuständigen Ärztekammer sowie Anforderungen an Niederlassung, Praxisbetrieb und ärztliche Berufsausübung.
Ein Facharzttitel ist nicht zwingend erforderlich, wenn ausschließlich privatärztlich gearbeitet wird. Voraussetzung für die selbstständige ärztliche Berufsausübung ist grundsätzlich eine entsprechende ärztliche Berufszulassung. Zudem dürfen Facharzt- und Gebietsbezeichnungen nur entsprechend der jeweiligen Weiterbildungsordnung geführt werden. Das Honorar kann jedoch auch bei Privatpatienten und Selbstzahlern nicht frei festgelegt werden: Die Vergütung ärztlicher Leistungen richtet sich grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Abweichende Honorarvereinbarungen sind nur innerhalb der gesetzlichen Vorgaben möglich. Am Ende spielt der Reinertrag die entscheidende Rolle. Dadurch gibt es beim Einkommen mit eigener Praxis deutliche Unterschiede je Fachrichtung.
Mehr dazu auch hier:
Nebenbeschäftigung
Ärzte können grundsätzlich einer Nebentätigkeit nachgehen. Dabei müssen jedoch arbeits- und tarifvertragliche Vorgaben, berechtigte Interessen des Arbeitgebers und die arbeitszeitrechtlichen Grenzen berücksichtigt werden. Wer auf den oben genannten Wegen seine finanziellen Ziele nicht erreicht, kann unter Berücksichtigung der notwendigen Voraussetzungen einer Nebentätigkeit nachgehen und so ein zusätzliches Einkommen generieren. Als medizinischer Gutachter können Ärzte beispielsweise zusätzlich gutachterlich tätig werden. Je nach Auftrag kann die Tätigkeit teilweise dokumentenbasiert erfolgen. Ärztliche Gutachten können je nach Tätigkeitsgebiet für unterschiedliche Auftraggeber und Fragestellungen erstellt werden. Welche fachlichen Qualifikationen erforderlich sind, hängt von Art und Zweck des Gutachtens ab. Bei qualifizierten gutachterlichen Tätigkeiten spielt die Facharztkompetenz häufig eine wichtige Rolle.
Weitere Nebenjob-Möglichkeiten:
- Dozententätigkeit
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- Fachartikel schreiben
- Notdienste übernehmen
- Schiffsarzt
Alternative Berufsfelder für Ärzte gibt es viele. Einige davon eigenen sich hervorragend als Nebentätigkeit. Mehr lohnenswerte Nebentätigkeiten für Ärzte und Informationen über die notwendigen Rahmenbedingungen gibt es hier:
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Häufige Fragen zum Thema Arzt-Gehalt steigern
- Wie kann ich mein Gehalt als Arzt steigern?
- Kann ich mein Arzt-Gehalt durch einen Arbeitgeberwechsel steigern?
- Welche Zuschläge können das Arzt-Gehalt erhöhen?
- Kann eine Nebentätigkeit das Einkommen als Arzt steigern?
Ärzte können ihr Gehalt vor allem durch einen Karriereschritt, den Aufstieg in höhere tarifliche Erfahrungsstufen, zusätzliche Dienste und Zuschläge oder einen Arbeitgeberwechsel steigern. Auch eine Niederlassung oder eine zulässige Nebentätigkeit kann das Einkommen erhöhen.
Ja, ein Arbeitgeberwechsel kann das Arzt-Gehalt steigern. Entscheidend sind dabei unter anderem der geltende Tarifvertrag, die Eingruppierung, die Anerkennung bisheriger Berufserfahrung sowie Vergütungen für Bereitschafts-, Ruf-, Nacht- und Feiertagsdienste.
Je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag können Ärzte zusätzliche Vergütungen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, Überstunden sowie Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdienste erhalten. Die konkrete Höhe unterscheidet sich je nach Tarifvertrag und Art des Dienstes.
Ja, eine Nebentätigkeit kann zusätzliches Einkommen bringen, etwa durch gutachterliche Tätigkeiten oder Lehrtätigkeiten. Ärzte müssen dabei jedoch arbeits- und tarifvertragliche Vorgaben sowie die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes beachten.













