
Das Gehalt als angestellter Arzt kann sich je nach Beschäftigung in einer Klinik, Praxis oder im MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) unterscheiden. Allen gemein ist, dass die Einkünfte risikoarm und planungssicher sind, im Vergleich zu den Erträgen in eigener Niederlassung. In Krankenhäusern und Kliniken sind Arztgehälter in der Regel durch Tarifverträge abgesichert, aber es gibt auch attraktive Alternativen. Die höchsten Festgehälter werden im MVZ gezahlt.
Inhaltsverzeichnis
- Klinik, Praxis oder MVZ – Welches Gehalt verdient ein Arzt?
- Welches Gehalt verdient ein angestellter Arzt in einer Klinik?
- Was verdient ein Arzt mit eigener Praxis?
- Angestellter Arzt im MVZ – Wie hoch ist das Gehalt?
- Vergleich der Arztgehälter in Klinik, Praxis und MVZ
- Die höchsten Festgehälter im MVZ
- Was lohnt sich mehr? – Individuell entscheiden
Das Wichtigste in Kürze
- Arztgehälter unterscheiden sich deutlich je nach Tätigkeitsbereich: Klinik, Praxis oder MVZ – mit den höchsten Festgehältern im MVZ.
- In Kliniken sorgen Tarifverträge (TV-Ärzte TdL, TV-Ärzte VKA, TVöD-Bund, private Häuser) für planbare, automatisch steigende Grundgehälter.
- In der eigenen Praxis ist das Einkommenspotenzial am höchsten, aber mit hohem Unternehmerrisiko, schwankenden Einnahmen und steigenden Kosten verbunden.
- Angestellte Ärzte in Praxis und MVZ werden meist außertariflich und individuell verhandelt bezahlt, oft mit Möglichkeit zur Umsatzbeteiligung.
Klinik, Praxis oder MVZ – Welches Gehalt verdient ein Arzt?
Das Gehalt für angestellte Ärztinnen und Ärzte wird von vielen Einflussfaktoren bestimmt. Dabei herrschen 3 Haupteinflussfaktoren vor, die miteinander eng verbunden sind:
- der Arbeitgeber und evtl. gültige Tarifverträge für Ärzte
- Berufserfahrung und Karrierelevel
- Festgehalt oder Bezahlung gebunden an die Auslastung von Praxis/Klinik/MVZ
Welches Gehalt verdient ein angestellter Arzt in einer Klinik?
Der Vorteil von Medizinern in Kliniken gegenüber ihren angestellten Kollegen in Praxen und MVZ ist ihre Bezahlung nach Tarifverträgen. Je nach Träger gilt ein anderer Tarifvertrag. Die folgenden Tabellen geben die Bruttomonats-Grundgehälter in Euro für eine Vollzeitstelle an.
Gehalt nach Tarifvertrag deutscher Länder (TV-TdL)
Der TV Ärzte TdL gilt für Ärzte an Universitätskliniken. Laut der aktuellen Entgelttabelle liegt das Gehalt zwischen rund 5.792,90 € und 12.711,58 € (ohne Zuschläge):
Gültig von 01.04.2026 bis 31.08.2027
Entgeltgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 Assistenzarzt 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr 5. Jahr 6. Jahr 5.792,90 € 6.121,26 € 6.355,79 € 6.762,34 € 7.247,00 € 7.436,05 € Facharzt 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 9. Jahr 11. Jahr 13. Jahr 7.645,72 € 8.286,77 € 8.849,64 € 9.165,95 € 9.338,38 € 9.576,69 € Oberarzt 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 10. Jahr 9.576,69 € 10.139,57 € 10.944,77 € 11.265,33€ Ltd. Oberarzt 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 11.265,33 € 12.070,52 € 12.711,58 €
Gehalt nach Tarifvertrag der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-VKA)
Als Arzt oder Ärztin an einem kommunalen Krankenhaus, liegt der Verdienst nach TV Ärzte VKA in ähnlichen Bereichen wie bei den Kollegen an Unikliniken. Auch diese Tabelle zeigt jeweils die oberste und unterste Stufe der zu erwartenden Grundgehälter:
Gültig von 01.06.2026 bis 31.12.2026 Quelle: TV VKA
Entgeltgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 I Assistenzarzt 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr 5. Jahr 6. Jahr 5.722,05 € 6.046,42 € 6.278,07 € 6.679,58 € 7.158,37 € 7.355,29 € II Facharzt 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 9. Jahr 11. Jahr 13. Jahr 7.552,19 € 8.185,40 € 8.741,40 € 9.065,74 € 9.382,33 € 9.698,91 € III Oberarzt 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 9.459,56 € 10.015,53 € 10.810,95 € IV Ltd. Oberarzt 1. Jahr 4. Jahr 11.127,50 € 11.922,95 €
Quelle: Marburger Bund
Gehalt nach TVöD-Bund
Für Ärzte mit Jobs im öffentlichen Dienst, die aber nicht in Unikliniken und kommunalen Einrichtungen arbeiten (z.B. bei Gesundheitsamt oder JVA) gilt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD-Bund).
Das Monatsgehalt eines Mediziners im öffentlichen Gesundheitsdienst liegt zwischen 5.298,27 € (Entgeltgruppe 14, Stufe 1) und 8.204,11 € (EG 15, Stufe 6). Ärzte mit leitender Funktion können bis zu 9.110,86 € im Monat verdienen.
Gehalt nach Tarifverträgen privater Krankenhäuser
Private Klinik-Verbünde haben ihre eigenen Tarifverträge. Dazu zählen unter anderem diese:
Die Gehälter von angestellten Ärzten bewegen sich dort in ähnlichem Rahmen. So verdient ein Assistenzarzt je nach Klinikverbund zwischen rund 5.700 Euro und 7.2350 Euro, ein Facharzt zwischen 7.500 Euro und 9.600 Euro, Oberärzte 8.400 Euro bis 10.600 Euro und ein Leitender Oberarzt 9.900 Euro bis 11.800 Euro brutto im Jahr. Sogar ein höheres außertarifliches Gehalt ist möglich.
Umfassende Informationen zu den gültigen Tarifverträgen gibt es hier: Überblick Tarifverträge für Ärzte
Hinzu kommen Arbeitsvertragsrichtlinien konfessioneller Träger:
Was verdient ein Arzt mit eigener Praxis?
Pauschale Aussagen zum durchschnittlichen Arztgehalt mit eigener Niederlassung sind aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren wie Größe der Praxis, Einzugsgebiet, praktizierter Behandlungsart (konservativ oder operativ) und Leistungsangebot schwer zu tätigen. Am entscheidendsten schlägt dabei die Fachrichtung zu buche.
Reinertrag nach Fachrichtung
Das Statistische Bundesamt verzeichnet den jährlichen Brutto-Reinertrag einer Praxis – nach Abzug von Personalkosten und sonstigen anfallenden Ausgaben wie Miete, Strom, Verbrauchsgüter – bei durchschnittlich 310.000 Euro im Jahr 2023. Dies variiert stark je nach Bundesland, Einzugsbereich, Niederlassungszeitpunkt und Fachrichtung (und selbst innerhalb gleicher Fachrichtungen abhängig von den vorher genannten Faktoren).
Während ein Radiologe z.B. aufgrund seines Fachgebietes einen Reinertrag in Höhe von rund 70.000 Euro brutto im Monat erzielen kann, beträgt ein Augenarzt Gehalt mit nur 25.000 Euro nicht einmal die Hälfte davon. Bei einem Neurologen liegt es sogar „nur“ bei 15.000 Euro brutto monatlich.
Lohnt sich eine eigene Praxis?
Wer als angestellter Arzt in einer solchen Praxis arbeitet, wird ebenso wie ein angestellter Arzt im MVZ in der Regel nicht nach Tarif bezahlt, sondern muss bzw. darf sein Gehalt frei verhandeln.
Angestellter Arzt im MVZ – Wie hoch ist das Gehalt?
Für angestellte Ärzte im ambulanten Bereich gilt der Tarifvertrag in der Regel nur dann, wenn sie die Tarifbindung im Arbeitsvertrag vereinbaren. Häufig orientieren sich die Arbeitsverträge beim Gehalt angestellter Ärzte im MVZ aber am tariflichen Entgelt im öffentlichen Dienst (TVöD).
Gemäß einer Befragung der apoBank aus dem Jahr 2025 verdienen angestellte Hausärzte im MVZ im Durchschnitt etwa 92.000 Euro (Großstadt: ca. 88.000 €, Land: ca. 96.000 €) brutto im Jahr.
Im Vergleich dazu erhalten Fachärzte im MVZ mit 95.000 Euro bis 103.000 Euro Jahresbrutto bis zu 20 Prozent mehr Gehalt. Dabei schwanken die mittleren Jahreseinkommen. Vereinzelt wurden bei einer älteren Umfrage aus 2021 Spitzengehälter von bis zu 158.900 Euro jährlich genannt.
Vergleich der Arztgehälter in Klinik, Praxis und MVZ
Wenn man nun alle Tarifverträge für Ärzte vergleicht, kann man allgemein sagen, dass Ärzte einer Uni-Klinik etwa gleich verdienen wie in kommunalen Einrichtung. In den meisten Stufen hat der TdL leicht die Nase vorn. Getoppt werden diese Gehälter zum Teil von privaten Klinikbetreibern. In einer Klinik mit Tarifverträgen ergeben sich die folgenden jährlichen Arztgehälter, abhängig von Position und Dauer der Berufsausübung:
- Assistenzarzt: etwa 64.800 Euro bis 86.400 Euro
- Facharzt: etwa 84.000 Euro bis 123.600 Euro
- (Leitender) Oberarzt: etwa 100.800 Euro bis 147.600 Euro
Die höchsten Festgehälter im MVZ
Wer als angestellter Arzt im privaten Bereich arbeiten möchte, für den ist wichtig: Die höchsten Festgehälter werden laut erwähnter Umfrage der ApoBank im MVZ gezahlt. Sie liegen im Schnitt rund 16.500 Euro über Gehältern angestellter Praxis-Ärzte. Angestellte im MVZ erhalten zudem öfter eine Umsatzbeteiligung (36 Prozent) als Fachkollegen in Facharzt-Praxen (23 Prozent) und Niederlassungen von Allgemeinmedizinern (19 Prozent).
Was lohnt sich mehr? – Individuell entscheiden
Berufseinsteiger und Fachärzte an Kliniken können mit festen, steigenden Gehältern rechnen. Als niedergelassener Arzt hat man meist bessere Verdienstaussichten, muss aber oft schwierige Anfangsjahre einplanen. Schwankende Einnahmen und Kosten im Praxisbetrieb erschweren die Planungssicherheit.
Wer den Beruf als Vertragsarzt ausüben möchte, ohne sich um bürokratische und wirtschaftliche Themen zu kümmern, ist mit einer Anstellung in einem MVZ gut beraten. Die Tätigkeit in einem MVZ hat vor und Nachteile. Unter anderem ist aber mit einer deutlich besseren Work-Life-Balance zu rechnen. Außerdem lässt sich so Erfahrung sammeln und Geld ansparen, das man später vielleicht doch in eine eigene Niederlassung investieren kann.
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Häufige Fragen zu Arzt-Gehalt in Klinik, Praxis und MVZ
- Verdient man als Arzt in der Klinik, im MVZ oder in der eigenen Praxis am meisten?
- Wie hoch ist das Gehalt als angestellter Arzt im MVZ im Durchschnitt?
- Wie sicher und planbar ist das Gehalt als angestellter Arzt im Vergleich zur eigenen Niederlassung?
In der Klinik sind Gehälter durch Tarifverträge zwar sicher und planbar, das höchste Einkommenspotenzial besteht aber typischerweise in der eigenen Praxis – bei gleichzeitig höherem wirtschaftlichem Risiko. Im MVZ werden die höchsten Festgehälter im ambulanten Bereich gezahlt und teilweise Gehälter erreicht, die mit Oberarzt-Gehältern in der Klinik vergleichbar sind.
Laut apoBank-Umfrage liegen die durchschnittlichen Jahresgehälter angestellter Hausärzte im MVZ bei rund 92.000 Euro. Fachärzte im MVZ verdienen im Schnitt rund 95.000 € bis 103.000 € brutto pro Jahr – je nach Region. Spitzengehälter können bis über 150.000 Euro reichen im Jahr.
Angestellte Ärzte in Klinik, Praxis und MVZ profitieren von risikoarmen, planbaren Einkommen – in Kliniken zusätzlich durch klare Tarifverträge mit festen Stufen und automatischen Gehaltssteigerungen. Niedergelassene Ärzte zählen zwar zu den Top-Verdienern, müssen aber schwankende Praxisumsätze, steigende Kosten sowie Steuern und Sozialabgaben aus dem eigenen Reinertrag schultern, was die Planungssicherheit deutlich reduziert.
Arzt Gehalt im Überblick
- Marburger Bund, Tarifverträge (Abrufdatum 26.05.2026)
- ApoBank, Rund 76.000 Euro verdienen angestellte Hausärzte in Praxen und MVZ im Schnitt (Abrufdatum 26.05.2026)
- ApoBank, Das Land punktet: apoBank-Umfrage zeigt Trends bei Gehältern angestellter Ärzte in der ambulanten Versorgung (Abrufdatum 26.05.2026)













