Arzt in der Niederlassung

Alles was ihr über die Niederlassung wissen müsst, und was die Arbeit eines niedergelassenen Arztes ausmacht, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Berufsethos

Als niedergelassener Arzt hat man mehr als jeder Klinikarzt die Möglichkeit, Patienten über einen langen Zeitraum hinweg zu betreuen. Der Arbeitsalltag besteht je nach Fachrichtung aus einer bunte Mischung an Vorsorgeuntersuchungen, saisonalen Krankheiten, chronischen Krankheiten, kleineren Unfällen, Akutbeschwerden und den vermeidbaren, gefährlichen Verläufen, die einer raschen stationären Behandlung bedürfen und die man als niedergelassener Arzt unbedingt herausfiltern muss.

Anders als im Krankenhaus therapiert man in der Niederlassung Patienten nicht immer zu Ende: Wo der eigene Fachbereich endet, müssen Patienten an andere Fachärzte oder ins Krankenhaus überwiesen werden. Niedergelassene Ärzte haben somit nicht nur eine therapeutische, sondern auch eine beratende Funktion gegenüber ihren Patienten.

Die Arbeitszeiten

Wie viele Stunden eine Ärztin oder ein Arzt in der Niederlassung wöchentlich arbeitet, hängt von der Art der Zulassung ab. Mit einer vollen Kassenzulassung geht die Verpflichtung einher, mindestens 20 Sprechstunden in der Woche anzubieten. Mit einer halben Kassenzulassung (der sogenannten Teilzulassung) sind 10 Sprechstunden in der Woche Pflicht.

Durchschnittlich kommen niedergelassene Hausärzte in Deutschland auf knapp 56 Wochenstunden. Täglich behandeln sie 52 Patienten. Niedergelassene Fachärzte leisten im Schnitt 53 Stunden in der Woche und behandeln 38 Patienten am Tag.

Arzt In Der Niederlassung

Damit wird klar, dass zur Arbeitszeit nicht nur die Sprechstunde gehört: Hausbesuche, Bereitschaftsdienste, Notdienste, Fort- und Weiterbildungen, Anleitung des Praxisteams und Verwaltungsarbeiten gehören ebenfalls dazu.

Die Praxis

Zwei Wege führen in die eigenen 4 Praxiswände: Die Neugründung oder die Praxisübernahme einer bestehenden Praxis. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile, die jeder Arzt auf dem Weg in die Niederlassung für sich selbst abwägen muss. Wichtig ist: Finanziell schenken sich die beiden Möglichkeiten nicht viel. Egal ob man selbst gründet oder übernimmt: Mit etwa 150.000 € Investitionssumme muss man rechnen. Das Geld muss man aber nicht auf der hohen Kante haben, da Praxen regelmäßig über Kredite finanziert werden können.

Mehr Informationen findest du auf unserer Infoseite: Praxisgründung

Das Arbeitsverhältnis in der Niederlassung

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, in welchem Arbeitsverhältnis Ärzte in der Niederlassung arbeiten können. Sowohl die Selbstständigkeit als auch das Angestelltenverhältnis ist möglich. Letzteres bedeutet, dass ein Arzt als Praxisinhaber und Arbeitgeber fungiert, und weitere Ärzte einstellt und bezahlt. Damit können Praxen in Patientenbehandlungszahlen und auch im Leistungsspektrum erweitert werden.

Ärzte dürfen auch gleichzeitig in Krankenhaus und Praxis angestellt sein, solange das Arbeitszeitgesetz eingehalten wird.

Niedergelassene Ärzte können auch klinisch tätig sein, indem sie als Belegärzte arbeiten. Belegärzte haben Verträge mit Krankenhäusern, in denen sie Betten mit eigenen Patienten belegen dürfen, um diese dort zu behandeln. Dies ist zum Beispiel in den Fächern HNO, Gynäkologie, Urologie, Augenheilkunde und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie üblich.

Genaueres findest du hier: Infoseite Niederlassen oder Anstellen lassen.

Familienfreundlichkeit

Für Ärztinnen und Ärzte, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen möchten, bietet die Niederlassung viele Annehmlichkeiten. Als Praxisinhaber ist man sein eigener Chef und kann bis zu einem gewissen Grad selbst entscheiden, wie viel man tatsächlich arbeiten möchte. Ärztinnen können sich nach der Geburt eines Kindes für bis zu 12 Monate vertreten lassen. Für Eltern in der Kindererziehung sind sogar bis zu 3 Jahre Vertretungszeit möglich.
Auch die alte Residenzpflicht gibt es nicht mehr: Heutzutage kann auch der Standort der Praxis unabhängig vom Wohnsitz frei gewählt werden, was Familien mehr Freiheit gewährt.

Verdienst

Was ein niedergelassener Arzt verdient, lässt sich pauschal nicht sagen. Der Reinertrag einer Praxis ist abhängig von ihrer Größe und Lage, den zu bezahlenden Fixkosten und Verbindlichkeiten, der Fachrichtung und zahlreichen anderen Einflussfaktoren. Eine Orientierungshilfe bietet jedoch folgender Artikel. Hier wird die aktuelle Erhebung des statistischen Bundesamts ausgewertet und ein Überblick über die monatlichen Reinerträge von Praxen verschiedener Fachrichtungen gegeben:

Artikel: Verdienst eines Facharztes.

Ist die Niederlassung eine Option für dich? Wir wünschen viel Erfolg beim Weg in die Niederlassung!




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