
Ärzte verdienen in Deutschland deutlich mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten. Ein belastbares weltweites Ranking der Arztgehälter lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Internationale Gehaltsvergleiche sind nur eingeschränkt möglich, da sich Beschäftigungsformen, Fachrichtungen, Vergütungssysteme und Kaufkraft erheblich unterscheiden. Auch die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich international deutlich. Für Ärzte in US-amerikanischen Residency-Programmen gilt beispielsweise eine Obergrenze von 80 klinischen und ausbildungsbezogenen Arbeitsstunden pro Woche, gemittelt über vier Wochen. Mit zunehmender Qualifikation kann die Vergütung deutlich steigen. Fachärzte verdienen im OECD-Durchschnitt rund 40 Prozent mehr als Hausärzte. Aktuelle OECD-Daten zeigen zudem, dass selbstständige Fachärzte in Deutschland im kaufkraftbereinigten Vergleich zu den einkommensstärksten Gruppen der untersuchten Länder gehören. Wo wird ein besonders hohes Arzt-Gehalt im Ausland gezahlt? Im Folgenden betrachten wir die internationalen Unterschiede.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zum Arzt-Gehalt im Ausland in Kürze
- Arztgehälter lassen sich international nur eingeschränkt vergleichen, da sich Fachrichtungen, Beschäftigungsformen, Steuern und Lebenshaltungskosten unterscheiden.
- Laut OECD gehören selbstständige Fachärzte in Deutschland, Südkorea und Österreich zu den besonders gut vergüteten Ärzten der untersuchten Länder.
- Bei angestellten Fachärzten weist Irland im OECD-Vergleich mit mehr als 250.000 kaufkraftbereinigten US-Dollar jährlich einen der höchsten Werte auf.
- In den USA können Fachärzte sehr hohe Einkommen erzielen. Neurochirurgen kamen laut Doximity 2026 durchschnittlich auf rund 829.000 US-Dollar pro Jahr.
- Während der US-amerikanischen Residency fällt die Vergütung deutlich geringer aus. Im ersten Weiterbildungsjahr lag sie 2025 durchschnittlich bei rund 68.000 US-Dollar.
- Für die Entscheidung, als Arzt im Ausland zu arbeiten, sollte neben dem Bruttogehalt vor allem die Kaufkraft berücksichtigt werden.
Der Überblick: Arzt-Gehalt im internationalen Vergleich
Für einen aktuellen internationalen Vergleich sind die OECD-Daten besonders aussagekräftig. Sie unterscheiden zwischen angestellten und selbstständigen Ärzten sowie zwischen Hausärzten und Fachärzten und rechnen die Einkommen für Ländervergleiche kaufkraftbereinigt um.
Nach „Health at a Glance 2025“ verdienen angestellte Fachärzte unter den von der OECD erfassten Ländern kaufkraftbereinigt am meisten in Irland, mit mehr als 250.000 US-Dollar jährlich. Bei selbstständigen Fachärzten liegen Deutschland, Südkorea und Österreich mit Einkommen von rund 300.000 kaufkraftbereinigten US-Dollar oder mehr an der Spitze der erfassten Länder. Die OECD weist allerdings darauf hin, dass internationale Vergütungsdaten insbesondere bei selbstständigen Ärzten nur eingeschränkt vergleichbar sind, da sich unter anderem die Erfassung von Praxiskosten und die Vergütungsmodelle zwischen den Ländern unterscheiden. Die Daten beziehen sich überwiegend auf 2023 beziehungsweise das jeweils nächstverfügbare Jahr.
Die folgende Übersicht zeigt einige zentrale Ergebnisse:
| Vergleichsgruppe | Aktueller OECD-Befund |
|---|---|
| Angestellte Fachärzte | Irland mit mehr als 250.000 kaufkraftbereinigten US-Dollar unter den höchsten erfassten Werten |
| Selbstständige Fachärzte | Deutschland, Südkorea und Österreich bei rund 300.000 kaufkraftbereinigten US-Dollar oder mehr |
| Selbstständige Hausärzte | Deutschland, Schweiz und Österreich mit besonders hohen Einkommen innerhalb der erfassten Vergleichsgruppe |
Quelle: OECD Health at a Glance 2025
Arzt-Gehalt in den USA und Kanada
Für Kanada lässt sich kein belastbarer Rangplatz in einem weltweiten Gehaltsranking ableiten. Aktuelle Daten des Canadian Institute for Health Information zeigen für 2023/24 durchschnittliche klinische Bruttozahlungen von 383.000 kanadischen Dollar je Arzt. Bei Hausärzten waren es durchschnittlich 324.000 kanadische Dollar, bei medizinischen Fachärzten 406.000 und bei chirurgischen Fachärzten 556.000 kanadische Dollar. Diese Werte sind allerdings keine klassischen Bruttogehälter und deshalb nicht direkt mit Angestelltengehältern oder den US-amerikanischen Doximity-Daten vergleichbar.
In den USA verdienen Ärzte während der Weiterbildung deutlich weniger als nach Abschluss ihrer Facharztausbildung. Laut Association of American Medical Colleges lag das durchschnittliche Stipendium im ersten Jahr eines Residency-Programms, dem PGY-1, im Jahr 2025 bei 68.166 US-Dollar. Nach Abschluss der Weiterbildung kann die Vergütung stark steigen. Wie hoch sie ausfällt, hängt jedoch erheblich von Fachrichtung, Region und Tätigkeitsform ab.
Der Doximity Physician Compensation Report 2026 weist die Neurochirurgie mit einer durchschnittlichen Jahresvergütung von 829.161 US-Dollar als bestbezahlte Fachrichtung in den USA aus. Alle zehn bestbezahlten Fachrichtungen liegen inzwischen bei durchschnittlich mindestens 600.520 US-Dollar jährlich.
Die Top 10 der Fachrichtungen nach durchschnittlicher Vergütung:
| Fachrichtung | Durchschnittliche Jahresvergütung |
|---|---|
| Neurochirurgie | 829.161 US-Dollar |
| Thoraxchirurgie | 749.707 US-Dollar |
| Orthopädische Chirurgie | 696.852 US-Dollar |
| Interventionelle Radiologie | 634.658 US-Dollar |
| Kinderchirurgie | 627.126 US-Dollar |
| Plastische Chirurgie | 625.757 US-Dollar |
| Radioonkologie | 613.837 US-Dollar |
| Radiologie | 609.684 US-Dollar |
| Kardiologie | 604.635 US-Dollar |
| Gefäßchirurgie | 600.520 US-Dollar |
Quelle: Doximity Physician Compensation Report 2026
Hohe Kosten des Medizinstudiums in den USA
Das Medizinstudium in den USA ist mit hohen Kosten verbunden. Für den Abschlussjahrgang 2026 beziffert die Association of American Medical Colleges die medianen Gesamtkosten für vier Jahre Medizinstudium auf 297.745 US-Dollar an öffentlichen und 408.150 US-Dollar an privaten Medical Schools. Die mediane ausbildungsbezogene Verschuldung des Abschlussjahrgangs 2025 lag bei 215.000 US-Dollar. Bei der Bewertung hoher US-Gehälter sollten deshalb neben der Bruttovergütung auch Ausbildungskosten, Beschäftigungsform und Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden.
Einstiegsgehälter für Ärzte im Ausland: nur eingeschränkt vergleichbar
Ein weltweit einheitlich erhobenes Einstiegsgehalt für Ärzte existiert nicht. Internationale Vergleiche sind auch deshalb schwierig, weil sich die ärztliche Weiterbildung von Land zu Land unterscheidet. In den USA durchlaufen Absolventen nach dem Medizinstudium beispielsweise ein Residency-Programm. In Deutschland beginnt die Facharztweiterbildung dagegen in der Regel mit einer Anstellung als Arzt in Weiterbildung. Gehaltsunterschiede zwischen Ländern können zahlreiche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem:
- Beschäftigungsform
- Fachrichtung
- tarifliche Strukturen
- Anteil privater Tätigkeit
- unterschiedliche Ausbildungs- und Weiterbildungssysteme
- Arbeitszeiten und Dienstmodelle
- regionale Unterschiede
- Steuern und Sozialabgaben
In Deutschland beträgt das monatliche Tabellenentgelt nach dem Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern, TV-Ärzte/VKA, seit dem 1. Juni 2026 für Ärzte im ersten Jahr 5.722,05 Euro. Ab dem sechsten Jahr sind es 7.355,29 Euro.
Oberärzte erhalten nach TV-Ärzte/VKA aktuell 9.459,56 Euro monatlich im ersten bis dritten Jahr und 10.015,53 Euro ab dem vierten Jahr. Dienste, Bereitschaftsdienste und weitere Zuschläge kommen gegebenenfalls hinzu.
Ein direkter Vergleich dieser Werte mit den USA, Kanada, Frankreich oder Großbritannien ist nur eingeschränkt sinnvoll, da Ausbildungsstufen und Vergütungssysteme unterschiedlich aufgebaut sind.
Wo ist das Arzt-Gehalt im Ausland besonders hoch?
Welche Länder finanziell besonders attraktiv sind, hängt stark von Fachrichtung und Beschäftigungsform ab. Nach den aktuellsten OECD-Vergleichsdaten erzielen selbstständige Fachärzte in Deutschland, Südkorea und Österreich besonders hohe kaufkraftbereinigte Einkommen. Bei selbstständigen Hausärzten gehören Deutschland, die Schweiz und Österreich innerhalb der erfassten Länder ebenfalls zu den höher vergütenden Staaten. Bei angestellten Fachärzten weist die OECD für Irland mit mehr als 250.000 kaufkraftbereinigten US-Dollar den höchsten Wert unter den erfassten Ländern aus.
Auch innerhalb des Vereinigten Königreichs unterscheiden sich die Vergütungssysteme. Für England wurden die nationalen NHS-Gehaltsstufen für Resident Doctors, SAS Doctors, Consultants und angestellte Hausärzte zum 1. April 2026 um 3,5 Prozent erhöht. Zuschläge hängen vom jeweiligen Vertrag und Dienstmodell ab. Für die finanzielle Bewertung reicht ein Vergleich der Bruttogehälter allerdings nicht aus. Steuern, Sozialabgaben, Lebenshaltungskosten und gegebenenfalls Ausbildungskosten beeinflussen die tatsächliche Kaufkraft erheblich. Die OECD berücksichtigt diesen Effekt bei internationalen Vergleichen unter anderem über kaufkraftbereinigte Einkommen.
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Häufige Fragen zum Arzt-Gehalt im Ausland
- In welchem Land verdienen Ärzte am meisten?
- Verdienen Ärzte in den USA mehr als in Deutschland?
- Wo verdienen Ärzte in Europa besonders gut?
- Lohnt es sich finanziell, als Arzt ins Ausland zu gehen?
Ein eindeutiges Land mit dem weltweit höchsten Arzt-Gehalt lässt sich nicht bestimmen. Die Vergütung hängt unter anderem von Fachrichtung und Beschäftigungsform ab. Nach OECD-Daten gehören beispielsweise selbstständige Fachärzte in Deutschland, Südkorea und Österreich zu den besonders gut vergüteten Gruppen. Bei angestellten Fachärzten weist Irland innerhalb der erfassten Länder einen der höchsten Werte auf.
Nach Abschluss der Facharztweiterbildung können Ärzte in den USA insbesondere in hoch vergüteten Fachrichtungen deutlich höhere Bruttoeinkommen erzielen als angestellte Ärzte in Deutschland. Während der Residency liegt die Vergütung dagegen wesentlich niedriger. Hinzu kommen in den USA häufig hohe Studienkosten sowie Unterschiede bei Steuern, Versicherungen und Lebenshaltungskosten.
Nach aktuellen OECD-Vergleichsdaten erzielen unter anderem Ärzte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Irland innerhalb bestimmter Beschäftigungsgruppen hohe Einkommen. Welche Länder tatsächlich finanziell attraktiver sind, hängt jedoch auch von Steuern, Sozialabgaben und Lebenshaltungskosten ab.
Das lässt sich nicht allein anhand des Bruttogehalts beurteilen. Neben dem Arzt-Gehalt im Ausland spielen Kaufkraft, Wohnkosten, Steuern, Sozialversicherung, Arbeitszeit, Dienstbelastung und mögliche Ausbildungskosten eine wichtige Rolle. Ein höheres Bruttoeinkommen bedeutet deshalb nicht automatisch einen höheren verfügbaren Lebensstandard.
Arzt Gehalt im Überblick
- Medscape, International Physician Compensation Report 2023 (Abrufdatum: 22.02.2024)
- Doximity/Curative, Doximity Physician Compensation Report 2023 (Abrufdatum: 22.02.2024)
- N26, Der Studien-Preisindex 2022 (Abrufdatum: 22.02.2024)














