
Ist das Gehalt als Neurologe an die Verantwortung in diesem Fachbereich angepasst? Neurologen spielen eine entscheidende Rolle bei der Untersuchung von Patienten mit neurologischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen oder Gedächtnisstörungen. Zudem können sie in der Psychiatrie tätig sein. Wir zeigen, was man in diesem Fachgebiet verdienen kann und wovon die Gehälter abhängig sind.
Inhaltsverzeichnis
Neurologe — Gehalt während der Weiterbildung
Während ihrer Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie arbeiten angehende Neurologen als Assistenzärzte in Krankenhäusern oder medizinischen Einrichtungen. Die Vergütung der Weiterbildungsassistenten richtet sich in der Regel nach einem Tarifvertrag für Ärzte. Auf das Gehalt in der Weiterbildungszeit trifft eine Regel zu, die auch während der späteren Arztkarriere – egal ob Berufseinsteiger oder erfahrener Facharzt – gilt: Es ist neben der Karrierestufe in erster Linie abhängig vom Arbeitgeber und der Berufserfahrung und liegt zwischen 5.500 Euro und 7.200 Euro monatlich.
Neurologe — Gehalt angestellter Fachärzte
Nach Abschluss der Weiterbildung und dem Erhalt der Facharztanerkennung haben Neurologen die Möglichkeit, als angestellte Fachärzte in Kliniken, Praxen oder anderen medizinischen Einrichtungen zu arbeiten. Das Gehalt als angestellter Facharzt wird wie erwähnt durch Tarifverträge geregelt. Diese gelten meist in Unikliniken, kommunalen Krankenhäusern, sowie privaten stationären Einrichtungen. Danach verdienen Fachärzte unabhängig ihrer Facharztrichtung je nach Stellung und Berufserfahrung gleich.
Man kann sich zudem als Neurologe in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) anstellen lassen. Hier kann es zu regionalen Unterschieden kommen, denn wenn der Arbeitgeber nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist, liegen wie in anderen Bereichen des Arbeitsmarktes starke Schwankungen je Region und Ort vor.
Tarifverträge für Ärzte
Die Tarifverträge für Ärzte werden zwischen Ärzteverbänden wie dem Marburger Bund und Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. Sie enthalten in der Regel bestimmte Einstufungen und Gehaltsstufen, die von der Berufserfahrung des Arztes abhängen. Je mehr Erfahrung ein Neurologe hat, desto höher ist in der Regel auch das Facharzt-Gehalt:
- Facharzt: 7.000 Euro bis 10.300 Euro
- Oberarzt: 8.400 Euro bis 10.600 Euro
- Leitender Oberarzt: 9.600 Euro und 12.300 Euro
Dabei gibt es verschiedene Tarifregelungen:
- TV-L Ärzte für Ärzte an Unikliniken
- TV VKA für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern
- hauseigene Tarifverträge für private Kliniken wie zum Beispiel Helios
Ab einer Oberarzt-Position besteht oft auch schon die Möglichkeit, das eigene Gehalt außertariflich zu verhandeln. Das Gehalt eines Neurologen kann dann auch von anderen Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel der Größe und dem Ruf der Einrichtung. Große, renommierte Kliniken bieten oft höhere Gehälter als kleinere lokale Krankenhäuser oder Praxen. In jedem Fall spielt die Berufserfahrung eine entscheidende Rolle bei der Gehaltsbestimmung. Ein erfahrener Neurologe, der bereits viele Jahre in tätig ist, kann in der Regel mit einem höheren Gehalt rechnen als ein Berufseinsteiger (siehe am Beispiel TV VKA in der folgenden Tabelle; Angaben in Euro brutto pro Monat).
- Quelle:
- praktischArzt.de
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Gehaltsunterschiede nach Bundesländern
Obwohl es in Deutschland allgemein Tarifverträge für Ärzte gibt, können sich die Gehälter von Neurologen je nach Bundesland und sogar nach Ort unterscheiden, wenn a) nicht nach Tarif gezahlt wird oder b) die Menge an besser verdienenden Ärzten den Schnitt beeinflusst. Die Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftskraft der Region können eine Rolle dabei spielen, wie hoch die Gehälter ausfallen. So sind zum Beispiel die Gehälter in Ballungszentren und wirtschaftsstarken Regionen oft höher als in ländlichen Gebieten.
| Bundesland | Durchschnittsgehalt |
| Baden-Württemberg | 9.311 € |
| Bayern | 9.086 € |
| Berlin | 8.574 € |
| Brandenburg | 7.818 € |
| Bremen | 8.698 € |
| Hamburg | 9.162 € |
| Hessen | 9.247 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 7.645 € |
| Niedersachsen | 8.492 € |
| Nordrhein-Westfalen | 8.924 € |
| Rheinland-Pfalz | 8.804 € |
| Saarland | 8.634 € |
| Sachsen | 7.844 € |
| Sachsen-Anhalt | 7.755 € |
| Schleswig-Holstein | 8.400 € |
| Thüringen | 7.836 € |
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Gehalt in eigener Niederlassung
Jedoch kann es sein, dass Neurologen, die eine eigene Praxis eröffnen, möglicherweise weniger als andere Fachärzte verdienen, da neurologische Leistungen in der Regel weniger gut vergütet werden als beispielsweise chirurgische Eingriffe. Der Reinertrag einer Praxis ist jedoch stark von der individuellen Praxisauslastung, den angebotenen bzw. abrechnungsfähigen Leistungen und den Patientenzahlen abhängig.
Mehr Gehalt durch Weiterbildungen?
Weiterbildungen können für angestellte Fachärzte, einschließlich Neurologen, zwar das Gehalt an sich nicht unmittelbar erhöhen, jedoch können sie langfristig die Chancen auf Leitungspositionen verbessern. Neurologen mit spezifischen Weiterbildungen in einem bestimmten Bereich der Neurologie, beispielsweise in der Epileptologie oder Schlaganfallmedizin, können sich als Experten profilieren und dadurch die Chance erhalten, als Oberarzt oder sogar Chefarzt in einer Klinik oder Abteilung tätig zu sein. Leitende Positionen sind in der Regel mit höheren Gehältern verbunden, was die Weiterbildung zu einer attraktiven Option macht, um die eigene Karriere voranzubringen und das Gehalt zu steigern. Siehe dazu:













