
Der Tarifvertrag des Medizinischen Dienstes (TV MD) regelt das Gehalt und die Arbeitsbedingungen von Ärzten, die beim Medizinischen Dienst tätig sind. Seit 2026 gelten neue Entgelttabellen, eine verkürzte Wochenarbeitszeit und ein Kompetenzstufenmodell für die Gehaltsentwicklung. Wie viel Ärzte beim Medizinischen Dienst verdienen, welche Eingruppierung für Fachärzte gilt und welche Zulagen vorgesehen sind, zeigt der folgende Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zum TV MD 2026
- Gehalt: Ärzte beim Medizinischen Dienst verdienen ab August 2026 je nach Vergütungsgruppe und Erfahrungsstufe zwischen 7.429 und 11.428 Euro brutto monatlich. Höhere Vergütungen sind durch weitere Kompetenzstufen möglich.
- Tariferhöhung: Die Tabellenentgelte wurden zum 1. Februar 2026 um 1,2 Prozent und zum 1. August 2026 um weitere 1,8 Prozent erhöht.
- Eingruppierung: Fachärzte sind grundsätzlich der Vergütungsgruppe 13 zugeordnet. Ärzte ohne Facharztanerkennung beginnen üblicherweise in Vergütungsgruppe 12.
- Kompetenzstufen: Seit Januar 2026 können Ärzte ihr Gehalt durch nachgewiesene Fortbildungen und zusätzliche Kompetenzstufen steigern.
- Arbeitsbedingungen: Die regelmäßige Wochenarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. Bei einer Fünftagewoche besteht ein tariflicher Anspruch auf 30 Urlaubstage.
TV MD Entgelttabelle 2026: Wie viel verdienen Ärzte?
Das Gehalt beim Medizinischen Dienst richtet sich nach der Vergütungsgruppe und der erreichten Erfahrungs- beziehungsweise Kompetenzstufe. Für Ärzte sind insbesondere die Vergütungsgruppen 12 bis 16 relevant.
Im Jahr 2026 wurden die Tabellenentgelte in zwei Schritten angehoben: um 1,2 Prozent zum 1. Februar und um weitere 1,8 Prozent zum 1. August.
Aktuelle TV MD Gehaltstabelle ab August 2026
Die folgende Entgelttabelle gilt vom 1. August 2026 bis zum 31. Januar 2027. Angegeben sind monatliche Bruttogehälter bei einer regelmäßigen Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden.
| Vergütungsgruppe | Einstieg (E) | E1 | E2 | K1 |
|---|---|---|---|---|
| VG 12 | 7.429 € | 7.678 € | 7.923 € | 8.121 € |
| VG 13 | 8.235 € | 8.509 € | 8.786 € | 9.006 € |
| VG 14 | 9.140 € | 9.447 € | 9.753 € | 9.997 € |
| VG 15 | 9.979 € | 10.311 € | 10.643 € | 10.909 € |
| VG 16 | 10.451 € | 10.798 € | 11.149 € | 11.428 € |
Gültig von 01.08.2026 bis 31.01.2027
Einstufungen
Die Einstiegsstufe E gilt regulär im ersten Beschäftigungsjahr, E1 im zweiten und dritten Jahr und E2 ab dem vierten Jahr. K1 bezeichnet die erste Kompetenzstufe, die unter bestimmten Voraussetzungen nach E2 erreicht werden kann.
Die Tabelle stellt den regulären Stufenverlauf für ab 2025 eingestellte Ärzte dar. Für Ärzte, die bereits vor 2025 beim Medizinischen Dienst beschäftigt waren, gelten besondere Überleitungsregelungen mit den bisherigen Erfahrungsstufen E3 und E4.
Wie viel verdient ein Facharzt beim Medizinischen Dienst?
Ein Facharzt wird beim Medizinischen Dienst nach den seit Januar 2025 geltenden Tätigkeitsmerkmalen grundsätzlich in Vergütungsgruppe 13 eingruppiert. Das tarifliche Einstiegsgehalt beträgt damit seit August 2026 monatlich 8.235 Euro brutto.
In Erfahrungsstufe E2 erhöht sich das monatliche Tabellengehalt auf 8.786 Euro. Mit der ersten Kompetenzstufe K1 sind es 9.006 Euro. Weitere Kompetenzstufen ermöglichen zusätzliche Gehaltssteigerungen.
Bei besonders verantwortungsvollen Aufgaben oder Führungsfunktionen kann eine höhere Eingruppierung infrage kommen. Entscheidend sind die tatsächlich übertragenen Tätigkeiten und die tariflichen Voraussetzungen.
TV MD Eingruppierung: Welche Vergütungsgruppen gelten für Ärzte?
Die Eingruppierung im TV MD richtet sich nach den überwiegend ausgeübten Tätigkeiten. Maßgeblich sind die Tätigkeitsmerkmale in Anlage 1 des Tarifvertrags.
Die Vergütungsgruppen 12 bis 16 unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der fachlichen Anforderungen, der Schwierigkeit der Aufgaben und der übertragenen Verantwortung.
| Vergütungsgruppe | Tätigkeitsmerkmale und Beispiele |
|---|---|
| VG 12 | Ärzte mit Tätigkeiten von besonderer Schwierigkeit und Bedeutung, beispielsweise ärztliche Gutachter ohne Facharztanerkennung |
| VG 13 | Fachärzte und Zahnärzte sowie Ärzte mit sozialmedizinischer Weiterbildung und entsprechend schwierigen Aufgaben |
| VG 14 | Ärzte und Fachärzte mit besonderen Aufgaben, beispielsweise einer Vorgesetztenfunktion für ärztliche Gutachter |
| VG 15 | Beschäftigte mit Aufgaben und Verantwortung, die deutlich über die Anforderungen der VG 14 hinausgehen |
| VG 16 | Beschäftigte mit besonders herausgehobener Aufgabenstellung und Verantwortung gegenüber VG 15 |
Seit dem 1. Januar 2025 ist eine Facharztanerkennung ausdrücklich als Tätigkeitsbeispiel für die Vergütungsgruppe 13 vorgesehen. Eine zusätzliche sozialmedizinische Berufserfahrung ist dafür nicht mehr grundsätzlich erforderlich.
Die Eingruppierung erfolgt jedoch nicht allein anhand der Berufsbezeichnung. Auch der konkrete Aufgabenbereich und die übertragenen Verantwortlichkeiten spielen eine Rolle.
Erfahrungsstufen und Kompetenzstufen im TV MD
Innerhalb der jeweiligen Vergütungsgruppe entwickelt sich das Gehalt durch Erfahrungs- und Kompetenzstufen weiter. Seit Januar 2026 ist dabei nicht mehr ausschließlich die Beschäftigungsdauer entscheidend. Auch absolvierte Fortbildungen können einen weiteren Gehaltsaufstieg ermöglichen.
Das neue Kompetenzstufenmodell unterscheidet zwischen Ärzten, die ab 2025 eingestellt wurden, und Beschäftigten, deren Arbeitsverhältnis bereits vor 2025 bestand.
Erfahrungsstufen bei Einstellung ab 2025
Für Ärzte, die seit dem 1. Januar 2025 beim Medizinischen Dienst eingestellt wurden, gilt folgender regulärer Stufenverlauf:
| Stufe | Beschäftigungsdauer |
|---|---|
| Einstiegsstufe E | 1. Tätigkeitsjahr |
| Erfahrungsstufe E1 | 2. und 3. Tätigkeitsjahr |
| Erfahrungsstufe E2 | Ab dem 4. Tätigkeitsjahr |
| Kompetenzstufe K1 | Nach Erfüllung der tariflichen Voraussetzungen |
| Weitere Kompetenzstufen | Nach weiteren Tätigkeitsintervallen und entsprechenden Fortbildungsnachweisen |
Nach Erreichen der Erfahrungsstufe E2 ist ein weiterer Aufstieg in Kompetenzstufen möglich. Voraussetzung sind grundsätzlich vierjährige Tätigkeitsintervalle und der Nachweis der erforderlichen Fortbildungspunkte.
Jede zusätzliche Kompetenzstufe erhöht das Tabellenentgelt um einen Betrag, der 2,5 Prozent des aktuellen Tabellenwerts der Erfahrungsstufe E2 entspricht.
Für einen Facharzt in Vergütungsgruppe 13 bedeutet das seit August 2026 einen tabellarischen Erhöhungsbetrag von 220 Euro brutto monatlich je zusätzlicher Kompetenzstufe.
Übergangsregelungen für Ärzte mit Einstellung vor 2025
Für Ärzte, die bereits vor dem 1. Januar 2025 beim Medizinischen Dienst beschäftigt waren, gelten weiterhin die bisherigen Erfahrungsstufen E3 und E4.
Der reguläre bisherige Stufenverlauf sieht folgendermaßen aus:
- E: 1. Tätigkeitsjahr
- E1: 2. und 3. Tätigkeitsjahr
- E2: 4. bis 6. Tätigkeitsjahr
- E3: 7. bis 9. Tätigkeitsjahr
- E4: Ab dem 10. Tätigkeitsjahr
Nach Erreichen der Erfahrungsstufe E4 ist ebenfalls ein Aufstieg in das Kompetenzstufenmodell möglich. Dafür gelten die Bestimmungen des gesonderten Überleitungstarifvertrags.
Die Gehaltsentwicklung unterscheidet sich dadurch teilweise von derjenigen später eingestellter Ärzte. Für die konkrete Berechnung ist die entsprechende Überleitungs-Entgelttabelle maßgeblich.
Welche Fortbildungen sind für die Kompetenzstufen erforderlich?
In den ärztlichen Vergütungsgruppen 12 bis 16 müssen grundsätzlich 128 anerkannte Fortbildungspunkte innerhalb eines vierjährigen Intervalls nachgewiesen werden, um die Voraussetzungen für den nächsten regulären Kompetenzstufenaufstieg zu erfüllen.
Das entspricht durchschnittlich 32 Fortbildungspunkten beziehungsweise 24 Zeitstunden pro Jahr. Auch anerkannte CME-Punkte können berücksichtigt werden.
Für die tariflich geregelte Anpassungsfortbildung sind unter anderem folgende Voraussetzungen und Leistungen vorgesehen:
- Freistellung von der Arbeit unter Fortzahlung des Entgelts
- Übernahme der tariflich vorgesehenen Fortbildungs- und gegebenenfalls Reisekosten durch den Arbeitgeber
- Anerkennung geeigneter Fortbildungsveranstaltungen und CME-Punkte
- Berücksichtigung bereits erreichter Fortbildungspunkte, wenn die erforderliche Gesamtpunktzahl noch nicht erreicht wurde
Anpassungsfortbildungen dienen dem Erhalt und der Aktualisierung des für die Tätigkeit benötigten Fachwissens. Sie sind von Aufstiegsfortbildungen zu unterscheiden, die auf die Übernahme einer höherwertigen Tätigkeit ausgerichtet sind.
Kann die erforderliche Fortbildung aus Gründen, die der Beschäftigte nicht zu vertreten hat, nicht vollständig ermöglicht werden, enthält der Tarifvertrag besondere Schutzregelungen für den Stufenaufstieg.
Leistungsorientierte Vergütung und Zulagen nach TV MD
Zusätzlich zum regulären Tabellenentgelt können Ärzte beim Medizinischen Dienst weitere Vergütungsbestandteile erhalten. Dazu gehören insbesondere die leistungsorientierte Vergütung sowie Leistungs- und Projektzulagen.
Die einzelnen Leistungen sind tariflich unterschiedlich geregelt und sollten deshalb nicht mit der regulären Erfahrungs- oder Kompetenzstufe gleichgesetzt werden.
Leistungsorientierte Vergütung
Der TV MD sieht eine zusätzliche leistungsorientierte Vergütung vor. Die Teilnahme am entsprechenden Vergütungssystem ist für Beschäftigte freiwillig.
Die Bewertung erfolgt anhand bestimmter Kriterien. Dazu zählen insbesondere:
- Leistungsmenge
- Leistungsgüte
- Soziale Kompetenz
- Führungskompetenz, soweit diese für die Tätigkeit relevant ist
Die genaue Ausgestaltung erfolgt durch betriebliche Dienstvereinbarungen. Die leistungsorientierte Vergütung kann unter anderem als Einmalzahlung oder monatliche Prämie gewährt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein vorgezogener Stufenaufstieg möglich.
Die Medizinischen Dienste sind verpflichtet, mindestens 15 Prozent der Beschäftigten des jeweiligen Medizinischen Dienstes leistungsorientiert zu vergüten. Daraus ergibt sich jedoch kein automatischer individueller Anspruch auf eine bestimmte Prämienhöhe.
Leistungs- und Projektzulagen
Besondere individuelle Leistungen oder die erfolgreiche Mitarbeit an Projekten können zusätzlich vergütet werden. Grundlage sind Ziel- oder Projektvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten beziehungsweise Beschäftigtengruppen. Die tariflich vorgesehene Leistungs- oder Projektzulage beträgt bis zu vier Prozent der Vergütung der Erfahrungsstufe E4 der jeweiligen Vergütungsgruppe. Sie kann monatlich für einen bestimmten Zeitraum oder als Einmalbetrag gezahlt werden. Für August 2026 bis Januar 2027 ergeben sich folgende tabellarische Höchstwerte:
| Stufe | Beschäftigungsdauer |
|---|---|
| Einstiegsstufe E | 1. Tätigkeitsjahr |
| Erfahrungsstufe E1 | 2. und 3. Tätigkeitsjahr |
| Erfahrungsstufe E2 | Ab dem 4. Tätigkeitsjahr |
| Kompetenzstufe K1 | Nach Erfüllung der tariflichen Voraussetzungen |
| Weitere Kompetenzstufen | Nach weiteren Tätigkeitsintervallen und entsprechenden Fortbildungsnachweisen |
Diese Beträge sind keine garantierten monatlichen Gehaltsbestandteile. Ob eine entsprechende Zulage gewährt wird, richtet sich nach den tariflichen und betrieblichen Voraussetzungen.
Zuschläge und Zusatzleistungen nach TV MD
Neben dem Grundgehalt sieht der TV MD verschiedene weitere Leistungen vor. Dazu zählen unter anderem Zuschläge für Überstunden und Nachtarbeit, Kinderzuschläge, Weihnachtsgeld und vermögenswirksame Leistungen.
Die wichtigsten Regelungen sind:
| Leistung | Tarifliche Regelung |
|---|---|
| Kinderzuschlag | 102 € monatlich je anspruchsberechtigtem Kind |
| Überstunden | Grundsätzlich Freizeitausgleich; bei Barabgeltung zusätzlich 25 % Zuschlag |
| Nachtarbeit | 3 € Zuschlag pro Stunde |
| Weihnachtsgeld | Grundsätzlich 100 % einer maßgeblichen Monatsvergütung |
| Vermögenswirksame Leistungen | 40 € monatlich bei Vollzeit |
| Deutschlandticket | Arbeitgeberzuschuss von mindestens 25 % des Ticketpreises |
| Jubiläumszuwendung nach 25 Jahren | 350 € |
| Jubiläumszuwendung nach 40 Jahren | 450 € |
| Jubiläumszuwendung nach 50 Jahren | 550 € |
Für die einzelnen Leistungen gelten zusätzliche tarifliche Anspruchsvoraussetzungen.
Weihnachtsgeld beim Medizinischen Dienst
Ärzte erhalten nach TV MD grundsätzlich Weihnachtsgeld in Höhe von 100 Prozent der maßgeblichen Monatsvergütung einschließlich bestimmter persönlicher Zulagen.
Die Auszahlung erfolgt mit dem Gehalt für November.
Der Anspruch kann jedoch entfallen oder anteilig gekürzt werden. Beispielsweise enthält der Tarifvertrag besondere Regelungen für Eigenkündigungen, die Beendigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit und kurze befristete Beschäftigungsverhältnisse.
Kinderzuschlag und weitere Arbeitgeberleistungen
Beschäftigte erhalten unter den tariflich festgelegten Voraussetzungen einen monatlichen Kinderzuschlag von 102 Euro je Kind. Voraussetzung ist insbesondere ein entsprechender Kindergeldanspruch.
Daneben sind vermögenswirksame Leistungen von 40 Euro monatlich für Vollzeitbeschäftigte vorgesehen. Bei Teilzeitbeschäftigung wird dieser Betrag grundsätzlich entsprechend reduziert.
Auch ein Arbeitgeberzuschuss zum Deutschlandticket ist tariflich geregelt. Er beträgt mindestens 25 Prozent des Ticketpreises.
Einzelne Medizinische Dienste können darüber hinaus zusätzliche Angebote vorsehen, beispielsweise zur Gesundheitsförderung oder Mobilität. Dazu gehören je nach betrieblicher Regelung auch Angebote für Fitness, Fahrräder oder E-Bikes.
Arbeitszeit und Überstunden beim Medizinischen Dienst
Die regelmäßige tarifliche Wochenarbeitszeit beim Medizinischen Dienst beträgt seit dem 1. Juli 2026 38,5 Stunden ohne Pausen. Zuvor lag sie bei 40 Stunden.
Die Arbeitszeit verteilt sich grundsätzlich auf die Werktage von Montag bis Freitag. Sonn- und Feiertage sind tariflich arbeitsfrei. Dies gilt ebenfalls für den 24. und 31. Dezember.
Sind beim Medizinischen Dienst auch 40 oder 41 Wochenstunden möglich?
In einer individuellen Nebenabrede zum Arbeitsvertrag kann eine regelmäßige Wochenarbeitszeit von 40 oder 41 Stunden vereinbart werden. Dabei sieht der Tarifvertrag einen vollen Entgeltausgleich und einen Zuschlag von 25 Prozent ab der 41. Stunde vor. Eine solche Nebenabrede kann von beiden Vertragsparteien mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalendervierteljahres gekündigt werden.
Wie werden Überstunden nach TV MD vergütet?
Als Überstunden gelten angeordnete Arbeitsstunden, die über die individuell vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit hinausgehen. Der TV MD sieht grundsätzlich einen Freizeitausgleich einschließlich der tariflichen Zuschläge innerhalb von sechs Monaten vor. Ist ein Freizeitausgleich nicht möglich, erfolgt eine finanzielle Abgeltung. Diese beträgt je Überstunde ein Hundertsiebenundsechzigstel der maßgeblichen Monatsvergütung zuzüglich eines Zuschlags von 25 Prozent.
Für notwendige Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ist außerdem ein Zuschlag von drei Euro pro Stunde vorgesehen. Regelmäßige Bereitschafts- und Rufdienste, wie sie aus Krankenhäusern bekannt sind, gehören nicht zu den typischen Arbeitsbedingungen ärztlicher Gutachter beim Medizinischen Dienst.
Urlaubsanspruch nach TV MD
Der tarifliche Urlaubsanspruch beträgt 30 Arbeitstage pro Kalenderjahr bei einer Fünftagewoche. Bei Teilzeitbeschäftigung hängt die Anzahl der Urlaubstage davon ab, auf wie viele Arbeitstage die wöchentliche Arbeitszeit verteilt wird. Ein Arzt, der beispielsweise an fünf Tagen pro Woche jeweils kürzer arbeitet, hat grundsätzlich weiterhin Anspruch auf 30 Urlaubstage. Arbeitet er dagegen regelmäßig nur an drei Tagen pro Woche, wird die Anzahl der Urlaubstage entsprechend angepasst.
Der volle tarifliche Urlaubsanspruch kann nach den vertraglichen Regelungen grundsätzlich erstmals nach sechs Monaten geltend gemacht werden. Für den Übertrag und die Inanspruchnahme von Urlaub gelten bestimmte Fristen. Dabei sind neben dem Tarifvertrag auch die gesetzlichen Vorgaben und die Rechtsprechung zum Urlaubsverfall zu beachten. Erkrankt ein Beschäftigter während des Urlaubs, werden ärztlich nachgewiesene Arbeitsunfähigkeitstage nicht auf den Urlaub angerechnet.
Was ist der TV MD und für wen gilt er?
Der TV MD ist der Tarifvertrag für die Beschäftigten der Medizinischen Dienste. Die für Ärzte geltende Fassung wurde zwischen der Tarifgemeinschaft der Medizinischen Dienste (TG MD) und dem Marburger Bund vereinbart. Der TV MD in der Version Ärzte gilt für angestellte Ärzte einschließlich Zahnärzte bei den Medizinischen Diensten, die der Tarifgemeinschaft angehören. Er regelt unter anderem die Vergütung, Eingruppierung, Arbeitszeit, Urlaubsansprüche und zusätzliche Leistungen. Für andere Berufsgruppen, etwa Pflegefachkräfte oder Verwaltungsmitarbeiter, bestehen gesonderte tarifvertragliche Regelungen.
Der Medizinische Dienst (MD), früher als Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) bekannt, unterstützt die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen bei medizinischen und pflegerischen Fragestellungen. Ärzte übernehmen dort überwiegend Beratungs- und Begutachtungsaufgaben, anstatt unmittelbar Patienten zu behandeln.
Welche Aufgaben übernehmen Ärzte beim Medizinischen Dienst?
Ärzte beim Medizinischen Dienst arbeiten hauptsächlich als medizinische Gutachter und Sachverständige. Im Unterschied zur klassischen Tätigkeit in einer Klinik oder Arztpraxis steht nicht die unmittelbare Behandlung von Patienten im Mittelpunkt.
Stattdessen beurteilen sie medizinische Sachverhalte und unterstützen Kranken- und Pflegekassen bei fachlichen Entscheidungen.
Zu ihren Aufgaben können unter anderem gehören:
- Begutachtung von Arbeitsunfähigkeit: Medizinische Bewertung von Arbeitsunfähigkeitsfällen im gesetzlichen Auftrag
- Beurteilung von Behandlungsfehlern: Erstellung medizinischer Gutachten bei entsprechenden Verdachtsfällen
- Prüfung medizinischer Leistungen: Beurteilung von Behandlungsnotwendigkeit, Rehabilitationsmaßnahmen und Hilfsmittelversorgung
- Krankenhausbegutachtung: Prüfung medizinischer Sachverhalte im Zusammenhang mit Krankenhausleistungen und Abrechnungen
- Qualitätssicherung: Beteiligung an Prüfungen und Bewertungen der Versorgungsqualität
- Sozialmedizinische Beratung: Fachliche Unterstützung bei Fragen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung
Je nach Aufgabenbereich erfolgen die Begutachtungen anhand von Unterlagen, durch Untersuchungen oder im direkten Kontakt mit Versicherten. Die Arbeit beim Medizinischen Dienst setzt medizinisches Fachwissen und die Fähigkeit voraus, komplexe medizinische Sachverhalte unabhängig und nachvollziehbar zu bewerten. Weitere Informationen zum Berufsbild findest Du hier:
Häufige Fragen zum TV MD
- Wie viel verdient ein Arzt beim Medizinischen Dienst 2026?
- In welche Vergütungsgruppe werden Fachärzte beim Medizinischen Dienst eingruppiert?
- Wie viele Stunden arbeiten Ärzte beim Medizinischen Dienst?
- Welche Fortbildungen sind für die Kompetenzstufen im TV MD erforderlich?
- Bekommen Ärzte beim Medizinischen Dienst Weihnachtsgeld?
Ein Arzt in Vergütungsgruppe 12 erhält ab August 2026 ein tarifliches Einstiegsgehalt von 7.429 Euro brutto monatlich. Fachärzte in Vergütungsgruppe 13 verdienen zum Einstieg 8.235 Euro brutto. Mit zunehmender Erfahrung, höheren Kompetenzstufen oder zusätzlichen Zulagen kann das Gehalt steigen.
Fachärzte sind seit Januar 2025 grundsätzlich der Vergütungsgruppe 13 zugeordnet. Eine sozialmedizinische Berufserfahrung ist für dieses Tätigkeitsbeispiel nicht mehr zwingend erforderlich. Bei besonders verantwortungsvollen Aufgaben oder Führungsfunktionen können höhere Vergütungsgruppen infrage kommen.
Die regelmäßige Wochenarbeitszeit beträgt nach TV MD seit Juli 2026 38,5 Stunden. Individuell können auch 40 oder 41 Wochenstunden vereinbart werden. Die Arbeitszeit verteilt sich grundsätzlich auf Montag bis Freitag.
Für Ärzte in den Vergütungsgruppen 12 bis 16 sind grundsätzlich 128 anerkannte Fortbildungspunkte innerhalb eines vierjährigen Intervalls erforderlich. Auch anerkannte CME-Punkte können berücksichtigt werden. Die Voraussetzungen für den Stufenaufstieg und die Freistellung zur Fortbildung regelt der Tarifvertrag.
Ja. Der TV MD sieht grundsätzlich Weihnachtsgeld in Höhe von 100 Prozent der maßgeblichen Monatsvergütung vor. Es wird mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Der Anspruch ist allerdings an tarifliche Voraussetzungen gebunden und kann in bestimmten Fällen entfallen oder gekürzt werden.













