
Die Notfallmedizin ist ein essenzieller Bestandteil des Medizinstudiums und vermittelt Grundlagen zur schnellen Erkennung und Behandlung akuter medizinischer Notfälle. Studierende lernen lebensrettende Maßnahmen wie Reanimation, Schocktherapie und Traumaversorgung. Strukturierte Schemata helfen dabei, in kritischen Situationen effizient zu handeln und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zum Querschnittsfach Notfallmedizin in Kürze
- Pflicht‑Querschnittsfach: Praxisnahes Pflichtmodul im klinischen Medizinstudium (Voraussetzung fürs 2. Staatsexamen), meist in Kleingruppen über mehrere Semester
- Ziel & Skills: Früherkennung und Erstversorgung akuter Notfälle; lebensrettende Maßnahmen wie Reanimation, Schock‑ und Traumamanagement
- Inhalte: u.a. häufige Notfälle (Herzinfarkt, Schlaganfall, Schock, Atemnot, Bewusstlosigkeit); Arbeiten mit Schemata: CPR, ABCDE, GCS, BE‑FAST, PEARL – „Treat first what kills first“
- Prüfung & Aufwand: Moderater Lernumfang; Prüfungen meist fall‑/praxisorientiert; M2‑relevant als Querschnittsbereich
- Berufliche Relevanz: Für alle Fachrichtungen essenziell; besonders viel Bezug in Anästhesie, Kardiologie/Herzchirurgie, Unfallchirurgie, Neurologie; Notarzttätigkeit und einschlägige Weiterbildungen möglich
Notfallmedizin – Was ist das?
Das klinische Fach Notfallmedizin ist ein Schein, der im Rahmen des Medizinstudiums in Deutschland zur Qualifikation für das 2. Staatsexamen erfüllt werden muss. Das Fach zielt darauf ab, die zukünftigen Ärzte auf Notfälle vorzubereiten und ihnen die grundlegenden Schritte zur Versorgung in Akutsituationen zu vermitteln. Es handelt sich um einen sogenannten Querschnittsbereich, der häufig durch mehrere Fächer vermittelt wird. Die Kurse sind meist sehr praxisorientiert und werden an vielen Unis über mehrere Semester verteilt und in Kleingruppen gelehrt.
Klinik Fach Notfallmedizin – Die wichtigsten Inhalte
Das Fach Notfallmedizin zielt darauf ab, die wichtigsten Notfälle zu behandeln, die in jedem medizinischen Setting auftreten können. Das betrifft vor allem klassische Herz-Kreislauf-Notfälle, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Schock. Aber auch Themen wie der Umgang mit der akuten Atemnot (Asthmaanfall, Lungenembolie oder anaphylaktischer Schock) oder Bewusstlosigkeit (Ohnmacht, Krampf oder diabetisches Koma) werden angeschnitten.
Da es sich bei der Notfallmedizin um ein “kleines” Fach handelt, deckt es eher die Primärversorgung ab. Tiefgreifenderes Hintergrundwissen bekommst Du beispielsweise in Inneren Medizin, Chirurgie oder Neurologie.
Damit die Fachkräfte in der Notfallmedizin schnell und ohne nachzudenken handeln können, arbeitet man im Fach viel mit Gedankenstützen, Skalen oder Schemata. So lassen sich Abläufe standardisieren und das Prinzip der Notfallmedizin „Treat first what kills first“ (also behandle das als erstes, was zuerst tötet) befolgen. Klassische Schemata sind:
- CPR und Beatmung (Herz-Lungen-Wiederbelebung)
- ABCDE-Schema (Airway, Breathing, Circulation, Disability, Environment) zur Behandlung von akutem Trauma
- GCS (Glasgow Coma Scale) zur Beurteilung von (spontaner) Bewegung, Sprache und Augenöffnung)
- BE-FAST-Algorithmus (Balance, Eyes, Face, Arms, Speech, Time) zur Schlaganfallerkennung
- PEARL (Pupils equal and reactive to light) zur Beurteilung der Pupillenreaktion
Und mehr.
Lernaufwand und Umfang
Da das Fach Notfallmedizin insgesamt recht oberflächlich vermittelt wird, hält sich der realistische Lernaufwand eher in Grenzen. Hier kommt es aber auch ein bisschen darauf an, wie viel Vorwissen man vielleicht schon aus anderen Klinikfächern mitbekommen hat. Die Prüfungen sind meist eher praktisch orientiert und behandeln entweder einzelne Patientenfälle oder finden sogar praktisch statt. Hier kann es aber auch vorkommen, dass nach Risikofaktoren oder Notfallmedikamenten gefragt wird.
Im schriftlichen Teil des Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (M2) werden Fragen aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten gestellt. Die genaue Anzahl der Fragen zur Notfallmedizin variiert je nach Prüfungstermin. Laut dem IMPP-Gegenstandskatalog ist die Notfallmedizin unter den Querschnittsbereichen aufgeführt, die prüfungsrelevant sind.
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Relevanz des Themengebiets für die ärztliche Tätigkeit
Obwohl es nur ein kleines Fach ist, ist die Notfallmedizin sehr wichtig – egal welchen ärztlichen Beruf Du erlangst. Schließlich kann auch in einer Augenärztlichen Praxis ein Patient plötzlich einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden. Da werden Deine Patienten mehr von Dir erwarten, als nur den Notruf zu wählen. Gedanken musst Du Dir deswegen aber keine machen, denn die Inhalte kommen nicht nur im Studium regelmäßig vor, sondern sind auch Teil der Facharztweiterbildung und Inhalt vieler CME-Kurse.
Besonders viel mit Notfällen zu tun hast Du in den Facharztrichtungen Anästhesie, Kardiologie bzw. Herzchirurgie, Unfallchirurgie oder auch Neurologie. Vor allem ersteres eignet sich aufgrund der fachlichen Überschneidungen für die Arbeit als Notarzt. Wenn Dich das Thema interessiert und Du Dir auch eine berufliche Laufbahn im Zusammenhang vorstellen kannst, sind die folgenden Facharztausbildungen und Themen vielleicht etwas für Dich:
- Weiterbildung Facharzt für Anästhesie
- Weiterbildung Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
- Weiterbildung Facharzt für Herzchirurgie
- Weiterbildung Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
- Weiterbildung Facharzt für Neurologie
- Notarztschein
- Klinische Akut- und Notfallmedizin
Lerntipps für Notfallmedizin
Eigentlich ist die Notfallmedizin kein Fach, durch das Du Dich “durchtricksen” musst. Ein paar Tipps können aber vielleicht trotzdem helfen:
- Schemata: Du kannst es vielleicht schon nicht mehr hören, aber die Notfallmediziner lieben ihre Schemata. Dinge wie den GCS solltest Du im Schlaf vor einer Prüfung aufsagen können.
- Eselsbrücken: Wenn Du Dir die Abläufe nicht merken kannst, verwende Eselsbrücken oder Gedankenpaläste.
- Anwendung: Praktische Fälle können für das Verständnis und die Verinnerlichung von Anwendungen im Fach Notfallmedizin sehr praktisch sein. Stell Dir am Besten in einer Lerngruppe gegenseitig Aufgaben mit Kommilitonen oder frag einfach mal ein AI-Tool.
- Üben, Üben, Üben: Ja, man kommt sich anfangs total lächerlich vor, wenn man sich gegenseitig in Verbände wickelt, übt, möglichst schnell das ABCDE-Schema zu erfüllen oder Herz-Lungen-Wiederbelebung andeutet. Nur so werden die Abläufe aber schneller, flüssiger und sicherer – in der Prüfung und im echten Notfall!




