
Telmisartan ist ein Wirkstoff aus der Substanzklasse der „Sartane“. Das Medikament kommt unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) zum Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
Den genauen Wirkmechanismus, alle Anwendungsgebiete und die unerwünschten Wirkungen, die mit der Einnahme von Telmisartan einhergehen können, zeigt der folgende Beitrag.
Telmisartan – Wirkung
Telmisartan gehört zu den Sartanen. Sartane sind sogenannte Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten. Diese sind in das fein abgestimmte körpereigene Blutdruckregulationssystem, das RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System), eingebunden.
Das RAAS ist ein System, das es dem Körper über Blutdruckanpassungen ermöglicht, seinen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt in Balance zu halten.
Der fein abgestimmte Regelkreis des RAAS ist Angriffspunkt einiger antihypertensiver Medikamente, so auch von Telmisartan. Dieses blockiert den AT1-Rezeptor, sodass Angiotensin II nicht mehr binden kann.
Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Wirkstoff über seine Wirkung am AT1-Rezeptor hinaus auch bestimmte Rezeptoren in Fettzellen bindet. Dadurch erhöht sich die Empfindlichkeit dieser Zellen gegenüber Insulin und der Umbau von Kohlenhydraten zu Fett wird gesteigert. Von diesem Effekt profitieren Hypertoniker/innen vor allem dann, wenn gleichzeitig Stoffwechselstörungen wie ein Diabetes mellitus oder eine Adipositas vorliegen.
Telmisartan – Anwendung
Telmisartan ist für folgende Anwendungsgebiete indiziert.
- Therapie einer Hypertonie (essenzielle) bei erwachsenen Patienten/-innen
- Prävention kardiovaskulärer Ereignisse, vor allem bei Vorerkrankungen wie zum Beispiel koronarer Herzkrankheit (KHK), Schlaganfall, peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) oder bei Typ II Diabetes
Dosierung und Einnahme des Wirkstoffs
Je nach Indikation steht Telmisartan in verschiedenen Dosierungen zur Einnahme zur Verfügung.
Zur Behandlung der essentiellen Hypertonie erfolgt einmal täglich die Gabe von 40 mg. Die Dosis kann im Bedarfsfall reduziert oder auf maximal 80 mg einmal täglich erhöht werden.
Zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität werden einmal täglich 80 mg verabreicht.
Der antihypertensive Effekt von Telmisartan wird erst nach einigen Wochen erreicht, weswegen gerade zu Beginn der Therapie vor weiteren Dosissteigerungen zunächst vier bis acht Wochen abgewartet werden sollte. Nach der Einnahme wirkt das Mittel etwa 24 Stunden lang blutdrucksenkend.
Telmisartan – Nebenwirkungen
Telmisartan ist ein gut verträgliches Medikament. Sehr selten kommt es zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen, Angioödem oder akutem Nierenversagen.
Häufiger treten beispielsweise Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden auf. Auch Muskelschmerzen und Krämpfe in den Beinen können während der Einnahme auftreten.
Telmisartan – Wechselwirkungen
Für Telmisartan ist eine Vielzahl von Wechselwirkungen mit anderen Substanzen bekannt, die vor geplantem Therapiebeginn abzuklären sind.
Besondere Vorsicht ist vor allen Dingen geboten, wenn eine Kombination mit anderen Blutdrucksenkern wie zum Beispiel Diuretika oder ACE-Hemmern erfolgt, da neben einer Veränderung der antihypertensiven Wirkung auch eine gefährliche Verschiebung des Kaliumspiegels die Folge sein kann. Daher sollte neben regelmäßigen Blutdruckkontrollen auch der Blutkaliumspiegel überwacht werden.
Ebenso wird von einer gemeinsamen Gabe von Telmisartan mit NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika), Kortikosteroiden und Lithium abgeraten.
Telmisartan – Kontraindikationen
Es bestehen Kontraindikationen, bei der auf die Gabe von Telmisartan verzichtet werden muss. Dazu gehört beispielsweise eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Bei einer stark eingeschränkten Leberfunktion oder obstruktiven Gallenfunktionsstörungen darf es ebenfalls nicht angewendet werden.
Telmisartan ist darüber hinaus für Patienten/-innen mit bekanntem Typ-II-Diabetes oder einer eingeschränkten Nierenfunktion kontraindiziert, wenn diese gleichzeitig Aliskiren-haltige Medikamente anwenden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Telmisartan ist während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels kontraindiziert, sollte aber auch zu Beginn der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
Wenn unter der Therapie mit Telmisartan eine Schwangerschaft bekannt wird, sollte das Medikament unbedingt sofort abgesetzt und durch ein geeignetes Präparat ersetzt werden. Im besten Fall sollte während der Anwendung eine sichere Verhütungsmethode eingesetzt werden und bei bestehendem Kinderwunsch schon frühzeitig eine Umstellung auf Ersatzmedikamente erfolgen.
Sollte für Schwangere eine antihypertensive Therapie begonnen werden müssen, so soll diese nicht mit Telmisartan durchgeführt werden.
Für die Stillzeit liegen keine ausreichenden Informationen zum Wirkstoff vor. Daher sollte auch während der Stillzeit auf die Einnahme des Medikaments verzichtet werden.




