
Der Feuerwehrarzt liefert entscheidende Unterstützung für die Feuerwehr bei immer komplexer werdenden Einsätzen. Die Position des Feuerwehrarztes wurde erstmals 1983 im Feuerwehrgesetz verankert und ist seither ein wichtiger Bestandteil vieler Feuerwehren deutschlandweit. Als spezialisierter Mediziner verbindet der Feuerwehrarzt seine ärztlichen Kenntnisse mit den spezifischen Anforderungen des Feuerwehrdienstes. Er ist Berater, Unterstützer und aktiver Teil des Teams, wenn es darum geht, die Gesundheit und Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Feuerwehrarzt?
Ein Feuerwehrarzt ist ein approbierter Arzt, der durch seine aktive Tätigkeit in der Feuerwehr ein tiefes Verständnis für die Arbeitsweise und die speziellen Risiken im Feuerwehrdienst hat. Er berät die Führungskräfte der Feuerwehr in medizinischen Belangen und übernimmt dabei die medizinische Betreuung der Einsatzkräfte – sowohl präventiv als auch akut bei Einsätzen.
Laut der Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) ist der Feuerwehrarzt ein integraler Bestandteil der Feuerwehrführung. Dieser dient als medizinischer Fachberater, insbesondere bei anspruchsvollen Einsätzen. Diese Rolle kann bei Bedarf auch die Unterstützung der Strukturen des Rettungsdienstes umfassen, wie die Funktionen eines Notarztes oder leitenden Notarztes. Mehr zur Arbeit als Notarzt hier:
Aufgaben eines Feuerwehrarztes
Die Aufgaben eines Feuerwehrarztes gliedern sich in mehrere Bereiche:
Medizinische Beratung und Fachaufsicht: Der Feuerwehrarzt berät die Einsatzleitung in medizinischen Fragen, insbesondere bei komplexen Einsätzen. Er unterstützt auch bei der Aus- und Fortbildung der Feuerwehrleute, z.B. durch die Begleitung von Erste-Hilfe-Kursen und Schulungen zur sanitätsdienstlichen Ausrüstung.
Prävention und Gesundheitsfürsorge: Ein wichtiger Teil der Arbeit eines Feuerwehrarztes ist die präventive Gesundheitsbetreuung der Feuerwehrangehörigen. Dazu gehören Impfberatungen, die Beurteilung der Einsatzfähigkeit, insbesondere bei Atemschutz, Tauchgängen oder Höhenrettung, sowie die Beratung zu Fitness- und Gesundheitsprogrammen.
Einsatzaufgaben: Bei Einsätzen übernimmt der Feuerwehrarzt die medizinische Absicherung der Einsatzkräfte. Daneben bietet er psychologische Nachsorge bei belastenden Einsätzen und ist Ansprechpartner für die Kommunikation mit Rettungsdiensten und Notärzten. Bei besonders gefährlichen Einsätzen, wie CBRN-Vorfällen (chemische, biologische, radiologische, nukleare Gefahren), ist seine Expertise besonders gefragt.
Organisation und Kommunikation: Der Feuerwehrarzt arbeitet eng mit Hilfsorganisationen und Behörden zusammen, koordiniert medizinische Maßnahmen und berät in Fragen des Infektionsschutzes und der Prävention.
Wie wird man Feuerwehrarzt?
Um als Feuerwehrarzt tätig zu werden, benötigt man die Approbation als Arzt, eine Facharztweiterbildung und optimalerweise eine Zusatzweiterbildung Notfallmedizin. Die Mitgliedschaft in der Feuerwehr und der Abschluss der Feuerwehrgrundausbildung sind von Vorteil und werden empfohlen. Grundkenntnisse in Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und CBRN sind ebenfalls wünschenswert, um die speziellen Anforderungen des Feuerwehrdienstes umfassend beurteilen zu können.
Die Qualifikation als Feuerwehrarzt kann durch spezielle Lehrgänge und Fortbildungen an Landesfeuerwehrschulen erworben werden, wobei die praxisnahe Weiterbildung im Feuerwehrumfeld eine wesentliche Rolle spielt.
Wo kann man arbeiten?
Feuerwehrärzte sind in Freiwilligen Feuerwehren, Berufsfeuerwehren und Werksfeuerwehren tätig. Ihre Rolle kann je nach regionalen Anforderungen variieren. Sie arbeiten eng mit Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen zusammen und können auch in der sanitätsdienstlichen Ausbildung innerhalb der Feuerwehr eine Schlüsselrolle übernehmen.
Karrierechancen und Gehalt
Feuerwehrärzte können sowohl ehrenamtlich als auch hauptberuflich tätig sein. Ehrenamtliche Feuerwehrärzte erhalten in der Regel keine Bezahlung, während hauptberufliche Feuerwehrärzte je nach Bundesland und Qualifikation ein Gehalt zwischen 60.000 und 90.000 Euro brutto jährlich erwarten können. Positionen in der Hierarchie, wie Kreisfeuerwehrarzt oder Landesfeuerwehrarzt, bieten zusätzliche Verantwortungsbereiche und Gehaltspotenziale. Je nach Arbeitgeber gilt hier in der Regel ein Tarifvertrag für Ärzte:
Hierarchie der Feuerwehrärzte in Deutschland
Die Hierarchie der Feuerwehrärzte ist klar gegliedert und umfasst mehrere Ebenen, die jeweils spezifische Aufgaben und Verantwortungen haben. An der Spitze steht der Bundesfeuerwehrarzt, gefolgt von Landesfeuerwehrärzten, Kreisfeuerwehrärzten und den Feuerwehrärzten vor Ort.
- Bundesfeuerwehrarzt: Auf der höchsten Ebene koordiniert der Bundesfeuerwehrarzt die überregionale Zusammenarbeit und die landesübergreifende Gremienarbeit der Feuerwehrärzte in ganz Deutschland. Er ist maßgeblich an der Erstellung und Weitergabe von Richtlinien zur Gesundheitsfürsorge und Ausbildung beteiligt.
- Landesfeuerwehrarzt: Der Landesfeuerwehrarzt wird durch den Vorstand des jeweiligen Landesfeuerwehrverbandes ernannt. Zu seinen Aufgaben gehören die Unterstützung und Beratung der Kreisfeuerwehrärzte, die Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen sowie die Beteiligung in landesspezifischen Ausschüssen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen und Notfallstressmanagement.
- Kreisfeuerwehrarzt: Diese Position wird durch den Landrat oder den zuständigen feuerwehrtechnischen Aufsichtsbeamten besetzt. Der Kreisfeuerwehrarzt vertritt den Kreisfeuerwehrverband in medizinischen Angelegenheiten, berät die Einsatzleitungen der Feuerwehren und ist in die Facharbeit des Kreisverbandes eingebunden.
- Feuerwehrarzt: Auf der örtlichen Ebene dient der Feuerwehrarzt direkt den Feuerwehren als medizinischer Fachberater. Er ist verantwortlich für die direkte medizinische Unterstützung bei Einsätzen, die Gesundheitsprävention der Feuerwehrleute und die Mitwirkung bei der Ausbildung im Bereich Erste Hilfe und medizinischer Ausrüstung. Seine Aufgaben sind überwiegend operativ und praxisnah, im Gegensatz zu den eher organisatorischen Tätigkeiten der übergeordneten Positionen
Für wen ist der Beruf interessant?
Der Beruf des Feuerwehrarztes ist ideal für Mediziner, die ihre Leidenschaft für Notfallmedizin und Feuerwehrdienst verbinden möchten. Er eignet sich besonders für Ärzte, die in einem teamorientierten Umfeld arbeiten und bereit sind, hohe Verantwortung zu übernehmen. Dieser Beruf ist anspruchsvoll und bietet die Möglichkeit, direkt Einfluss auf die Sicherheit und Gesundheit von Feuerwehrangehörigen zu nehmen. Wer sich hier angesprochen fühlt, könnte auch mit dieser Option eine interessante Alternative zur gängigen Klinikkarriere finden:












