Facharzt Für Radiologie

Facharzt für Radiologie – Aufgaben, Ausbildung, Weiterbildung, Gehalt

Der Facharzt für Radiologie ist ein hochspezialisierter Facharzt, der sich vor allem mit bildgebender Diagnostik befasst. Doch was genau bedeutet dies? Was ist die Radiologie überhaupt und was macht ein Radiologe? Im folgenden Artikel wird dies beantwortet und der Facharzt für Radiologie vorgestellt.

Aufgaben des Facharztes für Radiologie

Ein Radiologe untersucht Patienten, die ihm auf Anforderungen von anderen Ärzten wie Hausärzten, Orthopäden oder Fachärzten für Innere Medizin überwiesen wurden. Er kann sich keine Patienten selbst zuweisen.

RöntgengerätZu seinen Aufgaben zählt es vorwiegend, mittels technischen Geräten und bildgebenden Verfahren die Patienten zu untersuchen. Durch den Einsatz von modernen Technologien wie MRT- oder Röntgengeräten wird das Innere von Patienten durchleuchtet und untersucht, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Mittels dieser Hochleistungsdiagnostik und modernen bildgebenden Verfahren kann der Patient dabei untersucht werden, ohne eine Operation nur für den Zweck der Diagnose an einem Patienten durchzuführen.

Eine der Hauptaufgaben des Radiologen ist also die Diagnose. Mittels seiner Diagnosemöglichkeiten ist der Radiologe ein objektiver Berater des behandelnden Arztes. Mit seiner Diagnose muss er andere Ärzte unterstützen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen bezüglich der eingesetzten Therapie zur Behandlung des Patienten.

Untersuchungsmethoden und Tätigkeitsgebiete in der Radiologie

Zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden des Facharztes für Radiologie zählen folgende:

  1. Digitales Röntgen

Das Röntgen ist die älteste Technik im Bereich der Radiologie und wird auch von anderen Ärzten eingesetzt. Bereits im 19. Jahrhundert haben Ärzte erste Erfahrungen mit dem Röntgen gesammelt. Bis heute hat sich die Röntgentechnik immer weiterentwickelt und die digitale Aufzeichnung von Röntgenbildern ist zu einem Standardverfahren in der Radiologie geworden. Sie ist einer der tragenden Säulen der radiologischen Diagnostik. Am häufigsten wird die Röntgenuntersuchung der Brustorgane durchgeführt. Beim Röntgenvorgang durchdringen Röntgenstrahlen den menschlichen Körper und werden durch Detektoren dahinter aufgefangen. Dadurch kann eine statische Aufnahme des Skeletts und der inneren Organe aufgenommen werden. Beim Röntgen erfolgt eine Strahlenbelastung des Menschen. Die Gefahr dadurch zu erkranken ist jedoch sehr gering.

  1. Computertomographie (CT)

Ein weiteres bildgebendes Verfahren, das der Facharzt für Radiologie einsetzt, ist die Computertomographie (CT).  Die Computertomographie basiert auch auf Röntgenstrahlung wie das klassische Röntgen. Hier dreht sich jedoch eine Röntgenröhre um den liegenden Patienten und gegenüber der Röhre umkreist ein Detektor den Patienten. Je nach Dichte des Gewebes werden die Röntgenstrahlen von den verschiedenen Organen unterschiedlich abgeschwächt. Durch das Umkreisen können die Körperorgane aus vielen verschiedenen Richtungen aufgenommen werden. Dadurch erstehen viele überlagerungsfreie Querschnittsbilder der untersuchten Körperregionen. Somit können durch einen Computer dreidimensionale Schnittbilder erzeugt werden.

  1. Kernspintomographie / MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie)

Bei der MRT / Kernspintomographie werden Schnittbilder des menschlichen Körpers mittels eines Magnetfeldes und Radiowellen erzeugt. Dazu wird der Patient auf eine Liege gelegt und in ein MRT-Gerät gefahren, auch als Röhre bekannt. Innerhalb von wenigen Minuten lassen sich dann Schichtaufnahmen des Inneren des menschlichen Körpers erzeugen, beispielsweise von Hirn, Wirbelsäule oder Knie. Das Verfahren ist schonend und praktisch risikofrei. Durch die fehlende Strahlenbelastung können auch Schwangere und Kinder untersucht werden.

  1. Digitale Mammographie

Die digitale Mammographie ist eine spezielle Untersuchung der Brust. Sie wird im Rahmen der Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom) eingesetzt. Tumore, die noch nicht durch Tasten erkannt werden können, können mit dieser Methode aufgespürt werden. Sogar winzige Mikroverkalkungen können aufgespürt werden, welche häufig erste Hinweise auf Brustkrebs sind. Auch bei der Mammographie kommt die Röntgentechnik zum Einsatz. Dabei steht die Patientin vor einem Untersuchungsgerät und die Brust wird mit einer Plexiglasplatte zusammengedrückt und die Aufnahmen werden durchgeführt.

  1. Sonographie / Ultraschall

Bei der Sonographie werden mittels Ultraschallwellen im nicht hörbaren Bereich zweidimensionale Live-Bilder des inneren des menschlichen Körpers erzeugt. Dadurch erhält der Radiologe über einen Monitor Informationen zu Größe, Form und Struktur des Untersuchungsbereiches. Zur Untersuchung benutzt der Facharzt für Radiologie einen Schallkopf, den er in unterschiedlichen Positionen und Winkeln auf der Haut des Patienten bewegt. Dadurch kann er die Organe und Gewebe aus unterschiedlichen Richtungen einsehen.

Alle Untersuchungsmethoden des Radiologen haben eines gemeinsam: Es werden Bilder des inneren des menschlichen Körpers erzeugt und anschließend beurteilt. Somit ist klar, dass die Diagnostik einer der primären Aufgaben des Radiologen ist.

Die Radiologie in Deutschland im Überblick

Zu Beginn des Jahres 2017 gab es in Deutschland 378.807 berufstätige Ärzte und Ärztinnen. Davon sind 8.246 als Facharzt für Radiologie tätig. Im Vergleich dazu sind beispielsweise 43.618 Allgemeinmediziner und 36.148 Chirurgen in Deutschland tätig.

Während früher noch die Facharztfachrichtungen Diagnostische Radiologie oder Radiologische Diagnostik ausgebildet wurden, wird heute nur noch der Facharzt für Radiologie ausgebildet. Wer die Facharztbezeichnung Diagnostische Radiologie oder Radiologische Diagnostik

besitzet, ist jedoch berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung Radiologie zu führen laut Bundesärztekammer.

Insgesamt sind 3.787 Radiologen in einer Arztpraxis ambulant tätig und 3.958 stationär in einer Klinik oder einem Krankenhaus.

Anzahl Radiologen in Deutschland nach Fachgebiet

FachgebietBerufstätig insgesamtAmbulant insgesamtNiedergelassen (ambulant)Angestellt (ambulant)Stationär insgesamtBehördenSonstige Bereiche
Diagnostische Radiologie32331727116556213335141
Radiologie35471406651755190241198
Radiologische Diagnostik8354723481243011151
SP Kinderradiologie1162414109011
SP Neuroradiologie434132834929129
TG Kinderradiologie143301010
TG Neuroradiologie47111013006
TG Strahlentherapie201275404
Insgesamt8246378722811506395891410

Quelle: Bundesärztekammer

Weiterbildung Radiologie – Ausbildung zum Facharzt für Radiologie

Die Weiterbildung Radiologie bzw. die Ausbildung zum Facharzt für Radiologie wird in der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer definiert.

Demnach dauert die Weiterbildung Radiologie insgesamt 5 Jahre bzw. 60 Monate.

Die Ausbildung zum Facharzt für Radiologie muss bei einem Weiterbildungsbeauftragten einer zugelassenen Weiterbildungsstätte durchgeführt werden. Von der gesamten Dauer der Weiterbildung kann ein Teil in anderen Fachbereichen absolviert werden, davon können:

  • 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung und/oder in Nuklearmedizin durchgeführt werden
  • 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes durchgeführt werden.

Die Schwerpunktgebiete sind hier die Kinderradiologie und die Neuroradiologie. Passende Weiterbildungstellen sind zu finden unter Assistenzarzt Radiologie und all Stellen des Fachgebiets unter Radiologie Stellenangebote.

In der Weiterbildung Radiologie selbst werden folgende Inhalte vermittelt:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Indikation der mit ionisierenden Strahlen und kernphysikalischen Verfahren zu untersuchenden Erkrankungen
  • den radiologischen Untersuchungsverfahren mit ionisierenden Strahlen einschließlich ihrer Befundung
  • der Magnetresonanzverfahren und Spektroskopie einschließlich ihrer Befundung
  • der Sonographie einschließlich ihrer Befundung
  • den interventionell-radiologischen Verfahren auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen einschließlich der Behandlung akuter Schmerzzustände
  • der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
  • den Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • den physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahren und Biophysik einschließlich den Grundlagen der Patientenüberwachung sowie der Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Personal
  • den Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung sowie des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • der Gerätekunde

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Ultraschalluntersuchungen, einschließlich Doppler-/Duplex-Untersuchungen, an allen Organen und Organsystemen
  • radiologische Diagnostik einschließlich Computertomographie, z. B. an Skelett und Gelenken, Schädel einschließlich Spezialaufnahmen, Rückenmark und Nerven, Thorax und Thoraxorganen, Abdomen und Abdominalorganen, Urogenitaltrakt, der Mamma, Gefäßen (Arterio-, Phlebo- und Lymphographien)
  • Magnetresonanztomographien, z. B. an Hirn, Rückenmark, Nerven, Skelett, Gelenken, Weichteilen einschließlich der Mamma, Thorax, Abdomen, Becken, Gefäßen
  • interventionelle und minimal-invasive radiologische Verfahren, davon Gefäßpunktionen, -zugänge und -katheterisierungen, rekanalisierende Verfahren, z. B. PTA, Lyse, Fragmentation, Stent, perkutane Einbringung von Implantaten sowie gefäßverschließende Verfahren, z. B. Embolisation, Sklerosierung
  • Punktionsverfahren zur Gewinnung von Gewebe und Flüssigkeiten sowie Drainagen von pathologischen Flüssigkeitsansammlungen
  • perkutane Therapie

Facharzt für Radiologie Gehalt – Was verdient ein Radiologe?

Was ein Radiologe verdient ist zunächst einmal davon abhängig, ob er in der eigenen Praxis tätig ist oder als angestellter Arzt in einem Krankenhaus arbeitet.

Röntgen ArmfrakturAls Facharzt für Radiologie in einer Klinik wird der Radiologe nach Tarifvertrag bezahlt. Diesbezüglich existieren zwei Tarifverträge der öffentlichen Kliniken und viele große privaten Krankenhauskonzerne haben eigene Tarifverträge. Laut Tarifvertrag TV-Ärzte TDL verdient ein Facharzt für Radiologie im zweiten Jahr in einer Klinik beispielsweise fast 6.200 Euro brutto. Mehr Informationen zu Einstiegsgehalt und allen anderen Tarifverträgen gibt es in unserer kompletten Liste der Tarifverträge für Ärzte.

In einer eigenen Praxis kann ein Radiologe mehr verdienen. Als Selbstständiger sind dabei viele Faktoren für das Gehalt auschlaggebend, wie Lage der Praxis oder Kosten für angestellter Mitarbeiter, medizinische Geräte oder Miete und Nebenkosten. Das Einkommen der niedergelassenen Ärzte haben wir in einem eigenen Artikel zusammengestellt, wo auch das Gehalt eines niedergelassenen Radiologen zu finden ist.

Durch | 05.09.2017 | Allgemein, Facharzt | 0 Kommentar

Einen Kommentar hinterlassen

Finde uns auf Facebook