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praktischArzt Medizinische Berufe MTRA

MTR Medizinischer Technologe für Radiologie – Ausbildung, Beruf, Gehalt, Jobs

Medizinisch Technische Radiologie Assistentin
Zuletzt aktualisiert: 11.12.2025
Themen: Medizinische Berufe
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Bei der Anfertigung von Röntgenaufnahmen ist in der Regel ein Medizinisch-Technischer Radiologieassistent beteiligt. MTRA ist eine immer noch gängige Abkürzung für den Beruf, der seit 2023 offiziell Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR) heißt. Manchmal wird der Begriff MTA-Radiologie synonym verwendet. Wir stellen das Berufsbild ausführlich vor. Für alle, die sich für den medizinischen Bereich interessieren und nach einer vielseitigen sowie spannenden Tätigkeit suchen, kann dieser Beruf eine passende Option darstellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Berufsbild
  2. Ausbildung
  3. Ausbildung - Gehalt
  4. Aufgaben und Tätigkeiten
  5. Gehalt
  6. Stellenangebote

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufsbild: MTRA/MTR erstellen und prüfen Bildgebung (Röntgen, CT, MRT), arbeiten in Strahlentherapie und Nuklearmedizin sowie in Dosimetrie/Strahlenschutz; hoher Verantwortungsgrad, vorwiegend in Kliniken und radiologischen Praxen
  • Ausbildung: 3 Jahre an der Berufsfachschule mit Praxis in Klinik/Praxis; Zugang meist mittlere Reife, naturwissenschaftliches Interesse und stabile Patientenkontaktfähigkeit; Umfang ca. 2.600 Std. Theorie + 2.000 Std. Praxis; Abschlussprüfung schriftlich/mündlich/praktisch
  • Ausbildungsvergütung: Bei öffentlichen Trägern nach TVAöD-Pflege ca. 1.290 € (Jahr 1), 1.350 € (Jahr 2), 1.447 € (Jahr 3); private Schulen meist ohne Vergütung.
  • Gehalt nach Abschluss: öffentlich TVöD meist E7 (~3.205–3.935 €/Monat), kirchlich ~3.611–4.255 €, privat ~3.702–5.175 €; Einstieg oft 2.000–3.000 €, mit Weiterbildungen 3.000–3.800 €, in Leitungs-/Industrierollen >5.000 € möglich
  • Einsatzfelder: Radiologische Diagnostik (Röntgen, CT, MRT), Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Dosimetrie/Qualitätssicherung/Strahlenschutz; gute Jobchancen, auch Industrie (Applikationsspezialist)

MTR Berufsbild und Definition – Was ist das?

MTR ist seit 2023 die Abkürzung für den Beruf des Medizinischen Technologen für Radiologie, der zuvor Medizinisch-technischer Radiologieassistent (MTRA) hieß. Für Ausbildungsinteressierte ist also eher das Kürzel MTR relevant, auch wenn man immer wieder die alte Abkürzung sieht. Dass passende Inhalte mit beiden Schlagworten oder Abkürzungen zugänglich sind, liegt an der Anzahl an Medizinischen Technologen, die ihre Ausbildung eben noch als MTRA absolviert haben.

Obwohl der Beruf für alle offen ist, sind es in der Regel Frauen, die ihn ausführen (etwa 70 Prozent). Die Fachkräfte arbeiten meist in Krankenhäusern und radiologischen Praxen, erstellen Röntgenaufnahmen, bedienen Computer- und Kernspintomografen im Rahmen der MRT (Kernspintomografie) oder führen Strahlentherapien bei Krebspatienten durch.

Neue Berufsbezeichnung seit 2023: Medizinischer Technologe (MT)

Zum 1. Januar 2023 wurde der Beruf erneut reformiert. Anstelle der oft noch genutzten Bezeichnungen und Abkürzungen der Berufsbezeichnungen lautet der Beruf nun offiziell Medizinischer Technologe (MT) im jeweiligen Beruf:

  • Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik (MTL, früher MTLA)
  • Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR, früher MTRA)
  • Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik (MTF, früher MTAF)
  • Medizinischer Technologe für Veterinärmedizin (MTV, früher VMTA)

Die Ausbildungen sind jetzt etwas mehr praxisorientiert und mit stärkerem Fokus auf die Spezialisierung. Die Tätigkeiten in den jeweiligen Berufsfelder sind jedoch gleichgeblieben. Passende Inhalte finden sich daher zu beiden Schlagworten oder Abkürzungen, da noch viele Medizinischen Technologen tätig sind, die ihre Ausbildung eben noch als MTA absolviert haben. Mehr zu den allgemeinen Tätigkeiten und Karriere hier:

  • MTA – Ausbildung und Beruf

MTR Ausbildung – Voraussetzungen, Dauer und Inhalte

Für die Ausbildung zum MTR wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (einfacher Realschulabschluss) benötigt. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Ausbildungszeit verbringen Auszubildende überwiegend an einer Berufsfachschule. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, werden mehrere Praxiseinheiten in Arztpraxen oder Krankenhäusern absolviert, bei denen das Gelernte direkt unter Beweis gestellt werden kann.

Neben dem mittleren Schulabschluss sollte man auch ein Interesse an naturwissenschaftlichen Themen mitbringen. Wenn die Fächer Biologie, Chemie und Physik in der Schule Freude bereitet haben, bietet auch die Ausbildung zur MTR spannende Inhalte. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein stabiler Umgang mit Blut, da im späteren Berufsalltag auch das Setzen von Spritzen und die Betreuung schwer verletzter Patientinnen und Patienten dazugehört. Besonders gefragt sind dabei zwei Soft Skills: Einfühlungsvermögen und Teamgeist.

In der Berufsfachschule stehen unter anderem Anatomie und Medizintechnik im Mittelpunkt. Auszubildende lernen, wie medizinische Geräte funktionieren, wie sie fachgerecht bedient werden und wie die Sicherheit der Patienten gewährleistet wird. Bis die Grundlagen erlernt sind, vergeht einige Zeit – deshalb finden im ersten Lehrjahr noch keine Praxiseinsätze statt.

Kompetenzbereich Stundenanzahl
Theoretischer und praktischer Unterricht
Planung, Vorbereitung, Organisation, Durchführung, Dokumentation, Steuerung und Beurteilung medizinisch-technologischer Aufgaben in der bildgebenden Diagnostik mit und ohne ionisierende Strahlung sowie in der nuklearmedizinischen Diagnostik einschließlich der technischen Auswertung und Beurteilung der Ergebnisse 700
Planung, Vorbereitung, Organisation, Durchführung, Dokumentation, Steuerung und Beurteilung medizinisch-technologischer Aufgaben in der Therapie mit ionisierender Strahlung und radioaktiven Stoffen einschließlich der technischen Auswertung und Beurteilung der Ergebnisse 300
Planung, Vorbereitung, Organisation, Durchführung, Dokumentation, Steuerung und Beurteilung von Maßnahmen des Strahlenschutzes und der Personensicherheit einschließlich Qualitäts-, Risiko-, Prozess- und Datenmanagement in der bildgebenden Diagnostik mit und ohne ionisierender Strahlung und in der Therapie mit ionisierender Strahlung sowie in der Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen 1.000
Intra- und interprofessionelles Kommunizieren und Handeln im beruflichen Handlungsfeld und Schnittstellenbereichen unter Berücksichtigung personen- und situationsspezifischer Kontexte 200
Ausrichtung, Begründung und Reflexion des eigenen Handelns und Beteiligung an der Berufsweiterentwicklung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben, ökonomischer und ökologischer Rahmenbedingungen und ethischer Wertehaltungen 160
Stunden zur freien Verfügung 240
Gesamtstundenumfang 2.600
Praktische Ausbildung
Orientierungseinsatz innerhalb der Probezeit beim Träger der praktischen Ausbildung 120
Einsatzgebiete der Radiologie in den Bereichen Radiologische Diagnostik, Nuklearmedizin, Strahlenschutz und Sicherheit oder Anatomische und physiologische Grundlagen 700
Einsatzgebiete der Radiologie in den Bereichen Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Strahlenschutz und Sicherheit oder Anatomische und physiologische Grundlagen 400
Einsatzgebiete der Radiologie in den Bereichen Radiologische Diagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Strahlenschutz und Sicherheit oder Anatomische und physiologische Grundlagen 300
Interprofessionelles Praktikum in geeigneten Einrichtungen 160
Stunden zur freien Verfügung 320
Gesamtstundenumfang 2.000

Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.

MTR Ausbildung – Gehalt

Im Rahmen der Ausbildung als MTR in einer öffentlichen Einrichtung ist folgendes Gehalt nach dem Tarifvertrag für Auszubildende vorgesehen:

Ausbildungsjahr Gehalt nach TVAöD-Pflege
Jahr 1 1290,24 Euro
Jahr 2 1350,30 Euro
Jahr 3 1447,03 Euro

Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026

Erfolgt eine reine schulische Ausbildung an einer privaten Schule, wird diese der Regel nicht vergütet.
Was nach Abschluss der Ausbildung gezahlt wird, ist weiter unten in diesem Artikel beschrieben.

MTR – Aufgaben und Tätigkeiten

MTR arbeiten meist in Krankenhäusern und radiologischen Praxen, erstellen Röntgenaufnahmen, bedienen Computer- und Kernspintomografen im Rahmen der MRT (Kernspintomografie) oder führen Strahlentherapien bei Krebspatienten durch. Vier Fachgebiete gehören zum Berufsbild der MTR:

Radiologische Diagnostik

  • Strahlentherapie
  • Nuklearmedizin
  • Dosimetrie und Strahlenschutz

Radiologische Diagnostik

In diesem Fachgebiet geht es überwiegend um Röntgenuntersuchungen und ähnliche bildgebende Verfahren. Beim Röntgenvorgang durchdringen Röntgenstrahlen den menschlichen Körper und es werden statische Bilder erzeugt.

Als MTR führst Du hier folgende Untersuchungen durch:

  • Röntgen (z.B. Thorax Röntgen)
  • MRT (Kernspintomografie)
  • CT (Computertomografie)
  • Röntgenkontrastmitteluntersuchungen

Wichtig sind fundierte Kenntnisse der menschlichen Anatomie sowie ein gutes Verständnis für physikalisch-technische Grundlagen.

Strahlentherapie

In diesem Fachbereich steht die Krebstherapie im Mittelpunkt. Mithilfe von ionisierter Strahlung werden gut- und bösartige Erkrankungen behandelt. Die Tätigkeit erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Zu den Aufgaben von MTR gehören die Berechnung der notwendigen Strahlenmenge, die Simulation der Bestrahlung zu Sicherheitszwecken, die exakte Markierung der zu behandelnden Körperstellen sowie die Durchführung der Bestrahlung. Da die Strahlentherapie für Krebspatienten häufig langwierig und belastend ist, kommt der Rolle als Vertrauensperson und Ansprechpartner eine besondere Bedeutung zu.

Nuklearmedizin

In der Nuklearmedizin kommen radioaktive Substanzen zum Einsatz, die als Kontrastmittel zu Diagnosezwecken dienen. Diese kommen zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen zum Einsatz. MTR stellen diese Kontrastmittel häufig selbst aus offen radioaktiven Stoffen her. Ihnen kommt daher eine hohe Verantwortung zu, da die Mengen äußerst exakt ausgemessen werden müssen, bevor sie dem Patienten verabreicht werden. Zur Untersuchung dienen computergestützte Strahlenmessgeräte, deren Bedienung eine MTR ebenfalls beherrschen muss.

Dosimetrie und Strahlenschutz

In diesem Fachgebiet findet Patientenkontakt so gut wie nicht statt. Vielmehr sorgt der MTR im Hintergrund für Sicherheit im Sachen Strahlenschutz. MTR übernehmen die Bestrahlungsplanung, führen Qualitätskontrollen durch und überprüfen die Therapiegeräte. Weil die Gesundheit des gesamten medizinischen Personals und der Patienten auf dem Spiel steht, ist in diesem Job ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein vonnöten.

Wie der Joballtag im Einzelnen aussieht, hängt davon ab, in welchen Fachbereich man einsteigt. In einigen der Fachgebiete gehört der Kontakt mit Patienten jeden Tag dazu. Andere Fachgebiete finden abseits des Parteienverkehrs statt. Angehende MTRs lernen beide Seiten kennen und können selbst entscheiden, was sie eher interessiert

MTRA – Gehalt

Das Einstiegsgehalt im Beruf des MTRA liegt zwischen 2.000 Euro und 3.000 Euro brutto pro Monat und richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, sodass der Verdienst schnell auf 3.000 bis 3.800 Euro brutto steigen kann.

Arbeitgeber Gehalt
Öffentlich 3.205 Euro bis 3.935  Euro
Kirchlich 3.611 Euro bis 4.255  Euro
Privat 3.702 Euro bis 5.175  Euro

Durch ein anschließendes Studium, etwa in Medizintechnik, und eine Anstellung als leitende MTRA steigt das Gehalt erneut und beträgt mehr als 5.000 Euro. Im Vergleich zu anderen Berufen im medizinischen Bereich verdienen MTRA gut, vergleichbar zum Kaufmann im Gesundheitswesen und deutlich besser als etwa MTLA und Medizinische Fachangestellte.

Vergleicht man das Gehalt jedoch mit ähnlich qualifizierten Berufen anderer Branchen, etwa Fachinformatik und Mechatronik, sieht die Sache anders aus. Berufstätige dieser Branchen haben rund 500 Euro monatlich mehr in der Tasche.

Ausführliche Informationen zum Verdienst gibt es in der Übersicht MTA Gehalt.

MTRA – Stellenangebote

Die Karrierechancen für MTRA sind aktuell gut. In vielen Regionen werden die Fachkräfte dringend gesucht. Folglich können Absolventinnen und Absolventen häufig aus mehreren offenen Stellen wählen. Die meisten Arbeitsplätze finden sich in Krankenhäusern, einige auch in radiologischen Praxen.

Und auch in der Industrie gibt es Stellen, insbesondere als Applikationsspezialist, der Arztpraxen und Kliniken nach dem Erwerb neuer Geräte schult und berät. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Stellenangebote für MTRA gibt es in der Jobbörse Medi-Karriere.de oder anderen Jobsuchmaschinen.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Häufige Fragen zu MTR/MTRA

  1. Welche Voraussetzungen brauche ich für die MTR-Ausbildung?
  2. Für eine MTR-Ausbildung brauchst Du: Mittlerer Schulabschluss (Realschule), medizinisch-naturwissenschaftliches Interesse, Belastbarkeit im Patientenkontakt (z. B. Spritzen setzen), Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen. Die Ausbildung ist schulisch mit Praxisblöcken in Klinik/Praxis.

  3. Wie sicher ist der Umgang mit Strahlung im Berufsalltag eines MTR?
  4. Sicherheit hat oberste Priorität im Berufsalltag der MTR: Du arbeitest nach Strahlenschutzvorgaben mit Dosimetrie, Abschirmung, Qualitätskontrollen und klar definierten Prozessen. Bei korrekter Anwendung ist die eigene Exposition sehr gering.

  5. Wie kann ich mein Gehalt als MTR und meine Perspektiven steigern?
  6. Mehr Gehalt und bessere Berufsperspektiven als MTRA kannst Du durch Weiterbildungen (z. B. CT/MRT-Spezialisierung, Strahlentherapie/Dosimetrie), Leitungsaufgaben oder ein anschließendes Studium (z. B. Medizintechnik) erreichen. Industrie- oder Applikationsrollen bieten oft höhere Gehälter und Entwicklungsmöglichkeiten.

Therapeutische Berufe

  • Medizinisch-technische/r Assistent/in (MTA)
  • Laboratoriumsassistent/in (MTLA)
  • Radiologieassistent/in (MTRA)
  • Veterinärmedizinisch-technischer Assistent/in (VMTA)
Redaktion
Florentina Blakaj
Autorin
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