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praktischArzt Krankheiten Cushing-Syndrom

Cushing-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung

KI generiert - Eine Ärztin klärt eine Patientin über das Cushing-Syndrom auf
Zuletzt aktualisiert: 02.10.2026
Themen: Krankheitsbild, Hormonstörungen
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Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das unter anderem den Stoffwechsel, den Blutdruck, den Blutzucker und die Stressreaktion des Körpers beeinflusst. Wirkt über längere Zeit zu viel körpereigenes Cortisol oder eine zu hohe Menge cortisolähnlicher Medikamente auf den Körper ein, kann ein Cushing-Syndrom entstehen. Typische Folgen sind Veränderungen der Fettverteilung, Muskelschwäche und charakteristische Hautveränderungen. Da sich viele Beschwerden schleichend entwickeln und zunächst unspezifisch sein können, wird die Erkrankung nicht immer sofort erkannt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist das Cushing-Syndrom?
  2. Welche Symptome treten beim Cushing-Syndrom auf?
  3. Welche Ursachen hat das Cushing-Syndrom?
  4. Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?
  5. Wie wird die Ursache des Cushing-Syndroms festgestellt?
  6. Wie wird das Cushing-Syndrom behandelt?
  7. Welche Folgen und Komplikationen kann das Cushing-Syndrom haben?
  8. Wie sind Verlauf und Prognose beim Cushing-Syndrom?
  9. Fazit

Das Wichtigste zum Cushing-Syndrom in Kürze

  • Beim Cushing-Syndrom besteht über längere Zeit eine übermäßige Wirkung von Cortisol oder anderen Glukokortikoiden.
  • Häufigste Ursache insgesamt ist eine längerfristige oder hoch dosierte Behandlung mit Glukokortikoiden.
  • Typische Symptome sind Gewichtszunahme am Rumpf, ein rundes Gesicht, dünne Arme und Beine, Muskelschwäche sowie auffällige Hautveränderungen.
  • Beim Morbus Cushing produziert ein meist gutartiger Tumor der Hypophyse zu viel ACTH und regt dadurch die Nebennieren zur übermäßigen Cortisolproduktion an.
  • Zur Diagnose sind spezielle Hormontests notwendig. Erst nach Bestätigung eines endogenen Cortisolüberschusses wird gezielt nach dessen Ursache gesucht.
  • Unbehandelt kann ein Cushing-Syndrom unter anderem Diabetes, Osteoporose, Infektionen, Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.

Was ist das Cushing-Syndrom?

Das Cushing-Syndrom bezeichnet körperliche und psychische Veränderungen, die durch eine länger anhaltende übermäßige Wirkung von Cortisol oder anderen Glukokortikoiden entstehen.

Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden:

  • Exogenes Cushing-Syndrom: Die übermäßige Glukokortikoidwirkung entsteht durch Medikamente.
  • Endogenes Cushing-Syndrom: Der Körper produziert selbst zu viel Cortisol.

Eine besondere Form des endogenen Cushing-Syndroms ist der Morbus Cushing. Dabei bildet ein meist gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse, der sogenannten Hypophyse, zu viel adrenocorticotropes Hormon, kurz ACTH. Dieses regt wiederum die Nebennieren zur Produktion von Cortisol an.

Cushing-Syndrom und Morbus Cushing sind deshalb nicht gleichbedeutend. Das Cushing-Syndrom ist der Oberbegriff, während Morbus Cushing eine bestimmte Ursache bezeichnet.

Welche Symptome treten beim Cushing-Syndrom auf?

Die Beschwerden entwickeln sich häufig über Monate oder Jahre. Welche Symptome auftreten und wie ausgeprägt sie sind, kann sich von Patient zu Patient unterscheiden.

Charakteristisch ist eine veränderte Fettverteilung. Fettgewebe lagert sich vor allem am Rumpf und im Gesicht ab. Gleichzeitig können Arme und Beine aufgrund eines Verlusts von Muskelmasse vergleichsweise dünn erscheinen. Auch eine Fettansammlung im Nacken- und Schulterbereich ist möglich.

Typische Symptome eines Cushing-Syndroms sind:

  • Gewichtszunahme vor allem am Rumpf
  • rundes und voller wirkendes Gesicht
  • Fettansammlung im Nacken- und Schulterbereich
  • vergleichsweise dünne Arme und Beine
  • Muskelschwäche, insbesondere an Oberarmen und Oberschenkeln
  • dünne und empfindliche Haut
  • schnelle Bildung blauer Flecken
  • verzögerte Wundheilung
  • breite rötliche bis violette Dehnungsstreifen, sogenannte Striae
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutzuckerwerte
  • Erschöpfung und Schlafstörungen
  • depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsprobleme

Auch die Sexual- und Fortpflanzungsfunktion kann beeinträchtigt sein. Bei Frauen können beispielsweise Zyklusstörungen, das Ausbleiben der Menstruation und eine verstärkte Gesichts- oder Körperbehaarung auftreten. Bei Männern sind unter anderem Libidoverlust, Erektionsstörungen und eine verminderte Fruchtbarkeit möglich.

Bei Kindern kann insbesondere die Kombination aus einer Gewichtszunahme und einem verlangsamten Längenwachstum auf ein Cushing-Syndrom hinweisen.

Nicht jeder Betroffene entwickelt alle typischen Symptome. Beschwerden wie Übergewicht, Bluthochdruck, Müdigkeit oder depressive Verstimmungen kommen zudem auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen vor.

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Welche Ursachen hat das Cushing-Syndrom?

Die Ursachen unterscheiden sich danach, ob die übermäßige Glukokortikoidwirkung durch Medikamente entsteht oder der Körper selbst zu viel Cortisol produziert.

Medikamentös bedingtes Cushing-Syndrom

Die häufigste Ursache eines Cushing-Syndroms insgesamt ist die längerfristige oder hoch dosierte Anwendung von Glukokortikoiden. Dazu gehören beispielsweise Wirkstoffe wie Prednisolon oder Dexamethason.

Glukokortikoide werden bei zahlreichen entzündlichen, immunologischen und anderen Erkrankungen eingesetzt. Das Risiko eines Cushing-Syndroms hängt unter anderem von Wirkstoff, Dosierung, Behandlungsdauer, Anwendungsform und individueller Empfindlichkeit ab.

Die Medikamente können beispielsweise als Tabletten, Injektionen, Inhalationen oder lokale Präparate eingesetzt werden. Nicht jede Anwendung führt zu einem Cushing-Syndrom. Besonders relevant sind längerfristige und höher dosierte Therapien.

Endogenes Cushing-Syndrom

Beim endogenen Cushing-Syndrom produziert der Körper selbst zu viel Cortisol. Dabei wird zwischen ACTH-abhängigen und ACTH-unabhängigen Ursachen unterschieden.

Morbus Cushing

Beim Morbus Cushing produziert ein meist gutartiger Tumor der Hypophyse zu viel ACTH. Dadurch werden die Nebennieren dauerhaft zur Produktion von Cortisol angeregt. Der Morbus Cushing ist die häufigste Ursache eines endogenen ACTH-abhängigen Cushing-Syndroms.

Ektope ACTH-Produktion

Auch Tumoren außerhalb der Hypophyse können ACTH bilden und dadurch die Nebennieren zur übermäßigen Cortisolproduktion anregen. Solche Tumoren können unter anderem in der Lunge, im Thymus oder in der Bauchspeicheldrüse entstehen. Einige dieser Tumoren sind gutartig, andere können bösartig sein.

Erkrankungen der Nebenniere

Bei einer ACTH-unabhängigen Form entsteht der Cortisolüberschuss direkt in den Nebennieren.

Ursachen können beispielsweise sein:

  • cortisolproduzierende Nebennierenadenome
  • Nebennierenkarzinome
  • selten knotige Veränderungen der Nebennieren

Die Cortisolproduktion erfolgt dabei weitgehend unabhängig von der normalen Steuerung durch ACTH.

KI generiert - Infografik Ursachen Des Cushing Syndroms

Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?

Die Diagnose eines Cushing-Syndroms kann anspruchsvoll sein. Viele mögliche Beschwerden wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Erschöpfung oder depressive Symptome kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. Am Beginn der Diagnostik steht deshalb eine ausführliche Anamnese. Dabei wird unter anderem geklärt, ob Glukokortikoide eingenommen oder auf andere Weise angewendet werden. Besteht der Verdacht auf ein endogenes Cushing-Syndrom, muss anschließend nachgewiesen werden, dass tatsächlich eine krankhaft erhöhte Cortisolproduktion besteht. Ein einzelner zufällig bestimmter Cortisolwert im Blut reicht dafür nicht aus.

Zu den etablierten Untersuchungen gehören insbesondere:

  • Bestimmung des freien Cortisols im 24-Stunden-Urin
  • Messung des Cortisols im Speichel am späten Abend
  • Dexamethason-Hemmtest

Bei Urin- und Speicheluntersuchungen sind häufig wiederholte Messungen notwendig. Auch bei einem auffälligen ersten Test wird in der Regel eine weitere geeignete Untersuchung durchgeführt, bevor nach der konkreten Ursache gesucht wird.

Was passiert beim Dexamethason-Hemmtest?

Dexamethason ist ein stark wirksames Glukokortikoid. Bei gesunden Menschen führt seine Einnahme über den normalen hormonellen Regelkreis dazu, dass die körpereigene Cortisolproduktion deutlich zurückgeht.

Bleibt diese Unterdrückung aus, kann dies auf ein Cushing-Syndrom hindeuten. Das Ergebnis muss jedoch zusammen mit weiteren Befunden beurteilt werden.

Verschiedene Medikamente, Erkrankungen und andere Faktoren können Hormontests beeinflussen. Die Diagnostik sollte deshalb bei begründetem Verdacht endokrinologisch erfolgen.

Was ist ein nicht-neoplastischer Hypercortisolismus?

Bestimmte Erkrankungen oder Lebensumstände können zu erhöhten Cortisolwerten führen, ohne dass ein klassisches endogenes Cushing-Syndrom durch einen hormonproduzierenden Tumor vorliegt.

Dazu können beispielsweise schwere depressive Erkrankungen, ausgeprägter Alkoholkonsum, schlecht eingestellter Diabetes oder starkes Übergewicht beitragen.

Die Unterscheidung zu einem echten Cushing-Syndrom kann schwierig sein und erfordert teilweise wiederholte oder weiterführende Hormontests.

Wie wird die Ursache des Cushing-Syndroms festgestellt?

Erst nachdem ein endogener Cortisolüberschuss ausreichend bestätigt wurde, beginnt die gezielte Suche nach der Ursache.

Dazu wird unter anderem der ACTH-Wert im Blut bestimmt.

  • Ein niedriger ACTH-Wert spricht für eine ACTH-unabhängige Ursache. Häufig liegt diese in der Nebenniere.
  • Ein normaler oder erhöhter ACTH-Wert spricht für eine ACTH-abhängige Ursache, beispielsweise einen Morbus Cushing oder eine ektope ACTH-Produktion.

Je nach Ergebnis kommen anschließend bildgebende Untersuchungen zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise eine Magnetresonanztomografie der Hypophyse sowie Computertomografien oder andere bildgebende Verfahren zur Untersuchung der Nebennieren, des Brustkorbs oder anderer Körperregionen.

Die Bildgebung dient grundsätzlich nicht dazu, ein Cushing-Syndrom erstmals nachzuweisen. Sie erfolgt erst, nachdem ein endogener Cortisolüberschuss biochemisch bestätigt und hormonell weiter eingeordnet wurde.

Was passiert bei unklarer ACTH-Quelle?

ACTH-produzierende Hypophysenadenome können sehr klein sein und sind nicht immer eindeutig im MRT erkennbar. Lässt sich bei einem ACTH-abhängigen Cushing-Syndrom nicht sicher feststellen, ob das ACTH aus der Hypophyse oder einem anderen Tumor stammt, kann in spezialisierten Zentren eine sogenannte Sinus-petrosus-Katheterisierung durchgeführt werden. Dabei werden Blutproben aus Venen entnommen, die das Blut aus dem Bereich der Hypophyse ableiten. Durch den Vergleich der ACTH-Konzentrationen lässt sich die Quelle des Hormons genauer eingrenzen.

Wie wird das Cushing-Syndrom behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Erkrankung. Ziel ist es, die übermäßige Glukokortikoidwirkung zu beseitigen und gleichzeitig bereits entstandene Folgeerkrankungen zu behandeln.

KI generiert - Infografik Behandlung Des Cushing Syndroms

Behandlung eines medikamentös bedingten Cushing-Syndroms

Wird das Cushing-Syndrom durch eine Glukokortikoidtherapie ausgelöst, wird geprüft, ob die Dosis reduziert, die Therapie verändert oder das Medikament langfristig abgesetzt werden kann. Glukokortikoide dürfen nach längerer Behandlung jedoch nicht eigenständig oder plötzlich abgesetzt werden. Eine längerfristige Therapie kann dazu führen, dass die körpereigene Cortisolproduktion unterdrückt wird. Ein abruptes Absetzen kann deshalb eine Nebenniereninsuffizienz verursachen. Die Dosis wird unter ärztlicher Kontrolle schrittweise reduziert. Wie schnell dies möglich ist, hängt unter anderem von der behandelten Grunderkrankung, der verwendeten Dosis und der bisherigen Behandlungsdauer ab.

Behandlung bei Morbus Cushing

Bei einem ACTH-produzierenden Hypophysenadenom ist die operative Entfernung des Tumors in der Regel die Behandlung der ersten Wahl. Die Operation erfolgt meist über einen Zugang durch die Nase und die Keilbeinhöhle, eine sogenannte transsphenoidale Operation.

Bleibt die Erkrankung nach der Operation bestehen oder tritt sie erneut auf, können weitere Behandlungen notwendig sein. Dazu gehören je nach Situation erneute Operationen, Medikamente oder eine Strahlentherapie.

Behandlung bei ektoper ACTH-Produktion

Produziert ein Tumor außerhalb der Hypophyse ACTH, wird dieser nach Möglichkeit operativ entfernt. Handelt es sich um eine bösartige Erkrankung oder ist eine vollständige Entfernung nicht möglich, können weitere onkologische Behandlungen sowie Medikamente zur Kontrolle des Cortisolüberschusses erforderlich sein.

Behandlung von Erkrankungen der Nebenniere

Ein einseitiger cortisolproduzierender Nebennierentumor wird in der Regel operativ entfernt. Welche Therapie bei beidseitigen oder anderen seltenen Erkrankungen der Nebennieren geeignet ist, hängt vom genauen Befund ab.

Medikamentöse Behandlung des Cortisolüberschusses

Ist eine Operation nicht möglich, nicht ausreichend erfolgreich oder muss ein ausgeprägter Cortisolüberschuss zunächst kontrolliert werden, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.

Sie können beispielsweise:

  • die Cortisolproduktion in den Nebennieren hemmen,
  • die ACTH-Produktion beeinflussen oder
  • die Wirkung von Cortisol an seinem Rezeptor blockieren

Welche Behandlung infrage kommt, richtet sich nach Ursache, Erkrankungsschwere, Begleiterkrankungen und bereits erfolgten Therapien.

Behandlung von Begleiterkrankungen

Neben der eigentlichen Ursache müssen häufig auch die Folgen des Cushing-Syndroms behandelt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutzuckerwerte oder Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Osteoporose
  • psychische Beschwerden
  • erhöhte Infektionsanfälligkeit
  • erhöhtes Thromboserisiko

Nach erfolgreicher Behandlung des Cortisolüberschusses kann vorübergehend eine Glukokortikoidtherapie notwendig sein, bis sich die körpereigene Cortisolproduktion wieder ausreichend erholt hat.

Welche Folgen und Komplikationen kann das Cushing-Syndrom haben?

Ein länger bestehender Cortisolüberschuss kann zahlreiche Organsysteme beeinträchtigen.

Zu den möglichen Folgen gehören:

  • Bluthochdruck
  • Insulinresistenz und Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Osteoporose und Knochenbrüche
  • Muskelabbau und Muskelschwäche
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • verzögerte Wundheilung
  • venöse Thrombosen und Lungenembolien
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • depressive Beschwerden und andere psychische Veränderungen
  • Störungen von Sexualfunktion und Fruchtbarkeit

Besonders relevant sind die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und eine erhöhte Gerinnungsneigung können gemeinsam das Risiko schwerwiegender Komplikationen erhöhen.

Auch das Risiko für Infektionen kann bei ausgeprägtem Cushing-Syndrom deutlich steigen. Eine möglichst frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung sind deshalb wichtig.

Wie sind Verlauf und Prognose beim Cushing-Syndrom?

Die Prognose hängt von der Ursache, der Stärke des Cortisolüberschusses, der Dauer der Erkrankung und bereits entstandenen Folgeerkrankungen ab. Kann die Ursache erfolgreich behandelt werden, normalisiert sich die übermäßige Cortisolwirkung häufig. Viele Beschwerden bessern sich anschließend jedoch nur schrittweise.

Insbesondere folgende Veränderungen können über Monate oder teilweise länger fortbestehen:

  • Muskelschwäche
  • veränderte Körperzusammensetzung
  • Hautveränderungen
  • verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
  • psychische Beschwerden

Auch bereits entstandene Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose können trotz erfolgreicher Behandlung bestehen bleiben und eine langfristige Therapie erfordern. Nach erfolgreicher Behandlung können die Cortisolwerte zunächst sogar zu niedrig sein. Ursache ist, dass sich die zuvor unterdrückte hormonelle Steuerung der Nebennieren erst wieder erholen muss. In dieser Phase kann vorübergehend eine Ersatztherapie mit Glukokortikoiden notwendig sein. Langfristige endokrinologische Kontrollen bleiben wichtig. Insbesondere bei Morbus Cushing kann die Erkrankung auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung erneut auftreten.

Fazit

Das Cushing-Syndrom entsteht durch eine länger anhaltende übermäßige Wirkung von körpereigenem Cortisol oder medikamentös zugeführten Glukokortikoiden. Die häufigste Ursache insgesamt ist eine längerfristige Glukokortikoidtherapie. Beim deutlich selteneren endogenen Cushing-Syndrom können hormonproduzierende Tumoren der Hypophyse, anderer Organe oder der Nebennieren verantwortlich sein.

Typische Anzeichen sind eine Gewichtszunahme am Rumpf, ein rundes Gesicht, vergleichsweise dünne Arme und Beine, Muskelschwäche sowie charakteristische Hautveränderungen. Die Diagnose erfolgt schrittweise über spezielle Hormontests. Erst nach Bestätigung eines endogenen Cortisolüberschusses wird gezielt nach dessen Ursache gesucht.

Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, da ein unbehandeltes Cushing-Syndrom das Risiko für Diabetes, Osteoporose, Infektionen, Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Auch nach erfolgreicher Therapie sind langfristige Kontrollen sinnvoll.

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Häufige Fragen zum Cushing-Syndrom

  1. Was ist der Unterschied zwischen Cushing-Syndrom und Morbus Cushing?
  2. Das Cushing-Syndrom ist der Oberbegriff für Beschwerden und körperliche Veränderungen, die durch eine länger anhaltende übermäßige Glukokortikoidwirkung entstehen. Morbus Cushing bezeichnet dagegen eine bestimmte Ursache des endogenen Cushing-Syndroms: Ein meist gutartiger Tumor der Hypophyse produziert zu viel ACTH und regt dadurch die Nebennieren zur übermäßigen Cortisolproduktion an.

  3. Welche Symptome sind typisch für das Cushing-Syndrom?
  4. Typische Symptome des Cushing-Syndroms sind eine Gewichtszunahme am Rumpf, ein rundes Gesicht, vergleichsweise dünne Arme und Beine, Muskelschwäche, dünne Haut, eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken und breite rötlich-violette Dehnungsstreifen. Zusätzlich können Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, Schlafstörungen und psychische Beschwerden auftreten.

  5. Welche Medikamente können ein Cushing-Syndrom verursachen?
  6. Ein Cushing-Syndrom kann durch eine längerfristige oder hoch dosierte Anwendung von Glukokortikoiden entstehen. Dazu gehören beispielsweise Wirkstoffe wie Prednisolon oder Dexamethason. Das Risiko hängt unter anderem von Wirkstoff, Dosis, Behandlungsdauer und Anwendungsform ab. Glukokortikoide sollten nach längerer Therapie nicht eigenständig und nicht abrupt abgesetzt werden.

  7. Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?
  8. Bei Verdacht auf ein endogenes Cushing-Syndrom wird zunächst mit speziellen Hormontests geprüft, ob tatsächlich eine krankhaft erhöhte Cortisolproduktion besteht. Dazu gehören unter anderem die Bestimmung des freien Cortisols im 24-Stunden-Urin, spätabendliches Speichelcortisol und der Dexamethason-Hemmtest. Erst anschließend wird anhand des ACTH-Werts und weiterer Untersuchungen nach der Ursache gesucht.

  9. Ist das Cushing-Syndrom heilbar?
  10. Ob ein Cushing-Syndrom heilbar ist, hängt von seiner Ursache ab. Hormonproduzierende Tumoren können häufig operativ behandelt werden. Bei einem medikamentös verursachten Cushing-Syndrom können sich die Veränderungen nach einer ärztlich kontrollierten Anpassung der Glukokortikoidtherapie zurückbilden. Einige Folgeerkrankungen können jedoch länger bestehen bleiben. Auch nach erfolgreicher Therapie sind regelmäßige Kontrollen notwendig.

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Quellen
  1. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Cushing-Syndrom, endokrinologie.net… (zuletzt abgerufen am 11.09.2026)
  2. MSD Manual, Ausgabe für Patienten, Cushing-Syndrom, Januar 2026, msdmanuals.com… (zuletzt abgerufen am 11.09.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
Autor
Dr. med. Marie-Hélène Manz
Ärztin
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