
Ferritin ist ein Protein, das die Eisenspeicher im Körper widerspiegelt. Da Eisen (lat. Ferrum) eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt und unter anderem für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin sowie die zelluläre Energieversorgung notwendig ist, rückt Ferritin bei der ärztlichen Diagnostik von Eisenstoffwechselstörungen besonders in den Fokus.
Inhaltsverzeichnis
Der folgende Artikel liefert einen Überblick über Normwerte, Ursachen für Abweichungen und die klinische Bedeutung von Ferritin.
Ferritin – die wichtigsten Fakten
- Ferritinwerte korrelieren mit der Gesamtmenge an gespeicherten Eisenreserven. Als grobe klinische Orientierung gilt: 1 µg/L Serumferritin ≈ etwa 8–10 mg gespeichertes Eisen im Körper.
- Makrophagen sind ein zentraler Ferritin-Speicherort: Ein großer Teil des Körperferritins befindet sich in Makrophagen, die Eisen aus abgebauten Erythrozyten Diese Zellen geben Eisen bei Bedarf wieder an das Knochenmark für die Erythropoese ab.
- Eisen ist essenziell für Hämoglobin, da es den Sauerstoffbindungsplatz im Häm-Molekül bildet, und für die zelluläre Energieproduktion in den Mitochondrien
- Normwerte: Männer: ca. 30–400 µg/l; Frauen: ca. 15–150 µg/l
- Zu niedrige Werte sind ein Hinweis auf Eisenmangel
- Ferritinspiegel reagieren früh auf Veränderungen des Eisenstatus: Ein Absinken von Ferritin ist oft das erste labordiagnostische Zeichen eines Eisenmangels, noch bevor sich Veränderungen in Hb, MCV oder MCH zeigen.
- Zu hohe Werte können auf Entzündungen, Lebererkrankungen oder Eisenüberladung hinweisen
- Der Wert wird bei Störungen des Eisenstoffwechsels zur Diagnostik herangezogen
Was ist Ferritin?
Ferritin ist das wichtigste Protein für die Eisenspeicherung im Körper. Es bindet Eisen in einer ungiftigen Form und schützt so die Zellen vor Schäden durch freies Eisen. Ein Ferritin-Molekül kann bis zu 4.000 Eisenatome aufnehmen. Besonders viel Ferritin findet sich in Leber, Milz und Knochenmark. Das Serum-Ferritin wird im Blut gemessen, um die Eisenspeicher zu beurteilen.
Wann wird der Ferritinwert bestimmt?
In der Diagnostik gilt Ferritin als sehr sensibler Marker für den Eisenspeicher im Körper. Liegt der Verdacht auf Eisenmangel, Blutarmut oder einer sogenannten Eisenüberladung vor, erfolgt die Bestimmung der Konzentration von Ferritin im Blutplasma oder Blutserum.
Menschen, die regelmäßig Blut spenden, Schwangere, Dialysepatienten, Veganer und Vegetarier stellen Risikogruppen dar, bei denen der Eisenbedarf regelmäßig im Labor mittels einer Blutuntersuchung kontrolliert werden sollte.
Ferritin – Normwerte
Grundsätzlich hängen Normwerte vom Alter und Geschlecht ab, wobei Frauen niedrigere Referenzwerte aufweisen als Männer. Die Höhe des Wertes kann je nach Labor variieren.
Die folgende Tabelle zeigt die Ferritin-Normwerte nach Alter. Der Laborwert bezieht sich jeweils auf die Menge in Mikrogramm pro Liter Blut:
| Alter | Normwert |
| 0 – 14 Tage | 90 – 628 µg/l |
| 15 Tage bis 2 Monate | 144 – 399 µg/l |
| ab 3 Monaten | 87 – 430 µg/l |
| 11 Monate bis 2 Jahre | 1 – 199 µg/l |
| 3 bis 15 Jahre | 9 – 159 µg/l |
| 16 bis 18 Jahre | Männer: 12 – 178 µg/l Frauen: 10 – 163 µg/l |
| 19 bis 50 Jahre | Männer: 9 – 437 µg/l Frauen: 9 – 145 µg/l |
| ab 51 Jahren | Männer: 9 – 437 µg/l Frauen: 17 – 237 µg/l |
Ferritin erhöht
Ein Ferritinwert über dem Referenzbereich kann auf eine Eisenüberladung hinweisen. Auch akute Infektionen, Blutarmut (Anämie), Lebererkrankungen wie Hepatitis können zu erhöhten Werten führen. Häufige Bluttransfusionen oder eine Überdosierung von Eisenpräparaten können ebenfalls den Ferritinwert steigern. Bei Tumorerkrankungen kann Ferritin ebenfalls erhöht sein, wobei die genauen Zusammenhänge noch nicht abschließend erforscht sind.
Ferritin zu niedrig
Störungen im Magen-Darm-Trakt können eine verringerte Aufnahme von Eisen zur Folge haben, was zu einem ausgeprägten Eisenmangel des Körpers führen kann. Chronische Blutungen, wie sie etwa bei einem blutenden Magengeschwür vorkommen können, sind ebenfalls eine mögliche Ursache.
Während der Schwangerschaft kann der Ferritin-Wert durch einen erhöhten Bedarf ebenfalls erniedrigt sein. Auch bei bestimmten Nierenerkrankungen kann es sein, dass die Zellen nicht ausreichend mit Eisen versorgt werden. Außerdem kann eine einseitige Mangelernährung beim Menschen zu erniedrigten Ferritin-Werten führen. Kinder sollten sich in der Wachstumsphase vor diesem Hintergrund ausgewogen ernähren, da der Eisenbedarf erhöht sein kann.
Während des Menstruationszyklus oder nach einer Blutspende kann der Ferritinwert ebenfalls vorübergehend abfallen. Auch Dialysepatienten sind besonders anfällig für einen erniedrigten Ferritinwert. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle ihrer Werte sinnvoll, und bei Bedarf sollten die Ernährungsgewohnheiten angepasst werden.
Wie lässt sich Ferritin erhöhen?
Sofern der Arzt den Verdacht auf einen Eisenmangel durch den Laborbefund bestätigt sieht, kann er spezielle Eisenpräparate verschreiben. Liegt eine Erkrankung als Ursache vor, sollte diese vordergründig behandelt werden. Generell ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung für die Eisenversorgung im Körper wichtig. In Kombination mit Vitamin C lässt sich die Eisenaufnahme im Körper optimieren. Eisenreiche Lebensmittel wie Schweineleber, Leberwurst, Rindfleisch, Sesam und Pistazien können die Zufuhr auf natürlichem Weg anheben.
Häufige Fragen zu Ferritin
- Was ist der Unterschied zwischen Eisen und Ferritin?
- Ferritin über 500 – Was tun?
- Welcher Ferritin-Wert ist kritisch?
- Ist Ferritin ein Tumormarker?
Eisen ist ein Mineral und ein lebenswichtiger Bestandteil vieler Prozesse im Körper. Es wird vor allem für die Bildung von Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff) benötigt, der Sauerstoff transportiert. Eisen selbst kommt im Blut, in den Zellen und in verschiedenen Proteinen vor – es ist also der eigentliche „Wirkstoff“.
Ferritin hingegen ist ein Eiweiß (Protein), das Eisen speichert. Es nimmt überschüssiges Eisen auf, lagert es und gibt es wieder ab, wenn der Körper mehr braucht, zum Beispiel für die Blutbildung.
Ist der Ferritinwert über 500 wird der Arzt die Ursache finden und gezielt behandeln müssen. Kurzfristig kann ein Aderlass oder die Anpassung einer bereits bestehenden Therapie eine Lösung sein, um den hohen Ferritinwert zu senken.
Fällt der Wert bei Erwachsenen deutlich unter 10 Mikrogramm pro Liter Blut, ist von einem ausgeprägten Eisenmangel auszugehen. Symptome wie sehr blasse Haut, Müdigkeit und Leistungsabfall können auf einen Eisenmangel hinweisen.
Ja, in der Forschung wird Ferritin als unspezifischer Tumormarker gesehen. Werte können bei einer akuten Leukämie, einem Lungenkarzinom, Darm-, Leber- oder Prostatakrebs erhöht sein. Die Bestimmung von Ferritin kann beim Nachweis von Lebermetastasen diagnostisch unterstützend sein.
Mehr zur Blutuntersuchung
- Karges, W., Sascha, A. D.: Innere Medizin in 5 Tagen; Springer, 3. Auflage, 2014
- Arasteh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C.: Innere Medizin, Thieme (Verlag), 2. Auflage, 2009
- Ferritin, https://www.endokrinologikum-aesculabor.de/... (Abrufdatum: 16.04.2026)




