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Folsäure: Blutwert, Normwerte und Folsäuremangel

Folsäure
Zuletzt aktualisiert: 17.08.2026
Themen: Laborwert
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Folsäure ist die synthetische Form des wasserlöslichen B-Vitamins Folat, auch Vitamin B9 genannt. Im Alltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Der Körper benötigt Folat vor allem für Zellteilung, Wachstum und Blutbildung. Ein ausgeprägter Folsäuremangel kann eine bestimmte Form der Blutarmut verursachen. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung vor und zu Beginn einer Schwangerschaft.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Folsäure?
  2. Folsäure Blutwert: Wann wird er bestimmt?
  3. Folsäure: Normwerte im Blut
  4. Folsäuremangel: Symptome und Folgen
  5. Ursachen eines Folsäuremangels
  6. Wie wird Folsäuremangel behandelt?
  7. Folsäure zu hoch: Was bedeutet das?
  8. Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft
  9. Welche Lebensmittel enthalten Folat?

Das Wichtigste zu Folsäure in Kürze

  • Folsäure ist die synthetische Form von Folat und wichtig für Zellteilung, Wachstum und Blutbildung.
  • Ein niedriger Folsäure-Blutwert kann auf einen Folsäuremangel hinweisen, muss aber zusammen mit Blutbild und Vitamin-B12-Status beurteilt werden.
  • Typische Folsäuremangel-Symptome sind Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Konzentrationsprobleme und eine schmerzhafte Zunge.
  • Häufige Ursachen sind eine folatarme Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Aufnahmestörungen im Darm und bestimmte Medikamente.
  • Frauen mit Kinderwunsch sollen zusätzlich täglich 400 Mikrogramm Folsäure einnehmen, möglichst ab vier Wochen vor der Empfängnis.
  • Ist die Folsäure zu hoch, liegt das häufig an Supplementen. Hoch dosierte Präparate sollten nur nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.

Was ist Folsäure?

Natürlich vorkommende Vitamin-B9-Verbindungen heißen Folate. Sie stecken sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln. Als Folsäure bezeichnet man dagegen die industriell hergestellte Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln vorkommt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen täglich 300 Mikrogramm Folat-Äquivalente. Für Schwangere gelten 550 Mikrogramm, für Stillende 450 Mikrogramm pro Tag. Folat-Äquivalente berücksichtigen, dass der Körper Nahrungsfolat und synthetische Folsäure unterschiedlich gut verwertet.

Folsäure Blutwert: Wann wird er bestimmt?

Der Folsäure Blutwert wird meist untersucht, wenn Beschwerden, Risikofaktoren oder Veränderungen des Blutbilds auf einen Folsäuremangel hinweisen. Dazu gehören eine makrozytäre Anämie mit vergrößerten roten Blutkörperchen, eine folatarme Ernährung, chronisch hoher Alkoholkonsum, eine Schwangerschaft oder Erkrankungen, welche die Nährstoffaufnahme im Darm beeinträchtigen.

Bestimmte Medikamente können den Folatstoffwechsel ebenfalls beeinflussen. Dazu zählen unter anderem Methotrexat, einige Antiepileptika und Trimethoprim. Der Folsäure Wert wird häufig gemeinsam mit Vitamin B12 und dem vollständigen Blutbild beurteilt.

Folsäure: Normwerte im Blut

Folat lässt sich im Serum oder Plasma bestimmen. Dieser Messwert spiegelt vor allem die jüngere Zufuhr wider und kann nach einer Mahlzeit oder Supplementeinnahme schwanken. Deshalb gilt zuerst der Referenzbereich des untersuchenden Labors. Die Weltgesundheitsorganisation nennt abhängig vom verwendeten Beurteilungskriterium zwei Grenzwerte für einen Mangel:

Folsäure im Serum oder Plasma Orientierende Bedeutung
mindestens 4 ng/ml, entsprechend mindestens 10 nmol/l Folsäuremangel nach den WHO-Grenzwerten eher unwahrscheinlich
3 bis unter 4 ng/ml niedriger beziehungsweise abklärungsbedürftiger Bereich
unter 3 ng/ml, entsprechend unter 6,8 nmol/l spricht nach dem hämatologischen WHO-Kriterium für einen Folsäuremangel

Ein einzelner Laborwert reicht nicht immer für die Diagnose. Ärzte beziehen Beschwerden, Ernährung, Medikamente, Blutbild und Vitamin-B12-Status mit ein.

Folsäuremangel: Symptome und Folgen

Folsäuremangel-Symptome entwickeln sich häufig schleichend und sind nicht spezifisch. Mögliche Beschwerden sind:

  • Müdigkeit, Schwäche und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Blässe, Schwindel und Konzentrationsprobleme
  • Kurzatmigkeit oder Herzklopfen bei Belastung
  • eine gerötete, glatte oder schmerzhafte Zunge
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust und Durchfall

Ein länger bestehender Mangel kann eine megaloblastäre Anämie verursachen. Dabei bildet das Knochenmark ungewöhnlich große, nicht voll funktionsfähige rote Blutkörperchen. Ähnliche Blutbildveränderungen treten bei einem Vitamin-B12-Mangel auf. Vor einer Behandlung mit Folsäure sollte deshalb ein B12-Mangel ausgeschlossen oder gleichzeitig behandelt werden.

Ursachen eines Folsäuremangels

Häufige Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • eine dauerhaft folatarme oder einseitige Ernährung
  • chronisch hoher Alkoholkonsum
  • Zöliakie oder andere Störungen der Nährstoffaufnahme
  • ein erhöhter Bedarf, etwa in Schwangerschaft und Stillzeit
  • eine Dialyse
  • Medikamente, die Aufnahme oder Stoffwechsel von Folat beeinträchtigen

Ein Folsäuremangel kann durch mehrere Faktoren gleichzeitig entstehen. Besonders bei chronischen Erkrankungen oder einer dauerhaften Medikamenteneinnahme sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird Folsäuremangel behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei einem bestätigten Mangel kann der Arzt Folsäure als Tablette verordnen und zugleich eine folatreiche Ernährung empfehlen. Erkrankungen des Verdauungstrakts oder auslösende Medikamente müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Dosierung und Behandlungsdauer gehören in ärztliche Hand, insbesondere wenn zugleich ein Vitamin-B12-Mangel möglich ist.

Folsäure zu hoch: Was bedeutet das?

Ein erhöhter Folsäure Wert im Serum kann nach folatreichen Mahlzeiten oder der Einnahme eines Präparats auftreten. Da Serumfolat die kurzfristige Zufuhr abbildet, bedeutet ein hoher Wert allein nicht automatisch eine Erkrankung oder Vergiftung.

Eine langfristig sehr hohe Zufuhr über Supplemente ist dennoch nicht grundsätzlich harmlos. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für Erwachsene eine tolerierbare Höchstmenge von 1.000 Mikrogramm pro Tag für zusätzlich aufgenommenes Folat aus Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Natürliches Folat aus üblichen Lebensmitteln ist darin nicht eingeschlossen. Hoch dosierte Präparate sollten daher nur bei entsprechender Empfehlung eingenommen werden.

Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Frauen mit Kinderwunsch sollen zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich 400 Mikrogramm Folsäure oder eine äquivalente Menge anderer Folate einnehmen. Die Supplementierung sollte mindestens vier Wochen vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortgesetzt werden. Sie senkt das Risiko für kindliche Neuralrohrdefekte.

Wer später beginnt, soll nach den deutschen Handlungsempfehlungen bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche täglich 800 Mikrogramm einnehmen. Davon zu unterscheiden ist die empfohlene Gesamtzufuhr für Schwangere von 550 Mikrogramm Folat-Äquivalenten pro Tag.

Welche Lebensmittel enthalten Folat?

Gute Folatquellen sind grünes Blattgemüse, Kohl, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Eier. Da bei langem Waschen, starkem Erhitzen und Warmhalten Folat verloren gehen kann, sollte Gemüse möglichst schonend gegart werden. Schwangere sollen im ersten Schwangerschaftsdrittel auf Leber verzichten.

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Häufige Fragen zu Folsäure

  1. Für was ist Folsäure gut?
  2. Folate sind unentbehrlich für Zellteilung, Zellbildung und Blutbildung. Sie übernehmen über Zellteilung und -bildung wichtige Funktionen im Eisen- und Vitamin-B12-Stoffwechsel.

  3. Wie viel Folsäure bei Frauen mit Kinderwunsch?
  4. Frauen mit Kinderwunsch benötigen insbesondere im ersten Drittel der Schwangerschaft deutlich mehr Vitamin B9 als sonst üblich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Tagesdosis von 550 Mikrogramm (µg) Folsäure.

  5. Wie viel Folsäure am Tag?
  6. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 300 µg Folat-Äquivalenten, für Schwangere 550 µg und für stillende Mütter 450 µg Folsäure pro Tag.

  7. In welchen Lebensmitteln ist Folsäure enthalten?
  8. Lebensmittel mit hohem Folat-Gehalt sind u.a. Blattgemüse wie Spinat, Blattsalate, “grünes” Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, aber auch tierische Produkte (Milch, Milchprodukte, Eier) und die tierische Leber. Bei Folsäuremangel oder erhöhtem Folsäurebedarf können nahrungsergänzende Präparate sinnvoll sein.

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Quellen
  1. Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin – essentials, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2006
  2. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Folat, https://www.dge.de/...  (Abrufdatum: 19.04.2023)
  3. Folate Deficiency, https://my.clevelandclinic.org/... (Abrufdatum: 19.04.2023)
  4. Folsäureversorgung, https://www.rki.de/... (Abrufdatum: 19.04.2023)
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    Redaktion
    Jana Swientek
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