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praktischArzt Medizinische Berufe Heilpraktiker/in

Heilpraktiker/in – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Heilpraktiker
Zuletzt aktualisiert: 19.11.2025
Themen: Medizinische Berufe
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Heilpraktiker gewinnen durch ihre Alternativen zur Schulmedizin immer mehr an Popularität. In Deutschland gibt es den Beruf Heilpraktiker bereits seit den 1930er Jahren, doch erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten steigt das Interesse an der ganzheitlichen Herangehensweise der Profession. Denn anstatt nur zwischen gesund oder krank zu unterscheiden, ist für Heilpraktiker jede Erkrankung eine Störung des Gesamtsystems aus Körper, Geist und Seele.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausbildung an Privatschule
  2. Ausbildung -  Dauer und Inhalte
  3. Heilpraktiker Prüfung
  4. Tätigkeiten und Alltag
  5. Gehalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufsbild & Ansatz: Heilpraktiker arbeiten ganzheitlich (Körper, Geist, Seele) und behandeln vor allem mit Naturheilverfahren. Ziel ist es, Selbstheilungskräfte zu aktivieren; verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nicht verordnet werden.
  • Ausbildung: Keine staatlich einheitliche Ausbildungsreglung; Voraussetzung für die Berufsausübung ist die amtsärztliche Überprüfung. Zugang zu privaten Schulen meist ab 25 Jahren mit Hauptschulabschluss, ärztlichem Attest und Führungszeugnis. Formate variieren (Voll-/Teilzeit, Abendkurse).
  • Dauer, Inhalte & Kosten: Je nach Schule 12 Monate bis 3 Jahre (mehrheitlich 3 Jahre) mit Medizin-Basics wie Anatomie, Pathologie, Physiologie, Pharmakologie, Hygiene, Anamnese, Untersuchungstechnik. Keine Ausbildungsvergütung; Kosten ca. 4.000–12.000 €, Förderungen/Steuerabzug möglich.
  • Staatliche Prüfung: Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt; Themen u. a. Anatomie/Physiologie, Krankheitslehre, Notfälle, Hygiene, Gesetzeskunde. Hohe Durchfallquote (>70%), Gebühren ca. 300–800 €, frühzeitig anmelden (teils lange Wartezeiten).
  • Beruf & Einkommen: Häufige Anliegen sind z. B. Allergien, Migräne, Rücken-/Gelenkbeschwerden; eingesetzt werden u. a. Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie, Ernährungsberatung. Erfolg hängt stark vom Ruf und Patientenzulauf ab; viele arbeiten (anfangs) Teilzeit. Einkommen meist ca. 1.500–4.500 € brutto/Monat, stark abhängig von Standort, Spezialisierung und Auslastung.

 

Ausbildung zum Heilpraktiker an privaten Schulen

Seit dem Jahr 1939 gilt das deutsche Heilpraktikergesetz (HeilprG) und schützt die Berufsbezeichnung Heilpraktiker. Interessanterweise macht es hinsichtlich der Ausbildung keine Vorgaben, legt lediglich eine amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt als Voraussetzung für die Berufsausübung fest. Somit bedarf es für die Ausbildung als Heilpraktiker keiner konkreten Voraussetzungen.

Die Ausbildung erfolgt an einer der zahlreichen privaten Heilpraktikerschulen. Teilnehmer müssen mindestens 25 Jahre alt sein, einen Hauptschulabschluss nachweisen und ein ärztliches Attest sowie ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Entsprechend unterschiedlich gestalten die einzelnen Heilpraktikerschulen ihre Lehrgänge. Mal handelt es sich um einen Abendkurs, mancherorts wird in Vollzeit, woanders in Teilzeit gelernt.

Heilpraktiker-Ausbildung – Gehalt und Kosten

Während der Ausbildung erhält man als angehender Heilpraktiker kein Gehalt. Ganz im Gegenteil, für die Heilpraktikerausbildung fallen Kosten zwischen zwischen 4.000 Euro und 12.000 Euro an und müssen selbst getragen werden. Allerdings ist es möglich Fördergelder zu erhalten und die Ausbildungskosten von der Steuer abzusetzen.

Heilpraktiker Ausbildung – Dauer und Inhalte

Auch bei den Ausbildungsinhalten und der Ausbildungsdauer kann es zu erheblichen Unterschieden kommen, weil eine gesetzliche Regelung fehlt. Welches Ausbildungsmodell im Individualfall passt, hängt maßgeblich von den eigenen medizinisch-therapeutischen Vorkenntnissen ab. Bei der Wahl der passenden Heilpraktikerschule sollten Interessenten gezielt auf die Ausbildungsinhalte und die angegebene Zahl an Ausbildungsstunden achten, um im Rahmen der Ausbildung tatsächlich arztgleiche Kenntnisse zu erlangen. Die Dauer kann daher zwischen 12 Monaten und bis zu 3 Jahren variieren.

Die Mehrheit der angehenden Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen absolviert eine dreijährige Ausbildung und erlernt umfangreiches Wissen in den Bereichen Anatomie, klinische Medizin, Krankheitslehre, Pathologie, Hygiene, Pharmakologie und Physiologie. Auch Anamneseführung, psychologische Grundlagen und Untersuchungstechnik sind in der Regel Bestandteil der Ausbildung.

Spätestens gegen Ausbildungsende sollte man als Heilpraktiker akute Notfälle erkennen und versorgen können sowie ansteckende und degenerative Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten und Volkskrankheiten zuverlässig identifizieren können. Zudem gehört es aber auch zu den Ausbildungszielen, die Grenzen der eigenen Behandlungsmöglichkeiten zu erkennen und Patienten im Bedarfsfall an einen Arzt zu verweisen.

Heilpraktiker – Prüfung

Viele Heilpraktikerschulen schließen ihre Ausbildung mit einer schulinternen Prüfung ab. Diese berechtigt allerdings nicht dazu, therapeutisch tätig zu werden, wie es im Heilpraktikergesetzt festgelegt ist. Die Prüfung soll sicherstellen, dass der Heilpraktiker keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.

Um als Heilpraktiker in Deutschland arbeiten zu dürfen, muss erst eine staatliche Prüfung (Heilpraktikerprüfung) beim zuständigen Landesgesundheitsamt abgelegt werden, so steht es im Heilpraktikergesetz.

Wichtig: Um die Anmeldung muss man sich als angehender Heilpraktiker selbst kümmern! Gute Schulen leisten jedoch Hilfe. In manchen Regionen kann die Wartezeit auf die Heilpraktikerprüfungbis zu zwei Jahre betragen, daher ist eine frühzeitige Anmeldung sinnvoll. Die staatliche Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Im schriftlichen Teil müssen von 60 Multiple-Choice Fragen 75% richtig beantwortet werden damit die Zulassung zur mündlichen Prüfung erfolgt. Dabei wird meist ein konkreter medizinische Fall gelöst.

Zu den Inhalten zählen:

  • Kenntnisse über menschliche Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie
  • allgemeine Krankheitslehre, Pathologie und Psychopathologie
  • klinische Befunderhebung und Untersuchung
  • kleine Eingriffe wie Injektionen und Blutabnahmen
  • Erkennung und Erstversorgung von Notfällen
  • Anwendungbereiche, Wirkung, Grenzen, Risiken von diagnostischen und therapeutischen Naturheilkunde Maßnahmen
  • Berufs- und Gesetzeskunde
  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation

Voraussetzungen und Kosten

Voraussetzungen für die Prüfungsanmeldung sind der Nachweis des 25. Lebensjahres, eine abgeschlossene Schulbildung (mindestens Hauptschulabschluss), ein polizeiliches Führungs- und ein ärztliches Attest zur körperlichen und psychischen Gesundheit. Die Eintrittsbarrieren sind demnach sehr gering. Allerdings liegt die Durchfallquote weiterhin sehr hoch und beträgt regelmäßig über 70 Prozent. Eine Wiederholung der Prüfung ist ohne Grenze möglich. Die Kosten betragen je nach Bundesland zwischen 300 Euro bis 800 Euro für beide Prüfungsabschnitte.

Nur das erfolgreiche Bestehen der Heilpraktikerprüfung stellt die rechtliche Legitimation dar, um in Deutschland als Heilpraktiker/in arbeiten zu können.

Der Beruf Heilpraktiker – Tätigkeiten und Alltag

Wer eine Ausbildung zum Heilpraktiker absolviert hat, arbeitet in der Regel selbstständig in eigener Praxis oder in Kooperation mit anderen Heilpraktikern oder Ärzten. Angestellte Stellen sind eher selten.

Generell zählen Allergien, Gelenkbeschwerden, Migräne sowie Rücken- und Verspannungsschmerzen zu den häufigsten Beschwerdebildern. Zur Behandlung werden vor allem Verfahren aus der Naturheilkunde und Volksheilkunde verwendet.

Unter anderem sind es:

  • Akupunktur
  • Aromatherapie
  • Ausleitende Verfahren
  • Bioresonanztherapie
  • Chiropraktik
  • Ernährungsberatung
  • Homöopathie
  • Kinesiologie
  • Osteopathie
  • Physiotherapie
  • Phytotherapie

Ziel ist es die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen, denn verschreibungspflichtige Medikamente darf man als Heilpraktiker nicht ausstellen. Befund und Therapieverlauf werden, wie in jeder anderen medizinischen Praxis üblich, dokumentiert. Wie viele Patienten ein Heilpraktiker pro Tag hat, hängt einerseits von den eigenen Arbeitszeiten (Teil- oder Vollzeit) und andererseits von der Auftragslage ab.

Die Abrechnung findet für gewöhnlich direkt mit den Patienten statt, da viele Krankenkassen Behandlungskosten von Heilpraktikern nicht erstatten. Private Krankenversicherungen oder Zusatzversicherungen erstatten jedoch häufig zumindest einen Teil der Behandlungskosten. Dort, wo über die Krankenkasse abgerechnet werden kann, gehört auch dies zu den regelmäßigen Aufgaben. Darüber hinaus müssen sich Selbstständige im Berufsalltag um zahlreiche betriebswirtschaftliche Belange kümmern.

Berufliche Perspektiven

Viele Heilpraktiker arbeiten neben der Familie, dem Studium oder einem anderen Job teilzeitlich in dem Beruf. Da erfahrungsgemäß Behandlungskosten von den Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden und sich die Zusammenarbeit mit Krankenkassen eher schwierig gestaltet, ist ein exzellenter Ruf als Heilpraktikern unabdingbar, um mit einer eigenen Praxis erfolgreich zu sein. Naturgemäß dauert es seine Zeit, bis sich ein solcher Ruf etabliert und man einen stabilen Kundenstamm aufgebaut hat.

Heilpraktiker – Gehalt im Beruf

Konkrete Angaben zum Gehalt als Heilpraktiker sind schwer zu finden, denn nach wie vor sind Festanstellungen selten und die meisten auf selbstständiger Basis mit eigener Praxis tätig. Grundsätzlich können die Behandlungshonorare frei bestimmt werden und liegen in wohlhabenderen Regionen des Landes über denen in einkommensschwächeren Gebieten. Laut Branchenangaben ist das Einkommen von Heilpraktikern überwiegend zwischen 1.500 Euro und 4.500 Euro brutto im Monat zu verorten – abhängig von Standort, Patientenzahl und Spezialisierung.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

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Redaktion
Florentina Blakaj
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