
Mit der Ausbildung zum Musiktherapeuten kann man seine Leidenschaft und Liebe zur Musik zum Beruf machen. Das Schönste dabei ist, man hilft anderen Menschen durch eine Musiktherapie wieder körperlich und/oder seelisch zur Genesung. Die Einsatzmöglichkeiten für einen Musiktherapeuten sind vielfältig und die Arbeitsbedingungen gut. Es besteht die Möglichkeit sowohl über eine Ausbildung an einer Schule als auch über ein Studium Musiktherapeut zu werden. Wir stellen nachfolgend das Berufsbild, die Voraussetzungen und die Ausbildung sowie Studium zum Musiktherapeuten in allen Einzelheiten vor.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Wege in den Beruf: Ausbildung (meist berufsbegleitende Wochenendkurse über ca. 3 Jahre) oder Studium (Bachelor 6–8 Semester; Master möglich); Zugangsvoraussetzungen variieren je Anbieter
- Voraussetzungen: (Fach-)Hochschulreife für das Studium; oft Mindestalter ~25 Jahre; musikalische Grundbildung/Instrument, Praktikum oder Berufserfahrung im therapeutischen/pflegerischen Bereich, Eignungsgespräch/-prüfung; persönliche Eignung (Einfühlungsvermögen, Stabilität, Reflexionsfähigkeit) zentral
- Inhalte: Kombination aus Musikpraxis und Therapie (aktive/rezeptive Musiktherapie, Psychologie/Psychosomatik, Neurologie, Ethik, Supervision)
- Einsatzfelder: Kliniken (Psychosomatik/Psychiatrie, Reha, Kinder- und Geriatrie), heilpädagogische Einrichtungen, Hospize, Altenpflege, Kitas/Schulen, eigene Praxis
- Vergütung & Gehalt: In der Regel keine Ausbildungsvergütung; teils Studien-/Kurskosten (bis ca. 11.000 €). Einstiegsgehalt etwa 3.361 € brutto/Monat, im Mittel ca. 4.029 €, oberes Quartil bis ~4.785 €
Musiktherapeut/in – Ausbildung und Studium Voraussetzungen
Der Beruf Musiktherapeut kann sowohl durch eine Aus- bzw. Weiterbildung erlernt werden als auch durch ein Studium.
Die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung sind in Deutschland nicht gesetzlich geregelt und werden individuell durch die Schulen bzw. Ausbildungsanbieter festgelegt. Sowohl Voraussetzungen als auch Dauer und Abschlussbezeichnung können hier unterschiedlich sein. In der Regel ist das Abitur also die Hochschulzugangsberechtigung eine der Voraussetzungen für die Ausbildung und immer für das Studium. Aber nach einer mindestens 2-jährigen Berufsausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung steht dieser Beruf auch Nicht-Abiturienten offen.
Voraussetzungen Ausbildung und Studium Musiktherapie
- (Fach-)Hochschulreife
- Musikalische Grundbildung bzw. das Beherrschen mindestens eines Instruments
- Berufserfahrung im therapeutischen oder pflegerischen Bereich
- Alternativ zur Berufserfahrung Nachweis eines Praktikums
- Persönliches Vorgespräch und/ oder Eignungsprüfung
- Mindestalter 25 Jahre
Eine wichtige Zugangsvoraussetzung ist oftmals auch das persönliche Vorgespräch oder eine Eignungsprüfung der musikalischen und therapeutischen Begabung. Bei der Arbeit als Musiktherapeut geht es weniger um Intelligenz, sondern um einen ausgeglichenen und stabilen Charakter, Selbstreflexion, seelische und soziale Belastbarkeit, eine hohe Frustrationstoleranzgrenze sowie der Umgang mit Aggressivität und Emotionalität sind Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Deshalb ist für ein Studium der Musiktherapie vor allem ein Praktikum und meistens eine mehrjährige Berufserfahrung notwendig.
Vor allem aber sollte man neben einer musischen Ausbildung auch Liebe und Interesse an Musik und therapeutischen Maßnahmen mitbringen. Der Beruf des Musiktherapeuten zeichnet sich vor allem durch Einfühlungsvermögen und pädagogische Fähigkeiten aus. Man ist kein Musiker, sondern arbeitet mit Patienten in den verschiedensten Bereichen.
Musiktherapeut/in – Ausbildung und Studium Dauer
Das Studium der Musiktherapie an einer Fachhochschule hat eine Regelstudiendauer von 6 bis 8 Semestern und endet mit dem Abschluss des Bachelor of Arts (B.A.). Die tatsächliche Studiendauer beträgt im Schnitt 9 Semester.
Nach dem Bachelor Studiengang ist auch der Erwerb des Mastertitels möglich. Die Masterstudiengänge können voneinander abweichen, je nach Uni sind sie unterschiedlich ausgerichtet. In etwa dauert die Ausbildung über Bachelor zum Master mindestens vier Jahre.
Die Ausbildung wird von den meisten Anbietern in Form von etwa 32 Wochenendkursen angeboten. Diese können sich über drei Jahre Ausbildungszeit erstrecken.
Musiktherapeut/in – Fachhochschulen und Unis
Der Bachelor bzw. Masterstudiengang in Musiktherapie kann an folgenden Fachhochschulen und Universitäten absolviert werden:
- Universität der Künste (Berlin)
- Theologische Hochschule (Friedensau)
- Hochschule für Musik und Theater (Hamburg)
- SRH Hochschule (Heidelberg)
- Uni Augsburg (Augsburg)
- Medical School (Hamburg)
- Leopold-Mozart-Zentrum (Augsburg)
Musiktherapeut/in – Ausbildung und Studium Inhalte
Das Studium zum Musiktherapeuten ist eine Kombination aus musikalischer Ausbildung und Wissenschaft. Neben musikalischen und therapeutischen Fähigkeiten werden biologische, psychologische und soziale Lehrinhalte vermittelt. Der Student der Musiktherapie lernt vor allem, mittels der Musik bei seinen Patienten etwas zu bewegen, sie mittels der Musik zu erreichen und im besten Fall eine Gesundung oder zumindest Verbesserung des Zustandes zu erreichen.
Ein Musiktherapeut wird später selbst musizieren, aber auch seine Patienten musizieren lassen. Ausbildungsinhalte im Studium sind deshalb unter anderem:
- Gehirn- und Gesundheitswissenschaft
- Psychotherapie und Psychosomatik
- Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze
- Kenntnisse über musiktherapeutische Prozesse
- Aktive und rezeptive Musiktherapie
- Musizierpraxis mit Instrumenten, meist Klangschalen oder Gitarre
- Supervision
- Ethik
- Selbstreflexion
Das Curriculum für den Bachelor-Studiengang an der SRH Universität sieht beispielsweise wie folgt aus, wobei ein ECTS etwa 30 Stunden Arbeitsaufwand entspricht:
| Inhalt | ECTS |
| 1. Semester | 30 |
| Grundlagen der therapeutischen Musizierpraxis | 6 |
| Wissenschaftliches Arbeiten im Gesundheitssystem | 6 |
| Psychologie und Psychotherapie | 12 |
| Instrumentale Grundtechniken | 6 |
| 2. Semester | 30 |
| Therapeutische Grundhaltungen und -techniken | 6 |
| Aktive und rezeptive Musiktherapie | 12 |
| Musikalische Basiskompetenzen - Schwerpunkt Melodie und Gehör | 6 |
| Gruppentherapie | 6 |
| 3. Semester | 30 |
| Klinische Projektphase (P I) | 30 |
| 4. Semester | 30 |
| Anwendungsfeld Psychiatrie, Psychotherapie/Psychosomatik | 12 |
| Anwendungsfeld Neurologie | 6 |
| Musikalische Kernkompetenzen - Schwerpunkt Improvisation | 6 |
| Digitale Medien in der Musiktherapie | 6 |
| 5. Semester | 30 |
| Musiktherapie in der Geriatrie | 6 |
| Musiktherapie mit Kindern und Jugendlichen | 6 |
| Musikalische Anwendungskompetenzen | 6 |
| Musiktherapie mit Menschen mit Behinderung | 6 |
| Wissenschaftliches Projekt | 6 |
| Wissenschaftliches Projekt | 6 |
| 6. Semester | 30 |
| Klinische Vertiefungsphase (P II) | 30 |
| 7. Semester | 30 |
| Bachelorthesis | 12 |
| Professionalisierung der Musiktherapeutenrolle | 12 |
| Wahlfach | 6 |
Musiktherapeut/in – Ausbildungsvergütung
Während der theoretischen und praktischen Ausbildung wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Für die Ausbildungskurse sowie für die Studiengänge fallen oft Kosten an, die bei bis zu 11.000 Euro insgesamt liegen können. Die genauen Kosten variieren je nach Ausbildungsart und -einrichtung.
Berufsalltag – Aufgaben und Tätigkeiten
Als Musiktherapeut kann man in vielen Tätigkeitsfeldern arbeiten. Das Konzept der Musiktherapie ist psychotherapeutisch ausgerichtet und unterscheidet sich dadurch von sowohl pharmakologisch/medikamentösen als auch rein körperlichen Therapien.
Das Spektrum reicht von der Musiktherapie in Schule und Kindergarten, über kurative, präventive und rehabilitative Einsatzbereiche, Therapien bei Schwerbehinderten, verhaltensgestörten Kindern oder auch bei alten und Demenzkranken Menschen bis hin zur therapeutischen Arbeit im Hospiz.
Musiktherapeuten arbeiten oft mit Menschen, die mit einer Gesprächstherapie nicht erreicht werden können, ob Behinderte, Verhaltensauffällige oder Autisten. Musik ist der Schlüssel zum Öffnen. Ob Entspannung durch Klangschalen oder das Öffnen in der aktiven Musiktherapie, wenn der Patient selbst Klänge, Töne und Rhythmen hervorbringt. Musik bringt Menschen ins Gleichgewicht und kann durch heilsame Schwingungen einen förderlichen Prozess hervorrufen. Dabei muss es nicht immer mit Instrumenten geschehen, auch das Singen hat eine heilsame Wirkung. Wichtig ist es, gezielt auf den Patienten einzugehen.
Musiktherapeuten finden Beschäftigung an folgenden Orten:
- Heilpädagogischen Einrichtungen
- Kliniken für Psychosomatik und Psychiatrie
- Musiktherapie-Praxen
- Kinder- und Rehabilitationskliniken
- Hospizen
- Alten- und Pflegeheime
- Kindergärten und Schulen
Musiktherapeut/in – Gehalt
Das Einstiegsgehalt liegt für einen ausgebildeten Musiktherapeuten bei etwa 3.361 Euro brutto. Durchschnittlich beträgt das Gehalt 4.029 Euro brutto. Im oberen Quartil wird bis zu 4.785 Euro pro Monat verdient.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zur Ausbildung als Musiktherapeut
- Welche formalen Voraussetzungen brauche ich für eine Ausbildung zum Musiktherapeuten?
- Wie lange dauert die Qualifizierung zum Musiktherapeuten und gibt es Praxisphasen?
- Wo arbeite ich später und wie sind die Verdienstchancen als Musiktherapeut?
Für das Studium Musiktherapie braucht man in der Regel (Fach-)Hochschulreife. Für viele Ausbildungsangebote bedarf es zusätzlich: musikalischer Grundbildung (mind. ein Instrument), Praktikum oder einschlägige Berufserfahrung, oft einem Mindestalter von 25 Jahre sowie ein Eignungsgespräch/-prüfung. Die persönliche Eignung (Stabilität, Empathie, Frustrationstoleranz) ist entscheidend.
Die Qualifizierung zum Musiktherapeuten ist abhängig vom Ausbildungsweg: Bachelor 6–8 Semester, Master weitere ca. 2–4 Semester. Schulische/berufsbegleitende Ausbildungen laufen häufig über etwa 3 Jahre.
Beschäftigung finden Musiktherapeuten in Kliniken (Psychosomatik/Psychiatrie, Reha, Neurologie), heilpädagogischen Einrichtungen, Hospizen, Altenpflege, Kitas/Schulen oder eigener Praxis. Das zu erwartende Gehalt liegt zum Einstieg grob bei 3.361 Euro. Das Durchschnittsgehalt ist 4.029 Euro. Im Top-Quartil verdient man bis ~4.785 € brutto/Monat; Spezialisierungen und Erfahrung verbessern die Perspektiven.

