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praktischArzt Medizinische Berufe Physiotherapeut/in

Physiotherapeut/in – Ausbildung, Aufgaben, Beruf, Gehalt

Physiotherapeut
Zuletzt aktualisiert: 16.01.2026
Themen: Medizinische Berufe
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Als Physiotherapeut hilft man Patienten nicht nur buchstäblich wieder auf die Beine, sondern oft sogar sprichwörtlich. Neben körperlichen Beschwerden heilt ein Physiotherapeut ein Stück weit auch seelische Wunden. Etwa indem Menschen nach Unfällen und Krankheiten durch die physiotherapeutische Hilfe ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wieder zurückgewinnen. Andere können dank gezielter Aufklärung und Prävention vor solchen Problemen geschützt werden. Damit erfüllt jeder Physiotherapeut eine unverzichtbare Aufgabe im medizinischen Bereich.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausbildung - Voraussetzungen
  2. Ausbildung - Inhalte und Dauer
  3. Ausbildung - Gehalt
  4. Aufgaben und Tätigkeiten
  5. Gehalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Voraussetzungen: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung; ärztliches Attest, oft Führungszeugnis oder Praktikum erforderlich
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre mit 2.900 Stunden Theorie und 1.600 Stunden Praxis; Abschluss mit mündlicher, schriftlicher und praktischer Prüfung.
  • Ausbildungsvergütung: Meist keine Vergütung, vereinzelt tarifgebunden (z. B. TVAöD: ca. 1.120 Euro bis 1.268 Euro brutto).
  • Berufsalltag: Präventive und rehabilitative Behandlung, Zusammenarbeit mit Ärzten, patientenindividuelle Behandlungspläne, vielfältige Arbeitsorte (Kliniken, Reha-Zentren, Sportstätten etc.).
  • Berufsgehalt: Im öffentlichen Dienst ab etwa 2.930 Euro brutto monatlich, mit Erfahrung bis 3.904 Euro; private Einrichtungen zahlen oft deutlich weniger

Ausbildung Physiotherapeut – Voraussetzungen

Die Ausbildung als Physiotherapeut/in ist mit dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) bundesweit einheitlich geregelt. Sie findet an einer Berufsfachschule statt und dauert drei Jahre.

Als Voraussetzung gelten ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) und ein medizinisches Attest, das die körperliche und psychische Eignung für den Beruf belegt. Alternativ öffnet auch ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung (beispielsweise als medizinischer Bademeister oder Masseur) die Türen zur Berufsfachschule.

Darüber hinaus verlangen viele Ausbildungsstätten ein polizeiliches Führungszeugnis, gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern (vor allem in Biologie und Physik) sowie ein absolviertes Praktikum im pflegerischen oder therapeutischen Bereich. Zudem kann es vorkommen, dass es eine sportliche Aufnahmeprüfung gibt, bei der Fitness und Beweglichkeit kontrolliert werden.

 Physiotherapeut Ausbildung – Inhalte und Dauer

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten dauert 3 Jahre und besteht aus 2.900 Stunden theoretisch-praktischen Unterrichts und weiteren 1.600 Stunden berufspraktischer Ausbildung.

Im theoretischen Unterricht stehen anatomisch-­medizinische Grundlagen, Bewegungslehre, Biomechanik, Physik, sozialwissenschaftliche Grundlagen und Trainingslehre im Fokus.

Im praktischen Unterricht erlernt man als angehender Physiotherapeut alle Befund-­ und Untersuchungstechniken, Behandlungsverfahren sowie physiotherapeutischen Behandlungskonzepte der Physiotherapie. Zu den Behandlungsverfahren und -techniken zählen zum Beispiel Elektro-, Licht-, Strahlentherapie, Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie, Krankengymnastik und Massagetherapie.

Um als staatlich anerkannter Physiotherapeut arbeiten zu können, legen Auszubildende am Ende der Ausbildung eine staatliche Prüfung ab. Sie besteht aus einem mündlichen, einem schriftlichen sowie einem praktischen Teil. Für Interessenten mit Abitur bietet sich auch ein duales Studium als Einstieg in den Beruf als Physiotherapeut an.

Physiotherapie – Studium

Abgesehen von der schulischen Ausbildung, stellt das Hochschulstudium ebenfalls einen Weg in die Physiotherapie bereit. Dieser wird zunehmend an verschiedenen Hochschulen und Universitäten angeboten. Dort werden über die theoretischen und praktischen Fachkompetenzen hinaus weitere wissenschaftliche Methoden- und Forschungskompetenzen vermittelt. Außerdem werden Themen wie Management, Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik näher betrachtet. Danach ist außerdem eine Zusatzqualifikation durch ein passendes Masterstudium möglich.

Physiotherapeut – Gehalt in der Ausbildung

Als Physiotherapeut im Training absolviert man eine schulische Ausbildung. Bei schulischen Ausbildungen gibt es in der Regel kein Gehalt.

Der Besuch einer öffentlichen Berufsfachschule ist meist kostenlos, staatlich anerkannte Schulen in privater Trägerschaft erheben hingegen Ausbildungsgebühren. Zur finanziellen Unterstützung kann beispielsweise BAföG beantragt werden.

Vereinzelt können Auszubildende in der Physiotherapie ein Ausbildungsgehalt bekommen, in dem Fall wird es oft nach dem Tarifvertrag (TVAöD-P) in folgender Höhe festgelegt:

Ausbildungsjahr Gehalt ab 01.05.2026
1. Ausbildungsjahr 1.365,24 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.425,30 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.522,03 Euro

Gültig von 01.05.2026

Physiotherapeut – Aufgaben und Tätigkeiten

Der Berufsalltag sowie die Aufgaben und Tätigkeiten als Physiotherapeut ist abwechslungsreich, da man potenziell mit Menschen aller Altersgruppen zu tun hat, die entweder aus präventiven oder rehabilitativen Beweggründen einer physiotherapeutischen Betreuung bedürfen. Aber auch weil das Behandlungsspektrum so breit ist, kommt nie Langeweile auf. Da wechseln sich trockengymnastische Übungen mit Bewegungsbädern oder Massagen ab. Auf Einzelsitzungen folgen Gruppensitzungen. Nach Vorträgen zum Thema Rückenschule steht man vor der Aufgabe, jemandem wieder das Laufen beizubringen. Man behandelt im Krankenzimmer, in der Turnhalle oder im Schwimmbad. So abwechslungsreich kann der Alltag theoretisch sein. In der Realität ist es ein Stück weit berechenbarer, da die eigene Spezialisierung auf ein Fachgebiet und der Arbeitsort beeinflussen, mit welchen Patienten man tatsächlich zu tun hat.

Ein Physiotherapeut kann Anstellung in Kliniken und Krankenhäusern, physiotherapeutischen, fachärztlichen und ambulanten Praxen, Rehabilitationszentren, Alten- und Pflegeheimen oder Wellnesshotels finden. Ebenso ist die Arbeit im sportlichen Bereich eine Option. Denn ob Fußball, Eishockey oder Turnen – im Leistungssport sind Physiotherapeuten unentbehrlich. Daher finden sich auch in großen Sportstätten entsprechende Jobs.

Als Physiotherapeut wird man auf ärztliche Verordnung hin tätig, nimmt aber eigenständig und selbstverantwortlich die physiotherapeutische Diagnostik vor und erstellt einen patientenindividuellen Behandlungsplan. In komplexen Fällen ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten aus dem medizinischen Bereich unabdingbar. Und trotz der großen Selbstständigkeit im Beruf gilt als Physiotherapeut/in, dass der verordnende Arzt stets die letzte Instanz ist.

Physiotherapeut –  Gehalt im weiteren Berufsleben

Als Physiotherapeut nach der Physiotherapie Ausbildung hat man die Möglichkeit im öffentlichen Dienst oder einer privaten Praxis als Angestellter zu arbeiten oder sich selbstständig zu machen. Ausführliche Infos zum Gehalt des Physiotherapeuten gibt es hier:

  • Physiotherapeut Gehalt – Was verdient ein Physiotherapeut?

Öffentliche Träger sind an den geltenden Tarifvertrag (TVöD) gebunden. Ein Physiotherapeut wird in der Regel in die Entgeltgruppe P 6 eingeordnet und verdient als Berufsanfänger ein Gehalt von 2.930 Euro brutto pro Monat. Der Tarifvertrag legt auch fest, dass der Verdienst mit der Berufserfahrung steigt. Nach mehreren Jahren kann das Gehalt dann bis zu 3.904 Euro betragen. Durch eine akademische Weiterbildung (Bachelor im Bereich der Physiotherapie) kann man in die Entgeltgruppe 10 aufsteigen und monatlich bis zu 4.825 Euro brutto verdienen.

Für private Träger und Praxen sieht die Realität für die meisten Physiotherapeuten jedoch ganz anders aus. Denn hier gilt der Tarifvertrag nicht und sie sind nicht verpflichtet sich danach zu richten, dürfen aber als Untergrenze den Mindestlohn nicht unterschreiten. Dadurch kommt es jedoch zu sehr großen Gehaltsspannen und geringen Einstiegsgehältern.

Arbeitgeber Gehalt
Öffentlich 2.930 Euro bis 4.825  Euro
Kirchlich 3.761 Euro bis 4.413  Euro
Privat 2.757 Euro bis 3.839  Euro

Als angestellter Physiotherapeut in einer privaten Einrichtung oder Praxis kann das Einstiegsgehalt bei vergleichsweise niedrigen 1.600 Euro anfangen. Vor allem in den “neuen” Bundesländern sind die Gehälter durchschnittlich geringer, als im Rest der Bundesrepublik. Die Situation der Therapeuten haben wir in einem eigenen Artikel dargestellt: Fachkräftemangel bei Physiotherapeuten: Therapie als brotlose Kunst?

Für die Selbstständigkeit mit einer eigenen Praxis sind in Sachen Verdienst mehrere Faktoren entscheidend. Dazu zählen insbesondere der Standort und die eigene Spezialisierung. Die Kosten für eine physiotherapeutische Behandlung werden meist von den Krankenkassen übernommen, für die einheitliche Vergütungsvereinbarungen gelten. Aktuell gilt beispielsweise für eine Klassische Massagetherapie mit etwa 15 bis 20 Minuten ein Preis von 21,10 Euro. Je nach Behandlungsart werden verschiedene Vergütungen festgelegt, sodass selbstständige Physiotherapeuten in der Regel etwa 60 Euro bis 100 Euro pro Stunde bekommen können. Davon gehen allerdings Kosten für Dinge wie Miete, Mitarbeiter und Werbung ab.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Häufige Fragen zu Physiotherapeut Ausbildung & Gehalt

  1. Welche Voraussetzungen gibt es für die Physiotherapeut-Ausbildung?
  2. Ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder ein Hauptschulabschluss mit anschließender Berufsausbildung sind erforderlich für eine Physiotherapeut-Ausbildung. Ein ärztliches Attest, Führungszeugnis und ein Praktikum können je nach Ausbildungsstätte verlangt werden.

  3. Wie lange dauert die Physiotherapeut-Ausbildung?
  4. Die Ausbildung zum Physiotherapeuten dauert 3 Jahre und beinhaltet theoretisch-praktischen Unterricht sowie eine berufspraktische Ausbildung in verschiedenen Einrichtungen.

  5. Was verdient ein Physiotherapeut nach der Ausbildung?
  6. Im öffentlichen Dienst liegt das Einstiegsgehalt von Physiotherapeuten bei ca. 2.930 Euro brutto monatlich. Mit Erfahrung und akademischer Weiterbildung ist ein Aufstieg bis zu 4.825 Euro brutto (EG 10, TVöD) möglich. In privaten Einrichtungen starten Gehälter oft bei nur ca. 1.600 Euro brutto.

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Redaktion
Florentina Blakaj
Autorin
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