
Die Gesundheitswirtschaft ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland und ein Wachstumsmarkt. Denn für Gesundheitsvorsorge, Wohlbefinden und Wiederherstellung der Gesundheit sind wir bereit, viel zu tun und auszugeben. In diesem günstigen Umfeld bewegt sich auch die Tätigkeit als Masseur und medizinischer Bademeister. Angesichts der hohen Nachfrage nach und des Bedarfs an Gesundheitsleistungen dürfte Masseuren die Arbeit nicht ausgehen. Es handelt sich um einen Beruf mit Zukunft, der vielfältige Perspektiven bietet.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ausbildung: Bundeseinheitlich geregelt, Zugang i. d. R. mit Hauptschulabschluss (teils mittlere Reife), gesundheitlicher Eignung, mind. 16 Jahre; ggf. Führungszeugnis. Dauer 2,5 Jahre: 2 Jahre Berufsfachschule (Staatsexamen) + 6 Monate Praktikum
- Inhalte & Praxis: Ca. 2.230 Std. Theorie + 800 Std. Praxis an der Schule; Abschlussprüfung schriftlich, mündlich, praktisch. Therapien: Massagen, Bewegungstherapien, Elektro-/Thermo-/Strahlentherapie, Bäder, Packungen, Inhalationen; plus Doku, Organisation, Abrechnung
- Vergütung in der Ausbildung: Schulisch meist ohne Gehalt; an privaten Schulen ggf. Schulgeld (bis ca. 500 €). Finanzierung über Schüler-BAföG/KfW-Bildungskredit möglich. Praktikum je nach Träger, im öffentlichen Dienst häufig tariflich vergütet (~1.750 €/Monat)
- Jobs & Einsatzorte: Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeheime, Gesundheitszentren, Massagepraxen, Bäder/Saunen sowie Sport-/Fitness-/Wellness-Betriebe; auch Selbstständigkeit möglich
- Gehalt nach Abschluss: Im TVöD meist EG 5 – Einstieg ca. 3.038 € brutto/Monat, mit Erfahrung bis ~3.680 €; privat oft 2.416–3.845 € (verhandlungsabhängig). Fortbildungen erhöhen Perspektiven (z. B. verkürzte Physiotherapie-Ausbildung in 1,5 Jahren, IHK-Fitnessfachwirt, ggf. Studium)
Ausbildung zum Masseur und medizinischer Bademeister – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer
Die Masseur-Ausbildung ist bundeseinheitlich geregelt. Rechtliche Grundlage bildet die “Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister”. Voraussetzung für Ausbildung ist die gesundheitliche Eignung und mindestens ein Hauptschulabschluss, in manchen Einrichtungen auch die mittlere Reife. Teilweise kann außerdem ein Mindestalter von 16 Jahren oder ein Führungszeugnis verlangt werden. Die Vollendung des 16. Lebensjahres und ein Hauptschulabschluss sind Mindest-Voraussetzungen, um die Ausbildung aufnehmen zu können. Zum Teil wird auch ein Gesundheits- und Führungszeugnis verlangt. Neben diesen formalen Voraussetzungen sollte Interesse an medizinischen Themen und am Umgang mit Menschen bestehen. Körperliche Fitness, Geschicklichkeit und Einfühlungsvermögen sind ebenfalls gefragt.
Dauer und Gliederung der Ausbildung
Die Ausbildung wird an staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschulen durchgeführt und dauert insgesamt zweieinhalb Jahre. Sie ist so organisiert, dass zunächst eine zweijährige theoretische Ausbildung an der jeweiligen Berufsfachschule stattfindet. Sie wird mit einer Prüfung (Staatsexamen) abgeschlossen. Daran schließt sich ein halbjähriges Praktikum in einem Praxisbetrieb (Krankenhaus oder andere medizinische Einrichtung) an. Nach erfolgreicher Absolvierung darf die offizielle Berufsbezeichnung “Masseur und medizinischer Bademeister” geführt werden.
Die Ausbildung umfasst nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung einen Stundenumfang von 2.230 Stunden Theorie und 800 Stunden Praxis, der folgendermaßen aufgeteilt wird:
| Inhalt | Stunden |
| Theoretischer und praktischer Unterricht | |
| Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde | 40 |
| Anatomie | 240 |
| Physiologie | 90 |
| Allgemeine Krankheitslehre | 30 |
| Spezielle Krankheitslehre | 360 |
| Hygiene | 30 |
| Erste Hilfe und Verbandtechnik | 30 |
| Angewandte Physik und Biomechanik | 20 |
| Sprache und Schrifttum | 20 |
| Psychologie/Pädagogik/Soziologie | 60 |
| Prävention und Rehabilitation | 20 |
| Bewegungserziehung | 30 |
| Physikalisch-therapeutische Befundtechnik | 60 |
| Klassische Massagetherapie | 300 |
| Reflexzonentherapie | 150 |
| Sonderformen und Massagetherapie | 200 |
| Übungsbehandlung im Rahmen der Massage und anderer physikalisch-therapeutischer Verfahren | 150 |
| Elektro-, Licht- und Strahlentherapie | 150 |
| Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie | 150 |
| Zusätzliche Verteilung auf die genannten Fächer | 100 |
| Stundenzahl gesamt | 2.230 |
| Praktische Ausbildung | |
| Klassische Massagetherapie | |
| Reflexzonentherapie | |
| Sonderformen und Massagetherapie | |
| Übungsbehandlung im Rahmen der Massage und anderer physikalisch-therapeutischer Verfahren | |
| Elektro-, Licht- und Strahlentherapie | |
| Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie | |
| Stundenzahl gesamt | 800 |
Abschlussprüfung
Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, die aus drei Teilen besteht, in denen jeweils zu bestimmten Aufgabenbereichen Fragen beantwortet und Aufgaben bearbeitet werden müssen:
- Schriftlicher Teil: Insgesamt 120 Minuten im Bereich Berufs-, Gesetzes- und Sozialkunde und 180 Minuten im Bereich Prävention und Rehabilitation an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.
- Mündlicher Teil: Maximal 30 Minuten entweder einzeln oder in einer Kleingruppe in den Bereichen Anatomie und spezielle Krankheitslehre.
- Praktischer Teil: Maximal 20 Minuten entweder einzeln oder in einer Kleingruppe in den Bereichen physikalisch-therapeutische Befundtechniken und Übungsbehandlungen im Rahmen der Massage und anderer physikalisch-therapeutischer Verfahren.
Masseur und medizinischer Bademeister Ausbildung – Gehalt
Die Masseur-Ausbildung ist eine überwiegend schulische Ausbildung. Im Unterschied zur dualen Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb ist hier keine Vergütung vorgesehen. Das hat die Masseur-Ausbildung mit anderen schulisch orientierten Ausbildungen gemeinsam. Bei privaten Berufsfachschulen wird ggf. sogar ein Schulgeld von bis zu 500 Euro fällig oder es sind Lehrgangsgebühren zu zahlen. Auszubildende können bei Erfüllung der Voraussetzungen die BAföG-Förderung nutzen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Auch der KfW-Bildungskredit ist einsetzbar.
Etwas anders sieht es mit der Vergütung im anschließenden Praktikum aus. Hier kommt es auf die jeweilige Einrichtung an, ob und in welcher Höhe ein Gehalt gezahlt wird. Bei Praktikums-Betrieben im öffentlichen Sektor erfolgt üblicherweise eine Vergütung nach Tarif. Sie liegt in einer Größenordnung von 1.750 Euro im Monat.
Beruf Masseur und medizinischer Bademeister – Aufgaben und Tätigkeiten
Massagen, Bewegungstherapien, Packungen oder Inhalationen sind anerkannte Verfahren der medizinischen Heilbehandlung. Um sie sachgerecht auszuführen, bedarf es entsprechender Kenntnisse und auch praktischer Erfahrung. Genau darauf ist der Gesundheitsfachberuf “Masseur und medizinischer Bademeister” ausgerichtet. Die Bezeichnung “Bademeister” ist dabei nicht mit dem Bademeister im Schwimmbad zu verwechseln.
Masseure entwickeln auf der Basis ärztlicher Diagnosen oder von Kundenwünschen individuelle Behandlungspläne. Je nach Bedarf und Leiden kommen dabei unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Zielgerichtete Massagen einschließlich Bewegungstherapien und gymnastischen Verfahren bilden nur das “Kerngeschäft”. Daneben werden elektro-, strahlen- und thermotherapeutische Methoden angewendet, aber auch Bäder, Aufgüsse, Packungen und Inhalationen. Schon daraus wird deutlich, dass die Tätigkeit nach der Masseur-Ausbildung äußerst viele Facetten hat.
Neben der eigentlichen Massage-Tätigkeit kümmert sich der Masseur auch um die Vorbereitung und Funktionsfähigkeit der entsprechenden Behandlungsräume, Geräte und Hilfsmittel. Er dokumentiert den Behandlungsverlauf, erfasst Kunden- und Patientendaten. Auch die Abrechnung mit Krankenkassen und sonstigen Sozialversicherungen gehört zu seinem Aufgabengebiet. Ein Masseur ist daher auch administrativ tätig. Das gilt in besonderer Weise bei einer selbständigen Tätigkeit.
Typische Arbeitgeber
Ausgebildeten Masseuren eröffnet sich ein breites Berufs- und Tätigkeits-Spektrum. Die Beschäftigung erfolgt ganz überwiegend in Einrichtungen und Betrieben, die sich auf Gesundheit, Heilbehandlungen und Rehabilitation ausgerichtet haben. Typische Arbeitgeber in diesem Sinne sind Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Gesundheitszentren, Massagepraxen, Bäder und Saunen, Unternehmen und Einrichtungen im Bereich Sport, Fitness und Wellness. Die Ausbildung bietet Masseuren aber auch Perspektiven für eine spätere Selbständigkeit, zum Beispiel im Rahmen einer eigenen Massagepraxis.
Weiterbildung und weitere Perspektiven
Es gibt durchaus Möglichkeiten, sich als Masseur weiterzuentwickeln. Eine naheliegende Weiterqualifikation ist die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Mit dem Abschluss “Masseur und medizinischer Bademeister” ist die Physio-Ausbildung verkürzt und dauert nur eineinhalb Jahre. Eine andere Option ist die Weiterbildung zum Fitness-Fachwirt, die über die IHK läuft. Damit besteht die Chance, leitende Funktionen in Fitness-Einrichtungen zu übernehmen. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist sogar ein Studium möglich – zum Beispiel im Studiengang Sport- und Medizinpädagogik. Damit kann die Basis für eine spätere Lehrtätigkeit geschaffen werden.
Masseur und medizinischer Bademeister – Gehalt
Das Masseur Gehalt und wie viel ein Masseur verdient, hängt wesentlich vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Bei einem Berufsstart in einer öffentlichen oder kirchlichen Einrichtung gilt der TVöD bzw. finden die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) Anwendung. Im TVöD erfolgt eine Einordnung der Masseure und medizinischer Bademeister mit entsprechender Tätigkeit in die Entgeltgruppe 5. Einstiegs-Gehälter liegen hier in einer Größenordnung von 3.038 Euro. Bei längerer Beschäftigungsdauer steigt das Gehalt naturgemäß an, so dass bis zu 3.680 Euro nach TVöD verdient werden kann. Dieses Gehalt kann außerdem durch die Übernahme schwieriger Tätigkeiten und durch Fort- und Weiterbildungen ansteigen.
Die Entlohnung nach TVöD oder AVR ist aber nur ein grober Orientierungswert. Angesichts der Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten für Masseure besteht auch eine erhebliche Bandbreite bei den Gehältern. Außerhalb öffentlicher oder kirchlicher Arbeitgeber gelten zum Teil andere tarifvertragliche Bestimmungen oder es ist gar kein Tarifvertrag vorhanden. In diesem Fall ist das Masseur-Gehalt Verhandlungssache und die Gehaltsspanne ist entsprechend groß. In privaten Unternehmen liegt die Gehaltsrange zwischen 2.416 und 3.845 Euro. Bei Selbständigkeit wird der Verdienst im wesentlichen durch den eigenen “Markterfolg” bestimmt.
| Arbeitgeber | Gehalt |
| Öffentlich | 3.038 Euro bis 3.819 Euro |
| Kirchlich | 2.866 Euro bis 3.149 Euro |
| Privat | 2.419 Euro bis 3.845 Euro |
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zu Ausbildung Tätigkeit als Masseur
- Brauche ich für die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister das Abitur?
- Gibt es während der Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister ein Gehalt – und was kostet sie?
- Wie kann ich mich als Masseur und medizinischer Bademeister weiterentwickeln und mein Gehalt steigern?
Nein. Erforderlich für die Masseur-Ausbildung sind meist Hauptschulabschluss (teils mittlere Reife), gesundheitliche Eignung und Mindestalter 16; mitunter wird ein Führungszeugnis verlangt.
Die schulische Phase der Masseur-Ausbildung wird in der Regel nicht vergütet; private Schulen erheben teils Schulgeld. Finanzierung über Schüler-BAföG und ggf. KfW-Bildungskredit möglich. Das anschließende 6‑Monats‑Praktikum kann (v. a. im öffentlichen Dienst) vergütet werden, oft um ca. 1.750 €/Monat.
Naheliegend ist die verkürzte Weiterbildung zum Physiotherapeuten (ca. 1,5 Jahre). Weitere Optionen: IHK‑Fitnessfachwirt (Leitungsfunktionen), Studium (z. B. Sport‑/Medizinpädagogik). Tarifgebundene Arbeitgeber (TVöD/AVR), Zusatzqualifikationen und verantwortungsvollere Aufgaben wirken sich positiv auf das Einkommen aus.

