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praktischArzt Medizinische Berufe Atmungstherapeut/in

Atmungstherapeut/in – Weiterbildung, Beruf und Gehalt

Atmungstherapeut
Zuletzt aktualisiert: 05.03.2026
Themen: Medizinische Berufe
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Als Atmungstherapeut, auch Respiratory Therapist genannt, benötigt man umfangreiche klinische und anwendungsbezogene pflege-, therapie- und gesundheitswissenschaftliche Expertise der Atmungsorgane. Atmungstherapeuten können  im gesamten Fachgebiet der Pneumologie tätig sein. Unter der Aufsicht der zuständigen Ärzte übernehmen sie selbstständig die Betreuung und Therapie von zu beatmeten Patienten. Das Aufgabengebiet umfasst sowohl die Diagnose als auch Therapie, Pflege und Betreuung im klinischen als auch außerklinischen Bereich. Wie man Atmungstherapeut werden kann, wie die Tätigkeit konkret aussieht und was man als Atmungstherapeut verdient, all diese Fragen werden in folgendem Beitrag beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Voraussetzungen
  2. Dauer der Weiterbildung
  3. Weiterbildungsinhalte
  4. Gehalt und Kosten in der Weiterbildung
  5. Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag
  6. Gehalt mit Weiterbildung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Voraussetzung: Abgeschlossene Ausbildung in Pflege, Gesundheits- oder Therapieberuf und Berufserfahrung mit beatmeten Patienten
  • Dauer und Umfang: Berufsbegleitend, meist 12 bis 24 Monate; rund 700 bis 1.200 Lehrstunden
  • Inhalte: Klinische Medizin, Beatmung, Diagnostik, Atemwegsmanagement, Case Management
  • Abschluss: Zertifikat als Atmungstherapeut
  • Kosten: Etwa 5.000 bis 6.500 Euro
  • Gehalt: Abhängig von Vorqualifikation, Tarifbindung und Berufserfahrung; Schnitt 54.800 EUR brutto / Jahr

Ausbildung zum Atmungstherapeut – Voraussetzungen

Wer die Weiterbildung zum Atmungstherapeut durchführen möchte, benötigt in der Regel eine bereits abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, einem Gesundheits- oder Therapieberuf. Denn es handelt es sich um eine berufliche Weiterbildung und setzt medizinische Vorkenntnisse voraus. Somit ist die Weiterbildung zum Beispiel für Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten geeignet. Weiterhin benötigt man mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Versorgung von beatmeten Patienten. Examinierte Altenpflegekräfte müssen häufig eine zusätzliche Qualifikation in der Beatmungspflege nachweisen, bevor sie diese Weiterbildung durchführen können.

Unterschied Atmungstherapeut vs. Atemtherapeut

Der Atmungstherapeut ist eine medizinisch weitergebildete Fachkraft im Gesundheitswesen und arbeitet vor allem in Kliniken, Weaning-Zentren oder der außerklinischen Beatmungspflege. Die Tätigkeit setzt eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf sowie fundierte Kenntnisse in Beatmung, Diagnostik und klinischer Medizin voraus. Der Atemtherapeut hingegen ist kein geschützter medizinischer Beruf. Atemtherapie wird häufig im komplementär-therapeutischen oder naturheilkundlichen Kontext angewendet und erfordert in der Regel keine medizinische Ausbildung. Trotz ähnlicher Begriffe handelt es sich um klar voneinander abzugrenzende Tätigkeitsfelder.

Atmungstherapeut – Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten ist berufsbegleitend organisiert und beinhaltet je nach Anbieter zwischen 700 und 1200 Lehrstunden. Davon wird der Großteil der Stunden in Form eines Praktikums oder einer Hospitation absolviert. Zusätzlich kommen Theorieeinheiten, Selbststudium sowie Vor- und Nachbereitung hinzu. Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und erstreckt sich in der Regel über 12 bis 24 Monate, abhängig vom jeweiligen Bildungsträger und der berufsbegleitenden Organisation.

Atmungstherapeut Weiterbildung – Inhalte

Die Weiterbildung ist in vielen Fällen modular strukturiert und verbindet theoretische Inhalte mit praxisnahen Anteilen. Jedes Modul endet mit einer eigenständigen Leistungsüberprüfung. Diese erfolgt je nach Modul in Form einer schriftlichen Klausur, einer mündlichen Prüfung oder einer schriftlichen Ausarbeitung.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat als Atmungstherapeut. Die Weiterbildung kombiniert Präsenzunterricht, Workshops, Selbstlernphasen sowie praktische Einsätze. Zu den zentralen Weiterbildungsinhalten zählen unter anderem:

Weiterbildungsbereich Inhalte
Lernformate Präsenzphasen, Workshops, Selbststudium und praktische Erfahrungen
Wissenschaftliches Lernen Vermittlung von Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
Fallorientiertes und beziehungsgestaltendes Arbeiten Fokus auf patientenzentrierte Arbeit und den Aufbau therapeutischer Beziehungen
Klinische Grundlagen Grundwissen über Krankheiten und Störungen der Atmungsorgane
Atmungstherapeutische Maßnahmen Praktische Anwendung von Therapiemethoden und Techniken
Atmungstherapeutische Diagnostik Erlernen diagnostischer Methoden im Bereich der Atemtherapie
Medizintechnik & Hygiene Wissen über den Einsatz medizinischer Geräte und geltende Hygienestandards

Dabei werden Inhalte behandelt wie Case Management, Patientenüberleitung, Arbeitsrecht, Arbeitsschutz Ethik, Palliativmedizin, Wissenschaftliches Arbeiten, Hygiene, Ernährung und auch Rauchentwöhnung. Zum Bereich der Klinischen Medizin gehören zum Beispiel Anatomie und Physiologie, Säure-Basen-Haushalt, Kardiologie, Pneumologie, Neurologie, Beatmungsformen und Schmerzbehandlung. Atmungsspezifische Module sind zum Beispiel Atmungstherapeutische Behandlungsverfahren und Diagnostik. Dabei geht es um Themen wie Atemwegsmanagement/Trachealkanülenmanagement, Physiotherapie, Sekretmanagement, Pharmakologie, Thoraxdrainagen, NIV/High-Flow Jet Beatmung, FEES, Auskultation, Lungenfunktionsanalyse, Schlafdiagnostik, Anamnese und Untersuchung, sowie Radiologie und Sonographie.

Atmungstherapeut – Gehalt und Kosten in der Weiterbildung

Da es sich nicht um eine klassische Ausbildung, sondern um eine Weiterbildung handelt, findet keine Vergütung statt. Es fallen sogar Kosten, wie Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren, Kosten für Bücher und eventuelle Anfahrten zu den Weiterbildungsstätten an. Je nach Bildungsträger können die Lehrgangsgebühren zum Beispiel zwischen 5.000 Euro und 6.500 Euro betragen. Zusätzlich bestehen Fördermöglichkeiten, etwa das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (sbb), das engagierte Fachkräfte bei der Finanzierung beruflicher Weiterbildungen unterstützt.

Atmungstherapeut – Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag

Atmungstherapeuten sind am häufigsten in Weaning-Zentren und Lungenfachkliniken tätig. Weaning-Zentren haben sich auf die Therapie von Patienten spezialisiert, die Probleme mit der Entwöhnung von Beatmungsgeräten haben. Auf einer Intensivstation von nicht spezialisierten Krankenhäusern können Atmungstherapeuten ebenfalls eine Anstellung finden, dies ist allerdings eher selten der Fall. Teilweise können Atmungstherapeuten auch in der mobilen Pflege arbeiten. Aufgrund ihrer Spezialisierung wenden Atmungstherapeuten verschiedenste Methoden an. Sie benötigen Konzepte und Theorien klinischer Entscheidungsfindung und entwickeln Clinical-Reasoning-Fähigkeiten. In ihrem Arbeitsalltag wenden sie unterschiedliche Maßnahmen an, zum Beispiel:

  • Lungenfunktionsdiagnostik und -analytik
  • Röntgendiagnostik
  • Blutgasanalyse
  • Bronchoskopie
  • Sauerstofftherapie
  • Inhalationstherapie.

Im Kliniksetting werden neben der ambulanten Betreuung zahlreiche medizinische Aufgaben übernommen, darunter bei chronisch-respiratorischer Insuffizienz und bei der Rehabilitation von Personen, die eine Operation im Brustbereich hatten. Dazu zählt:

  • das selbstständige Durchführen diagnostischer Maßnahmen (Blutgasanalyse, Spirometrie, Polygraphie etc.)
  • die Ausführung und Überwachung von nicht-invasiver und invasiver Beatmung
  • selbstständiges Durchführen von Atemwegsmanagement (Kanülenauswahl, Kanülenpflege und Kanülenwechsel, Pflege und Wechsel von Tracheostoma, endotracheale Absaugung etc.)

Auf dem Weg der Besserung begleitet man als Atmungstherapeut Patienten bei der Beatmungsentwöhnung und macht sie mit atemphysiologischen rehabilitativen Maßnahmen, der Heimbeatmung oder sachgerechten Hilfsmittel- und Medikamentenanwendung, vertraut. Physiotherapeutische Behandlungstechniken sind ebenfalls Teil des Berufsfeldes.

Neben den typischen Aufgaben des Klinikalltags kommen viele weitere Aufgabenbereiche auf den Atmungstherapeuten zu, wie z.B.:

  • systemische und verhaltenstherapeutische Methoden der Tabakentwöhnung
  • Strategien des Case-Managements
  • Ernährungsmanagement
  • Entlassungsmanagement

Atmungstherapeut – Gehalt mit Weiterbildung

Das Gehalt als Atmungstherapeut kann recht unterschiedlich ausfallen, je nachdem wo man arbeitet und was man vor der Weiterbildung verdient hat. So gibt es Gehaltsunterschiede zwischen den Bundesländern Deutschlands und auch zwischen verschiedenen Regionen und Städten. Weiterhin hängt es davon ab, ob die Einrichtung nach Tarifvertrag vergütet oder nicht. Die Berufserfahrung spielt ebenfalls eine Rolle, da sie das Gehalt vor der Weiterbildung beeinflusst und somit ebenso das Gehalt nach der Weiterbildung. Ein Krankenpfleger mit viel Berufserfahrung, im Westen Deutschlands lebend, der in einer Klinik mit Tarifvertrag arbeitet, wird mithilfe der Weiterbildung wahrscheinlich weitaus mehr verdienen als ein Krankenpfleger, der noch relativ neu in dem Beruf ist, im Osten wohnt und in einem privaten Krankenhaus arbeitet.

In Einrichtungen des öffentlichen Dienstes erfolgt die Vergütung häufig nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Pflege (TVöD-P). Atmungstherapeuten mit entsprechender Fachweiterbildung und Erfahrung werden in der Regel über der Basis-Pflegefachkraft in Entgeltgruppe P 8 bis P 10. Häufig findet sich die Eingruppierung in P 9 oder P 10, besonders wenn sie auf Intensivstationen arbeiten, Aufgaben der Weaning-Begleitung übernehmen und intensivmedizinische Fachweiterbildungen mitbringen. Bei hoher Verantwortung (z.B. Koordination der Atmungstherapie im Klinikum, Bereichsleitung) ist eine Eingruppierung in P 12 oder höher möglich.

Entgeltgruppe 1 2 3 4 5 6
P16 - 5.097,32 € 5.278,39 € 5.820,78€ 6.464,70 € 6.748,74 €
P 15 - 4.992,50 € 5.149,06 € 5.540,47 € 6.008,91€ 6.187,80 €
P 14 - 4.876,97 € 5.029,76 € 5.411,69 € 5.930,62 € 6.025,31 €
P 13 - 4.761,46 € 4.910,45 € 5.282,90 € 5.551,83 € 5.621,28 €
P 12 - 4.530,37 € 4.671,80 € 5.025,33 € 5.242,50 € 5.343,51 €
P 11 - 4.299,33 € 4.433,17 € 4.767,77€ 4989,97 € 5.090,99 €
P 10 - 4.070,43 € 4.194,92 € 4.548,07 € 4.718,51 € 4.825,84 €
P 9 - 3.883,65 € 4.070,43 € 4.194,92 € 4.434,43 € 4.535,43 €
P 8 - 3.600,40€ 3.757,59 € 3.964,57 € 4.132,22 € 4.366,71 €
P 7 - 3.414,69 € 3.600,40€ 3.889,43 € 4.036,57 € 4.188,13 €
P 6 2.930,44€ 3.100,59 € 3.271,86 € 3.636,14 € 3.729,00 € 3.904,10 €
P 5 2.838,00€ 3.060,63 € 3.129,01 € 3.243,28 € 3.329,01 € 3.530,40€

Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026

Quelle: TVöD-P

Im Durchschnitt verdient ein Atemtherapeut circa 54.800 Euro brutto im Jahr. Dies entspricht einem Monatsgehalt von etwa 4.400 Euro.

Interesse an weiteren Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es in einer Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Häufige Fragen zu Atmungstherapeut

  1. Was ist ein Atmungstherapeut?
  2. Ein Atmungstherapeut ist eine speziell weitergebildete Fachkraft für die Versorgung von Patienten mit Atemwegs- und Beatmungsproblemen.

  3. Ist Atmungstherapeut dasselbe wie Atemtherapeut?
  4. Nein, Atmungstherapie ist eine medizinische Weiterbildung, Atemtherapie gehört meist zu komplementären oder therapeutischen Verfahren.

  5. Wie lange dauert die Weiterbildung zum Atmungstherapeut?
  6. Die Atmungstherapie-Weiterbildung dauert berufsbegleitend meist zwischen 12 und 24 Monaten, abhängig vom Bildungsträger.

  7. Was kostet die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten?
  8. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 5.000 und 6.500 Euro, Fördermöglichkeiten sind möglich.

  9. Wie hoch ist das Gehalt als Atmungstherapeut?
  10. Das Atmungstherapeut-Gehalt variiert je nach Vorqualifikation, Tarifbindung und Region und liegt häufig zwischen 3.900 und 5.000 Euro brutto monatlich. Das Durchschnittsgehalt liegt bei 4.400 Euro brutto monatlich.

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Redaktion
Antonia Knobel
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