
Die Ausbildung in der Podologie eröffnet einen geregelten Weg in einen medizinischen Gesundheitsfachberuf mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Podologen behandeln krankhafte Veränderungen am Fuß, arbeiten eng mit Ärzten zusammen und übernehmen eine wichtige Rolle in der Prävention. Die schulische Podologen-Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und kombiniert Theorie, Praxis und eine staatliche Prüfung. Die folgenden Abschnitte geben einen strukturierten Überblick über Voraussetzungen, Inhalte, Dauer, Aufgaben und Gehaltsperspektiven.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Dauer: 2 Jahre in Vollzeit, bis zu 4 Jahre in Teilzeit
- Voraussetzungen: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Ausbildungsform: Schulische Ausbildung an staatlich anerkannten Berufsfachschulen mit praktischer Ausbildung
- Abschluss: Staatliche Prüfung mit geschützter Berufsbezeichnung
- Gehalt: Etwa 2.550 bis 3.000 Euro brutto monatlich, abhängig von Region und Berufserfahrung
Podologie Ausbildung – Voraussetzungen
Die Ausbildung zum Podologen ist bundesweit einheitlich im “Gesetz über den Beruf des Podologen” geregelt (sogenanntes Podologengesetz, abgekürzt PodG). Als Zugangsvoraussetzung zur Podologie-Ausbildung wird ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) verlangt. Alternativ reicht auch ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die mindestens zwei Jahre gedauert hat.
Zusätzlich fordern viele Schulen vor Ausbildungsbeginn eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Einigung sowie teilweise ein Führungszeugnis. Gelernt wird an staatlich anerkannten Berufsschulen für Podologie. Die Ausbildung findet in der Regel schulisch statt.
Soft Skills
Wer Podologe werden will, sollte gerne mit Menschen zusammenarbeiten, kontaktfreudig, einfühlsam und verschwiegen sein. Elementar ist keine Scheu vor Füßen, Blut und krankhaften Veränderungen an Haut und Nägeln zu haben. Daneben sind auch Eigenschaften wie Beobachtungsgenauigkeit, Geschicklichkeit und Sorgfalt sehr wichtig. Sie spielen eine zentrale Rolle für die direkte Arbeit mit Patienten und bei der Hygiene von Arbeitsgeräten und Arbeitsräumen.
Podologie Ausbildung – Inhalt
An der Berufsfachschule stehen die Schulfächer Biologie, Chemie und Physik auf dem Stundenplan. Sie bereiten die Basis für das Erlernen diverser Krankheitsbilder und der damit verbundenen chemischen und physikalischen Vorgänge. Vertieft wird das Wissen durch Unterricht in den Bereichen Anatomie, Hygiene, Krankheitslehre, Mikrobiologie und Physiologie. Auszubildende lernen sämtliche medizinischen Probleme des Fußes kennen, darunter Nagelmissbildungen, Pilzerkrankungen und Verhornungen. Aber auch sekundäre Probleme des Fußes, die aufgrund von chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Schuppenflechten entstehen, werden thematisiert.
In Praxiseinheiten haben Auszubildende die Chance, Füße von Patienten zu untersuchen, pathologische Veränderungen zu erkennen und passende Behandlungsoptionen zu entwickeln und durchzuführen. Auszubildende erlernen alle Techniken, um Füße langfristig gesund zu halten, etwa spezielle Bäder, durchblutungsfördernde Massagen sowie physikalische Maßnahmen wie Druckentlastung und Spangentechniken. Darüber hinaus kommt die Prävention von Fußleiden in der Ausbildung nicht zu kurz.
Die folgende Tabelle gibt einen strukturierten Überblick über die Inhalte und die Stundenverteilung der Ausbildung gemäß der Ausbildungs- und Prüfungsordnung:
| Ausbildungsbereich | Unterrichtsfach / Ausbildungsort | Stunden |
|---|---|---|
| Theoretischer und praktischer Unterricht an der Berufsfachschule | Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde | 40 |
| Sprache und Schrifttum | 20 | |
| Fachbezogene Physik und Chemie | 60 | |
| Anatomie | 120 | |
| Physiologie | 60 | |
| Allgemeine Krankheitslehre | 30 | |
| Spezielle Krankheitslehre | 250 | |
| Hygiene und Mikrobiologie | 80 | |
| Erste Hilfe und Verbandtechnik | 30 | |
| Prävention und Rehabilitation | 30 | |
| Psychologie / Pädagogik / Soziologie | 60 | |
| Arzneimittellehre, Material- und Warenkunde | 120 | |
| Theoretische Grundlagen der podologischen Behandlung | 150 | |
| Fußpflegerische Maßnahmen | 150 | |
| Podologische Behandlungsmaßnahmen | 400 | |
| Physikalische Therapie im Rahmen der podologischen Behandlung | 100 | |
| Podologische Materialien und Hilfsmittel | 200 | |
| Frei verteilbare Stunden (schulabhängig) | 100 | |
| Summe Berufsfachschule | 2.000 | |
| Praktische Ausbildung | Klinik oder Ambulanz | 1.000 |
| Summe praktische Ausbildung | 1.000 | |
| Gesamtumfang der Ausbildung | Berufsfachschule und Praxis | 3.000 Stunden |
Podologie Ausbildung – Dauer
Die Ausbildung des Gesundheitsfachberufes kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden und dauert vollzeitlich zwei, teilzeitlich maximal vier Jahre. Mit dem Bestehen einer staatlichen Prüfung ist die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Das Podologengesetz sieht vor, dass die Berufsbezeichnung Podologe erlaubnispflichtig ist (§ 1 PodG). Die Bezeichnung „medizinischer Fußpfleger“ stellt keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung dar und ist dem Podologen nicht rechtlich gleichgestellt. Die Erlaubnis zur Führung des Titels wird erteilt, wenn:
- die Ausbildung erfolgreich beendet ist
- die gesundheitliche Eignung vorliegt
- Zuverlässigkeit demonstriert wurde
Wer die Erlaubnis nicht erhält, darf nur im kosmetischen Bereich als Fußpfleger arbeiten.
Gehalt in der Ausbildung zum Podologen
Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, erhält man als angehender Podologe keine Vergütung. An einigen Schulen können sogar Kosten für die Ausbildung anfallen, etwa Aufnahmegebühren, Schulgeld und Prüfungsgebühren. Es gibt jedoch auch Fördermöglichkeiten, die eine finanzielle Unterstützung liefern können für Auszubildende.
Wer die Podologie-Ausbildung im dualen System durchläuft, kann im ersten Ausbildungsjahr circa 649 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr circa 766 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 876 Euro brutto im Monat verdienen.
Beruf Podologe – Aufgaben und Tätigkeiten
Sofern keine ärztliche Anordnung vorliegt und der Patient direkt beim Podologen Rat sucht, gilt es mit einem geschulten Blick zu erkennen, welche medizinische Behandlungsmaßnahme für die vorliegende pathologische Veränderung zweckmäßig ist. Zu den häufigsten Fußproblemen gehören:
- eingewachsene Fußnägel
- Hühneraugen
- Pilzerkrankungen
- Verhornungen
- Warzen
- Missbildungen
- Entzündungen
- offene Wunden aufgrund von Diabetes
Behandlungen mit Nagelspangen und die Anfertigung von sogenannten Orthosen und Nagelprothesen runden zusammen mit vorbeugenden und pflegerischen Maßnahmen das podologische Dienstleistungsangebot ab. Oft erfordert die Behandlung auch eine Abstimmung mit Ärzten, Orthopäden und Orthopädieschuhmachern. Darüber hinaus ist man als Podologe zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet, um stets auf dem neusten Stand zu sein.
Arbeitsorte
Als Podologe arbeitet man im Angestelltenverhältnis in:
- Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken mit podologischer Abteilung
- Physiotherapiepraxen
- diabetischen Fußambulanzen
- podologischen Praxen
- in Privatwohnungen der Patienten
Außerdem können Podologen auf selbstständiger Basis in einer eigenen Praxis arbeiten. Zu den oben aufgeführten Dienstleistungen kommen dann noch administrative Tätigkeiten wie die Abrechnung mit den Krankenkassen, die eigene Buchführung oder Werbemaßnahmen.
Podologe – Gehalt
Fachkräfte in der Podologie werden in Deutschland dringend gesucht. Der steigende Versorgungsbedarf ergibt sich insbesondere aus der wachsenden Zahl chronisch erkrankter Menschen, vor allem Patienten mit Diabetes mellitus, die regelmäßig podologische Behandlungen benötigen. Entsprechend gelten die Berufsaussichten als stabil bis sehr gut.
Das durchschnittliche Bruttogehalt eines Podologen liegt je nach Region, Berufserfahrung und Arbeitszeit bei etwa 2.550 bis 3.000 Euro brutto im Monat. Podologen, die eine eigene podologische Praxis führen, können höhere Einkünfte erzielen, müssen jedoch laufende Kosten, Investitionen und unternehmerische Risiken berücksichtigen.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zur Ausbildung als Podolge
- Was macht ein Podologe?
- Welche Voraussetzungen gelten für die Podologie-Ausbildung?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Podologen?
- Ist die Ausbildung zum Podologen vergütet?




