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praktischArzt Medizinische Berufe Atemtherapeut/in

Atemtherapeut/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Atemtherapeut
Zuletzt aktualisiert: 03.09.2025
Themen: Medizinische Berufe
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Alltagsbelastungen, Krankheit und Stress können den normalen Atemfluss stören. Damit der Atem besser fließt, kann ein Atemtherapeut helfen. Die relativ unbekannte Atemtherapie richtet sich an Personen mit psychosomatischen Beschwerden, Leistungssportler sowie Menschen, die viel mit der Stimme arbeiten, wie Moderatoren, Musiker, Schauspieler und Synchronsprecher.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausbildung
  2. Gehalt
  3. Aufgaben und Tätigkeiten
  4. Gehalt

Atemtherapeut/in – Ausbildung

Bei der Ausbildung als Atemtherapeut handelt es sich um eine Weiterbildung. Nicht zu verwechseln ist diese mit der Weiterbildung zum Atmungstherapeut. Mit beiden Weiterbildungen spezialisiert man sich auf die Atmung, jedoch sind Atmungstherapeuten in der Regel gelernte Gesundheits- und Krankenpfleger, welche in Krankenhäusern Patienten mit Atembeschwerden behandeln. Atemtherapeuten helfen dagegen ein Bewusstsein für die Atmung zu schaffen und vermitteln Übungen zur Verbesserung der Atmung. So ist die Ausbildung zum Atemtherapeut meist von kürzerer Dauer und setzt andere Grundkenntnisse voraus.

Voraussetzungen

Eine bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Es gibt verschiedenste Anbieter für die Weiterbildung, in der Regel handelt es sich dabei um private Schulen. Zehn Bildungsträger in Deutschland haben sich aktuell im Berufsverband ATEM (BV-ATEM e. V.) zusammengeschlossen. Sie legen auch eigene Zugangskriterien für den Atemtherapeutenberuf fest. Teilweise können medizinische Vorkenntnisse, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Mindestalter vorausgesetzt werden. So dürfen sich Therapeuten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, zum Beispiel als Heilpraktiker, mit dieser Weiterbildung Atemtherapeut nennen. Teilnehmer ohne Heilerlaubnis können nach Abschluss der Weiterbildung als Atemberater tätig werden.

Dauer

Die Dauer der Weiterbildung als Atemtherapeut ist sehr unterschiedlich und kann von fünf Monaten bis zu einigen Jahren dauern. Insgesamt kann die Weiterbildung von 720 bis zu ca. 1.100 Unterrichtsstunden umfassen. Meist handelt es sich um einen berufsbegleitenden Bildungsgang. Die Weiterbildung kann als Teilzeitlehrgang oder in Wochenseminaren organisiert sein.

Inhalte

Während der Weiterbildung erwirbt man unter anderem folgende Kenntnisse:

  • anatomische und physiologische Grundlagen
  • Krankheitsbilder in der Atemtherapie
  • therapeutische Atemtechniken und verschiedene Verfahren der ganzheitlichen integrativen Atemtherapie
  • alternative Atemtechniken aus den Bereichen Yoga, Qi-Gong und Meditation
  • Anamneseverfahren (Kommunikations- und Interviewtechniken)
  • Berufskunde und Rechtliches zum Atemtherapeutenberuf
  • Gestaltung von atemtherapeutischen Seminaren und Einzelcoachings

Zusätzlich kann ein Praktikum obligatorischer Teil der Atemtherapie Ausbildung sein. Dieses kann beispielsweise in einer Praxis für Atempädagogik stattfinden.

Wissenswertes: Bewusste Atmung gehört seit über 3.000 Jahren als zentraler Baustein zu den Gesundheitslehren aus dem Fernen Osten. Im Rahmen der Physiotherapieausbildung ist die Atemtherapie ein Pflichtfach. Wird die Atemtherapie als Heilmittel von einem Arzt verordnet, übernehmen viele der privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Atemtherapeut/in – Ausbildung Gehalt

Wer sich als angehender Atemtherapeut in der Ausbildung befindet, erhält kein Gehalt. Die Weiterbildung wird nicht vergütet.

Zudem fallen während der Weiterbildung Kosten an (Lehrgangsgebühren, Fahrtkosten, Fachliteratur, Prüfungsgebühren etc.).

Atemtherapeut/in Beruf – Aufgaben und Tätigkeiten

Als Atemtherapeut mit Ausbildung machen sich die meisten mit einer eigenen Praxis selbstständig. Aber auch die Anstellung in einer etablierten Atempraxis oder einer Klinik (Rehabilitationsklinik oder Klinik mit naturheilkundlichem Ansatz) ist möglich, jedoch weit weniger üblich.

Der Berufsalltag in einer eigenen Praxis und in einer Klinik unterscheidet sich stark. In der eigenen Praxis stehen primär das Schärfen der Körperwahrnehmung der Patienten und das Anleiten von Menschen bei Übungen zur Verbesserung des Atemflusses im Vordergrund, um Wohlbefinden und Vitalität zu stärken.

Durch die Korrektur falscher Atemmuster können Beschwerden wie Bluthochdruck, hohe Infektanfälligkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Migräne oder Schmerzen und Verspannungen verbessert werden. Bei Lungenkranken (Asthma, Bronchitis, Mukoviszidose) kann die Atemtherapie die Lebensqualität verbessern. Berufen, die auf ihre Stimme angewiesen sind, kann ein Atemtherapeut dabei helfen, ihre Stimme zu kräftigen. Leistungssportler profitieren von einer guten Atmung, die in stressigen Wettkampfsituationen nicht immer optimal erfolgt. Auch bei Burnout, Depressionen und Panikattacken wird die Atemtherapie eingesetzt.

Darüber hinaus eignet sich die Atemtherapie für jeden Menschen, der sein Wohlbefinden und seine Vitalität verbessern möchte. Denn das bewusste Atmen fördert die Sauerstoffaufnahme in der Lunge, aktiviert und stärkt die Zwerchfellatmung, verbessert die Durchblutung des Körpers und der Organe und harmonisiert das vegetative Nervensystem. Damit kann ein Rückgang von Gefühlen der Erschöpfung und Müdigkeit, eine Stärkung der Konzentrationsfähigkeit und Verbesserung der Leistungsfähigkeit einhergehen. Der Berufsalltag in der Atemtherapie kann also sehr vielfältig aussehen, je nachdem welche Patienten in die Praxis kommen. Die Sitzungen in einer Atempraxis finden als Einzelcoaching oder Gruppenstunden statt.

Atemtherapeut/in – Gehalt

Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beläuft sich das Gehalt als Atemtherapeut im Mittelwert (Median) auf 3.374Euro. Zudem ergeben sich regionale Unterschiede für die Berufsgattung „Berufe in der Sprachtherapie – komplexe Spezialistentätigkeiten“, zu der auch der Beruf Atemtherapeut gezählt wird. Auch Gehaltsunterschiede zwischen kirchlichen, öffentlichen und privaten Arbeitgeber sind möglich. Insbesondere weil öffentliche und kirchliche Träger in der Regel nach Tarifverträgen zahlen und die Gehälter meist besser ausfallen als bei privaten Arbeitgebern ohne Tarifvertrag.

Im TVöD-P werden Atemtherapeuten in der Regel in die Entgeltgruppen P 9 oder P 10 eingeordnet, bei der Übernahme von besonders schwierigen Tätigkeiten auch in die Gruppe P 11. In kirchlichen Einrichtungen, beispielsweise der Diakonie, greifen die eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien, in denen Atemtherapeuten in die Entgeltgruppe 9 eingeordnet werden können. Die Gehälter fallen folgendermaßen aus:

Arbeitgeber Gehalt
Öffentlich 3.883 Euro bis 5.090  Euro
Kirchlich 4.497 Euro bis 5.308  Euro
Privat 2.816 Euro bis 3.934  Euro

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

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Redaktion
Florentina Blakaj
Autorin
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