
Die Mutter ist krank und kann sich nicht mehr um den Haushalt und die Familie kümmern – genau in solchen Situationen springt man als Haus- und Familienpfleger ein, ist Helfer in der Not und gibt vor allem für die ganz kleinen Schützlinge vollen Einsatz. Die Haus- und Familienpflege ist ein schöner und sinnvoller Beruf, bei dem man einen tollen Beitrag für Familien leistet.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Haus- und Familienpfleger/in – Kurzüberblick
- Berufsbild & Sinn: Haus‑ und Familienpfleger springen ein, wenn Eltern krank oder überlastet sind, übernehmen Haushalt, Kinderbetreuung und einfache Pflege – ein sehr naher, alltagspraktischer Beruf mit direktem Nutzen für Familien.
- Ausbildung & Dauer: Landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen, je nach Bundesland 2–3 Jahre mit viel Praxis (Lehrküche, Näh-/Bügelraum, häusliche Krankenpflege) und einjährigem Berufspraktikum; Abschluss mit staatlicher Prüfung.
- Voraussetzungen & Eignung: Meist mittlere Reife, teils Hauptschule + Praxis/Freiwilligendienst; oft ärztliches Attest und Führungszeugnis. Wichtig sind Empathie, Organisationstalent, Belastbarkeit, Verschwiegenheit und die Fähigkeit, Nähe mit professioneller Distanz zu verbinden.
- Aufgaben & Einsatzbereiche: Einsätze meist zu Hause bei Familien oder Einzelpersonen: Kochen, Putzen, Einkaufen, Kinderbetreuung, Unterstützung Pflegebedürftiger; Arbeit u. a. bei kirchlichen Trägern, Familienpflegediensten, Kitas, Altenhilfe – Fachkräfte sind stark gefragt.
- Gehalt & Perspektiven: Während der schulischen Ausbildung meist kein Gehalt (Ausnahme: praxisintegrierte Modelle mit Vergütung). Nach Abschluss ca. 3.216 bis 4.188 Euro brutto in öffentllichen/kirchlichen Einrichtungen, 2.728–4.227 Euro in privaten; attraktive Entwicklungswege über HOT‑Weiterbildung, Studium (z. B. Sozialpädagogik) oder Selbstständigkeit.
Haus- und Familienpfleger/in – Dauer der Ausbildung
Bei der Ausbildung als Haus- und Familienpfleger handelt es sich um eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung, die an Berufsfachschulen stattfindet. Sie dauert je nach Bundesland zwei bis drei Jahre und beinhaltet sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht.
Haus- und Familienpfleger/in – Voraussetzungen für die Ausbildung
Als Zugangsvoraussetzung wird meist die mittlere Schulreife (Realschulabschluss) verlangt. In einigen Bundesländern reicht auch ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit praktischer beruflicher Erfahrung. Stellenweise kann der Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr als Berufspraxis angerechnet werden. Ein Praktikum im sozialen Bereich ist immer zu empfehlen.
Je nach Berufsfachschule können weitere Voraussetzungen oder Eignungstests dazukommen. In der Diakonie wird beispielsweise ein Mindestalter von 17 Jahren festgesetzt. Teilweise wird auch ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung und ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.
Zu den persönlichen Eignungskriterien gehören Offenheit gegenüber Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Flexibilität, Organisationstalent, Geduld, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, guter Umgang mit Problemen Anderer, Verschwiegenheit und die Rolle einer Vertrauensperson einnehmen zu können. Wichtig ist auch eine gewisse Distanz, damit Probleme der Patienten nicht mit nach Hause genommen werden.
Ausbildung Haus- und Familienpfleger/in – Inhalt
In der Berufsschule wird in den ersten beiden Ausbildungsjahren zuerst Theorie gepaukt, mit 1.800 Stunden Unterricht und 1.200 bis 1.500 Stunden fachpraktischer Unterweisung. Dazu gehören Fächer wie Wirtschaftslehre des Haushalts, Ernährungslehre, Gesundheits- und Krankheitslehre, Gesprächsführung, Pädagogik, Psychologie, Berufskunde und Rechtslehre aber auch einige allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Ethik/Religion, Sozialkunde und Wirtschaft. Der Fokus der Ausbildung als Haus- und Familienpfleger liegt aber auf der Praxis. So wird sichergestellt, dass sich jeder angehende Haus- und Familienpfleger die hauswirtschaftlichen und pädagogischen Fähigkeiten und Kompetenzen aneignet. Dafür steht Unterricht in der Lehrküche sowie im Näh- und Bügelzimmer auf dem Stundenplan. Auch die häusliche Krankenpflege wird geübt. Die in der Berufsschule gewonnenen Kenntnisse werden im Rahmen eines einjährigen Berufspraktikums im dritten Ausbildungsjahr angewandt.
Beendet wird die Ausbildung als Haus- und Familienpfleger mit einer staatlichen Abschlussprüfung, die aus einem praktischen, einem mündlichen und einem schriftlichen Teil besteht. Der schriftliche Teil besteht aus einer Klausur in den Fachbereichen Hauswirtschaft, Pädagogik und Psychologie, Säuglings-, Kinder- und Krankenpflege und Sozialkunde. Es werden entweder ein vorgegebenes Thema dargestellt oder stichwortartig Fragen beantwortet. Im mündlichen werden mindestens zwei der genannten Fachbereiche geprüft. Im fachpraktischen Teil müssen verschiedene Aufgaben erledigt werden, darunter zum Beispiel Erste Hilfe, Beschäftigungslehre und Anleitung oder Kinderbetreuung. Dieser Teil dauert insgesamt fünf Stunden.
Mit der Ausbildung kann man nicht nur in der Familienpflege, sondern in zahlreichen Bundesländern auch in der Altenpflege arbeiten.
Praxisintegrierte Ausbildung
Spezialisierungen für Haus- und Familienpfleger/in
Nach der Ausbildung bestehen zahlreiche Optionen zur Spezialisierung (beispielsweise auf Kinderbetreuung) und Weiterqualifikation. Allen voran die HOT-Weiterbildung (HOT steht für Haushalts- und Organisationstraining), die für besonders schwierige Fälle qualifiziert, bei denen die Familien mit dem Haushalt oder den Kindern völlig überfordert sind. Als ambitionierter Haus- und Familienpfleger ist ein Studium der Sozialpädagogik denkbar. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Unternehmen für hauswirtschaftlich-soziale Dienstleistungen ist möglich.
Haus- und Familienpfleger/in Ausbildung – Gehalt
Leider muss man während der Ausbildung als Haus- und Familienpfleger auf ein Gehalt verzichten. Das ist bei schulischen Ausbildungen wie dieser der Normalfall.
Beruf Haus- und Familienpfleger/in – Aufgaben und Tätigkeiten
Der Arbeitsalltag als Haus- und Familienpfleger ist vielfältig und abwechslungsreich. Deshalb gehört Flexibilität zu diesem Beruf dazu. Immer wenn ein Notruf kommt, fährt man als Haus- und Familienpfleger direkt zum Patienten, verschafft sich einen Eindruck von der Situation und erstellt einen Arbeitsplan. Die Aufgaben im Haushalt sind umfangreich und können Kochen, Putzen, Bügeln, Einkaufen, Kinderbetreuung und Krankenpflege umfassen. In der klassischen Familienpflege dauern die Einsätze maximal zwei Wochen, etwa wenn eine Mutter krank oder hochschwanger ist und sich nicht ausreichend um den Haushalt und die Kinder kümmern kann. Es kommt aber auch vor, dass kinderlose Einzelpersonen, Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranke betreut und versorgt werden. Wie viel Zeit bei einem Patienten oder einer Familie verbracht wird, ist unterschiedlich. Es können nur drei oder ganze sechs Stunden am Tag sein.
Beschäftigung findet man bei kirchlichen Wohlfahrtsverbänden, in Kindergärten, in der Familienhilfe, bei ambulanten Familienpflegediensten oder in Altenheimen. Die Einsätze erfolgen bei Privatpersonen. Insgesamt ist man als Haus- und Familienpfleger eine gesuchte Fachkraft. Denn es gibt immer mehr Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Darunter auch Personen, die erst kürzlich aus Krisengebieten nach Deutschland gekommen sind.
Haus- und Familienpfleger/in – Gehalt
Als ausgelernter Haus- und Familienpfleger verdient man bei einer öffentlichen oder kirchlichen Einrichtung zwischen 3.216 Euro und 4.188 Euro brutto pro Monat, je nach Berufserfahrung. Das Gehalt steigt mit den Aufgaben (beispielsweise als Teamleitung). Zudem gibt es Zuschläge für Nacht- und Sonntagseinsätze.
Bei privaten Einrichtungen ist ein Gehalt zwischen 2.728 Euro und 4.227 Euro monatlich möglich. Private Einrichtungen sind nicht an Tarifverträge gebunden, weswegen das Gehalt stärker schwanken kann. Grundsätzlich kann der Verdienst dann aber frei verhandelt werden.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.




