
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen bieten Berufe in der Kranken- und Altenpflege auch in Zukunft eine gute und sichere berufliche Perspektive. Der Bedarf an Gesundheits- und Krankenpfleger ist bereits jetzt nicht gedeckt und wird in der nächsten Zeit noch stärker ansteigen. Engagierte Pflegekräfte finden in Anstellung oder Selbstständigkeit ein dankbares und sicheres Arbeitsumfeld, das allerdings eine gute körperliche und seelische Belastbarkeit erfordert. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege, nennen Verdienstmöglichkeiten und zeigen berufliche Perspektiven auf.
Inhaltsverzeichnis
Ausbildung Gesundheits- und Krankenpfleger – Voraussetzungen, Dauer und Aufbau
Um den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers erlernen zu können, ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein gleichwertiges ausländisches Zeugnis erforderlich. Diesen Schulabschluss erreicht man in Deutschland nach zehnjähriger Schulzeit auf der Real- oder Gesamtschule sowie dem Gymnasium. Hauptschüler haben ebenfalls die Gelegenheit auf eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, sofern sie einen Hauptschulabschluss und eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können. Ausgebildeten Krankenpflegehelfern und -helferinnen steht eine entsprechende Weiterqualifizierung ebenfalls offen. Auch ein Attest zur gesundheitlichen Eignung und teilweise eine schriftliche Aufnahmeprüfung kann verlangt werden.
Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger erfolgt an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung, die durch Praxisphasen in Krankenhäusern, größeren Arztpraxen oder anderen medizinischen Einrichtungen ergänzt wird.
Die Ausbildung wird mit einer Abschlussprüfung beendet, die sich aus einem praktischen, einem mündlichen und einem schriftlichen Teil zusammensetzt. Die Prüfung wird von einem staatlichen Prüfungsausschuss abgenommen und ihre Inhalte sind genau in der jeweils geltenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung festgelegt.
Während der dreijährigen Ausbildung lernen die Auszubildenden, wie man kranke Menschen fachgerecht betreut. Hierzu gehören Wundversorgung mit Schienen und Verbänden, die Assistenz bei kleineren Eingriffen und Untersuchungen sowie die Anleitung des Patienten zur Selbsthilfe. Hierzu ist das Erlernen aller wichtigen Pflegetechniken, die genaue Kenntnis von Anatomie und Physiologie aber auch Grundzügen der Psychologie notwendig, da Gesundheits- und Krankenpfleger nicht selten in Krisen und Konfliktsituationen besonnen handeln müssen.
Generalistische Pflegeausbildung
Die generalistische Pflegeausbildung besteht seit 2020 und vereint die Bereiche Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege in der Ausbildung zur Pflegefachkraft. Sie bereitet auf die Pflege und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen und in unterschiedlichen Lebenssituationen vor. Dabei lernen Auszubildende sowohl in der Praxis als auch in der Theorie, Patienten ganzheitlich zu versorgen, ihre Selbstständigkeit zu fördern und bei der Genesung zu unterstützen. Eine Spezialisierung in einem Bereich ist im dritten Ausbildungsjahr möglich. Ziel ist es, vielseitig qualifizierte Pflegefachkräfte auszubilden, die flexibel in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens eingesetzt werden können.
Ausbildung Gesundheits- und Krankenpfleger – Inhalte
Während der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachkraft werden allgemein folgende Inhalte beziehungsweise Einsätze der Auszubildenden festgelegt:
| Inhalt | Stunden |
| Theoretischer Unterricht | |
| Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren | 1.000 h |
| Kommunikation und Beratung personen- und situationsorientiert gestalten | 280 h |
| Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen systemischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten | 300 h |
| Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien reflektieren und begründen | 160 h |
| Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen reflektieren und begründen | 160 h |
| Freie Verteilung | 200 h |
| Gesamt | 2.100 h |
| Praktischer Unterricht | |
| Orientierungseinsatz beim Träger der praktischen Ausbildung | 400 h |
| Pflichteinsätze in der allgemeinen Akutpflege in stationären Einrichtungen, zum Beispiel im Krankenhaus | 400 h |
| Pflichteinsatze in der Langzeitpflege in stationären Einrichtungen, zum Beispiel im Pflegeheim | 400 h |
| Pflichteinsätze in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege, zum Beispiel bei einem ambulanten Pflegedienst | 400 h |
| Pflichteinsätze in speziellen Bereichen der pädiatrischen Versorgung, zum Beispiel im Kinderkrankenhaus | 120 h |
| Pflichteinsätze in speziellen Bereichen der allgemein-, geronto-, kinder- oder jugendpsychiatrischen Versorgung, zum Beispiel in einer psychiatrischen Klinik | 120 h |
| Weitere Einsätze, zum Beispiel im Hospiz, Beratungsstellen | 160 h |
| Vertiefungseinsatz, letzter Einsatz beim Träger der praktischen Ausbildung | 500 h |
| Gesamt | 2.500 h |
Im letzten Ausbildungsdrittel kann die Spezialisierung zum Gesundheits- und Krankenpflegers ausgewählt werden, in der beispielsweise folgende Tätigkeiten erlernt und ausgeführt werden:
- Aufbau des menschlichen Körpers (Anatomie)
- Vorbeugung von Krankheiten, Diagnose und Behandlung sowie Ursache von Krankheiten
- Ablauf der Geburt von Kindern und Kindesentwicklung während der Schwangerschaft (insbesondere in der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester / -pfleger)
- Durchführen von Pflegetechniken wie Wundversorgung
- Durchführung von Blutdruckmessungen
- Durchführung von Injektionen (z.B. subkutane Injektion und intramuskuläre Injektion)
- Legen von Infusionen
- Vorbereitung von Röntgenuntersuchungen und Durchführung von Blutabnahmen
- Erste-Hilfe-Leistung in Notfällen
- Assistenz von Ärzten wie Assistenzarzt und Facharzt bei Visiten, ärztlichen Behandlungen und Operationen
- Aufnahme und Verlegung von Patienten
- Einbezug des sozialen Umfeldes des Patienten in die Behandlung
- Erstellung Pflegepläne und -dokumentation
Da die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger naturgemäß einen sehr hohen Anteil naturwissenschaftlicher Inhalte hat, sind gute Leistungen in den Fächern Chemie, Biologie und Physik für einen erfolgreichen Abschluss der Berufsfachschule von Vorteil. Daneben sollten Auszubildende im Pflegeumfeld über folgende persönliche Stärken (sog. soft skills) verfügen:
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Eigeninitiative
- Entscheidungsfreudigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Gefahrenbewusstsein
- Psychische Stabilität
- Verschwiegenheit
- Einfühlungsvermögen
Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung Gehalt
Das Ausbildungsgehalt für Gesundheits- und Krankenpfleger ist für die unterschiedlichen Ausbildungsjahre gestaffelt und unterscheidet sich geringfügig von Bundesland zu Bundesland.
In staatlichen Einrichtungen, zum Beispiel in einem öffentlichen Krankenhaus, wird die Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag (TVAöD-Pflege) in folgender Höhe ausgezahlt:
| Ausbildungsjahr | Gehalt nach TVAöD-Pflege |
| 1. Ausbildungsjahr | 1415,69 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1477,07 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1578,38 Euro |
Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026
Der Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger – Tätigkeiten und Alltag
Der Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers hat nicht schon immer diese Bezeichnung. Insbesondere im Volksmund ist der Beruf bis heute einfach nur als Krankenpfleger oder Krankenschwester bekannt.
Wie es der Name des Berufs schon sagt, ist im Berufsalltag die Hauptaufgabe die Pflege und die Betreuung von Patienten, meistens in Krankenhäusern oder in Kliniken. Im Rahmen der Betreuung überwachen die Gesundheits- und Krankenpfleger genau wie die Ärzte den Gesundheitszustand der Patienten. Die Pflegeaufgabe besteht darin, entsprechend nach den Anweisungen des diensthabenden Arztes selbst Behandlungsmaßnahmen durchzuführen, die Behandlung des Arztes vor- und nachzubereiten oder den Arzt bei seiner Behandlung zu assistieren.
Konkrete Pflege- und Behandlungsmaßnahmen sind beispielsweise die folgenden:
- Fieber messen
- Blutdruck messen
- Puls messen
- Medikamente verabreichen
- Wunden versorgen
- Verbände anlegen
- Schienen anlegen
- Punktionen durchführen
- Infusionen verabreichen
- Bluttransfusionen durchführen
Daneben gehört zu dem Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers auch der bürokratische Teil. In diesem müssen entsprechend die Pflegemaßnahmen dokumentiert und beispielsweise Pflegepläne erstellt werden.
Gesundheits- und Krankenpfleger Gehalt
Gesundheits- und Krankenpfleger finden bei einer Vielzahl von Arbeitgebern eine Beschäftigung. Diese können dem privaten, öffentlichen oder kirchlichen Bereich angehören. Dementsprechend gibt es große Unterschiede im Krankenpfleger Gehalt.
Beschäftigte in öffentlichen Krankenhäusern unterliegen zumeist einem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Im Rahmen dessen können Berufseinsteiger mit einem Jahresgehalt ab etwa 40.968 EUR rechnen. Mit Weiterqualifizierungen und Übernahme von Führungspositionen lassen sich während der Berufslaufbahn monatliche Bruttogehälter bis zu 4.536 EUR erzielen. Zusätzlich werden Nachtschichten und Wochenenddienste mit Zuschlägen vergütet.
Private Pflegedienste unterliegen in der Regel nicht dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, zahlen also mitunter deutlich weniger Gehalt. Mehr dazu und ausführliche Infos inklusive Tariftabellen unter Krankenschwester Gehalt.
| Arbeitgeber | Gehalt |
| Öffentlich | 3.414 Euro bis 4.535 Euro |
| Kirchlich | 3.761 Euro bis 4.858 Euro |
| Privat | 3.870 Euro bis 4.849 Euro |
Stellenangebote Gesundheits- und Krankenpfleger
Es besteht ein sehr großer Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, weshalb Gesundheits- und Krankenpfleger in nahezu allen Pflegebereichen gesucht werden. Interessante Stellenangebote für Gesundheits- und Krankenpfleger bieten große Jobbörsen wie Medi-Karriere.de
Gesundheits- und Krankenpfleger finden nach ihrer Ausbildung eine Tätigkeit in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, orthopädischen Kliniken, Behinderteneinrichtungen, Wohnheimen, Rehakliniken und größeren Arztpraxen. Tätigkeiten in der ambulanten und der stationären Pflege sind bei all diesen Arbeitgebern möglich. Wochenend- und Nachtdienste sind die Regel, Krankenhäuser arbeiten immer im Schichtbetrieb, sodass hier mit Nachtarbeit gerechnet werden muss.
Wer sich schon vor der Ausbildung auf eine Tätigkeit in einem bestimmten Bereich festlegen möchte, kann durch die Auswahl der passenden Berufsfachschule seinen Berufseinstieg als Gesundheits- und Krankenpfleger deutlich vereinfachen. Ein weiteres Tätigkeitsfeld stellt die Arbeit in einem ambulanten Pflegedienst dar. Hier stehen vor allem Hausbesuche bei älteren pflegebedürftigen Menschen im Vordergrund.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.




