Alltagsbegleiter Betreuungsassistent Ausbildung Beruf Und Gehalt

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Der Bedarf an Alltagsbegleitern und Betreuungsassistenten steigt. Deutschlands Gesellschaft altert – höhere Lebenserwartung und die Umkehrung der Alterspyramide gehen mit einem immer größeren Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung einher. Mit dem Alter kommen körperliche Gebrechen und Einschränkungen bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Viele ältere Menschen sind heute alleinstehend. Gut wenn dann ein Alltagsbegleiter zur Seite steht – für kleine Verrichtungen zur Bewältigung des Alltags oder einfach für eine gute Gesellschaft und eine Freude machende Beschäftigung. Ein fordernder, aber auch erfüllender Beruf, der in folgendem Artikel vorgestellt wird.

Inhalt

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Ausbildung Voraussetzungen

Es gibt keine bundeseinheitlich geregelte gesetzliche Ausbildung für Betreuungskräfte und auch keine einheitliche Berufsbezeichnung. Der Beruf trögt unter anderem die Bezeichnungen Alltagsbegleiter, Betreuungsassistent, Betreuungskraft, Pflege- und Betreuungskraft, Fachkraft für Betreuung und weiteren bekannt.

In stationären Pflegeeinrichtungen gilt eine einheitliche Rahmenrichtlinie des GKV-Spitzenverbandes (Betreuungskräfte-RL – Betreuungskraft nach § 43b, 53c SGB XI). Ansonsten legen die Bildungsträger die Ausbildungsdauer, -inhalte und -voraussetzungen weitgehend eigenständig fest – den Anforderungen des Marktes entsprechend. Zum Teil wird eine abgeschlossene Berufsausbildung, berufliche Vorbildung oder einschlägige Berufserfahrung verlangt. Formal gefordert sind ggf. Nachweise der gesundheitlichen Eignung (ärztliches Attest), eines Erste-Hilfe-Kurses sowie eines Führungszeugnisses.

Grundsätzlich gilt: um den Beruf auszuüben, kommt es weniger auf schulische Bildung als auf Sozialkompetenz und physische wie psychische Belastbarkeit an. Auch Talent zur Lösung praktischer Probleme ist hilfreich. Folgende Eigenschaften zeichnen Alltagsbegleiter bzw. Betreuungsassistenten aus:

  • eine positive Einstellung zu kranken, behinderten und alten Menschen
  • Empathie
  • Phantasie, Kreativität und Flexibilität
  • unbedingte Zuverlässigkeit
  • Beobachtungsgabe, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit (verbal- und nonverbal)
  • Gelassenheit bei verhaltensbedingten Besonderheiten der betreuten Menschen

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Ausbildung Dauer

Die Ausbildung findet als Lehrgang an Berufsfachschulen statt und ist auf ein bis sechs Monate angelegt – je nachdem, ob die Qualifizierung in Vollzeit, in Teilzeit oder im Fernunterricht erfolgt. Bei Betreuungskräften gemäß der GKV-Rahmenrichtlinie besteht die Ausbildung aus einem Orientierungspraktikum (40 Stunden), einer Qualifizierungsmaßnahme (160 Stunden) und regelmäßigen Fortbildungen während der Betreuungstätigkeit.

Das Orientierungspraktikum wird vor der eigentlichen Ausbildung absolviert. Es dient vor allem der kritischen Selbstprüfung. Interessenten sollen feststellen, ob die Aufgabe ihnen wirklich liegt. Die Qualifizierungsmaßnahme besteht aus einem Basiskurs (100 Stunden) und einem Aufbaukurs (60 Stunden), in dem wesentliche Kenntnisse zur Betreuungsarbeit in stationären Pflegeeinrichtungen vermittelt werden. Zwischen Basiskurs und Aufbaukurs liegt ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum. Die Fortbildung umfasst mindestens 16 Stunden jährlich und dient der Wissensaktualisierung sowie der beruflichen Reflexion. Qualifizierungsmaßnahmen außerhalb der Betreuungskräfte-RL sind vergleichbar organisiert.

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Ausbildung Inhalte

In der Ausbildung wird das erforderliche theoretische Wissen vermittelt.

Wesentliche Lehrinhalte sind:

  • Basiskenntnisse über Demenzerkrankungen, psychische Erkrankungen und geistige Behinderungen. Auch typische Alterskrankheiten wie Diabetes oder degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparats werden behandelt;
  • Grundlagen der Kommunikation und Interaktion, insbesondere im Umgang mit betreuten Menschen;
  • Basiskenntnisse bei Pflege, Pflegedokumentation und Hygiene. Konkrete Themen: wie ist Hilfe bei der Nahrungsaufnahme möglich, Umgang mit Inkontinenz, Schmerzen, Wunden usw.

Darüber hinaus stehen weitere Fächer auf dem Lehrplan. Hier eine kleine Auswahl:

  • Rechtskunde (vermittelt wird juristisches Grundlagenwissen, soweit für die Betreuungstätigkeit relevant
  • Hauswirtschaft und Ernährungslehre inkl. Diätologie
  • Beschäftigung und Freizeitgestaltung für betreute Menschen
  • Bewegung für Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Zusammenarbeit mit den an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen/Institutionen

Es gibt keinen allgemeinen staatliche anerkannten Ausbildungsabschluss, dementsprechend auch keine allgemeine Berufsbezeichnung. Neben der Bezeichnung Alltagsbegleiter und Betreuungsassistent findet man zum Beispiel auch Pflege- und Betreuungskraft, Fachkraft für Betreuung, Senioren-Assistent und weitere.

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Ausbildungsvergütung

Die Ausbildung zur Betreuungskraft wird nicht vergütet. Es handelt sich um eine schulische Qualifikation, nicht um eine duale Ausbildung. Oft fallen noch Gebühren an – zum Beispiel Prüfungsgebühren und/oder Lehrgangsgebühren -, außerdem Kosten für Lehrmittel, ggf. auch für An- und Abreisen sowie für Unterkunft. Es gilt also, zunächst in den Beruf zu investieren.

Wer das nicht (ausschließlich) aus eigener Kraft finanziell stemmen kann, darf sich zumindest Hoffnung auf öffentliche Förderung machen. In Betracht kommt Bafög: bei Erfüllung der Voraussetzungen (keine Überschreitung der Einkommens- und Vermögensgrenzen, Start als erste Ausbildung vor Vollendung des 30. Lebensjahres) besteht Anspruch auf Bafög-Zuschüsse. Die Höhe wird individuell festgelegt.

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Berufsalltag – Aufgaben und Tätigkeiten

Alltagsbegleiter und Betreuungsassistenten arbeiten sowohl in ambulanten als auch in stationären Betreuungseinrichtungen, gelegentlich auch als Hausangestellte in Privathaushalten oder Wohngemeinschaften.

Typische Arbeitgeber sind Altenheime, Alten- und Behindertenwohnheime, Pflegeheime oder ambulante soziale Dienste. Auch entsprechend engagierte Beratungsstellen, Selbsthilfeeinrichtungen, Verbände und Organisationen bieten Beschäftigung. Eine selbständige Tätigkeit ist grundsätzlich möglich, aber eher die Ausnahme. Die Alltagsbegleitung und Betreuung lässt sich gut als Teilzeitbeschäftigung organisieren und eignet sich daher für die Verbindung von Familie und Beruf.

Den Alltag der betreuten Menschen abwechslungsreich, motivierend und bunt zu gestalten – das ist die Hauptaufgabe von Alltagsbegleitern und Betreuungsassistenten. Singen, malen, basteln, Spazierengehen, ein gemeinsamer Museums- oder Ausstellungsbesuch oder einfach ein gutes Gespräch – auch im hohen Alter und mit Einschränkungen tut es Menschen gut, aktiv zu bleiben und kreativ gefordert zu werden. Darum kümmern sich Alltagsbetreuer.

Sie übernehmen auch kleine Besorgungen, Verrichtungen im Haushalt, administrative Angelegenheiten und gesundheitliche Versorgungsaufgaben, wenn „Not am Mann oder der Frau“ ist. Ein Alltagsbetreuer ist allerdings weder Haushaltshilfe, noch ausgebildete Pflegekraft und kann beides nicht ersetzen.

Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent – Gehalt

Reich werden kann man mit der Betreuung sicher nicht. Dafür bietet der Beruf eine sinnstiftende erfüllende Tätigkeit, die auch viel Freude machen kann. Allgemeinverbindliche Aussagen zum Gehalt sind angesichts des nicht ganz fest umrissenen Berufsbildes schwierig.

Ein großes deutsches Jobportal nennt als Gehaltsspanne 20.400 Euro bis 28.400 Euro mit einem Durchschnittswert von 25.200 Euro. Auf Monatsbasis bewegt sich der Verdienst demnach zwischen 1.700 Euro und knapp 2.400 Euro.

An Standorten in Großstädten und Ballungsgebieten wird mehr gezahlt, dafür sind auch die Lebenshaltungskosten höher. Auch Berufserfahrung wirkt sich positiv auf das Gehalt aus. Aufstiegschancen bietet die Tätigkeit als Alltagsbegleiter bzw. Betreuungsassistenz nicht – es sei denn durch berufliche Selbständigkeit. Durch Weiterqualifizierung ist aber der Zugang zu besser dotierten Tätigkeiten möglich.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.