
Die KW 33 vom 10. bis 16. August 2026 brachte neue Daten zu den gesundheitlichen Folgen des Hitzesommers. Daneben standen die langfristige Bindung durch die Landarztquote, eine regionale Ärztetarifrunde und unmittelbar bevorstehende Termine für Studienbewerber und Medizinstudenten im Fokus. Der Wochenrückblick ordnet ein, was die Entwicklungen für Ärzte, Assistenzärzte und den medizinischen Nachwuchs bedeuten.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste der KW 33 in Kürze
- Das RKI schätzt rund 12.500 hitzebedingte Sterbefälle bis Anfang August.
- In NRW sind 17 Klagen gegen Verpflichtungen aus der Landarztquote anhängig.
- Die Ärztetarifverhandlungen in Delitzsch und Eilenburg wurden vertagt.
- Die letzte TMS-Anmeldephase läuft, das Herbst-Physikum steht bevor.
RKI erhöht Schätzung auf rund 12.500 Hitzetote
Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass Hitzeperioden in Deutschland bis zum 2. August 2026 zu rund 12.500 zusätzlichen Sterbefällen geführt haben. Allein für die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni geht das Institut von etwa 9.600 Fällen aus. In Baden-Württemberg entfielen demnach rund 2.680 Sterbefälle auf Hitze, in Hessen etwa 1.710.
Dabei handelt es sich nicht um einzeln ärztlich festgestellte Todesfälle. Das RKI berechnet die hitzebedingte Mortalität mit einem statistischen Modell aus den Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamts und den Temperaturdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes. Die Schätzungen besitzen Unsicherheitsintervalle und können sich durch Nachmeldungen oder methodische Aktualisierungen verändern. Das RKI bezeichnet die Ergebnisse als konservative Schätzung.
Für Ärzte in Kliniken und Praxen unterstreichen die Daten die Bedeutung strukturierter Hitzeprozesse. Dazu gehören die frühzeitige Identifikation älterer und chronisch kranker Risikopatienten, die Kontrolle hitzesensibler Arzneimitteltherapien sowie klare Abläufe bei Exsikkose, Kreislaufproblemen und akuter Überwärmung. Auch Arbeitsorganisation, Raumtemperaturen und Personalplanung werden bei längeren Hitzeperioden relevant. Fachliche Karrierewege bietet unter anderem die Weiterbildung in Hygiene und Umweltmedizin; Berührungspunkte bestehen außerdem bei der Tätigkeit als Amtsarzt.
In Rheinland-Pfalz forderte die oppositionelle Grünen-Fraktion am 13. August ein 14 Millionen Euro umfassendes Sofortprogramm für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kommunen. Vorgesehen wären unter anderem Ventilatoren und mobile Klimageräte. Dabei handelt es sich bislang um eine politische Forderung, nicht um eine beschlossene Finanzierung.
Klagen stellen Bindung der NRW-Landarztquote auf den Prüfstand
Vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sind 17 Klagen im Zusammenhang mit der nordrhein-westfälischen Landarztquote anhängig. Für vier Verfahren wurden am 13. August mündliche Verhandlungen für den 6. Oktober 2026 angekündigt. Bei den Klägern handelt es sich nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums um Studierende kurz vor dem Abschluss, Absolventen und Ärzte in Weiterbildung.
Wer in Nordrhein-Westfalen über die Quote einen Studienplatz erhält, verpflichtet sich grundsätzlich, eine entsprechende hausärztliche Weiterbildung zu absolvieren und anschließend zehn Jahre in einer vom Land bestimmten unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region zu arbeiten. Bei einem Vertragsbruch kann eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro drohen.
Drei der nun terminierten Verfahren betreffen den Wunsch, später außerhalb der vorgesehenen Bedarfsregion tätig zu werden. In einem weiteren Fall strebt der Kläger eine kinderärztliche statt einer hausärztlichen Laufbahn an. Im Mittelpunkt steht nach Angaben des Gerichtssprechers vor allem die Frage, ob die Vertragsstrafenregelung rechtmäßig ist.
Eine Entscheidung liegt noch nicht vor. Die Klagen heben die vertraglichen Verpflichtungen daher nicht automatisch auf. Für Bewerber und bereits gebundene Studenten bleibt entscheidend, dass die Landarztquote nicht nur den Studienzugang betrifft, sondern Fachrichtung und späteren Arbeitsort langfristig festlegt. Mehr als 1.100 angehende Ärzte sind in Nordrhein-Westfalen aktuell über das Programm verpflichtet; 65 haben das Studium abgeschlossen, 46 befinden sich bereits in Weiterbildung. Orientierung bieten Informationen zum Weg vom Studium in den Arztberuf und zur Förderung der Weiterbildung Allgemeinmedizin.
Ärztetarifrunde in Delitzsch ohne Einigung vertagt
Am 10. August begannen die Tarifverhandlungen für die Ärzte des Kreiskrankenhauses Delitzsch mit den Standorten Delitzsch und Eilenburg. Der bisherige TV-Ärzte Delitzsch/Eilenburg war zum 30. Juni 2026 kündbar und wurde vom Marburger Bund fristgerecht gekündigt.
Nach Angaben der Ärztegewerkschaft legte die Klinikleitung ein Angebot für eine Tarifentwicklung in zwei Schritten mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027 vor. Konkrete Steigerungswerte veröffentlichte der Marburger Bund auf seiner Standortseite zunächst nicht. Die Gewerkschaft bewertete das Angebot als weit von den Vorstellungen ihrer Tarifkommission entfernt. Die Gespräche wurden deshalb auf den 2. September vertagt.
Damit steht noch kein neuer Tarifabschluss fest. Aus der ersten Runde lassen sich weder eine konkrete Gehaltserhöhung noch Änderungen bei Diensten und Zuschlägen ableiten. Für beschäftigte und wechselwillige Ärzte an den beiden Standorten bleibt der weitere Verhandlungsverlauf maßgeblich. Assistenzärzte sollten bei Bewerbungen insbesondere prüfen, welcher Haustarifvertrag arbeitsvertraglich gilt und wie er sich gegenüber anderen Ärztetarifverträgen sowie den üblichen Einstiegsgehältern für Assistenzärzte einordnet.
Letzte TMS-Anmeldephase und Herbst-Physikum
Am 12. August begann die dritte und letzte Anmeldephase für den Test für medizinische Studiengänge (TMS) im Herbst 2026. Sie endet am 19. August um 5 Uhr. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Personen, die bereits ein gültiges TMS-Ergebnis besitzen und sich erstmals für eine Wiederholung anmelden. Nach Ablauf der Frist ist keine nachträgliche Registrierung möglich.
Die beiden Testtage sind für den 7. und 8. November angesetzt. Die TMS-Koordinierungsstelle weist darauf hin, dass die Dateneingabe und Kontoeröffnung fristgerecht abgeschlossen sein müssen. Bezahlung und Auswahl des Wunschortes können anschließend noch bis zu 24 Stunden möglich sein. Eine kompakte Vorbereitung bietet der Überblick zum TMS 2026.
Für bereits eingeschriebene Medizinstudenten folgt unmittelbar ein weiterer wichtiger Termin: Der schriftliche erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung findet am 18. und 19. August jeweils von 9 bis 13 Uhr statt. Diese Termine sind vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen festgelegt. Maßgeblich für Prüfungsort, Einlass und individuelle organisatorische Vorgaben bleiben die Mitteilungen des zuständigen Landesprüfungsamts. Einen ergänzenden Überblick bieten die Termine und Hinweise zum Physikum.
- Robert Koch-Institut, Matthias an der Heiden et al.: „Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 31“, 13.08.2026, RKI-Übersichtsseite zur Hitzemortalität, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- Deutsche Presse-Agentur: „Hitzetote – Baden-Württemberg überproportional betroffen“, 13.08.2026, WELT, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- Deutsche Presse-Agentur: „Grünen-Fraktion will Sofortprogramm zum Hitzeschutz“, 13.08.2026, WELT, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- Deutsche Presse-Agentur: „Landarztquote beschäftigt NRW-Gericht – 17 Klagen anhängig“, 13.08.2026, WELT, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- Marburger Bund Sachsen: „Kreiskrankenhaus Delitzsch – Tarifrunde 2026“, laufend aktualisierte Standortseite, Tarifstand 10.08.2026, Marburger Bund, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- TMS-Koordinierungsstelle der Medizinischen Fakultät Heidelberg: „Fristen und Termine“, o. D., TMS-Info, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
- Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen: „Prüfungstermine Medizin“, o. D., IMPP, (letzter Zugriff am 17.08.2026)
Dieser Beitrag wurde unter Verwendung von KI-gestützten Werkzeugen erstellt und von der Redaktion geprüft.













