MS Multiple Sklerose Symptome

Multiple Sklerose (MS): Symptome, Anzeichen, Test

Multiple Sklerose (MS) Symptome sind vielfältig. Mit welchen Anzeichen sich die Multiple Sklerose, eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems, äußert, ist sehr individuell. Mal sind es Gefühlsstörungen und Muskellähmungen, mal geht die Erkrankung mit Sehstörungen einher, andere Betroffene haben Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Gesicht. Aufgrund der Vielzahl ihrer Symptome gilt die MS auch als „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“. Das macht die Diagnose aufwendig und langwierig. Ein neuer Multiple Sklerose Test soll nun schnellere und präzisere Diagnosen ermitteln.

Inhalt

Frühsymptome und erste Anzeichen für Multiple Sklerose (MS)

Weltweit sind etwa 2,5 Millionen Menschen an der chronisch-entzündlichen Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) erkrankt. In Deutschland gibt es rund 200.000 Betroffene, 70 Prozent davon Frauen. Jedes Jahr kommen allein in Deutschland circa 2.500 Neuerkrankungen hinzu. Typischerweise zeigen sich die ersten Multiple Sklerose-Symptome zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Die Krankheit verläuft in Schüben. Die ersten Anzeichen wie auch die Schwere und der Verlauf der Multiplen Sklerose sind dabei äußerst individuell. MS gilt als eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Dennoch gibt es einige typische Frühsymptome, die ein Hinweis auf MS sein können.

Folgende Frühsymptome treten bei Multipler Sklerose auf:

  • Sehstörungen (ca. 30% der Patienten) wie Trübes Sehen oder Sehausfall
  • Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle an Armen oder Beinen (Ameisenkribbeln)
  • Krampfartige Lähmungen
  • Ständige, rasche Müdigkeit und Konzentrationsstörungen

Die Frühsymptome können auf viele Krankheiten hindeuten, d.h. es muss keine Multiple Sklerose vorliegen. Die Feststellung der Krankheit kann nur durch einen Arzt individuell pro Patient erfolgen.

Multiple Sklerose (MS) Symptome

Neben den Frühsymptomen gibt es weitere MS Symptome. Zu den häufigsten MS Symptomen gehören Gefühlsstörungen, Lähmungen der Muskulatur und Sehstörungen.

Gefühlsstörungen

Gefühlsstörungen treten so gut wie immer als MS-Symptome auf. Empfindungsstörungen äußern sich typischerweise durch Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Armen und Beinen oder als verminderte Empfindlichkeit, etwa gegenüber heißen und kalten Temperaturen. Auch Spannungsgefühle in den Gelenken und der Hüftregion sind häufig. Gelenkschmerzen können ebenfalls auftreten. Die Gefühlsstörungen machen sich häufig zunächst in den Fingerspitzen oder den Füßen bemerkbar und breiten sich anschließend auf die gesamten Arme und Beine aus. Als verbreitetes Symptom gilt zudem das Nackenbeugezeichen: Beim Vorbeugen des Kopfes verspüren die Betroffenen einen heftigen Schlag entlang der Wirbelsäule.

Muskellähmungen

Auch Muskellähmungen sind typische Multiple Sklerose-Symptome, die bei vielen Betroffenen auftreten. Häufig sind dies Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen. Neben einer Lähmung der Muskeln tritt zudem oft eine Muskelschwäche auf. Die Muskeln, vor allem in den Gliedmaßen, ermüden schnell, verspannen häufig oder fühlen sich steif und unbeweglich an.

Sehstörungen

In etwa drei Vierteln aller Fälle treten im Krankheitsverlauf Sehstörungen als MS-Symptome auf. Häufig stehen diese mit einem entzündeten Sehnerv in Verbindung. Die Augen schmerzen, Betroffene nehmen ihre Umgebung wie durch einen Schleier oder Nebel wahr. In einigen Fällen treten Lichtblitze oder Ausfälle des Gesichtsfelds auf. Durch die MS kann es zudem zu einer Lähmung der Augenmuskulatur kommen, die sich durch das Sehen von Doppelbildern äußert.

Weitere MS-Symptome

Neben Gefühls-, Muskel- und Sehstörungen treten häufig auch folgende Multiple Sklerose-Symptome auf:

  • Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Gesicht
  • Geschmacksstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Depressionen (als Folge der Krankheit)

Schädigt die MS das Kleinhirn, treten als weitere Symptome unsicherer Gang, zitternde Hände und Sprachstörungen auf. In einigen Fällen beeinträchtigt die Multiple Sklerose auch die Psyche. Einige Betroffene sind anfälliger für Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen. Andere dagegen zeigen ein sehr euphorisches Verhalten.

Multiple Sklerose (MS) Test

MS-Symptome sind nicht eindeutig. Die Anzeichen, die auf eine Multiple Sklerose hindeuten können, treten auch bei weiteren neurologischen Erkrankungen auf. Einige Frühsymptome können auch einfach ein Signal für zu viel Stress im Alltag sein. Daher ist für die Diagnose ein ausführlicher Multiple Sklerose Test wichtig.

MS Selbsttest

Wer Symptome bemerkt, die auf eine MS hindeuten könnten, möchte vielleicht einen Selbsttest durchführen und so den Gang zum Arzt vermeiden. Doch einen MS Selbsttest gibt es nicht. Die chronische Nervenentzündung äußert sich bei jedem Betroffenen anders und zeigt immer wieder ein anderes Gesicht. Bemerkt man die beschriebenen Symptome wie Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Gefühls- oder Sehstörungen oder gar mehrere dieser Anzeichen, sollte man daher so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen.

MS Test und Diagnose durch Arzt

Die erste Anlaufstelle zur Abklärung der MS-Symptome ist der Hausarzt. Nach einer gründlichen Anamnese wird dieser Patienten voraussichtlich zum Neurologen (Facharzt für Neurologie) überweisen. Nur ein neurologisch geschulter Arzt verfügt über das Fachwissen, eine Multiple Sklerose zu diagnostizieren.

Auch beim Neurologen besteht der erste Teil des MS Tests in der Anamnese, dem Patientengespräch. Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden, ihrer Dauer und Häufigkeit. Zur MS Diagnose reicht das aber nicht aus. Im nächsten Schritt führt der Arzt eine neurologische Untersuchung durch. Dabei prüft er Reflexe, Empfindungen und Muskelkraft. Zudem wird der psychische Befund des Patienten ermittelt.

Anschließend misst der Arzt die Leitfähigkeit der Hirnnerven. Mittels Elektroenzephalographie (EEG) werden die Nervenimpulse gemessen, die als Reaktion auf einen Seh- und Hörreiz entstehen. Um die für MS charakteristischen Entzündungsherde zu erkennen, unterstützen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) die Diagnostik. Hilfreich ist darüber hinaus eine Punktion des Rückenmarks, die sogenannte Liquorpunktion. Bei entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems weist die Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit einen erhöhten Wert bestimmter Abwehrzellen und Antikörper auf.

Während der Diagnosestellung prüft der Arzt zudem, ob die Kriterien für einen MS-Schub erfüllt sind:

  • Neue oder früher bereits aufgetretene Symptome halten mindestens 24 Stunden lang an.
  • Die Symptome sind mindestens 30 Tage nach Beginn des letzten Schubs aufgetreten.
  • Andere Infektionen oder eine veränderte Körpertemperatur erklären die Symptome nicht.

Neuer Multiple Sklerose Test

Die Vielzahl und Uneindeutigkeit der MS-Symptome machen die Diagnose aufwendig. Mediziner und Forschungseinrichtungen arbeiten daher an neuen Tests, um das bisherige Verfahren zu vereinfachen. Die Ruhr-Uni Bochum und die Medizinische Hochschule Hannover haben in diesem Jahr einen neuen Multiple Sklerose Test vorgestellt, mit dem sich der MS-Verdacht schneller und sogar präziser bestätigen lassen soll.

Wie das übliche Diagnoseverfahren setzt auch der neue MS-Test auf die Punktion des Rückenmarks. Statt Abwehrzellen zu betrachten, untersuchten die Forscher jedoch die Ribonekleinsäuren, kurze Eiweißketten, welche die Zellentwicklung, Zellvermehrung und Zellfunktionen steuern. Bei Patienten, die an MS erkrankt sind, weisen die Ribonekleinsäuren veränderte Profile auf. Anhand dieser Profile soll sie MS nicht nur nachweisen lassen, sie sollen auch Hinweise auf die Verlaufsform geben.
Bis der neue MS Test in der Praxis eingesetzt werden kann, wird es noch rund fünf bis zehn Jahre dauern. Zunächst sind weitere Untersuchungsphasen und Beweisführungen zu meistern.

Die Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover arbeiten derweil an einem weiteren Forschungsprojekt zur Früherkennung akuter MS-Schübe. Sie haben im Blut von MS-Patienten mit aktuellen Schüben einen Autoantikörper entdeckt, der sich gegen das Protein alpha-Fodrin wendet. Mit Abklingen des Schubes verschwindet auch dieser Autoantikörper. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde ein alpha-Fodrin-Bluttest entwickelt, mit dem sich ein Schub erkennen lässt, noch bevor MS-Symptome auftreten. Die Früherkennungsquote soll damit von 25 Prozent auf 80 Prozent steigen.

Durch | 24.10.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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