
CRP (C-reaktives Protein) ist eines der wichtigsten Akute-Phase-Proteine, dessen Konzentration bei zahlreichen entzündlichen Prozessen im Körper ansteigt. Die Bestimmung des in der Leber gebildeten Plasmaproteins ermöglicht Rückschlüsse auf das Ausmaß und die Aktivität einer Entzündung und kann bei der Differenzierung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen helfen. CRP ist Teil des angeborenen Immunsystems und aktiviert sowohl zelluläre Bestandteile (Leukozyten, Thrombozyten und Endothelzellen) als auch humorale Komponenten wie das Komplementsystem.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Akut-Phase-Protein:Wird in der Leber gebildet und steigt rasch bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschädigung an.
- Diagnostische Bedeutung:Unspezifischer Marker zur Beurteilung entzündlicher Prozesse – hilfreich zur Differenzierung zwischen bakteriellen und viralen Infekten.
- Verlaufskontrolle:Der CRP-Wert spiegelt die Dynamik einer Entzündung wider und eignet sich gut zur Therapiekontrolle.
- Normbereich:In der Regel < 5 mg/L (laborabhängig); Werte > 100 mg/L sprechen häufig für eine bakterielle Infektion.
Wann bestimmt man den CRP-Wert?
Bei systemischen Infektionszeichen wie Fieber oder Tachykardie wird der CRP-Wert häufig bestimmt, um das Vorliegen und Ausmaß einer Entzündungsreaktion einzuschätzen. Die Messung erfolgt quantitativ aus Serum oder Plasma. CRP dient vor allem als Suchtest und zur Verlaufskontrolle bei akuten Entzündungen, Gewebsnekrosen oder Tumorerkrankungen. Zudem kann der Wert unterstützend herangezogen werden, um bakterielle von viralen Infektionen zu unterscheiden. Darüber hinaus wird CRP zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs bei bestimmten Autoimmunerkrankungen – etwa der rheumatoiden Arthritis – eingesetzt. In Form des sogenannten high sensitive CRP (hsCRP) kann es außerdem zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos dienen.
Wann CRP kein geeigneter Laborparameter ist
C-reaktives Protein – Normwerte
Die Referenzintervalle für CRP unterscheiden sich je nach Lehrbuch. Häufig wird der Grenzwert bei 5 Milligramm pro Liter angegeben, je nach Entzündung kann die Konzentration auf über 1000 Milligramm pro Liter ansteigen. Blutwerte bis zu 10 Milligramm pro Liter zeigen eine leichte Entzündung an, sie können bei Rauchern oder Patienten mit Diabetes mellitus auch ohne weitere Entzündungen auftreten. Das kardiovaskuläre Risiko nach hs-CRP (hochsensitive Form) beim Erwachsenen wird ab 3 mg/l als „hoch” eingeschätzt.
CRP erhöht
Bei einer bakteriellen Infektion kann der CRP-Wert bereits innerhalb von 4 bis 12 Stunden akut ansteigen. Neben dieser Art der Entzündungen kann die erhöhte Parameterkonzentration aber noch viele weitere Ursachen haben, die man stets abklären sollte.
Klassische Ursachen für hohe Konzentrationen des C-reaktiven Proteins sind Entzündungen innerer Organe (beispielsweise Harnwegsinfekt, Blinddarmentzündung, Lungenentzündung oder Bauchspeicheldrüsenentzündung). Hohlorgan-Infektionen lassen den Wert meist eher moderat ansteigen. Geringe Anstiege (im Bereich von 10 – 40 mg/l) finden sich meist bei viralen Infektionen, bei Schwangeren oder auch im Fall einer Parasitose. Eine sichere Unterscheidung der Infektionsursache ist jedoch nicht möglich.
Nichtinfektiöse Entzündungen
Ein erhöhter CRP-Wert weist nicht immer auf eine Infektion hin. Auch nicht-infektiöse Entzündungsprozesse können den CRP-Spiegel ansteigen lassen. Dazu gehören beispielsweise:
- parainfektiöse Reaktionen (Entzündungen, die erst nach dem eigentlichen Infekt auftreten, wie Rheumatisches Fieber)
- Rheuma-Erkrankungen und andere Autoimmunprozesse
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn)
- Nekrosen (beispielsweise bei Herzinfarkt)
- neoplastische Erkrankungen (Lymphom, Sarkom)
- Traumata
- Verbrennungen
- Zustand nach OP
Good to know: Infos für Ärzte und Medizinstudierende
- CRP-Dynamik beachten: Ein rascher Rückgang von CRP innerhalb von 24–48 Stunden nach Beginn einer antibiotischen Therapie ist oft ein besserer Indikator für Therapieerfolg als absolute Werte, z. B. bei Pneumonie oder Sepsis.
- CRP reagiert auf „nicht-infektiöse Reize“: Psychischer Stress, intensive körperliche Belastung oder sogar Schlafmangel können kurzfristig CRP erhöhen, ohne dass eine Infektion vorliegt.
- CRP im Tagesverlauf: Der CRP-Wert unterliegt auch einer minimalen zirkadianen Schwankung. Nachts kann der Wert leicht höher sein als am Morgen, was aber klinisch meist irrelevant ist.
Erhöhte CRP-Werte – Was tun?
Ein erhöhter CRP-Wert zeigt, dass im Körper eine Entzündungsreaktion vorliegt. Die wichtigste Konsequenz ist, die zugrunde liegende Ursache zu finden, zum Beispiel eine Infektion, Gewebeschädigung oder Autoimmunerkrankung. Bei bakteriellen Infektionen kann der CRP-Wert unter einer wirksamen Antibiotikatherapie typischerweise schnell wieder abfallen, sodass die Verlaufskontrolle hilfreich für die Therapieeinschätzung ist.
Häufige Fragen zu CRP
- Wann wird der CRP-Wert bestimmt?
- Was bedeutet ein erhöhter CRP-Wert?
- Ab welchem CRP-Wert ist es gefährlich?
Der CRP-Wert wird bei Symptomen wie Fieber oder Tachykardie gemessen, um Entzündungen, Infekte oder Verläufe bei Rheuma zu kontrollieren und bakterielle von viralen Infektionen zu unterscheiden.
Ein erhöhter CRP deutet auf Entzündungen hin – z. B. Harnwegsinfekt, Pneumonie oder Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn. Werte >50 mg/l signalisieren oft bakterielle Infekte, aber Ursache immer abklären.
CRP-Werte über 100 mg/l weisen auf schwere Infektionen wie Sepsis hin und erfordern rasche Abklärung. Der Verlauf (z. B. Rückgang unter Therapie) ist entscheidend, nicht nur der Einzelwert.
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- Kohse et al., Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie, Thieme (Verlag), 9. Auflage, 2019
- Manger et al., Checkliste Rheumatologie, Thieme (Verlag), 4. Auflage, 2012
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