
In Deutschland leiden etwa acht von zehn Personen regelmäßig unter Stress im Beruf und/oder Privatleben. Dauerhafter Stress belastet nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, er kann langfristig sogar eine Vielzahl an Erkrankungen begünstigen. Stress erhöht sowohl das Risiko an Herz-Kreislauf-Beschwerden zu erkranken, kann aber zum Beispiel auch das Immunsystem, die Psyche und die Funktion der Organe negativ beeinflussen. Die Leber – das größte innere Organ des menschlichen Körpers – ist generell sehr widerstandsfähig und erholt sich von Schäden in der Regel zügig. Dennoch reagiert auch sie empfindlich auf anhaltenden Stress mit krankhaften Veränderungen. Damit sich die Leber von bereits bestehenden Schäden wieder erholen kann, sollten entsprechende therapeutische Maßnahmen frühzeitig begonnen werden. Welche allgemeinen Auswirkungen hat Stress auf den menschlichen Körper? Und welche Folgen hat eine dauerhafte Stressbelastung im Speziellen für die Leber? Der folgende Artikel geht auf diese beiden Fragen ein und erläutert, was man gegen erhöhte Leberwerte durch Stress tun kann.
Stress im Körper
Stressige Situationen werden vom Gehirn als Gefahr wahrgenommen und lösen im Körper natürlicherweise die Freisetzung der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Dies wiederum führt zu einer Regulierung von gewissen Körperfunktionen. Die Atem- und Herzfrequenz beschleunigen sich und auch der Blutdruck steigt, was in der Folge zu einer Verbesserung der Durchblutung der Muskulatur führt. Der Körper wird darauf vorbereitet, im Ernstfall bestmöglich reagieren zu können. Sind die Stresshormone jedoch dauerhaft erhöht, hat dies keinen positiven Effekt mehr auf den Körper. Das Auftreten von Krankheiten wird gefördert und der Verlauf von bereits bestehenden Erkrankungen kann sich verschlimmern.
Dauerhafter Stress kann die Entstehung der im Folgenden genannten Erkrankungen beeinflussen.
- Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel
- Rückenschmerzen und muskuläre Verspannungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (arterielle Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Magen-Darm-Erkrankungen (Verdauungsprobleme, Sodbrennen, Magengeschwüre)
- Diabetes
- Fettsynthesestörung der Leber
- Psychische Erkrankungen (Depressionen, Schlafstörungen, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, chronischer Erschöpfungszustand)
- Erkrankungen der Haut (Unreinheiten, Neurodermitis, Psoriasis)
Mögliche Folgen für die Leber
Erkrankungen der Leber werden in den meisten Fällen durch übermäßigen Alkohol- beziehungsweise generellen Suchtmittelkonsum, eine ungesunde und besonders fettreiche Ernährung, (starkes) Übergewicht oder beispielsweise auch durch bestimmte Medikamente ausgelöst. Daneben kann aber auch ständiger Stress ursächlich für Erkrankungen dieses wichtigen Organs sein, das in unserem Körper eine Vielzahl an notwendigen Stoffwechselfunktionen erfüllt. Leiden Menschen chronisch unter Stress, sorgt das Stresshormon Cortisol auf Dauer dafür, dass die Leber den Fettstoffwechsel herunterfährt. Hierdurch wird über die Nahrung aufgenommenes Fett nicht mehr ausreichend abgebaut und lagert sich vermehrt in der Leber ab. In der Folge entwickelt sich eine sogenannte Fettleber. Die Fettlebererkrankung kann über eine lange Zeit symptomlos verlaufen. Wenn Patienten/-innen jedoch über eine hohe Stressbelastung, ein Druckgefühl im rechten Oberbauch, Müdigkeit, ein ständiges Völlegefühl und Verdauungsschwierigkeiten berichten und sich darüber hinaus eine begleitende laborchemische Erhöhung der Leberwerte zeigt, sollte die Leber mittels Sonographie des Abdomens (Ultraschalluntersuchung des Bauchs) untersucht werden.
Erhöhte Leberwerte durch Stress: Was tun?
Stressige Situationen im beruflichen oder privaten Alltag lassen sich normalerweise nicht von heute auf morgen abstellen. Daher ist es wichtig, die eigene mentale und körperliche Gesundheit durch das langfristige Führen eines gesunden Lebensstils zu unterstützen und bewusst Phasen der Entspannung in den Tagesablauf einzubauen. Die folgenden Maßnahmen können dazu beitragen, einer Erhöhung der Leberwerte entgegenzuwirken.
- Regelmäßige, moderate sportliche Betätigung (Schwimmen, Spaziergänge, Walking, Radfahren)
- Eine ausgewogene, gesunde Ernährungsform wählen und hierbei insbesondere auf eine fettarme beziehungsweise fettfreie Ernährung achten
- Alkohol- und Nikotinverzicht
- Übergewicht reduzieren, hierbei jedoch darauf achten, dass die Gewichtsabnahme kontrolliert und nicht im Sinne eines „totalen Fastens“ erfolgt
- Blutzuckerwerte optimieren
- Entspannungstechniken erlernen (Yoga, Meditation, Qigong)













