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praktischArzt Krankheiten Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung

KI generiert - Frau mit Ohrenschmerzen durch Mittelohrentzündung im Wohnzimmer
Zuletzt aktualisiert: 28.08.2026
Themen: Krankheitsbild, Erkältung
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Eine Mittelohrentzündung kann innerhalb kurzer Zeit starke Ohrenschmerzen verursachen. Besonders häufig sind Babys und Kleinkinder betroffen. Meist entwickelt sich die Entzündung während oder nach einem Atemwegsinfekt. Welche Symptome typisch sind, warum Kinder häufiger erkranken und wann eine ärztliche Untersuchung wichtig ist, erfährst Du hier.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Mittelohrentzündung?
  2. Mittelohrentzündung: Symptome erkennen
  3. Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?
  4. Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?
  5. Mittelohrentzündung beim Kind
  6. Wie wird eine Mittelohrentzündung festgestellt?
  7. Behandlung einer Mittelohrentzündung
  8. Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung?
  9. Wann sollte man mit einer Mittelohrentzündung zum Arzt?
  10. Welche Komplikationen sind möglich?
  11. Kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Das Wichtigste zu Mittelohrentzündung in Kürze

  • Eine Mittelohrentzündung entsteht häufig im Zusammenhang mit einem Atemwegsinfekt und betrifft besonders Babys und Kleinkinder.
  • Typische Mittelohrentzündung-Symptome sind plötzlich einsetzende Ohrenschmerzen, Fieber und vorübergehend schlechteres Hören.
  • Eine Mittelohrentzündung ist nicht ansteckend. Der zugrunde liegende Atemwegsinfekt kann jedoch von Mensch zu Mensch übertragen werden.
  • Eine unkomplizierte akute Mittelohrentzündung klingt häufig innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst ab.
  • Antibiotika sind nicht immer notwendig. Sie kommen vor allem bei bestimmten Altersgruppen, schweren Verläufen und Risikofaktoren infrage.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Bei einer akuten Mittelohrentzündung, medizinisch akute Otitis media, entzünden sich die Schleimhäute im Mittelohr hinter dem Trommelfell. Häufig geht der Erkrankung eine Erkältung, Grippe, Halsentzündung oder ein anderer Atemwegsinfekt voraus.

Dabei schwellen die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum und in der Ohrtrompete an. Die Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Rachen. Kann Flüssigkeit nicht mehr ausreichend abfließen, sammelt sie sich hinter dem Trommelfell. Der dadurch entstehende Druck verursacht Schmerzen und kann das Hörvermögen beeinträchtigen.

Nicht zu verwechseln ist die Mittelohrentzündung mit einer Gehörgangsentzündung, der sogenannten Otitis externa. Bei dieser ist der äußere Gehörgang entzündet und nicht das Mittelohr.

KI generiert - Anatomische Darstellung Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung: Symptome erkennen

Die Mittelohrentzündung-Symptome setzen häufig plötzlich ein. Wie stark die Beschwerden ausfallen, ist unterschiedlich. Gerade bei Babys und Kleinkindern sind die Krankheitszeichen nicht immer eindeutig.

Typische Mittelohrentzündung-Symptome

Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • starke Ohrenschmerzen
  • Fieber
  • Druck- oder Völlegefühl im Ohr
  • schlechteres Hören
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Bei kleinen Kindern können zusätzlich Unruhe, häufiges Weinen, Schlafprobleme und wenig Appetit auftreten. Manche Kinder greifen oder reiben häufig am Ohr. Kleinkinder können Schmerzen teilweise noch nicht richtig zuordnen und beispielsweise über Bauchschmerzen klagen.

Was bedeutet Flüssigkeit aus dem Ohr?

Staut sich viel Sekret hinter dem Trommelfell, kann dieses einreißen. Dann tritt Flüssigkeit, teilweise vermischt mit Eiter oder Blut, aus dem Ohr aus. Gleichzeitig lassen die Schmerzen häufig nach. Der entstandene Riss im Trommelfell ist meist klein und heilt in der Regel von selbst wieder ab.

Flüssigkeit oder eitriger Ausfluss aus dem Ohr sollte dennoch ärztlich abgeklärt werden.

Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?

Eine Mittelohrentzündung tritt meist im Zusammenhang mit einem Infekt der oberen Atemwege auf. Viren oder Bakterien führen dazu, dass sich die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum entzünden und anschwellen. Davon kann auch die Ohrtrompete betroffen sein. Krankheitserreger können sich zudem aus dem Nasen-Rachen-Raum in Richtung Mittelohr ausbreiten.

Durch die geschwollene Ohrtrompete wird das Mittelohr schlechter belüftet und Flüssigkeit kann nicht mehr ausreichend abfließen. Sie staut sich hinter dem Trommelfell.

Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?

Eine Mittelohrentzündung ist nicht ansteckend und wird nicht direkt von einem Erkrankten auf einen anderen Menschen übertragen. Häufig entwickelt sie sich jedoch im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einem anderen Atemwegsinfekt.

Die Viren oder Bakterien, die diesen vorausgehenden Infekt verursachen, können ansteckend sein. Deshalb können beispielsweise in einer Familie mehrere Personen gleichzeitig an einem Atemwegsinfekt erkranken, ohne dass sie sich gegenseitig mit der eigentlichen Mittelohrentzündung angesteckt haben.

Mittelohrentzündung beim Kind

Eine Mittelohrentzündung beim Kind ist besonders häufig. Bis zum Alter von drei Jahren hatten etwa 80 von 100 Kindern bereits mindestens einmal eine Mittelohrentzündung. Bis zu einem Drittel der erkrankten Kinder ist mehrfach betroffen.

Ein Grund liegt in der Anatomie: Bei Babys und Kleinkindern ist die Ohrtrompete noch kürzer und feiner. Krankheitserreger können sich deshalb leichter vom Nasen-Rachen-Raum in Richtung Mittelohr ausbreiten. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich Ohrtrompete und Immunsystem weiter. Mittelohrentzündungen werden daher ab etwa dem Schulalter seltener.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern sollte eine mögliche Mittelohrentzündung ärztlich abgeklärt werden. Das gilt insbesondere, wenn ein Kind unter zwei Jahre alt ist, sehr krank wirkt oder die Ohrenschmerzen länger als zwei Tage bestehen.

Wie wird eine Mittelohrentzündung festgestellt?

Der Arzt fragt zunächst nach den Beschwerden und untersucht anschließend unter anderem beide Ohren sowie Hals und Rachen.

Besonders wichtig ist die Untersuchung des Trommelfells mit einem Otoskop. Hinweise auf eine akute Mittelohrentzündung sind ein gerötetes sowie nach außen gewölbtes und wenig bewegliches Trommelfell und Flüssigkeit im Mittelohr. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen, beispielsweise zur Beweglichkeit des Trommelfells oder zum Hörvermögen, folgen.

Behandlung einer Mittelohrentzündung

Viele akute Mittelohrentzündungen sind selbstlimitierend und klingen ohne spezielle Behandlung wieder ab. Zu Beginn steht deshalb vor allem die Linderung der Schmerzen im Mittelpunkt.

Schmerzen und Fieber lindern

Schmerzstillende und fiebersenkende Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen können die Beschwerden lindern. Bei Kindern richtet sich die Dosierung unter anderem nach Alter und Körpergewicht. Beachte die Angaben im Beipackzettel und lass Dich bei Unsicherheiten vom Arzt oder Apotheker beraten.

Acetylsalicylsäure (ASS) sollte Kindern und Jugendlichen nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Hintergrund ist das seltene, aber gefährliche Reye-Syndrom.

Abschwellende Nasentropfen können bei einer verstopften Nase vorübergehend die Nasenatmung erleichtern. Nach aktuellem Kenntnisstand verbessern sie jedoch weder den Verlauf der Mittelohrentzündung noch die Ohrenschmerzen. Sie sollten außerdem nur wenige Tage angewendet werden.

Wann sind Antibiotika notwendig?

Antibiotika sind bei einer unkomplizierten akuten Mittelohrentzündung nicht automatisch erforderlich. Nach der aktuellen S2k-Leitlinie ist eine Antibiotikatherapie insbesondere angezeigt bei:

  • einer schweren Mittelohrentzündung
  • Kindern in den ersten sechs Lebensmonaten
  • Kindern unter zwei Jahren mit einer beidseitigen akuten Mittelohrentzündung
  • Ohrsekretion bei anhaltenden Schmerzen oder Fieber
  • bestimmten Risikofaktoren wie Immundefizienz oder schweren Grunderkrankungen

Ist ein Antibiotikum erforderlich, empfiehlt die Leitlinie bei einer unkomplizierten akuten Mittelohrentzündung Amoxicillin als Mittel der ersten Wahl. Die Entscheidung über die Behandlung trifft der Arzt anhand des individuellen Befunds.

Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung?

Eine unkomplizierte akute Mittelohrentzündung klingt häufig innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst ab. Ernsthafte Komplikationen sind selten.

Die Beschwerden können verschwinden, obwohl noch Flüssigkeit hinter dem Trommelfell zurückbleibt. Dieser sogenannte Paukenerguss kann ein Druckgefühl und vorübergehend schlechteres Hören verursachen. Bleibt die Hörminderung länger bestehen, sollte sie ärztlich kontrolliert werden.

Wann sollte man mit einer Mittelohrentzündung zum Arzt?

Vor allem bei Babys und kleinen Kindern ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Auch anhaltende oder zunehmende Beschwerden sollten untersucht werden.

Dringend ärztlich abgeklärt werden sollten insbesondere starke Schmerzen hinter dem Ohr, eine Rötung oder Schwellung in diesem Bereich, eine abstehende Ohrmuschel oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand. Diese Beschwerden können auf eine seltene Mastoiditis hinweisen.

Auch anhaltende Hörprobleme, eitriger Ausfluss aus dem Ohr oder fehlende Besserung der Beschwerden sind Gründe für eine erneute ärztliche Untersuchung.

Welche Komplikationen sind möglich?

Ernsthafte Komplikationen einer akuten Mittelohrentzündung sind selten. Möglich sind unter anderem ein Riss des Trommelfells, ein länger bestehender Paukenerguss und damit verbundene Hörprobleme.

Zu den seltenen schweren Komplikationen gehören eine Mastoiditis, eine Hirnhautentzündung und Schädigungen des Innenohrs. Bei länger anhaltender Hörminderung ist insbesondere bei Kindern eine Kontrolle wichtig, da dauerhaft eingeschränktes Hören die Sprachentwicklung beeinträchtigen kann.

Kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Vollständig verhindern lässt sich eine Mittelohrentzündung meist nicht. Das Risiko bei Kindern lässt sich möglicherweise etwas senken. Besonders wichtig ist eine rauchfreie Umgebung, da Passivrauchen Infektionen der Atemwege und des Nasen-Rachen-Raums begünstigt.

Auch Impfungen gegen Pneumokokken beziehungsweise Influenza können das Risiko für Mittelohrentzündungen etwas reduzieren. Ob eine Impfung im individuellen Fall empfohlen wird, richtet sich nach den geltenden Impfempfehlungen.

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Häufige Fragen zur Mittelohrentzündung

  1. Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?
  2. Eine Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend. Häufig entsteht die Mittelohrentzündung jedoch im Zusammenhang mit einem viralen oder bakteriellen Atemwegsinfekt, dessen Erreger übertragen werden können.

  3. Welche Symptome verursacht eine Mittelohrentzündung?
  4. Typische Symptome einer Mittelohrentzündung sind plötzlich einsetzende Ohrenschmerzen, Fieber und schlechteres Hören. Bei kleinen Kindern kann sich eine Mittelohrentzündung außerdem durch Unruhe, häufiges Weinen oder Schlafprobleme bemerkbar machen.

  5. Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung?
  6. Eine unkomplizierte akute Mittelohrentzündung klingt häufig innerhalb von zwei bis drei Tagen ab. Nach einer Mittelohrentzündung kann jedoch noch länger Flüssigkeit im Mittelohr verbleiben und das Hörvermögen vorübergehend einschränken.

  7. Braucht man bei einer Mittelohrentzündung Antibiotika?
  8. Nicht jede Mittelohrentzündung muss mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer Mittelohrentzündung können Antibiotika beispielsweise bei schweren Verläufen, bestimmten Risikofaktoren sowie bei bestimmten Alters- und Befundkonstellationen erforderlich sein.

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Quellen
  1. AOK-Bundesverband (2023), So behandeln Sie eine Mittelohrentzündung beim Kind, AOK Gesundheitsmagazin, aktualisiert am 01.12.2023, aok.de… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (2025), Atemwegsinfekte, kindergesundheit-info.de… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
  3. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) (2025), S2k-Leitlinie Antibiotikatherapie von HNO-Infektionen, Aktualisierung 2025, Version 5.1, AWMF-Registernummer 017/066, register.awmf.org… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2026a), Mittelohrentzündung, Gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 10.06.2026, gesundheitsinformation.de… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2026b), Was können Eltern bei einer Mittelohrentzündung tun?, Gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 10.06.2026, gesundheitsinformation.de… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
  6. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2026c), Wie kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?, Gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 10.06.2026, gesundheitsinformation.de… (zuletzt abgerufen am 26.08.2026)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
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Redaktion
Sebastian Ofer
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