Gesund Krankschreiben lassen

Gesund krankschreiben lassen: Was kann passieren?

Sich gesund krankschreiben lassen? Gerade, wenn schon morgens die Sonne strahlt, man aber keine Überstunden mehr zum Abbummeln hat, ist die Versuchung unzähliger Arbeitnehmer groß. Aber welches Risiko geht man damit ein? Und lohnt es in Anbetracht der möglichen Konsequenzen? Hier die wichtigsten Infos im Überblick!

So einfach kann man sich gesund krankschreiben lassen!

Viele Studien belegen, dass es immer wieder Arbeitnehmer gibt, die sich gesund krankschreiben lassen. Demgemäß seien einige Krankheiten ohnehin kaum für einen Arzt überprüfbar. Dazu gehören unter anderem:

  • Atemwegsinfekte,
  • Bauch- und Beckenschmerzen,
  • Burnout-Symptome,
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Bluthochdruck,
  • Schlafstörungen,
  • Rückenschmerzen,
  • ein Unwohlsein und Ermüdungserscheinungen und
  • Depressionen.

Andererseits sieht die gesetzliche Grundregelung erst nach dem dritten Fehltag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) überhaupt als erforderlich an. Das heißt in dieser Frist muss man gar keine Arzt konsultieren und sich krankschreiben lassen, sondern kann in der Theorie einfach daheim bleiben. Kann es da wirklich so schlimm für den Arbeitnehmer sein, ab und an ein bisschen zu flunkern, um zuhause bleiben zu können?

Zumindest sollte man sich im letzteren Fall zuvor vergewissern, dass der Arbeitgeber ebenfalls die gesetzliche Regelung zugrunde legt. Denn ab wann eine Krankschreibung erforderlich ist, kann jeder Betrieb selbst festlegen. Arbeitgeber können ab dem ersten Krankheitstag eine AU verlangen, dann muss man sich direkt an diesem Tag krankschreiben lassen. Aber auch die weiteren möglichen Konsequenzen sollte man nicht unterschätzen.

Bei der Krankmeldung selbst sollte man auf keinen Fall Fehler machen. Es gibt verschiedene weitere Dinge zu beachten, welche im Artikel Krankmeldung beim Arbeitgeber: was gibt es zu beachten? beschrieben sind.

Gesund krankschreiben lassen? Vorsicht vor den Folgen!

Wer sich gesund krankschreiben lassen will, sollte sich in jedem Fall mit den möglichen Konsequenzen auseinandergesetzt haben. Denn man belügt nicht nur den Arbeitgeber. Auch der Hausarzt wird getäuscht und eventuell die Krankenkasse betrogen. Wenigstens das Vertrauensverhältnis mit dem Arbeitgeber, aber auch das mit dem Hausarzt werden einerseits empfindlich gestört, andererseits kann:

  • der Jobverlust drohen. Immerhin rechtfertigt ein solcher Vorfall durch die Störung des Vertrauensverhältnisses oftmals eine fristlose Kündigung.
  • es zu Schadenersatzansprüchen kommen. Zum Beispiel seitens des Arbeitgebers, der um Arbeitsleistung betrogen wurde oder von der Krankenkasse, die etwaige Behandlungen oder Medikamente gezahlt hat.
  • es zu strafrechtlichen Maßnahmen kommen, z.B. wegen Betrugs.

Letztlich besteht für einen Arbeitnehmer sogar die Verpflichtung zur Arbeit zu erscheinen, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen dafür vorliegen.

Was darf ich machen, wenn ich krankgeschrieben bin?

Grundsätzlich kursieren einige Gerüchte, was man als Arbeitnehmer bei einer Krankschreibung nicht darf. Faktisch gibt es hingegen kaum Auflagen. Man hat lediglich sicherzustellen, dass die Genesung von etwaigen Aktivitäten nicht beeinträchtigt wird. Ausführliche Infos was man darf und was nicht, gibt es im Artikel Krankschreibung – was darf man und was nicht?

Trotzdem ins Kino und shoppen gehen? Ja, das ist rechtlich kein Problem, sofern es die Genesung nicht behindert. Dennoch sollte man vorsichtig sein: Sehen Arbeitskollegen den krankgeschriebenen Arbeitnehmer vollkommen ohne Beschwerden abends im Kino oder Restaurant, sollte man am nächsten Tag auch wieder arbeiten gehen. Ansonsten könnte Skepsis aufkommen.

Genauso darf man direkt im Anschluss an eine Krankschreibung in den Urlaub fahren. Das eine schließt das andere also nicht aus. Sich gesund krankschreiben lassen, um schon einen Tag früher in den Urlaub aufzubrechen? Theoretisch ginge das, jedoch liegt eine vorsätzliche Täuschung vor und sollte das wiederholt vorkommen, wird der Arbeitgeber sicher darauf aufmerksam.

Und das sollte man vermeiden, denn es stimmt leider auch nicht, dass man krank nicht gekündigt werden kann. Wenn jemand mehr als sechs Wochen im Jahr fehlt, kann das sehr wohl ein Kündigungsgrund sein. Man sollte es sich also sehr gut überlegen, ob man der Versuchung nachgibt sich gesund krankschreiben zu lassen. Ohnehin sollte man sich dann wohl eher fragen, ob man in seinem Beruf glücklich ist oder man diese Versuchung wegen genereller Unzufriedenheit mit dem Beruf verspürt.

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Bildnachweis: Flickr.com

Durch | 30.09.2016 | Allgemein | 0 Kommentar

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