
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums stehen angehende Ärztinnen und Ärzte vor der Entscheidung, in welche Fachrichtung sie sich spezialisieren möchten. Welche Facharztrichtungen liegen auf den Spitzenplätzen? Das Facharzt-Ranking 2023 gibt einen Überblick über die 10 beliebtesten Fachbereiche des letzten Jahres (Stichtag: 31. Dezember 2023). Basis ist die Ärztestatistik 2023 der Bundesärztekammer.
Inhaltsverzeichnis
Facharzt-Ranking 2023: TOP 10 Fachbereiche Ärztinnen
Von insgesamt 14.869 Ärzten in Deutschland im Jahr 2023 waren 7.936 weiblich. Damit sind Ärztinnen deutlich in Führung. Am häufigsten entschieden sie sich für die nachfolgenden Fachrichtungen. Die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge:
Platz 10: Radiologie
227 Ärztinnen sind in der Radiologie tätig, die auf Platz 5 bei ihren männlichen Kollegen (333) rankt.
Platz 9: Innere Medizin und Kardiologie
231 Ärztinnen haben als ihr Fachgebiet die Innere Medizin und Kardiologie entdeckt, die bei Männern (408) den 4. Platz belegt.
Platz 8: Orthopädie und Unfallchirurgie
245 Ärztinnen arbeiten in der Orthopädie und Unfallchirurgie, die bei Männern (669) auf Platz 2 rangiert.
Platz 7: Neurologie
340 Ärztinnen bevorzugen die Neurologie, die bei Ärzten (233) auf Platz 8 rangiert.
Platz 6: Psychiatrie und Psychotherapie
370 Ärztinnen sind in der Psychiatrie und Psychotherapie tätig; auf demselben Rangplatz wie bei Ärzten (254).
Platz 5: Kinder- und Jugendmedizin
557 Ärztinnen sind in der Kinder- und Jugendmedizin tätig. Bei Ärzten (227) ist dieses Fachgebiet auf Platz 9.
Platz 4: Frauenheilkunde und Geburtshilfe
619 Ärztinnen bevorzugen das Gebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Das Fachgebiet findet sich bei Ärzten nicht in der Top 10.
Platz 3: Anästhesiologie
716 Ärztinnen haben sich für die Fachrichtung Anästhesiologie entschieden. Auch bei Ärzten (659) liegt dieses Gebiet auf Platz 3.
Platz 2: Innere Medizin
Stolze 1.108 Ärztinnen arbeiten in der Inneren Medizin; bei Ärzten (408) auf Platz 4.
Platz 1: Allgemeinmedizin
Mit 1.275 Ärztinnen zieht es am meisten weibliche Fachkräfte in die Allgemeinmedizin. Diese rangiert bei Ärzten (756) ebenfalls auf Platz 1.
Facharzt-Ranking 2023: TOP 10 Fachbereiche Ärzte
Bei den 6.933 männlichen Ärzten sieht die Top 10 der beliebtesten Fachrichtungen so aus:
Platz 10: Urologie
165 Ärzte praktizieren als Urologen; neben der Viszeralchirurgie das einzige Fachgebiet in diesem Ranking, das es nicht in die Top 10 bei den Ärztinnen schafft.
Platz 9: Kinder- und Jugendmedizin
227 Ärzte sind in der Kinder- und Jugendmedizin tätig; auf Platz 5 und damit sogar beliebter bei Ärztinnen (557).
Platz 8: Neurologie
233 Ärzte haben die Neurologie als ihr Fachgebiet gewählt; auf Platz 7 und damit sogar beliebter bei den Ärztinnen (340).
Platz 7: Viszeralchirurgie
239 Ärzte bevorzugen die Viszeralchirurgie; ein Fachgebiet, das bei Ärztinnen nicht in der Top 10 auftaucht.
Platz 6: Psychiatrie und Psychotherapie
254 Ärzte sind in der Psychiatrie und Psychotherapie tätig, genauso wie ihre weiblichen Kolleginnen (370).
Platz 5: Radiologie
333 Ärzte haben die Radiologie als ihr Fachgebiet entdeckt; mit Platz 10 das Schlusslicht bei den Kolleginnen (227).
Platz 4: Innere Medizin und Kardiologie
408 Ärzte arbeiten in der Inneren Medizin und Kardiologie; ein Fachgebiet, das nur auf Platz 9 bei den Ärztinnen (231) rankt.
Platz 3: Anästhesiologie
659 Ärzte bevorzugen die Anästhesiologie, die ebenfalls auf Platz 3 bei ihren Kolleginnen (716) rangiert.
Platz 2: Orthopädie und Unfallchirurgie
669 Ärzte arbeiten in der Orthopädie und Unfallchirurgie; nur Platz 8 bei ihren Kolleginnen (245).
Platz 1: Allgemeinmedizin
Mit 756 Ärzten zieht es am meisten männliche Fachkräfte in die Allgemeinmedizin; genauso wie bei ihren weiblichen Kolleginnen (1.275).
Fazit
Wie das Ranking zeigt, zieht es männliche und weibliche Ärzte meist in dieselben und nur selten in verschiedene Fachrichtungen. Das Ranking räumt ebenfalls mit dem veralteten Vorurteil auf, dass Frauen in der Medizin generell stark unterrepräsentiert sind und besondere Maßnahmen benötigen, um sie für den Beruf als Ärztin zu begeistern. Es ist also eine veraltete Einstellung, bei gleicher Eignung für eine zu besetzende Stelle generell Ärztinnen gegenüber Ärzten zu bevorzugen.
Vielmehr zeigt sich, dass inzwischen die männlichen Ärzte in einigen Fachgebieten (z.B. Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Psychiatrie, Neurologie, Kinder- und Jugendmedizin) deutlich unterrepräsentiert sind. Infolgedessen sollte der Fokus von Arbeitgebern im Gesundheitswesen im Hinblick auf die Gleichberechtigung darauf ausgerichtet werden, vermehrt männliche Ärzte einzustellen.












