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praktischArzt Magazin Bluthochdruck: Das kann die Apotheke vor Ort tun

Bluthochdruck: Das kann die Apotheke vor Ort tun

Bluthochdruck Apotheke
Zuletzt aktualisiert: 07.08.2026
Themen: Gesundheitsratgeber, Blutdruck, Bluthochdruck
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Fast jeder dritte Erwachsene leidet in Deutschland unter einem zu hohen Blutdruck. Im Rahmen der Therapie der sogenannten Hypertonie raten Ärzte initial üblicherweise zu einer Änderung des Lebensstils. Wenn hierdurch der Blutdruck nicht suffizient gesenkt werden kann, kommen blutdrucksenkenden Medikamenten (auch: Antihypertensiva) zum Einsatz. Doch auch unter medikamentöser Therapie erreichen nicht alle Menschen dauerhaft Blutdruckwerte im optimalen Bereich. Welche Maßnahmen Apotheken ergreifen können, um Patienten bei der Einstellung ihrer Blutdruckwerte zu unterstützen erläutert der folgende Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apotheken bieten für Patienten mit verordnetem Blutdrucksenker einmal pro Jahr eine kostenlose pharmazeutische Dienstleistung an.
  • Dabei werden die Blutdruckanamnese erhoben und die Werte dreimal gemessen; aus der zweiten und dritten Messung wird der Mittelwert gebildet.
  • Bei auffälligen Werten verweist die Apotheke an Haus- oder Facharzt, damit die Blutdruckeinstellung ärztlich abgeklärt werden kann.
  • Apotheken können zudem auf eine korrekte Einnahme und mögliche Anpassungen der Medikation hinweisen.
  • Wenn Lebensstiländerungen und Medikamente nicht ausreichen, bleibt die ärztliche Therapieentscheidung unverzichtbar.

Maßnahmen der Apotheke

Alle Patienten, die mindestens einen Blutdrucksenker von ihrem Arzt verschrieben bekommen haben, können einmal innerhalb eines Jahres eine kostenlose Beratung in der Apotheke in Anspruch nehmen, die üblicherweise nicht mehr als 15 Minuten dauert.

Die sogenannte pharmazeutische Dienstleistung umfasst die folgenden Maßnahmen.

Erhebung der Blutdruckanamnese

Hierbei wird beispielsweise erfragt, seit wann dem Patienten eine Erhöhung der Blutdruckwerte aufgefallen ist, ob Änderungen des Lebensstils vorgenommen wurden und ob die verordneten Medikamente immer regelmäßig eingenommen wurden.

Messen der Blutdruckwerte

Im Anschluss an das Anamnesegespräch wird der Blutdruck des Patienten dreimal hintereinander gemessen und der Mittelwert aus der zweiten und dritten Messung berechnet. Wenn die ermittelten Werte zu hoch sind, wird der Patient darauf aufmerksam gemacht und zur weiteren Abklärung an seinen Arzt verwiesen.

Anpassung der Medikation

Bei zu hohen Blutdruckwerten wird gegebenenfalls eine Anpassung der Arzneimitteldosierung empfohlen und der Patient hierfür ebenfalls an den behandelnden Haus- oder Facharzt verwiesen.

Übersicht Blutdrucksenker

Wenn eine Änderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, Umstellung der Ernährung, Rauchstopp, Alkoholkarenz, regelmäßiger Sport) nicht ausreichend zu einer Senkung des Blutdrucks beiträgt, wird normalerweise eine medikamentöse Therapie mit Blutdrucksenkern begonnen. Eine Auflistung der Blutdrucksenker findet sich hier:

  • Blutdrucksenker – Medikamente gegen Bluthochdruck

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Blutdrucksenkern, die unter anderem basierend auf dem Alter, der Höhe des Blutdrucks, der dem erhöhten Blutdruck zugrundeliegenden Ursache beziehungsweise Erkrankung sowie der allgemeinen medizinischen Vorgeschichte des Patienten ausgewählt werden. Insgesamt gibt es fünf unterschiedliche Arten von Blutdrucksenkern: Betablocker, Diuretika, Angiotensin-II-Rezeptorblocker (auch: Sartane), Kalziumkanalblocker und ACE-Hemmer. Letztere werden derzeit am häufigsten verschrieben. Lesen Sie außerdem:

  • Welcher Blutdrucksenker schützt am besten?

Welcher Blutdrucksenker sich für jeden Einzelnen am besten eignet, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen und oftmals langsam ausprobiert werden. Alle Blutdrucksenker weisen ein individuelles Nebenwirkungsprofil auf, wobei ACE-Hemmer und Sartane dafür bekannt sind, eher gut verträglich zu sein. Weiteres dazu in diesem Artikel:

  • Neue Blutdrucksenker ohne Nebenwirkungen?

Fazit

Wer eine schnelle initiale Abklärung erhöhter Blutdruckwerte bei bereits medikamentös behandelter Hypertonie wünscht und längere Wartezeiten für einen Termin in der Arztpraxis erst einmal umgehen möchte, profitiert von den pharmazeutischen Dienstleistungen der Apotheken. Bei notwendiger Anpassung der medikamentösen antihypertensiven Therapie und bestehende Gefahr möglicher Komplikationen ist der Besuch beim Haus- oder Facharzt jedoch unumgänglich.

Eine aktuelle Studie hat die Behandlungsqualität von Apotheken hinsichtlich Bluthochdruck untersucht. Hier lesen Sie die erstaunlichen Ergebnisse:

  • Bluthochdruck: Apotheken behandeln am besten

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Autor
Dr. med. Marie-Hélène Manz
Dr. med. Marie-Hélène Manz
Ärztin
Veröffentlicht am: 14.07.2026
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