
Der Beruf Tierheilpraktiker stellt eine immer wichtigere Alternative zum Tierarzt dar. Wenn der schulmedizinische Veterinär einem kranken Tier nicht mehr weiterhelfen kann, ist er die letzte Hoffnung. Akute und chronische Krankheiten sowie Verhaltensstörungen werden mithilfe naturheilkundlicher Erkenntnisse und Methoden therapiert. Diese Berufsgruppe arbeitet oft selbstständig in eigener Praxis. Tierheilpraktiker haben sich ein umfangreiches Wissen über alternative Medizin wie beispielsweise Homöopathie und Pflanzenheilkunde angeeignet. Die Berufsbezeichnung ist allerdings nicht geschützt – die Kompetenzen können daher je nach Ausbildung sehr unterschiedlich ausfallen. Warum der Beruf immer wichtiger wird und welche Ausbildungen empfehlenswert sind, mehr dazu in folgendem Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Tierheilpraktiker – Das Wichtigste auf einen Blick
Berufsbild: Tierheilpraktiker behandeln Tiere mit naturheilkundlichen Methoden und arbeiten meist selbstständig
Ausbildung: Private Lehrgänge in Präsenz oder als Fernstudium; keine staatlich anerkannte Ausbildung
Voraussetzungen: Keine gesetzlich geregelten Abschlüsse; häufig Mindestalter und Erfahrung mit Tieren empfohlen
Dauer & Kosten: Ausbildung meist 18–24 Monate; Kosten ca. 4.900 bis 7.000 Euro, keine Vergütung
Perspektiven: Freiberufliche Tätigkeit mit variierendem Einkommen; Spezialisierungen möglich
Tierheilpraktiker Ausbilung – Voraussetzungen
Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker erfolgt über private Lehrgänge an Schulen, in Präsenz, als Fernstudium oder online. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf und nicht um eine klassische staatliche Berufsausbildung, weshalb gesetzliche Ausbildungsstandards fehlen und Inhalte von Anbieter zu Anbieter variieren können.
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Bildungsträger legen eigene Zugangsvoraussetzungen fest; diese können z. B. beinhalten:
- kein schulischer Abschluss zwingend vorgeschrieben, häufig wird ein Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss erwartet
- Mindestalter, z. B. ab18 oder 21 Jahren
- Erfahrung im Umgang mit Tieren wird vielfach gefordert, ist aber meist kein gesetzliches Muss
Dies bedeutet: Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nicht erforderlich. Quereinsteiger mit Tierpflege- oder Veterinärinteresse, können ebenfalls in die Ausbildung starten.
Einfühlungsvermögen und Erfahrung im Umgang mit Tieren werden empfohlen, sind jedoch keine formale Voraussetzung für den Ausbildungsbeginn.
Tierheilpraktiker Ausbildung – Dauer
Je nachdem für welche Ausbildung man sich entscheidet, kann die Dauer unterschiedlich ausfallen. Wenn man einen Präsenz-Lehrgang absolvieren möchte, findet dieser meist in Teilzeit statt. Das bedeutet, dass die Seminare an den Wochenenden oder abends stattfinden. So lässt sich die Weiterbildung bestens mit dem Beruf vereinbaren. Die Dauer solcher Präsenzlehrgänge liegt je nach Anbieter in der Regel zwischen 18 und 24 Monaten.
Im Fernstudium erarbeiten sich die Teilnehmer die Inhalte selbst. Das erlaubt mehr zeitliche Flexibilität. In der Regel beträgt die Ausbildungsdauer im Fernstudium circa 20 Monate. Bei seriösen Fernstudienanbietern werden praktische Übungen in Präsenzseminaren nachgeholt. Spezialisierungen sind in beiden Unterrichtsformen oft Bestandteil der Ausbildung und sind bereits in die Dauer eingerechnet.
Tierheilpraktiker Ausbildung – Inhalte
Die Inhalte, die in der Ausbildung gelehrt werden, hängen stark vom Anbieter ab. Fester Bestandteil jeder Tierheilpraktiker-Ausbildung sind jedoch folgende Themen:
| Ausbildungsbereich | Inhalte |
|---|---|
| Grundlagen der Tiermedizin | Anatomie und Physiologie verschiedener Tierarten, Krankheitslehre, Krankheitsbilder, Diagnostik-Grundlagen |
| Grundlagen der Naturheilkunde | Homöopathie, Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Bachblüten, Schüßler-Salze, alternative Therapieansätze |
| Erste-Hilfe-Maßnahmen | Notfallversorgung bei Tieren, Wundversorgung, Einschätzung akuter Erkrankungen |
| Tierhaltungsberatung | Artgerechte Haltung, Fütterung, Prävention, Beratung von Tierhaltern |
| Gesetzeskunde | Rechtliche Grundlagen, Abgrenzung zum Tierarzt, Tierschutzrecht, Haftungsfragen |
| Praxisführung | Selbstständigkeit, Praxisorganisation, Hygiene, Dokumentation, Abrechnung, Kundenkommunikation |
Die Ausbildung umfasst also einen naturkundlichen und einen klinischen Teil. Neben medizinischem Wissen stellt auch das Recht einen nicht unwesentlichen Teil der Weiterbildung dar. Der Tierheilpraktiker darf nicht über seine Kompetenzen hinaus tätig werden.
Tierheilpraktiker/in – Ausbildungsvergütung
Da das Berufsbild keinen gesetzlichen Regelungen unterliegt, wird im Laufe der Ausbildungszeit auch keine Vergütung gezahlt.
Wer diesen Beruf ergreifen möchte, muss die Kosten der Ausbildung selbst tragen. Je nach gewählter Ausbildungsform können die Kosten zwischen 4.890,00 und 6.990,00 Euro betragen. Informiert euch über individuelle Fördermöglichkeiten. Einige Lehrgänge sind zu 100% förderungsfähig.
Tierheilpraktiker/in – Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag
Die Aufgaben und Tätigkeitsbereiche von Tierheilpraktikern sind vielfältig. Sowohl Klein- als auch Großtiere werden untersucht.
Dabei werden die Vorgeschichte und der aktuelle Gesundheitszustand des Tieres erhoben. Das Ziel ist es, eine Behandlung zu gewährleisten, die möglichst frei von Nebenwirkungen ist. Bei der Behandlung von Krankheiten kommen alternative Heilmethoden und pflanzliche Arzneien zum Einsatz.
Tierheilpraktiker dürfen jedoch keine tierärztlichen Tätigkeiten ausüben. Dazu zählen unter anderem das Verabreichen von Injektionen, das Entnehmen von Blut, operative Eingriffe sowie die Geburtshilfe.
Neben der medizinischen Behandlung zählen auch Ernährung und Haltung zu den Tätigkeitsbereichen. Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Prophylaxe. Diese soll dabei helfen, möglichst viele Krankheiten schon im Vorhinein abzuwenden und das Tier gesund zu halten.
Tierheilpraktiker/in – Gehalt
Tierheilpraktiker sind meist freiberuflich tätig. Daher kann der Verdienst stark variieren. Das Gehalt ist variabel und schwankt zwischen 1.300 Euro und 2.750 Euro. Im Durchschnitt verdient diese Berufsgruppe also circa 2.100 Euro. Der Verdienst ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Er hängt vom Bedarf in der jeweiligen Region, den Arbeitsstunden und der Berufserfahrung ab. Natürlich beeinflusst auch die Konkurrenz durch andere Tierheilpraktiker das Gehalt.
Das Einstiegsgehalt liegt in etwa bei 1.300 Euro. Mit wachsender Berufserfahrung steigt auch das Vertrauen, so dass sich der Verdienst nach einigen Jahren bereits erheblich erhöhen kann. Tierheilpraktiker mit 6 bis 10 Jahren Berufserfahrung verdienen oftmals schon 2.750 Euro im Monat. Ein interessanter Fakt ist auch, dass in diesem Beruf Frauen deutlich besser verdienen als Männer. Im Schnitt verdienen Tierheilpraktiker außerdem besser als Tiermedizinische Fachangestellte und Tierpsychologen.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zum Beruf Tierheilpraktiker
- Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zum Tierheilpraktiker?
- Wie lange dauert die Tierheilpraktiker-Ausbildung und in welchen Formen gibt es sie?
- Wie hoch sind Kosten und Verdienst als Tierheilpraktiker?
Es gibt keine staatlich vorgeschriebene Vorbildung für eine Tierheilpraktiker-Ausbildung. Viele Schulen erwarten aber mindestens einen Haupt- oder Realschulabschluss, ein bestimmtes Mindestalter (z. B. 18 oder 21 Jahre) und wünschen Erfahrung im Umgang mit Tieren. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nicht erforderlich.
Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker wird von privaten Anbietern in Präsenz, als Fernstudium oder online angeboten. Präsenzlehrgänge in Teilzeit dauern meist 18–24 Monate, Fernstudiengänge in der Regel etwa 20 Monate. Inhalte und Umfang können je nach Schule variieren.
Während der Ausbildung zum Tierheilpraktiker erhältst du keine Vergütung, sondern trägst die Kosten selbst – je nach Anbieter meist etwa 4.890 bis 6.990 Euro (teilweise förderfähig). Im Beruf liegen die Einkommen typischerweise zwischen ca. 1.300 und 2.750 Euro brutto im Monat, im Durchschnitt bei etwa 2.100 Euro, abhängig von Region, Stundenumfang, Spezialisierung und Konkurrenz.




