
MTA – die Medizinisch-technische Assistentin bzw. der Assistent – ein Ausbildungsberuf mit Zukunft. Was macht ein MTA eigentlich genau? Wie sieht die Ausbildung der Medizinisch-technischen Assistenten aus? Und was kann während der Ausbildung und später im Beruf als MTA verdienen? Dies alles und vieles mehr beantworten wir in folgendem Informationsartikel.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Fachprofil & Fachrichtungen: MTA (seit 2023 Medizinischer Technologe (MT)) in 4 Spezialisierungen: Laboratoriumsanalytik (MTL), Radiologie (MTR), Funktionsdiagnostik (MTF), Veterinärmedizin (MTV); MTA arbeiten eigenständig mit Medizingeräten in Klinik, Praxis, Labor, Forschung
- Voraussetzungen & Dauer: Mittlere Reife (bei Hauptschule: 2-jährige Berufsausbildung), gesundheitliche Eignung/Impfungen (z. B. Hepatitis A/B), ggf. Führungszeugnis/Praktikum/Aufnahmeprüfung. Ausbildung 3 Jahre; Theorie ~2.400–2.600 Std., Praxis ~2.000–2.200 Std. (je nach Fachrichtung)
- Inhalte & Abschluss: Naturwissenschaften (Bio/Chemie/Physik/Mathe), Hygiene, Anatomie/Physiologie, EDV/Dokumentation, Berufs- und Rechtskunde; umfangreiche Praktika in Klinik/Labor; Berufserlaubnis nach MTA‑Gesetz über Landesbehörde erforderlich
- Ausbildungsvergütung: öffentlicher Träger, TVAöD-Pflege, 2025: ca. 1.290 € (Jg. 1) / 1.350 € (Jg. 2) / 1.447 € (Jg. 3) brutto/Monat; an privaten Schulen oft keine Vergütung
- Gehalt & Karriere: Ø MTA-Gehalt ~4.001 € brutto/Monat; mit Tarif je nach Aufgabe/Erfahrung ca. 3.205–4.847 €, ohne Tarif Ø ~4.0k (teils höher/niedriger); Aufstieg über Spezialisierungen/Leitungsaufgaben (bis EG 10 möglich); Einsatz u. a. in Kliniken, Facharztpraxen, Laboren, Diagnostikzentren, Forschung/Industrie
Der MTA Beruf
Der MTA Beruf ist in vier verschiedene Fachrichtungen unterteilt. Das heißt, wer sich für eine Ausbildung als MTA interessiert, muss sich zuerst für eine der MTA Fachrichtungen entscheiden. Im Folgenden haben wir die verschiedenen Fachrichtungen zusammengestellt und erklärt:
- Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTR, früher: MTRA)
- Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in (MTL, früher MTLA)
- Veterinärmedizinisch-technische/r Assistent/in (MTV, früher VMTA)
- Medizinisch-technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik (MTF, früher MTAF)
Neue Berufsbezeichnung seit 2023: Medizinischer Technologe (MT)
Zum 1. Januar 2023 wurde der Beruf erneut reformiert. Anstelle der oft noch genutzten (und oben angegebenen) Bezeichnungen und Abkürzungen der Berufsbezeichnungen lautet der Beruf nun offiziell Medizinischer Technologe (MT) im jeweiligen Beruf:
- Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik
- Medizinischer Technologe für Radiologie
- Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik
- Medizinischer Technologe für Veterinärmedizin
Die Tätigkeiten in den jeweiligen Berufsfelder sind jedoch gleichgeblieben. In der Ausbildung wird ein stärkerer Fokus auf Praxis und Spezialisierung gesetzt. Für Ausbildungsinteressierte ist also eher das Kürzel MT relevant. Hilfreiche Inhalte zum Thema gibt es logischerweise mit beiden Schlagworten / Abkürzungen, da viele Medizinischen Technologen auf dem Arbeitsmarkt ihre Ausbildung noch als MTA (bzw. einer Variante) absolviert haben.
Historische Entwicklung und Abgrenzung
Der Beruf und die Ausbildung als MTA wurde durch ein Gesetz bereits 1971 unterteilt in die Radiologieassistenten, Laboratoriumsassistenten und veterinärmedizinisch-technische Assistenten. Schließlich wurde der Beruf dann 1993 um den Bereich Funktionsdiagnostik erweitert. Alle Fachrichtungen haben eine Gemeinsamkeit: in ihrem Beruf arbeiten Medizinisch-technische Fachassistenten als einer ihrer Hauptaufgaben mit medizintechnischen Geräten und führen Untersuchungen damit aus.
Wichtig: der MTA ist nicht zu verwechseln mit dem Beruf der Medizinischen Fachangestellten. Die beiden Berufe werden gerne miteinander verwechselt, unterscheiden sich jedoch deutlich in Ausbildung und den beruflichen Tätigkeiten. Die Medizinische Fachangestellte arbeitet direkt in der Arztpraxis, wo sie die Patienten betreut und die Schnittstelle zwischen Arzt und Patienten bildet. Ein Medizinischer Technologe führt hingegen Untersuchungen direkt und selbstständig aus, beispielsweise in Kliniken, Facharztpraxen, medizinischen Laboratorien, Forschungseinrichtungen, Zentren für Diagnostik oder in medizintechnischen Unternehmen.
Voraussetzungen, um MTA zu werden
Als schulische Voraussetzung, um eine Ausbildung als MTA zu beginnen, gilt der mittlere Bildungsabschluss. Dieser wird nach Abschluss der 10. Klasse erreicht und auch Realschulabschluss, mittlere Reife, Fachoberschulreife genannt. Ist nur ein Hauptschulabschluss vorhanden, muss zusätzlich eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung vorgelegt werden.
Daneben sollte man Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben, gute Noten im Abschlusszeugnis der mittleren Reife sowie Spaß im Umgang mit moderner Technik. Die MT-Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt und diese wählen die Bewerber anhand eigener Kriterien aus. Gerade in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Biologie aber auch in Fächern wie Mathematik werden gute Noten von den Schulen erwartet. Dazu werden auch von manchen Schulen Aufnahmeprüfungen durchgeführt.
Weitere Voraussetzungen, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten sind ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung sowie ggfs. der Nachweis eines Praktikums vor der Ausbildung, ein Führungszeugnis, das Überschreiten eines Mindestalters sowie der Nachweis über einen Hepatitis-A/B-Impfschutz.
Voraussetzung zur Ausübung des Berufs
Wer als MTA aktiv den seinen Beruf ausüben will, muss eine Erlaubnis nach dem Gesetz über technische Assistenten in der Medizin, dem sogenannten MTA Gesetz, einholen. Dies bedeutet, nach Abschluss der Ausbildung muss man eine Berufserlaubnis bei der entsprechenden Landesbehörde beantragen und diese bestätigt diese mit der Erlaubnisurkunde.
MTA Ausbildung – Dauer
Die Ausbildung als MTA dauert 3 Jahre. Je nach Ausbildungszweig umfasst die Ausbildung folgende theoretische und praktische Stundenzahlen:
- Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik = theoretischer Unterricht von 2.600 Stunden sowie praktische Ausbildung von 2.000 Stunden
- Medizinischer Technologe für Radiologie = theoretischer Unterricht von 2.600 Stunden sowie praktische Ausbildung von 2.000 Stunden
- Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik = theoretischer Unterricht von 2.400 Stunden praktische Ausbildung von 2.200 Stunden
- Medizinischer Technologe für Veterinärmedizin = theoretischer Unterricht von 2.600 Stunden praktische Ausbildung von 2.000 Stunden
MTA Ausbildung – Inhalt
Die MTA Ausbildung ist eine schulische Ausbildung, die an speziellen Berufsfachschulen durchgeführt wird. Berufsfachschulen vermitteln fachliche Lehrinhalte und führen die berufliche Grundbildung in Ausbildungsberufen wie im Beruf des Medizinisch-technischen Assistenten durch. Die MTA Ausbildung wird ergänzt durch einen praktischen Teil der Ausbildung, der an einer geeigneten Einrichtung, wie zum Beispiel einem Krankenhaus, stattfindet. Diese Teil folgt einem Ausbildungsplan, der von der jeweiligen Einrichtung erstellt wird.
Die MTA Ausbildung gehörte ursprünglich nicht zu den dualen Berufsausbildungsberufen, welche die häufigste Ausbildungsform in Deutschland darstellen. Bei diesen lernen die Auszubildenden in einer Berufsschule die Theorie und in einem Unternehmen die praktische Arbeit. Ab der Reform 2023 wurde der Praxisanteil erhöht und die Bewerbungen laufen direkt über den Ausbildungsträger, der die Auszubildenden auch an eine entsprechende Schule weitervermittelt.
Die praktische Ausbildung wird in Form von Praktika durchgeführt. Beispielsweise ist bei der Ausbildung als Laboratoriumsassistenten ist im ersten Jahr ein Krankenhauspraktikum in Kliniken durchzuführen (ca. 230 Stunden) und im zweiten Jahr ein Klinik- oder Institutspraktikum (ca. 600 Stunden).
Theoretische Ausbildungsinhalte – Theorie
Zu den theoretischen Ausbildungsinhalten zählen bei allen Berufszweigen beispielsweise folgende:
- Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde (Arbeits- und berufsrechtliche Regelungen, MTA-Gesetz, Medizingeräteverordnung, aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Fragen)
- Mathematik (Grundlagen, Potenzen, Logarithmen, Gleichungen, fachbezogene Anwendungen)
- Biologie und Ökologie (Zelle und Zellstoffwechseln, Zellvermehrung, Mensch und Umwelt)
- Hygiene (Sterilisation und Desinfektion, Gesundheitsvorsorge, Sozialhygiene)
- Physik (Mechanik, Wärmelehre, Elektrizitätslehre, Optik, Strahlenschutz)
- Statistik (Einführung und beschreibende Statistik)
- EDV und Dokumentation (Grundlagen der Datenverarbeitung, Software, Hardware)
- Chemie, Biochemie (allgemeine und anorganische Chemie, organische Chemie und Bioschemie)
- Anatomie (Nervensystem, Sinnesorgane, Herz- und Blutgefäßsystem, Atmungssystem)
- Physiologie (Allgemeine Physiologie, Zentralnervensystem, Sinnesphysiologie)
MTA Ausbildung Gehalt
Wird die MT-Ausbildung an staatlichen Einrichtungen absolviert, zum Beispiel einem öffentlichen Krankenhaus, fällt die Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag (TVAöD-Pflege) aus. Für 2025 gelten folgende Höhen:
| Ausbildungsjahr | Gehalt nach TVAöD-Pflege |
| Jahr 1 | 1290,24 Euro |
| Jahr 2 | 1350,30 Euro |
| Jahr 3 | 1447,03 Euro |
Gültig von 01.04.2025 bis 30.04.2026
Beruf und Karriere als Medizinisch-technischer Assistent
Die Tätigkeiten im MTA Beruf sind vielfältig und von der gewählten Fachrichtung abhängig.
MTR
Medizinische Technologen für Radiologie erstellen selbstständig Röntgenaufnahmen an in der auf Anforderung des Arztes sowie andere diagnostische Bilder. Um krankhafte Veränderungen des Körpers oder Verletzungen zu erkennen setzen die MTR tomografische Verfahren ein und führen nuklearmedizinische Untersuchungen mithilfe von radioaktiven Substanzen durch. Ihre Tätigkeit ist vor allem in Krankenhäusern und in Arztpraxen gefragt, insbesondere in Facharztpraxen für Radiologie.
MTL
Zu den Hauptaufgaben von Medizinischen Technologen für Laboratoriumsanalytik gehört es, Laboruntersuchungen durchzuführen von Körpergewebe und Körperflüssigkeiten. Dies dient zur Vorsorge von Krankheiten sowie zur Krankheitserkennung und -behandlung. Eingesetzt werden die MTL in Arztpraxen und Krankenhäusern sowie in medizinischen Laboratorien und in Blutspendediensten.
MTV
Ähnlich den Laboratoriumsassistenten führen auch Medizinische Assistenten für Veterinärmedizin vor allem Laboruntersuchungen durch. Der Unterschied liegt darin, dass sich die MTV mit tiermedizinischen Laboruntersuchungen beschäftigen sowie mit der Analyse von Lebensmitteln tierischer Herkunft. Eine Beschäftigung als MTV findet man vor allem in Tierkliniken und Tierarztpraxen, in veterinärmedizinischen Laboratorien, in Landesuntersuchungsämtern und auch in Kontrolllaboren von Schlachthöfen oder Molkereien.
MTF
Der als letztes gegründete Fachbereich der Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik arbeitet direkt mit Patienten zusammen. MTF haben die Aufgabe Patienten zu untersuchen mithilfe von medizinischen Geräten im Bereich der Analyse und Diagnose. Hierzu zählen Verfahren wie das Messen, Testen und Prüfen von Herz-Kreislauf-System, Lungenfunktion, Hörfähigkeit, Gleichgewichtssinn und auch von Hirnströmen. Karrieremöglichkeiten für MTF findet sich vor allem in Facharztpraxen und Krankenhäusern sowie in medizinischen Laboratorien und Zentren für Diagnostik.
MTA Gehalt – Verdienst als Medizinisch-technischer Assistent
Die folgende Grafik zeigt die Abhängigkeit von dem MTA Gehalt zu der Berufserfahrung. So zeigt sich, dass das Einstiegsgehalt als MTA etwa 3.384 Euro im Schnitt beträgt, wogegen man nach neun Jahren Berufserfahrung schon fast 4.170 Euro Brutto verdienen kann.
Quelle: Gehalt.de
Auch interessant ist das Gehalt mit und ohne Tarifvertrag. So verdienen Medizinische Technologen mit Tarifvertrag je nach Aufgabenbereich und Berufserfahrung zwischen 3.205 Euro bis 4.847 Euro. Das durchschnittliche Gehalt als MTA ohne Tarifvertrag beträgt 4.048 Euro. Dabei variiert das Gehalt je nach Berufsfeld:
| Berufsfeld | Gehalt |
| Laboratoriumsanalytik | 3.361 Euro bis 4.814 Euro |
| Radiologie | 3.702 Euro bis 5.175 Euro |
| Veterinärmedizin | 3.135 Euro bis 4.560 Euro |
| Funktionsdiagnostik | 3.445 Euro bis 4.667 Euro |
Im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen im Gesundheitsbereich verdienen MTA gut. Die folgende Tabelle verdeutlicht, dass die medizinischen Technologen im Schnitt im Mittelfeld der Gehälter liegen:
| Beruf | Gesamt | Frauen | Männer |
| Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in | 3.363 € | 3.332 € | 3.448 € |
| Physiotherapeut | 3.248 € | 3.123 € | 3.454 € |
| Arzthelfer/in | 3.129 € | 3.126 € | 3.280 € |
| Assistenz-Arzt/Ärztin | 7.058 € | 6.792 € | 7.309 € |
| Hebamme/Entbindungshelfer | 4.380 € | 4.380 € | keine Daten |
| Altenpfleger/in | 4.153 € | 4.124 € | 4.227 € |
| Altenpflegehelfer/in | 3.098 € | 3.087 € | 3.123 € |
| Krankenpfleger/in | 4.051 € | 4.051 € | 4.050 € |
| Psychologe/in | 5.088 € | 4.917 € | 5.693 € |
| Notfallsanitäter/in | 4.165 € | 3.876 € | 4.276 € |
| Rettungssanitäter/in | 4.165 € | 3.876 € | 4.276 € |
| Medizinisch-Technische/r-Assistent/in (Funktionsdiagnostik) | 4.001 € | 3.944 € | keine Daten |
| Operationstechnische/r Assistent/in | 4.687 € | 4.654 € | 4.837 € |
| Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r | 2.669 € | 2.667 € | 2.779 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Hinsichtlich Überstunden gaben 41 % der befragten MTA an, regelmäßig Überstunden zu machen. Davon erhalten 60% einen Freizeitausgleich, 25% teils Vergütung und Ausgleich und 9% erhalten leider keine Vergütung.
Mehr zum Verdienst in der großen Übersicht MTA Gehalt.
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zu MTA/MT
- Was ist der Unterschied zwischen MTA/MT und MFA?
- Wird die MTA-Ausbildung bezahlt?
- Wie wähle ich die passende Fachrichtung als MT und kann ich später wechseln?
Der Unterschied zwischen MTA/MT und MFA: MFA arbeiten primär in Arztpraxen als organisatorische/patientennahe Schnittstelle. MTA/MT führen eigenständig technische Untersuchungen und Analysen durch (Radiologie, Labor, Funktionsdiagnostik, Veterinärmedizin) – meist in Klinik, Labor oder Diagnostikzentren.
Bei öffentlichen Trägern wird die MTA-Ausbildung bezahlt (TVAöD‑Pflege: ~1.290/1.350/1.447 € in Jahr 1–3). An privaten Berufsfachschulen meist keine Vergütung; dort können Schulgebühren anfallen.
Richte Dich bei der Wahl der passenden MT-Richtung nach Stärken/Interessen (z. B. Bildgebung/Patientenkontakt in MTR/MTF vs. Laboranalytik in MTL/MTV). Ein späterer Wechsel ist möglich, erfordert aber eine erneute bzw. ergänzende Qualifizierung; Fort- und Weiterbildungen öffnen zusätzliche Tätigkeitsfelder und bessere Gehaltsstufen.

