
Nesselsucht ist eine häufige Hauterkrankung, die Menschen jeden Alters betreffen kann. Medizinisch wird sie als Urtikaria bezeichnet. Typisch sind plötzlich auftretende, erhabene Quaddeln, die meist stark jucken und innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden können. Zusätzlich können tiefere Schwellungen der Haut auftreten. In vielen Fällen verläuft eine Urtikaria vorübergehend und unkompliziert. Treten jedoch Atemnot, Kreislaufbeschwerden oder Schwellungen im Mund- und Rachenraum auf, kann ein medizinischer Notfall vorliegen. Welche Formen der Nesselsucht es gibt, welche Ursachen infrage kommen und wie sie behandelt wird, erfährst Du im folgenden Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Nesselsucht?
- Wie sieht Nesselsucht aus und welche Symptome treten auf?
- Welche Formen von Nesselsucht gibt es?
- Welche Ursachen und Auslöser kann Nesselsucht haben?
- Ist Nesselsucht eine Allergie?
- Ist Nesselsucht ansteckend?
- Nesselsucht bei Kindern: Was ist zu beachten?
- Wie wird Nesselsucht diagnostiziert?
- Wie wird Nesselsucht behandelt?
- Wie lange dauert Nesselsucht?
- Wann sollte man mit Nesselsucht zum Arzt?
- Fazit
Das Wichtigste zu Nesselsucht in Kürze
- Nesselsucht, medizinisch Urtikaria, verursacht plötzlich auftretende, meist stark juckende Quaddeln. Zusätzlich können Angioödeme entstehen.
- Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden, während an anderen Körperstellen neue auftreten können.
- Bestehen oder wiederholen sich die Beschwerden länger als sechs Wochen, handelt es sich um eine chronische Urtikaria.
- Nesselsucht ist nicht automatisch eine Allergie. Besonders bei chronisch spontaner Urtikaria spielen häufig andere immunologische Mechanismen eine Rolle.
- H1-Antihistaminika der zweiten Generation bilden die Grundlage der medikamentösen Behandlung.
- Bei Atemnot, Schwellungen von Zunge oder Rachen, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Was ist Nesselsucht?
Bei Nesselsucht werden sogenannte Mastzellen in der Haut aktiviert. Sie setzen Botenstoffe wie Histamin frei. Dadurch erweitern sich kleine Blutgefäße und ihre Gefäßwände werden durchlässiger. Flüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe aus und es entstehen die typischen Quaddeln.
Sind tiefere Haut- und Unterhautschichten betroffen, können sogenannte Angioödeme auftreten. Je nach Dauer wird zwischen akuter und chronischer Urtikaria unterschieden:
| Form | Kennzeichen |
|---|---|
| Akute Urtikaria | Die Beschwerden bestehen höchstens sechs Wochen. |
| Chronische Urtikaria | Quaddeln, Angioödeme oder beides treten länger als sechs Wochen wiederholt oder kontinuierlich auf. |
Die chronische Urtikaria wird zusätzlich in eine chronisch spontane und eine chronisch induzierbare Form unterteilt.
Wie sieht Nesselsucht aus und welche Symptome treten auf?
Typisch für Nesselsucht sind plötzlich auftretende, erhabene Quaddeln. Sie können nur wenige Millimeter klein sein oder mehrere Zentimeter erreichen. Einzelne Quaddeln können miteinander verschmelzen und dadurch größere Hautflächen betreffen.
Die Hautveränderungen können hautfarben bis rötlich erscheinen. Bei dunkleren Hauttypen ist die Rötung teilweise weniger deutlich sichtbar. Charakteristisch ist vor allem die erhabene Struktur der Quaddeln.
Typische Beschwerden sind:
- stark juckende Quaddeln
- wechselnde Hautveränderungen an verschiedenen Körperstellen
- Brennen oder Stechen der Haut
- tiefere Schwellungen der Haut, sogenannte Angioödeme
Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden vollständig und hinterlassen normalerweise keine Hautveränderungen. Gleichzeitig können an anderen Körperstellen neue Quaddeln entstehen. Angioödeme bestehen häufig länger als Quaddeln und können sich erst innerhalb von bis zu 72 Stunden vollständig zurückbilden. Häufig betroffen sind Lippen, Augenlider, Hände und Füße. Bleibt dieselbe Hautveränderung länger als 24 Stunden bestehen, ist sie eher schmerzhaft als juckend oder hinterlässt sie Verfärbungen, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine andere Erkrankung wie eine Urtikariavaskulitis vorliegt.
Welche Formen von Nesselsucht gibt es?
Bei chronischer Urtikaria spielt neben der Dauer vor allem der Auslösemechanismus eine wichtige Rolle.
Chronisch spontane Urtikaria
Bei der chronisch spontanen Urtikaria treten Quaddeln, Angioödeme oder beides länger als sechs Wochen auf, ohne dass ein bestimmter reproduzierbarer äußerer Auslöser die Beschwerden hervorruft. Das bedeutet nicht, dass keine biologischen Ursachen bestehen. Bei einem Teil der Betroffenen spielen autoimmune Mechanismen eine Rolle, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift und dadurch Mastzellen aktiviert.
Chronisch induzierbare Urtikaria
Bei einer chronisch induzierbaren Urtikaria lassen sich die Beschwerden durch bestimmte Reize reproduzierbar auslösen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kälte
- Wärme
- Druck
- Sonnenlicht
- Reibung oder Kratzen der Haut
- körperliche Belastung und Schwitzen
- Kontakt mit bestimmten Stoffen
Auch mehrere Formen können gleichzeitig auftreten.

Welche Ursachen und Auslöser kann Nesselsucht haben?
Die möglichen Ursachen unterscheiden sich je nach Form der Urtikaria. Nicht immer lässt sich ein eindeutiger Auslöser feststellen.
Bei einer akuten Nesselsucht kommen unter anderem infrage:
- Infektionen
- bestimmte Medikamente
- allergische Reaktionen auf Lebensmittel
- Insektenstiche oder Insektengifte
- andere allergische Reaktionen
Gerade bei Kindern tritt akute Urtikaria häufig im Zusammenhang mit Infektionen auf. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Bestimmte Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika können eine bestehende Urtikaria bei manchen Betroffenen auslösen oder verstärken. Bei chronisch spontaner Urtikaria lässt sich dagegen häufig kein einzelner äußerer Auslöser finden. Immunologische und autoimmune Prozesse können an der Entstehung beteiligt sein. Stress gilt nicht als alleinige Ursache einer Urtikaria, kann bestehende Beschwerden jedoch verstärken.
Ist Nesselsucht eine Allergie?
Nesselsucht bedeutet nicht automatisch, dass eine Allergie vorliegt. Eine akute Urtikaria kann Bestandteil einer allergischen Reaktion sein. Insbesondere bei chronisch spontaner Urtikaria liegt jedoch meist keine klassische Lebensmittel- oder Kontaktallergie zugrunde.
Eine Allergiediagnostik ist deshalb nicht bei jeder Nesselsucht erforderlich. Sie kann sinnvoll sein, wenn die Beschwerden wiederholt in engem zeitlichem Zusammenhang mit einem bestimmten möglichen Allergen auftreten.
Pauschale Eliminationsdiäten ohne konkreten Verdacht sind in der Regel nicht sinnvoll und sollten nicht ohne ärztliche Beratung durchgeführt werden.
Ist Nesselsucht ansteckend?
Nesselsucht ist nicht ansteckend. Die Quaddeln oder Angioödeme können nicht von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden. Wird die Urtikaria durch eine Infektion ausgelöst, kann allerdings die zugrunde liegende Infektionskrankheit je nach Erreger ansteckend sein. Die Urtikaria selbst bleibt dennoch nicht übertragbar.
Nesselsucht bei Kindern: Was ist zu beachten?
Auch Kinder können eine akute oder chronische Urtikaria entwickeln. Akute Verläufe treten häufig im Zusammenhang mit Infektionen auf und verschwinden anschließend wieder. Besonders wichtig ist es, auf zusätzliche Beschwerden zu achten. Schwillt die Zunge oder der Rachen an, bekommt das Kind schlecht Luft oder treten ausgeprägte Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen auf, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Auch bei Kindern werden zur Behandlung vor allem H1-Antihistaminika der zweiten Generation eingesetzt. Welcher Wirkstoff infrage kommt und wie er dosiert wird, richtet sich unter anderem nach Alter, Körpergewicht und Zulassung des Medikaments. Antihistaminika der ersten Generation, die häufig stark müde machen, werden zur routinemäßigen Behandlung der Urtikaria nicht empfohlen.
Wie wird Nesselsucht diagnostiziert?
Die Diagnose wird in erster Linie anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Krankengeschichte gestellt.
Der Arzt fragt beispielsweise:
- Wann sind die Beschwerden erstmals aufgetreten?
- Wie lange bestehen einzelne Quaddeln?
- Wie häufig treten sie auf?
- Treten zusätzlich Angioödeme auf?
- Besteht ein Zusammenhang mit Infektionen?
- Wurden neue Medikamente eingenommen?
- Gibt es einen Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln?
- Werden die Beschwerden durch Kälte, Wärme, Druck oder andere Reize ausgelöst?
Hilfreich können Fotos der Hautveränderungen sein, insbesondere wenn die Quaddeln beim Arzttermin bereits verschwunden sind. Bei einer typischen akuten spontanen Urtikaria sind normalerweise keine umfangreichen Laboruntersuchungen oder routinemäßigen Allergietests erforderlich.
Bei chronisch spontaner Urtikaria kann eine gezielte Basisdiagnostik sinnvoll sein. Dazu gehören abhängig vom individuellen Befund beispielsweise:
- Differentialblutbild
- CRP
- Blutsenkungsgeschwindigkeit
Weitere Untersuchungen richten sich nach Krankengeschichte, Beschwerden und möglichen Begleiterkrankungen. Besteht der Verdacht auf eine chronisch induzierbare Urtikaria, können spezielle Provokationstests durchgeführt werden. Dabei wird beispielsweise kontrolliert untersucht, ob Kälte, Wärme oder Druck die Beschwerden auslösen.
Angioödeme ohne Quaddeln
Treten wiederholt Angioödeme ohne begleitende Quaddeln auf, sollten auch andere Ursachen berücksichtigt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- durch ACE-Hemmer ausgelöste Angioödeme
- hereditäres Angioödem
- andere bradykininvermittelte Angioödeme
Je nach Krankengeschichte können dann weitere Blutuntersuchungen erforderlich sein.
Wie wird Nesselsucht behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Form, Dauer und Schwere der Urtikaria. Ziel ist eine möglichst vollständige Kontrolle der Beschwerden. Ist ein konkreter und vermeidbarer Auslöser bekannt, sollte dieser nach Möglichkeit gemieden werden. Das gilt beispielsweise für bestimmte Medikamente oder physikalische Reize.

Antihistaminika gegen Nesselsucht
Medikamente der ersten Wahl sind H1-Antihistaminika der zweiten Generation. Sie hemmen die Wirkung von Histamin und können dadurch Juckreiz und Quaddeln lindern. Bei akuter Urtikaria reicht diese Behandlung häufig aus, bis die Beschwerden wieder abklingen.
Bei chronisch spontaner Urtikaria werden H1-Antihistaminika der zweiten Generation in der Regel regelmäßig eingenommen. Bei chronisch induzierbarer Urtikaria kann abhängig vom Auslöser und dessen Vorhersagbarkeit eine regelmäßige oder situationsbezogene Einnahme infrage kommen. Reicht die Standarddosis nicht aus, kann der Arzt bei chronischer Urtikaria die Dosis eines H1-Antihistaminikums der zweiten Generation schrittweise bis maximal auf das Vierfache der zugelassenen Standarddosis erhöhen. Die erhöhte Dosierung erfolgt außerhalb der regulären Zulassung und sollte deshalb nur nach ärztlicher Anweisung erfolgen. In der Regel wird dabei ein einzelnes H1-Antihistaminikum aufdosiert. Die gleichzeitige Kombination mehrerer verschiedener H1-Antihistaminika wird gegenüber diesem Vorgehen nicht bevorzugt. Dosierungen oberhalb des Vierfachen der Standarddosis werden nicht empfohlen.
Weitere Medikamente bei chronisch spontaner Urtikaria
Reicht die Behandlung mit hoch dosierten H1-Antihistaminika der zweiten Generation nicht aus, kommen abhängig von Alter, Vorbehandlung und Zulassung weitere Medikamente infrage. Omalizumab ist als Zusatztherapie für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren mit chronisch spontaner Urtikaria zugelassen, wenn H1-Antihistaminika nicht ausreichend wirken. Dupilumab kann bei Patienten ab zwei Jahren mit moderater bis schwerer chronisch spontaner Urtikaria eingesetzt werden, wenn H1-Antihistaminika nicht ausreichend wirken und zuvor keine Anti-IgE-Therapie gegen die chronisch spontane Urtikaria erfolgt ist. Remibrutinib steht für Erwachsene mit chronisch spontaner Urtikaria zur Verfügung, wenn H1-Antihistaminika die Beschwerden nicht ausreichend kontrollieren. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Schweregrad, Vorbehandlungen, Begleiterkrankungen und individuellem Krankheitsverlauf ab.
Bei schweren Verläufen, die auf zugelassene Therapien nicht ausreichend ansprechen, kann in spezialisierten Zentren außerdem Ciclosporin erwogen werden. Der Einsatz bei Urtikaria erfolgt außerhalb der regulären Zulassung und erfordert wegen möglicher Nebenwirkungen eine sorgfältige ärztliche Überwachung.
Kortison bei Nesselsucht
Eine langfristige Behandlung mit systemischem Kortison wird bei chronischer Urtikaria nicht empfohlen. Bei schwerer akuter Urtikaria oder einer akuten Verschlechterung einer chronischen Urtikaria kann in Einzelfällen kurzfristig ein systemisches Glukokortikoid eingesetzt werden. Eine solche Behandlung sollte nur kurzzeitig, in der Regel höchstens bis zu zehn Tage, und nach ärztlicher Abwägung erfolgen. Kortisonhaltige Cremes helfen bei klassischer Urtikaria in der Regel nicht, da die Erkrankung anders entsteht als beispielsweise ein Ekzem.
Was kann zusätzlich gegen den Juckreiz helfen?
Zur kurzfristigen Linderung können kühle Umschläge angenehm sein. Viele Betroffene empfinden außerdem folgende Maßnahmen als hilfreich:
- die Haut möglichst wenig reiben oder kratzen
- heiße Duschen und Bäder vermeiden
- lockere Kleidung tragen
- bekannte individuelle Auslöser meiden
Welche Faktoren die Beschwerden verstärken, kann von Person zu Person unterschiedlich sein.
Wie lange dauert Nesselsucht?
Eine akute Urtikaria verschwindet innerhalb von höchstens sechs Wochen. Häufig dauert sie jedoch nur einige Tage. Die einzelnen Quaddeln bestehen deutlich kürzer und verschwinden meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden. Treten Quaddeln oder Angioödeme länger als sechs Wochen wiederholt oder kontinuierlich auf, handelt es sich definitionsgemäß um eine chronische Urtikaria. Wie lange eine chronische Urtikaria insgesamt anhält, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Bei vielen Betroffenen klingt sie im Verlauf wieder ab. Bei anderen kann sie über mehrere Jahre bestehen.
Wann sollte man mit Nesselsucht zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- die Beschwerden stark ausgeprägt sind
- die Nesselsucht häufig wiederkehrt
- Beschwerden länger als sechs Wochen bestehen
- Angioödeme auftreten
- wiederholt Angioödeme ohne Quaddeln auftreten
- die Ursache unklar ist
- ein Medikament als Auslöser infrage kommt
- einzelne Hautveränderungen länger als 24 Stunden bestehen
- die Hautveränderungen schmerzhaft sind oder Verfärbungen hinterlassen
Bei leichten und rasch abklingenden Beschwerden ohne weitere Symptome ist nicht immer eine umfangreiche Diagnostik notwendig.
Wann ist Nesselsucht ein Notfall?
Sofortige medizinische Hilfe ist erforderlich, wenn zusätzlich zur Nesselsucht Symptome auftreten, die auf eine schwere allergische Reaktion oder Anaphylaxie hinweisen können.
Dazu gehören insbesondere:
- Atemnot
- Schwellung von Zunge oder Rachen
- Schwierigkeiten beim Schlucken oder Sprechen
- starke Kreislaufbeschwerden
- Kollaps
- Bewusstseinsstörungen
In diesen Fällen sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Fazit
Nesselsucht zeigt sich typischerweise durch plötzlich auftretende, stark juckende Quaddeln und teilweise durch Angioödeme. Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden. Bestehen oder wiederholen sich die Beschwerden über mehr als sechs Wochen, handelt es sich um eine chronische Urtikaria.
Die Erkrankung ist nicht automatisch eine Allergie. Während bei akuter Urtikaria beispielsweise Infektionen, Medikamente oder allergische Reaktionen eine Rolle spielen können, liegen einer chronisch spontanen Urtikaria häufig komplexere immunologische Mechanismen zugrunde.
H1-Antihistaminika der zweiten Generation bilden die Grundlage der Behandlung. Bei chronischen Beschwerden kann die Therapie bei unzureichender Wirkung stufenweise angepasst und durch weitere Medikamente ergänzt werden.
Treten Atemnot, starke Schwellungen im Mund- oder Rachenraum oder Kreislaufprobleme auf, kann eine schwere allergische Reaktion vorliegen. Dann sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
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Häufige Fragen zu Nesselsucht
- Ist Nesselsucht eine Allergie?
- Wie lange dauert Nesselsucht?
- Was hilft gegen Nesselsucht?
- Wann ist Nesselsucht gefährlich?
Nesselsucht ist nicht automatisch eine Allergie. Eine akute Urtikaria kann im Rahmen einer allergischen Reaktion auftreten. Vor allem bei chronisch spontaner Urtikaria liegt jedoch meist keine klassische Lebensmittel- oder Kontaktallergie zugrunde.
Eine akute Nesselsucht besteht höchstens sechs Wochen und klingt häufig bereits nach wenigen Tagen ab. Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden. Treten die Beschwerden länger als sechs Wochen auf, spricht man von einer chronischen Urtikaria.
Zur Behandlung werden vor allem H1-Antihistaminika der zweiten Generation eingesetzt. Bei chronischer Urtikaria kann die Therapie bei unzureichender Wirkung stufenweise angepasst und durch weitere Medikamente ergänzt werden.
Nesselsucht kann gefährlich werden, wenn zusätzlich Atemnot, Schluckbeschwerden, Schwellungen von Zunge oder Rachen, starke Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Diese Beschwerden können auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen. In diesem Fall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Hauterkrankungen
- AWMF Leitlinie, Klassifikation, Diagnostik und Therapie der Urtikaria, register.awmf.org… (zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
- Gesund.bund.de, Nesselsucht, gesund.bund.de… (zuletzt abgerufen am 01.09.2026)




