
Eine Lungenentzündung der Kinder lässt sich zumeist auf Bakterien, insbesondere Pneumokokken und Haemophilus influenzae, und Viren wie Erkältungs- und Grippeviren, das SARS-CoV2-Virus und das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) zurückführen. Seltener sind Pilze Auslöser der Infektion. Bei Kindern tritt die Erkrankung wesentlich häufiger auf als bei Erwachsenen. Da im Kindesalter allerdings andere Symptome auftreten können, lässt sie sich manchmal nur schwer erkennen. In diesem Artikel gibt es mehr Informationen zu Krankheitsanzeichen und Behandlung der Lungenentzündung bei Kindern.
Lungenentzündung: Unterschiede bei Kindern und Erwachsenen
Da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist, erkranken Kinder häufiger an einer Lungenentzündung (Pneumonie) als Erwachsene. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. In der Altersgruppe unter sechs Jahren liegt die Zahl der Krankheitsfälle bei 35 von 10.000 Kindern im Jahr. Mit zunehmendem Alter geht das Krankheitsrisiko zurück. Von 10.000 Schulkindern und Jugendlichen erkranken so pro Jahr nur 15 an Pneumonie.
Genau wie bei Erwachsenen führt eine Atemwegsinfektion mit Viren, Bakterien oder Pilzen dazu, dass sich die Lungenbläschen (Alveolen) und das umgebende Gewebe entzünden und sich Flüssigkeit im Lungengewebe sammeln. Bei Erwachsenen geht die Infektionen mit Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost, Husten und Atemnot einher. Bei Kindern fehlen die Krankheitsanzeichen oft. Vor allem Fieber und Husten treten seltener auf.
Lungenentzündung bei Kindern: Symptome
Eine Lungenentzündung der Kinder kann sich ebenfalls durch Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Husten mit oder ohne Auswurf äußern. Häufig treten allerdings auch untypische Beschwerden auf. Vor allem bei Säuglingen macht sich die Krankheit oft nur dadurch bemerkbar, dass sie schlapp und schläfrig wirken, nicht essen und trinken wollen oder sich erbrechen.
Weitere Anzeichen für eine Pneumonie bei Kindern:
- Verdauungsbeschwerden mit geblähtem Bauch und Durchfall
- beschleunigter Puls
- Aufstellen der Nasenflügel beim Einatmen
- schnelle, flache Atmung (Bei Säuglingen mehr als 50 Atemzüge in der Minute, bei Kleinkindern mehr als 40)
- Atemnot
- Brust- und Bauschmerzen, vor allem beim Husten
Die erschwerte Atmung kann sich wie Stöhnen anhören. Typischerweise zieht sich zudem die Haut zwischen den Rippen deutlich nach innen. Tritt Husten auf, dann anfangs oft trocken und schmerzhaft. Später kommt oft Ausfluss hinzu. Säuglinge und Kleinkinder sind jedoch nicht in der Lage, den Schleim herauszuhusten. Stattdessen verschlucken sie ihn und können ihn später erbrechen.
Lungenentzündung bei Kindern behandeln
Sind Bakterien der Auslöser für die Lungenentzündung der Kinder, wird meist ein Antibiotikum verordnet, entweder als Saft oder in Tablettenform. In leichten Fällen ist eine ambulante Behandlung möglich. Bei Kleinkindern unter sechs Jahren oder in schweren Krankheitsfällen erfolgt die Therapie oft im Krankenhaus, wo das Antibiotikum intravenös verabreicht wird. Manchmal werden zwei verschiedene Antibiotika kombiniert.
Bei hohem Fieber ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Besteht die Gefahr, dass das Kind austrocknet, wird Flüssigkeit per Infusion zugeführt. Um dem Kind das Abhusten des Schleims zu erleichtern, können schleimlösende Medikamente verabreicht werden. Der Heilungsverlauf richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und dem Erregertyp. Treten keine Komplikationen auf, heilt die Krankheit meist nach sieben bis zehn Tagen ab.
Zur Vorbeugung der bakteriellen Lungenentzündung bei Kindern werden zwei Schutzimpfungen empfohlen:
- die Pneumokokken-Schutzimpfung
- die Impfung gegen Haemophilus influenzae
Für die Immunisierung sind drei Teilimpfungen nötig, im Alter von zwei, vier und 12 Monaten. Bei der Haemophilus influenzae-Impfung kommt je nach Impfstoff noch eine vierte Teilimpfung im Alter von drei Monaten hinzu. Ausführliche Informationen zu den Impfungen gegen Lungenentzündung fasst dieser Beitrag zusammen.












