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praktischArzt Magazin PraxisBarometer Digitalisierung 2025

PraxisBarometer Digitalisierung 2025: Fortschritt mit Hindernissen

PraxisBarometer Digitalisierung 2025
Zuletzt aktualisiert: 24.06.2026
Themen: KI & Digitalisierung, Patientenmanagement
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Digitale Anwendungen wie eRezept und eAU sind inzwischen in fast allen Praxen etabliert und werden zunehmend positiv bewertet. Dennoch behindern technische Störungen und mangelhafte Schnittstellen – insbesondere zu Krankenhäusern – den Alltag vieler Ärzte. Entscheidend für den Erfolg der Digitalisierung bleibt eine stabile Telematikinfrastruktur und eine bessere Integration der Systeme in die Praxisabläufe. Der folgende Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse des PraxisBarometers 2025 zusammen und zeigt anhand praktischer Beispiele, wo Ärzte heute stehen und wo sie dringend Unterstützung brauchen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verbreitung und Zufriedenheit mit digitalen Anwendungen
  2. Digitalisierung in der Zusammenarbeit von Praxen und Kliniken
  3. Die elektronische Patientenakte (ePA) im Praxiseinsatz
  4. Technische Infrastruktur und Praxisverwaltungssysteme
  5. Fazit

Überblick

  • Studie & Fokus: Das PraxisBarometer Digitalisierung 2025 der KBV befragt rund 1.700 Vertragsarzt- und Psychotherapeutenpraxen zu eRezept, eArztbrief, eAU, ePA und Telematikinfrastruktur (TI) und zeigt den realen Digitalisierungsstand im ambulanten Bereich.
  • Nutzung & Akzeptanz: Digitale Kernanwendungen sind im Praxisalltag etabliert: 87 % nutzen den eArztbrief, eRezept und eAU kommen nahezu flächendeckend zum Einsatz – die Zufriedenheit ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, u. a. durch spürbare Entlastung bei Verwaltungsaufgaben.
  • Schnittstellen zu Kliniken als Schwachpunkt: Trotz guter interner Digitalisierung erhalten nur 15 % der Praxen Entlassbriefe elektronisch; fehlende Schnittstellen zu Krankenhäusern führen zu Mehrarbeit, doppelter Dokumentation und verzögerter Information bei komplexen und chronischen Fällen.
  • ePA in der Praxis: Die elektronische Patientenakte (ePA) wird zunehmend genutzt, ihr Nutzen hängt stark vom Praxisverwaltungssystem (PVS) ab: Reibungslose Integration erleichtert Medikationskontrolle und Befundübersicht, fehleranfällige Abläufe und schlechte Suchfunktionen werden dagegen als Belastung erlebt.
  • Technische Hürden & TI-Probleme: Häufige TI-Störungen, langsame Signaturprozesse und unflexible, teils veraltete PVS bremsen die Digitalisierung; die KBV fordert stabile Infrastruktur, transparente Systemvergleiche, offene Standards und Unterstützung beim PVS-Wechsel, damit digitale Anwendungen die Versorgung wirklich verbessern.

Verbreitung und Zufriedenheit mit digitalen Anwendungen

Digitale Prozesse sind heute fester Bestandteil der Praxisorganisation. Besonders der elektronische Arztbrief ist weit verbreitet: 87 Prozent der Praxen nutzen ihn, 65 Prozent versenden ihn regelmäßig. Auch die Zufriedenheit mit den Kernanwendungen hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen – beim eArztbrief von 50 auf 61 Prozent, beim eRezept von 63 auf 77 Prozent und bei der eAU von 69 auf 78 Prozent.

Diese Entwicklung spiegelt den zunehmenden Nutzen im Alltag wider: Ein Allgemeinmediziner aus Niedersachsen berichtet beispielsweise, dass er durch den eArztbrief pro Woche rund zwei Stunden Verwaltungsaufwand spart, da Dokumente nicht mehr ausgedruckt, unterschrieben und per Fax versendet werden müssen.

Nach Einschätzung der KBV nehmen die niedergelassenen Praxen weiterhin eine Vorreiterrolle ein. Verglichen mit anderen Sektoren des Gesundheitswesens ist der ambulante Bereich in puncto Digitalisierung deutlich weiter. Auch, weil hier die direkte Patientenzuwendung mit digitaler Effizienz kombiniert werden muss.

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Digitalisierung in der Zusammenarbeit von Praxen und Kliniken

Während viele Praxen intern gut digital aufgestellt sind, bleibt der sektorübergreifende Austausch mit Krankenhäusern ein Schwachpunkt. 85 Prozent der befragten Praxen sehen einen großen Nutzen in der digitalen Übermittlung von Entlassbriefen, 61 Prozent im digitalen Austausch von Befunden. Doch nur 15 Prozent erhalten tatsächlich Entlassungsbriefe in elektronischer Form.

Das führt im Alltag zu Mehrarbeit: Viele Ärzte müssen Befunde doppelt dokumentieren oder Entlassberichte manuell einscannen. Besonders bei chronisch kranken Patienten erschwert dies eine kontinuierliche Versorgung. Ein Beispiel: Ein Kardiologe berichtet, dass er nach einer stationären Behandlung oft mehrere Tage auf wichtige Laborbefunde warten muss, obwohl diese im Krankenhaus längst digital vorliegen.

Die KBV fordert deshalb einen verbindlichen Ausbau der digitalen Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Nur wenn Informationen sektorenübergreifend verfügbar sind, lassen sich Doppeluntersuchungen vermeiden und Therapieentscheidungen effizient treffen.

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Die elektronische Patientenakte (ePA) im Praxiseinsatz

Die elektronische Patientenakte (ePA) wird zunehmend in den Praxisalltag integriert, stößt aber noch auf gemischte Resonanz. Der Zugriff über die elektronische Gesundheitskarte wird von 56 Prozent der Praxen positiv bewertet, das Hochladen von Dokumenten von 51 Prozent. Deutlich geringer fällt die Zufriedenheit bei komplexeren Funktionen aus: Nur 13 Prozent bewerten die Erstellung von Folgeverordnungen aus der Medikationsliste positiv, ebenso wenige das Suchen und Filtern von Dokumenten.

In der Praxis zeigt sich, dass der Nutzen der ePA stark vom verwendeten Praxisverwaltungssystem (PVS) abhängt. Wenn das PVS die ePA reibungslos integriert, kann die digitale Patientenakte den Behandlungsprozess erheblich erleichtern. So nutzt ein Hausarzt in Bayern die ePA aktiv, um Medikationspläne zu prüfen und Facharztbefunde einzusehen. Er berichtet von weniger Rückfragen und besserer Nachverfolgung chronischer Erkrankungen.

Wo die technischen Abläufe jedoch fehleranfällig sind, wird die ePA eher als Belastung empfunden. Eine konsistente Weiterentwicklung der Benutzeroberflächen und klare Verantwortlichkeiten bei technischen Problemen sind daher entscheidend.

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Technische Infrastruktur und Praxisverwaltungssysteme

Die technische Basis bleibt der Engpass der Digitalisierung. Mehr als die Hälfte der Praxen berichtet von wöchentlichen oder sogar täglichen Störungen der Telematikinfrastruktur. Diese Ausfälle kosten Zeit, führen zu Frust und erschweren den Praxisbetrieb. Besonders störanfällig sind Signaturprozesse: Trotz leichter Verbesserungen benötigen noch immer 11 Prozent der Praxen mehr als 25 Sekunden für eine elektronische Signatur – ein erheblicher Zeitfaktor bei hohem Patientenaufkommen.

Auch die Praxisverwaltungssysteme werden kritisch gesehen. Zwar sind sie das Rückgrat jeder Praxis, doch viele Ärzte empfinden die Systeme als unflexibel oder veraltet. Vertragsbindungen, hohe Wechselkosten und unklare Leistungsbeschreibungen erschweren den Umstieg auf modernere Anbieter.

Die KBV fordert deshalb:

  • Mehr Transparenz über die Leistungsfähigkeit der Systeme,
  • finanzielle Unterstützung bei Anbieterwechseln und
  • offene Standards für einen reibungslosen Datenaustausch.

Praktisch bedeutet das: Wenn ein Arzt beispielsweise zu einem neuen PVS wechseln will, sollte der gesamte Patientenstamm mit digitaler Karteikarte, Dokumenten und Kommunikationsverläufen nahtlos migriert werden können. Derzeit ist das kaum möglich.

Fazit

Das PraxisBarometer Digitalisierung 2025 zeigt deutlich: Die ambulante Versorgung ist bei der Digitalisierung weit vorangeschritten, aber noch nicht am Ziel. Elektronische Anwendungen wie eRezept, eAU und eArztbrief erleichtern den Praxisalltag und werden zunehmend akzeptiert. Doch technische Störungen, eine instabile Telematikinfrastruktur und die fehlende Vernetzung mit Krankenhäusern bremsen den Fortschritt.

Für die Zukunft bleibt entscheidend, dass Ärzte auf stabile Systeme, nutzerfreundliche Software und eine funktionierende Kommunikation über Sektorengrenzen hinweg vertrauen können. Nur dann kann die Digitalisierung tatsächlich dazu beitragen, Patientenversorgung effizienter, sicherer und qualitativ hochwertiger zu gestalten.

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Autor
Dr. med. Marie-Hélène Manz
Dr. med. Marie-Hélène Manz
Ärztin
Veröffentlicht am: 26.11.2025
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