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praktischArzt Magazin Gesundheitskioske sollen Versorgungslage verbessern

Gesundheitskioske sollen Versorgungslage verbessern

Gesundheitskioske Sollen Versorgungslage Verbessern
Zuletzt aktualisiert: 10.07.2025
Themen: News
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Im folgenden Beitrag soll es um das Thema Gesundheitskiosk gehen. In sozial schwachen Stadtteilen mangelt es oft an ambulanten Versorgungsangeboten und auch die Bedürfnisse der in sozialer Hinsicht benachteiligten Bevölkerungsgruppen werden häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Dies führt dazu, dass die Notaufnahmen wesentlich stärker als üblich beansprucht werden. Eine weitere Folge ist eine medizinische Unterversorgung. Den Gesundheitskiosk gibt es seit 2021 und in Hamburg schon seit 2017 als Pilotprojekt, um die Versorgungslage zu verbessern. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Begriff und wie funktionieren die Kioske? Was bieten sie an bzw. welche Aufgaben nehmen sie wahr und für wen sind sie vorgesehen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Gesundheitskioske für eine verbesserte Versorgung
  2. Ursprünge und Funktion
  3. Für wen die Gesundheitskioske gedacht sind
  4. Finanzierung der Gesundheitskioske
  5. Fazit

Gesundheitskioske für eine verbesserte Versorgung

Seit 2021 erfolgte in ganz Deutschland die Eröffnung von Gesundheitskiosken. Die SPD, FDP und Grünen haben im Koalitionsvertrag die Errichtung vereinbart. Dies lässt sich damit erklären, dass man beim Gesundheitskiosk ärztlichen Rat bei gesundheitlichen Fragen erhält. Karl Lauterbach, Deutschlands Gesundheitsminister, möchte dieses Angebot bundesweit einführen und ausbauen. Das Ziel besteht darin, die Kioske flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Etwa 1.000 sind geplant, um in sozial benachteiligten Gebieten die medizinische Versorgung sicherzustellen, beispielsweise in folgenden Stadtteilen:

  • Niedriges Sozialprestige
  • Hohe Arbeitslosigkeit
  • Hoher Anteil an Migranten

Auf 80.000 Einwohner soll ein Gesundheitskiosk kommen.

Gesundheitskiosk: Ursprünge und Funktion

Als Vorreiter für das Modell gilt Hamburg. Hier startete das Projekt im Jahr 2017. In Billstedt und Horn wurde ein regionales Gesundheitsnetzwerk aufgebaut. Im Mittelpunkt standen die Prävention und Förderung der Gesundheit. In Billstedt beispielsweise haben mehr als 50 Prozent der Bewohner einen Migrationshintergrund. Auf eine/n Mediziner/in kommen in dieser Region rund drei Mal so viele Patienten/-innen, wie es in den übrigen Hamburger Vierteln der Fall ist. Die nächsten Projekte folgten in Essen und Köln. Laut Karl Lauterbach haben sie sich als sehr gut wirksam erwiesen. Im Gesundheitskiosk arbeiten Pflegefachkräfte, die medizinisch ausgebildet sind, an verschiedenen Standorten, zum Beispiel:

  • Pflegefachkräfte
  • Medizinische Fachangestellte
  • Pflegewissenschaftler/innen
  • Gesundheitswissenschaftler/innen

Patienten/-innen, die besondere Unterstützung benötigen, erhalten sie an den Gesundheitskiosken somit vielschichtig. Hier werden sie qualifiziert beraten, können Präventivmaßnahmen beanspruchen und auf Bedarf vermitteln die Fachkräfte zwischen Patienten/-innen und Arzt/Ärztin.

Die Kioske führen Routineuntersuchungen durch, beispielsweise:

  • Messungen des Blutdrucks
  • Verbandswechsel
  • Verabreichung von Spritzen
  • Durchführung von Impfungen
  • Blutzuckermessungen
  • Beratungsgespräche nach gestellten Diagnosen
  • Hilfe beim Beantragen von Folgebehandlungen, wie Rehamaßnahmen
  • Beratungen, wie Ernährungsberatung, im Falle von Übergewicht

Interessierte können auf Empfehlung ihres/-r Arztes/Ärztin, aber ebenso auf eigene Initiative hin den Gesundheitskiosk aufsuchen. Gemeinsam wird dann eine umfassende Anamnese erarbeitet. Die Fachkräfte stehen im Austausch mit den Ärzten/-innen vor Ort. Zudem sind sie mit den Sozialarbeitern/-innen vernetzt. Dafür gibt es Kooperationsvereinbarungen, um Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Ein Merkmal der Struktur ist beim Personal der multiprofessionelle Ansatz. Die Beratungskräfte stammen aus unterschiedlichen Kulturen, damit sie entsprechend auf die Patienten/-innen eingehen und sie in ihrer Muttersprache betreuen können. In Hamburg Billstedt sprechen die Mitarbeiter/innen zum Beispiel bis zu acht Sprachen.

Für wen die Gesundheitskioske gedacht sind

In diesen speziellen Kiosken sollen Menschen unterschiedlicher Gruppen einfache Unterstützung erhalten, zum Beispiel in folgenden Fällen:

  • Viertel von Großstädten, in denen das Sozialprestige niedriger ist
  • Ländliche Regionen mit geringer Dichte an Medizinern und Bevölkerung
  • Fehlender Krankenversicherungsschutz
  • Fehlender Zugang zum Gesundheitssystem aufgrund von Ängsten oder eines Unwissens
  • Menschen ohne Hausarzt
  • Patienten/-innen mit Sprachbarrieren

Es geht darum, dass auch diese Menschen, das heißt, jeder eine ärztliche Betreuung erhält und nicht aus irgendwelchen Gründen davon ausgeschlossen wird. Lauterbach sagt, dass hierzulande nicht der Geldbeutel oder Wohnort darüber entscheiden dürfen, ob Menschen eine Behandlung erhalten. Im Vordergrund soll die Armut des jeweiligen Stadtteils stehen, betonte er. Die hier lebenden Menschen haben potenziell eine schlechtere Gesundheitskompetenz. Gesundheitskioske können und sollen letztendlich auch das Gesundheitssystem entlasten, da sie Patienten/-innen erreichen, die sonst vielleicht in der Notaufnahme landen. Dies gilt zum Beispiel für Menschen, bei denen der Diabetes nicht gut eingestellt ist. Eine Versorgung im Krankenhaus verursacht wesentlich höhere Kosten.

In Billstedt ist die Zahl der zu vermeidenden Krankenhausfälle, verglichen mit anderen Hamburger Stadtteilen um rund 18 Prozent zurückgegangen. Dies zeigt den Nutzen. Das Ziel besteht außerdem darin, die Menschen dazu zu animieren, mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Finanzierung der Gesundheitskioske

Grundsätzlich wird das Angebot begrüßt. Die Krankenkassen üben jedoch Kritik am Finanzierungskonzept aus, da sie zu rund 75 Prozent für die Kosten aufkommen sollen. Die privaten Versicherungen werden mit fünf Prozent belangt, denn auch Privatversicherte können das Angebot beanspruchen. 20 Prozent sollen die Kommunen für die Kosten aufkommen.

Fazit

Die ersten Gesundheitskioske entstanden in Deutschland in Hamburgs Stadtteilen Billstedt und Horn. Sie sollen in benachteiligten Stadtteilen errichtet werden. Die Ziele bestehen darin, die medizinische Versorgung bei besonderem Bedarf an Unterstützung zu gewährleisten, Krankheiten vorzubeugen und, falls nötig, den Patienten/-innen an eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus zu vermitteln. Zudem soll ein gesundheitsförderlicher Lebensstil unterstützt werden und die Kosten des Gesundheitssystems lassen sich auf diese Weise ebenso verringern. Im Gesundheitskiosk arbeitet medizinisch ausgebildetes Fachpersonal, das die Bürger/innen bei Gesundheitsfragen zur Seite steht. Es soll zu guter Letzt kein Arzt-Ersatz, sondern eine sinnvolle Ergänzung sein. Das Angebot umfasst auch soziale Aspekte. Lediglich die Finanzierung der Kioske wird eine Herausforderung.

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Veröffentlicht am: 10.10.2022
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