Mehr Krankmeldungen Durch Burnout Und Depression

Mehr Krankmeldungen wegen Depression und Burnout – das 10. Jahr in Folge

Überlastet, erschöpft, ausgebrannt: Immer häufiger melden sich Arbeitnehmer wegen Depressionen oder eines Burnouts krank. Laut einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion stieg die Zahl der Fehltage aufgrund eines Burnouts von 2012 bis 2016 von 19,97 Millionen auf 30,53 Millionen im Jahr. Depressionen sind mittlerweile der dritthäufigste Grund für eine Krankmeldung.

Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen steigt weiter an

Stress macht krank. Eine übermäßige Belastung kann zur geistigen und emotionalen Erschöpfung und bis hin zur Depression führen. Immer häufiger fehlen Arbeitnehmer aufgrund depressiver Erkrankungen oder Burnout am Arbeitsplatz. Entsprechend immer mehr Ärzte stellen Krankmeldungen wegen Burnout aus.

Das zeigt unter anderem der von der Krankenkasse DAK herausgegebenen Gesundheitsreport 2017. Demnach ist die Anzahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bereits zum 10. Jahr in Folge angestiegen. Im Jahr 2006 betrug der Krankenstand wegen psychischer Erkrankungen noch 121,6 Tage bezogen auf 100 Versicherungsjahre. Ein Jahr später waren es schon 130,2 Fehltage. Im Jahr 2016 schließlich lag die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bei 246,2 pro 100 Versicherungsjahre, somit hat sich die Länge der Krankschreibung entsprechend verdoppelt.

Demgegenüber ging die Zahl der der einzelnen Fälle von 2015 auf 2016 zum ersten Mal wieder leicht zurück. Meldeten sich 2015 im Schnitt noch 6,9 von 100 Versicherten aufgrund psychischer Probleme krank, waren es im Jahr 2016 im Durchschnitt 6,5 Versicherungsnehmer. Es gibt also weniger Krankheitsfälle bei gleichzeitig mehr Fehltagen. Daraus lässt sich schließen, dass es sich bei psychischen Erkrankungen meist um längerfristige Krankheitsfälle handelt.

Depressive Episoden sind der dritthäufigste Grund für eine Krankschreibung.
Depressionen machen den größten Anteil der psychischen Erkrankungen aus. Im Schnitt entfallen 83,4 Fehltage bezogen auf 100 Versicherungsjahre auf depressive Erkrankungen, 30,9 Fehltage auf rezidivierende depressive Störungen, also immer wiederkehrende Depressionen.

Depressive Erkrankungen stehen demnach auf Platz 3 der wichtigsten Einzeldiagnosen, gleich nach Atemwegserkrankungen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Zu den weiteren häufigen Diagnosen im Bereich der psychischen Erkrankungen gehören Reaktionen auf schwere Belastungen und Angststörungen.

Bei Frauen machen psychische Erkrankungen sogar den größten Anteil am Gesamtkrankenstand aus. 20,1 Prozent der krankgeschriebenen weiblichen Versicherungsnehmer sind aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht arbeitsfähig. Bei den Männern liegen psychische Erkrankungen auf dem dritten Platz der wichtigsten Krankheitsarten, mit einem Anteil von 14,1 Prozent.

Bei beiden Geschlechtern steigt mit zunehmendem Alter auch das Risiko, aufgrund einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben zu werden. Bei den 15- bis 19-jährigen liegt der Gesamtkrankenstand aufgrund psychischer Ursachen bei 7,6 Prozent, bei den 35- bis 39-jährigen schon bei 19,8 Prozent.

Burnout verursacht 2016 rund 30 Millionen Fehltage

Auch die Anzahl der Fehltage aufgrund eines Burnouts ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion antwortete, betrug die Zahl aller Fehltage aufgrund von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen Burnouts im Jahr 2016 mehr als 30 Millionen. Im Jahr 2012 waren es noch knapp 20 Millionen. Da es für die Erkrankung Burnout keine einheitliche Diagnose gibt, wurden zur Ermittlung der Fehltage vier Einzeldiagnosen herangezogen: schwere Belastungs- und Anpassungsstörungen, neurotische Störungen, Ermüdung und Probleme bei der Lebensbewältigung. Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge ist vor allem die Zahl der Belastungs- und Anpassungsstörungen stark gestiegen, von 10,5 Millionen Fehltagen im Jahr 2012 auf 16,9 Millionen Fehltage im Jahr 2016.

Linken-Bundestagsfraktion fordert eine Anti-Stress-Verordnung

Die Linken-Bundestagsfraktion sieht die Ursachen für die häufigen Burnout-Fälle vor allem in der höheren Belastung der Arbeitnehmer. Laut der Linken-Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung, Jutta Krellmann, würden Arbeitnehmer wie Verschleißteile behandelt. Krellmann forderte die Bundesregierung auf, Abhilfe zu schaffen. Zu diesem Zweck solle eine Anti-Stress-Verordnung eingeführt werden. Für Beschäftigte und Unternehmen sollten verbindliche Vorschriften gelten, um übermäßige psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Quelle: DAK Gesundheitsreport 2017.

Durch | 02.06.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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