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praktischArzt Untersuchungen Blutuntersuchung Blutwerte Albumin: Wert und Bedeutung

Albumin: Wert und Bedeutung

Albumin Werte Und Bedeutung
Zuletzt aktualisiert: 07.08.2026
Themen: Laborwert, Untersuchungsmethode, Blutbildstörungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen
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Albumin ist ein wichtiges Protein im menschlichen Blut, das hauptsächlich in der Leber gebildet wird. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Flüssigkeitshaushalts im Körper und sorgt dafür, dass Wasser in den Blutgefäßen gehalten wird, wodurch Schwellungen verhindert werden. Zudem dient Albumin als Transportprotein für verschiedene Substanzen wie Hormone, Fettsäuren, Vitamine und Medikamente. Zwar ist der Albuminwert nicht Teil des Standard-Blutbilds und vielen Menschen nicht bekannt, doch bei bestimmten gesundheitlichen Beschwerden wird dieser Wert vom Arzt gezielt bestimmt, um wichtige Hinweise auf Leber, Nieren oder den Ernährungszustand zu erhalten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition: Albumin
  2. Albumin Normwerte
  3. Wann ist Albumin erniedrigt und wann erhöht?
  4. Ursachen für eine Abweichung der Albuminwerte?
  5. Albuminwert niedrig: Was tun?

Das Wichtigste in Kürze

  • Albumin ist ein Plasmaprotein, das in der Leber produziert wird und einen Großteil des onkotischen Drucks im Blut aufrechterhält.
  • Funktionen: Transportiert Hormone, Medikamente, Vitamine und Elektrolyte; unterstützt die Flüssigkeitsverteilung zwischen Blut und Gewebe; trägt zur Pufferung des Blut-pH bei
  • Normwerte (Erwachsene): 35–50 g/l
  • Klinische Bedeutung:
    • Niedriges Albumin: Hinweis auf Lebererkrankungen, Mangelernährung, Entzündungen oder Nierenerkrankungen
    • Hoher Albuminwert: kommt eher selten vor, meist durch Dehydratation bedingt

    Merke: Albuminwerte liefern wichtige Hinweise auf Ernährungszustand, Leber- und Nierenfunktion.

    Definition: Albumin

    Es handelt sich um ein Protein, das in die Gruppe der so genannten Plasmaproteine einzuordnen ist. Im menschlichen Organismus wird es auch als Humanalbumin bezeichnet. Gemeinsam mit den Globulinen stellen Albumine die bedeutendsten Eiweiße im Blut dar. Der Albuminwert lässt sich über den Urin, Serum oder auch Nervenwasser (Liquor) bestimmen.

    Dieses hier im Fokus stehende Protein hat zwei wichtige Funktionen im Körper: Durch die Fähigkeit, Wasser zu binden, hält es den Flüssigkeitsgehalt innerhalb der Blutbahnen konstant. Ein Absinken des Wertes kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen. Darüber hinaus ist Albumin ein wichtiges Transportprotein, das schwer wasserlösliche Stoffe bindet und so ihren sicheren Transport im Blut ermöglicht, ohne dass diese miteinander verklumpen. Auf diese Weise werden Medikamente, Hormone und Vitamine zuverlässig zu ihren Zielorten im Körper transportiert. Ein Mangel an Albumin kann daher diese wichtige Funktion beeinträchtigen.

    Albumin Normwerte

    Bei einem Verdacht wird der Arzt mit einem Blutbild auch den Albuminwert bestimmen lassen. Auf dem Laborblatt werden für das Serum als Normwerte meistens 35 bis 52 g/l angegeben. Je nach Labor und Standard kann es zu leichten Abweichungen kommen. Auch kann eine Differenzierung anhand des Alters des Patienten erfolgen. So weit wollen wir aber hier nicht gehen: Das ist eindeutig ein Fall für die individuelle, fachärztliche Diagnostik.

    Im 24-Stunden-Sammelurin liegt der normale Albuminwert unter 30 mg pro Tag (mg/d). Über den Urin wird im Normalzustand nur eine geringe Menge an Humanalbumin ausgeschieden. Erhöhte Werte können auf eine Nierenschädigung hinweisen, die auch im Zusammenhang mit Bluthochdruck oder Diabetes auftreten kann. Hier zeigt sich, dass die Werte nur ein Ansatzpunkt für die weitere Diagnostik sind. Im Einzelfall kommt es sehr auf das individuelle Beschwerdebild an.

    Der Albuminwert kann auch im Nervenwasser (Liquor) bestimmt werden, meist im Rahmen einer Lumbalpunktion. Dies geschieht vor allem bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose. Dabei wird der Albuminwert im Liquor zusammen mit dem im Blutserum gemessen, um die Funktion der Blut-Liquor-Schranke zu beurteilen.

    Wann ist Albumin erniedrigt und wann erhöht?

    Ärzte bringen zu niedrige Albuminwerte mit akuten Entzündungsherden im Körper oder Nierenerkrankungen in Verbindung. Weitere Blutwerte und Ultraschalluntersuchungen können einen solchen Verdacht bestätigen. Auch bei einer Leberzirrhose oder einem akuten Darmverschluss können die Albuminwerte auffällig stark unter den Grenzwert fallen. Ferner kann der Wert stark erniedrigt sein, wenn es zu Wasseransammlungen im Gewebe oder auch Bauchraum gekommen ist. Mangelernährung ist ebenfalls ein häufiger Grund für das Absinken des Albuminwertes. Während der Schwangerschaft ist das Absinken in einem gewissen Maße normal. Routinemäßig prüfen Gynäkologen, ob im Urin von Schwangeren erhöhte Ausscheidungen von Eiweiß im Urin zu finden sind.

    Zu hohe Albuminwerte lassen sich auf eine akute Austrocknung (Dehydration) zurückführen, wie sie z.B. durch starken Durchfall oder vermehrtes Wasserlassen entstehen kann. Ein auffallend hoher Laborwert kann für eine Nierenschädigung sprechen, wie sie durch Bluthochdruck oder Krankheiten wie Diabetes ausgelöst werden kann. Ein erhöhter Albuminwert im Liquor kann ein Hinweis auf eine Meningitis (Hirnhautentzündung) sein. Auch ein Schädel-Hirn-Trauma oder ein Hirninfarkt können eine mögliche Erklärung sein.

    Ursachen für eine Abweichung der Albuminwerte?

    Liegt eine ernste Erkrankung vor, spiegelt sich das meist auch im Albuminwert wider. Bei akuten oder chronischen Erkrankungen der Nieren oder Leber liegen die Werte häufig außerhalb des normalen Bereichs. Für eine genaue Diagnose ist oft eine weiterführende Untersuchung nötig. Durch ein ausführliches Gespräch zur Vorgeschichte (Anamnese) kann der Arzt gezielt mögliche Ursachen ermitteln.

    Albumin – Good to Know

    • Negatives Akutphasenprotein: Albumin sinkt bei Entzündungen, auch wenn Leberfunktion und Ernährung normal sind.
    • Transportfunktion: Der Albuminspiegel beeinflusst die Bindung von Medikamenten, Hormonen und Elektrolyten – niedrige Werte können deren Wirkung verändern.
    • Flüssigkeitshaushalt: Niedriges Albumin kann zu Ödemen oder Aszites führen.
    • Prognostischer Marker: Hypoalbuminämie ist mit erhöhter Morbidität und Mortalität bei schweren Erkrankungen, Operationen oder Infektionen verbunden.
    • Therapie: Substitution nur in ausgewählten klinischen Situationen sinnvoll.

    Albuminwert niedrig: Was tun?

    Ein niedriger Albuminwert kann auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Besonders bei akuten oder chronischen Krankheiten der Nieren oder Leber liegen die Werte oft außerhalb des Normalbereichs. Um die genaue Ursache zu finden, sind weitere Untersuchungen nötig. Ein ausführliches Gespräch zur Vorgeschichte hilft dem Arzt, mögliche Ursachen besser einzuschätzen. Wenn die Erkrankung behandelt wird, kann sich der Albuminspiegel meist wieder normalisieren. Bleibt der Wert jedoch stark erniedrigt, kann der Arzt eine Albuminersatzlösung verordnen, die bis zu 20 Prozent Albumin enthalten kann.

    Wenn die Albuminausscheidung im Urin erhöht ist, kontrolliert der Arzt diese Werte über mehrere Wochen, meist mit wiederholten Urinproben. So kann festgestellt werden, wie hoch und wie konstant der Albuminverlust ist. Bleibt die Ursache anhand von Blutwerten und Anamnese unklar, können bildgebende Untersuchungen wie MRT oder CT ergänzend zur Diagnose eingesetzt werden. Diese Schritte helfen, die Ursache der erhöhten Albuminausscheidung genauer zu bestimmen.

    Häufige Fragen zu Albumin

    1. Was ist Albumin?
    2. Albumine sind wichtige Bluteiweiße (Proteine), die eine Transportfunktion im Körper erfüllen. Abweichende Albuminwerte deuten oft auf ernsthafte Erkrankungen der Leber oder Nieren hin.

    3. Wann bestimmt man den Albuminwert?
    4. Ein Arzt wird den Albuminwert bestimmen, um zu prüfen, ob die Leber zu wenig Protein produziert oder ob über den Magen-Darm-Trakt vermehrt Albumin verloren geht. Das ist wichtig, weil ein Mangel dazu führen kann, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe austritt und dort Schwellungen verursacht.

    5. Welche Albuminwerte sind normal?
    6. Für Erwachsene liegen die Normwerte zwischen 35 und 52 g/l. Für die Ausscheidung über den Urin gelten bis zu 30 mg in 24 Stunden als normal. Normalerweise wird über den Urin nur eine geringe Menge ausgeschieden.

    7. Was tun bei verändertem Albumin?
    8. Wer unter Gesundheitsproblemen und besonders unter Wasseransammlungen (Ödemen) leidet, sollte einen Facharzt aufsuchen. Dieser misst den Albuminwert, um die Diagnostik gezielt voranzutreiben. Während der Schwangerschaft sinkt der Albuminwert natürlicherweise etwas.

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    Quellen

    1. Böhm, Bernhard Otto; Niederau, Christoph M.: Klinikleitfaden Labordiagnostik, Urban & Fischer/Elsevier 2021.

    2. van Tongeren, J. H. M.; Majoor, C. L. H.; Yap, S. H.: Clinical Aspects of Albumin, Springer 2011.

    3. Otagiri, Masaki; Chuang, Victor Tuan Giam: Albumin in Medicine; Springer 2018.

    4. Cohen, Dianne: Human Serum Albumin: Structure, Binding and Activity, Nova Science Publishers 2019.

     

    Medizinische und Rechtliche Hinweise
    Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel
    Autor
    Dr. med. Marie-Hélène Manz
    Ärztin
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