
Der erste Eindruck eines Bewerbers ist entscheidend. Das gilt vor allem dann, wenn man nur ein Vorstellungsgespräch hat, um ein Kandidat genau unter die Lupe zu nehmen. So kann man schnell enttäuscht werden, wenn sich der auf dem Papier perfekte Bewerber nicht als solcher herausstellt. Doch wie erkennt man unfähige Bewerber? In dem folgenden Artikel wird dargelegt, woran man unpassende Kandidaten rasch ermittelt.
Es dreht sich nur um den Bewerber
Spricht der Kandidat im Vorstellungsgespräch nur über sich selbst, ist Vorsicht geboten. Denn normalerweise sollte es sich um ein Frage-Antwort-Schema handeln. Selbstverständlich dient das dazu, damit der Personalverantwortliche die Person, die vor ihm sitzt, kennen lernt. Nichtsdestotrotz sollte sich das Bewerbungsinterview nicht nur um den Interviewten drehen.
Hierbei sollte man sich diese Fragen stellen: Redet der Kandidat über Mentoren, Kollegen oder Chefs? Und wenn ja, wie? Lobt er seine bisherigen Arbeitgeber oder erwähnt Personen, die ihn in seinem bisherigen beruflichen Werdegang unterstützten? Spricht er von Vorbildern? Sofern er über niemand anderen etwas anmerkt und sich selbst in den Fokus stellt, ist er nicht geeignet. Denn dieses Verhalten spricht dafür, dass der Bewerber kein Teamplayer ist, sondern verstärkt für sich selbst arbeitet.
Der Kandidat gesteht keine Fehler ein – und schiebt sie auf andere
Ein Verständnis von Perfektionismus ist ein weiteres Signal, dass es sich möglicherweise um einen unfähigen Bewerber für die Stelle handelt. Deswegen ist die Frage nach den Schwächen so essenziell: hier zeigt sich das Selbstbild, welches der Kandidat von sich hat. Die Schwäche Ungeduld oder gar Perfektionismus zu nennen, zeugt von geringer Originalität und Selbstreflexion.
Es ist natürlich bekannt, dass Bewerber sich gerne eher besser als schlechter darstellen möchten. Jedoch ist heutzutage verbreitet, dass Ehrlichkeit in diesem Fall der beste Weg ist. In diesem Zusammenhang ist von Relevanz, zu differenzieren. Mache Bewerber haben offenbar gelernt, solche Antworten zu geben. Andere schätzen sich tatsächlich als makellos ein.
Dies erkennen Personaler ebenfalls daran, indem der Kandidat auf Fehler anderer verweist und sich im Zuge dessen selbst außen vor lässt. Hier gilt gleichermaßen: Gegebenenfalls möchte der Anwärter sich nicht ins falsche Licht rücken. Solche Bewerber haben meist die Befürchtung, schlecht dazustehen, wenn sie ihre Schwachstellen preisgeben. Es kann ebenso sein, dass ungenügendes Selbstvertrauen der Grund ist. Falls dem so wäre, gehen diese Personen im Arbeitsleben dementsprechend unter Umständen Konflikten aus dem Weg.
Allerdings ist das Aufzeigen eigener Erfolge und die Demonstration von Misserfolgen Anderer generell ein schlechtes Zeichen. Ein Kandidat sollte kleine Ausrutscher zugeben können, denn das steigert die Authentizität und den Wunsch, dazuzulernen.
Unprofessionelles Verhalten im Vorstellungsgespräch
Das mehrmalige Auftreten unprofessionellen Verhaltens ist ein zusätzliches Signal für einen unfähigen Bewerber. So kann es passieren, dass ein Teil der Bewerbungsunterlagen infolge des Internets nicht hochgeladen wurde. Oder die Bahn zu spät kam, und der Anwärter für den Job deswegen nicht pünktlich ist.
Sollte sich dieses Benehmen allerdings im Vorstellungsgespräch fortführen, muss ein Personalverantwortlicher dies im Visier haben. Ein Beispiel hierfür ist das Verplappern oder das versehentliche Offenlegen negativer Eigenschaften damaliger Kollegen oder Chefs. Solche nachlässigen Handlungen können lediglich auf Nervosität zurückzuführen sein. Aber sie können auch auf die geringe Belastbarkeit eines zukünftigen Anwärters hindeuten.
Überqualifizierung des Bewerbers
Ist die Bewerbung hingegen zu perfekt, kann das im gleichen Sinne ein Problem darstellen. Zunächst sollte man alles nachprüfen, denn Kandidaten präsentieren sich oftmals vorteilhafter. Ist ein Bewerber jedoch wirklich ideal, scheint er tendenziell ein Gewinn zu sein. In solch einem Fall können sich diese Bewerber andererseits schnell langweilen – mit der Konsequenz, dass sie sich bald wieder den nächsten Job suchen.
Deswegen sollten sich Personaler vorrangig für Kandidaten entscheiden, welche in die Aufgaben der Tätigkeit hineinwachsen. So kann möglicherweise besser verhindert werden, dass ein überqualifizierter Mitarbeiter nach kurzer Zeit für einen ansprechenderen Job kündigt.








