
Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine bakterielle, virale oder eine durch andere Erreger hervorgerufene Infektionskrankheit des Lungengewebes. Lungenentzündungen lassen sich anhand von verschiedenen Faktoren voneinander unterscheiden. Um welche Faktoren handelt es sich hierbei im Speziellen? Und welche Voraussetzungen müssen bestehen, dass eine Erkrankung als leichte Lungenentzündung eingestuft werden kann? Antworten auf diese Fragen liefert der folgende Artikel.
Wie werden Lungenentzündungen unterschieden?
Ärztinnen und Ärzte teilen eine Lungenentzündung anhand der im Folgenden erläuterten Faktoren in unterschiedliche Gruppen ein.
Erregertyp
Einer Pneumonie können verschiedene Krankheitserreger zugrunde liegen. In etwa 90 Prozent der Fälle entsteht eine Lungenentzündung aufgrund einer Pneumokokken-Infektion. Darüber hinaus können jedoch auch andere Bakterien (Legionellen), Viren (Coronaviren, RS-Viren), Pilze oder Parasiten zu einer Infektion des Lungengewebes führen.
Entstehungsort
Eine Lungenentzündung kann außerhalb eines Krankenhauses (ambulant) entstehen oder während eines stationären Aufenthaltes (nosokomial) erworben werden.
Schweregrad
Eine Pneumonie kann leicht, mittelschwer oder schwer verlaufen, wobei der Schweregrad von Faktoren wie beispielsweise dem Lebensalter des Patienten, bestehenden Vorerkrankungen und einem bestimmten Beschwerdebild abhängt.
Verlauf
Der Verlauf einer Lungenentzündung kann akut oder chronisch sein.
Typisch vs. atypisch
Eine typische Lungenentzündung wird durch die bekannten Erreger, beispielsweise Pneumokokken, ausgelöst und geht für gewöhnlich mit den charakteristischen Krankheitszeichen wie Husten, Fieber, Brustschmerzen und Kurzatmigkeit einher. Die atypische Pneumonie hingegen wird durch andere untypische Erreger verursacht, wie beispielsweise Legionellen, Chlamydien oder Rickettsien. An einer atypischen Pneumonie erkrankte Patienten zeigen in der Regel andere, zum Teil schwächere, Symptome, wobei ein trockener Reizhusten oftmals im Vordergrund steht.
Lokalisation
Je nachdem in welchem Teil der Lunge das Infektionsgeschehen angesiedelt ist, spricht man von einer Ober-, Mittel- oder Unterlappenpneumonie.
Spezielle Formen der Pneumonie
Bei der Aspirationspneumonie handelt es sich um eine Form der Lungenentzündung, die entsteht, wenn wiederholt Magensäure oder andere Sekretmengen (Beispiel: Mundsekret) eingeatmet werden. Eine obstruktive Pneumonie hingegen entsteht durch Ansammlung von Erregern im Bereich von einer Engstelle innerhalb der Atemwege – beispielsweise aufgrund eines Tumors.
Leichte Lungenentzündung: Anzeichen
Eine Lungenentzündung geht üblicherweise mit Krankheitszeichen wie produktivem Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen einher und wird von Medizinern als leicht eingestuft, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind.
- Lebensalter des/der Patient/in unter 65 Jahre
- Keine weiteren bestehenden Erkrankungen
- Keine Bewusstseinseinschränkung
- Puls und Blutdruck im Normbereich
- Keine beschleunigte Atmung
- Blutsauerstoffgehalt im Normbereich
- Keine Antibiotikaeinnahme innerhalb der letzten drei Monate
- Kein Krankenhausaufenthalt innerhalb der letzten drei Monate
Leichte Lungenentzündungen können meistens ambulant behandelt werden und haben für gewöhnlich eine günstige Prognose. Bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen muss eine Pneumonie jedoch fast immer stationär therapiert werden.













