
Wie sieht der Arbeitsalltag eines Feel-Good-Managers in einem Krankenhaus aus? Und wie gestaltet sich die Betreuung ärztlicher Nachwuchskräfte im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier? Dies erklärt Tanja Bormann im Interview mit praktischArzt.
Frau Bormann, warum haben Sie sich für diesen Tätigkeit entschieden? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Feel-Good-Manager aus?
Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, als ich die Stellenanzeige der Barmherzigen Brüder gelesen habe. Die Vorstellung, als Feel-Good-Manager in einem Krankenhaus zu arbeiten, fand ich direkt spannend. In meinen vorherigen Positionen hatte ich stets mit dem Thema „Fachkräftemangel“ zu tun, der derzeit in allen Branchen herrscht. Ich wollte etwas bewegen und das kann ich in meiner aktuellen Position sehr gut.
In meinem Arbeitsalltag betreue ich die ärztlichen Nachwuchskräfte. Das geht vom Bewerbungseingang über das Onbording bis hin zur Examensorganisation. Zudem bin ich feste Ansprechpartnerin für die jungen Ärzte und organisiere das Outboarding-Gespräch bzw. im Idealfall die Übernahme.
Wie genau begleiten Sie die ärztlichen Nachwuchskräfte?
Das kommt darauf an. Wenn es sich um Famulanten oder Hospitanten handelt, bekomme ich erst einmal eine Bewerbung. Ich trete dann mit den Bewerbern in Kontakt und stelle sicher, dass sie alle relevanten Informationen haben, die sie am ersten Tag bei uns im Haus brauchen. Am ersten Arbeitstag nehme ich die Famulanten oder Hospitanten in Empfang und bespreche alle nötigen Unterlagen. Zudem erkläre ich die Abläufe, zeige ihnen das Haus und bringe sie schließlich auf die jeweilige Station. Ich bin jederzeit als Ansprechpartnerin für sie da.
Bei den Studierenden im praktischen Jahr verhält es sich ein bisschen anders. Da diese länger bei uns im Haus sind, benötigen sie auch eine intensivere Einarbeitung und Betreuung meinerseits. Hier geht es darum, sich näher kennenzulernen und das bestehende Team weiter zu stärken.
Während der Zeit im Haus treffe ich die PJler dann regelmäßig, um zu schauen, wie es Ihnen geht. Sie können stets in mein Büro kommen, um Fragen, Wünsche oder Anregungen zu besprechen. Ich spreche mit den Studierenden darüber, wie die Zukunft aussehen soll, ob sie vielleicht bei uns bleiben möchten oder ob ich noch etwas dafür tun kann, dass sie bleiben. Denn es ist ja unser ganz großes Ziel die jungen Mediziner hier im Haus zu behalten und zu binden.
Warum sollte sich ein Medizinstudent für Ihre Klinik entscheiden? Was zeichnet Sie aus?
Zum einen haben wir eine sehr gute Lehre im Haus. Das ist sehr wichtig und wird von den Studierenden auch immer wieder bestätigt. Zum anderen haben wir eben die gute Betreuung. Auch das wird sehr geschätzt. Insgesamt kann man sagen, dass hier im Haus ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht. Wir haben nette Teams, die freundlich und hilfsbereit sind. Das ist auch ein Punkt, der dazu führt, dass viele gerne zu uns kommen. Zudem arbeiten wir seit einigen Jahren eng mit dem Medizincampus Trier der Universitätsmedizin Mainz zusammen.
Wie läuft die PJ-Ausbildung bei Ihnen ab?
Wir starten mit einem Onboarding-Tag. Der ist für die Studierenden wichtig, um sich erstmal zurecht zu finden. Während der eigentlichen Ausbildung bleiben wir in engem Kontakt und treffen uns zu regelmäßigen Teammeetings. Ich prüfe stets, was wir vielleicht noch verbessern können und spätestens am Ende des PJs führe ich ein Outboarding-Gespräch durch.
Welche Ziele haben Sie für die kommenden Monate und Jahre?
Meine Tätigkeit ist ein laufender Prozess. Ich versuche stets die Prozesse, die ich bereits eingeführt habe, zu optimieren. Dazu spreche ich regelmäßig mit den Studierenden oder den ärztlichen Nachwuchskräften hier im Haus. Wir haben einen Feedbackbogen, durch den ich evaluiere, wo ggf. noch Schwachpunkte sind und was wir besser machen können. Das ist ein wichtiges Tool, um meine Arbeit zu verbessern.
Es ist mein Ziel in den nächsten Monaten und Jahren noch besser zu werden, damit wir uns von anderen Kliniken abheben. Sprich noch innovativer zu werden und auch die Meinungen der Studierenden immer mit einzubringen.
Zur Person:
Tanja Bormann ist Feel-Good-Manager im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.










