
Mit Cannabis ist fast jeder in irgendeiner Form schon in Berührung gekommen. Entweder persönlich zu Schulzeiten, bei der ein oder anderen Studentenparty oder das Thema wurde in diversen Medien oder im Medizinstudium behandelt. Für reichlich Gesprächsstoff sorgt das Thema aktuell wieder, da im „prüden“ Amerika in einigen Staaten Cannabis legalisiert und so einer breiten Massen zugänglich gemacht wurde.
Was viele nicht wissen ist, dass der Hauptbestandteil Tetrahydrocannabinol, kurz THC in Deutschland auch ganz legal von vielen chronisch kranken Patienten konsumiert wird.
Besonders hilfreich sind die Cannabis-Derivate bei Schmerzpatienten, bei denen die gängigen Analgetika nicht vertragen werden. Schmerztherapeuten empfehlen daher häufig Dronabinol Tropfen, ein teils synthetisch hergestelltes THC. Dieses hilft gut bei spastischen und neuropathischen Schmerzen und wird auch bei Krebspatienten nach Strahlentherapie eingesetzt. Der große Haken daran: Das Mittel ist nicht als Arzneimittel zugelassen und daher werden die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen.
Auch Cannabis-Blüten erhalten Betroffene mit Erlaubnis der Bundesopiumstelle des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (kurz BfArM) und mit ärztlicher Verordnung in der Apotheke . Doch auch hier werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Bei Preisen von 118 Euro für 5 Gramm legalem Cannabis kann die Therapie für den Patienten dann schnell sehr teuer werden und so greifen viele Betroffene auf illegales Marihuana zurück. Dies geschieht zum Teil in Eigenanbau. Hierbei ist natürlich nicht gewährleistet, dass der Patient von einem optimalen THC Gehalt für seine Beschwerden profitiert.
Während in Deutschland bisher nur ein einziges Medikament auf Cannabis Basis bei MS zugelassen ist, so sind andere Länder bereits weiter: England, Kanada, USA, Spanien und natürlich die Niederlande haben bereits unzählige Medikamente auf THC Basis für verschieden Erkrankungen im Programm.
Vollständig ist die Wirkung von THC noch nicht geklärt. Man weiß, dass THC an mindestens zwei Arten von Rezeptoren wirkt, dem CB1 und CB2 Rezeptor. Ersterer befindet sich vorwiegend im zentralen und peripheren Nervensystem und moduliert die Ausschüttung von Neurotransmittern. Letzterer, der CB2 Rezeptor kommt vorwiegend in Immunzellen vor und spielt eine Rolle bei der Zytokinausschüttung.
Eine Stimulierung der CB1 Rezeptoren sorgt dafür, dass eine Analgesie, Entspannung und ein Glücksgefühl eintritt. Der Transduktionsmechanismus ähnelt hierbei den Opoidrezeptoren (G-Protein gekoppelt und Hemmung der Adenylatzyklase).
Auch wenn die Therapie mit Cannabis aufgrund von Warnungen vor Missbrauch und den Nebenwirkungen umstritten ist, so hat die Anwendung in vielen anderen Ländern gezeigt, dass chronisch Kranken mit der Behandlung durchaus geholfen werden kann.
Wie steht ihr dazu? Sind die Gefahren des Missbrauchs größer als der Nutzen oder seht ihr die Vorteile dieser Behandlung?
Bildnachweis: Torben Bjørn Hansen via photopin cc












