
Hausarzt werden – die neue Chance auf einen Studienplatz in Medizin?!

Bald ist es wieder soweit: täglich lauern hunderte mehr oder weniger angehende Medizinstudenten dem Postboten schon am Briefkasten auf, um den über Alles oder Nichts entscheidenden Brief mit zitternden Fingern zu öffnen! Hat es diesmal geklappt?
Die ZVS vergibt die in den nächsten Wochen die Studienplätze in Medizin für das kommende Sommersemester! Nur wer sein Abitur mit einer Note von schlechtestens 1,2 abgeschlossen hat, hatte im letzten Wintersemester eine Chance, direkt einen Medizinstudienplatz zu bekommen. Wer kein solches Superhirn-Abi vorweisen kann und glaubt, trotzdem, oder gerade deshalb, ein guter Arzt werden zu können, kann sich auf unterschiedlich lange Wartezeiten einstellen.
Die Anzahl der Wartesemester um einen Studienplatz in Medizin zu bekommen, lag im Wintersemester 2013/14 bei 12! Man muss also mittlerweile je nach Abiturnote bis zu 6 Jahre warten, um einen Studienplatz in Medizin zu bekommen. So mancher hat über seine Wartezeit schon graue Haare bekommen.
Doch nun scheint sich eine neue Möglichkeit aufzutun, doch noch schneller an den heiß begehrten Medizinstudienplatz zu kommen: der frisch gekürte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte am 05.01.2014 in einem Interview mit Bild am Sonntag er plane bei der Vergabe der Studienplätze eine Bevorzugung derer, die sich verpflichten, nach dem Studium in einer Praxis als Hausarzt in ländlicher Gegend zu arbeiten. Auf die Art will er dem Hausärztemangel auf dem Land entgegenwirken.
Eine großartige Chance für diejenigen, die dadurch die Möglichkeit bekommen, endlich das lang ersehnte Medizinstudium beginnen zu können. Doch kann man wirklich schon vor dem Studium endgültig entscheiden, in welche Fachrichtung man danach gehen will? Ist es möglich sein Privatleben selbst zu bestimmen, wenn man einige Jahre später in irgendeine ländliche Region geschickt wird, weil dort gerade grosser Mangel an Hausärzten herrscht?
Wir von praktischArzt werden diese Entwicklung gespannt verfolgen und drücken denjenigen, die noch warten müssen für die nächsten Wochen alle Daumen!
Bildnachweis: Thomas Kamann via photopin cc













