Barbiturate sind eine Gruppe von Arzneimitteln, die zu den Beruhigungs- und Schlafmitteln gehören. Sie wirken auf das zentrale Nervensystem und haben sedierende, schlaffördernde, narkotische und krampflösende Eigenschaften. Sie wurden früher häufig zur Behandlung von Schlafstörungen und zur Anästhesie verwendet, sind jedoch aufgrund ihrer starken Nebenwirkungen und ihres hohen Missbrauchspotenzials weitgehend durch sicherere Medikamente ersetzt worden.
Inhaltsverzeichnis
Wirkungsprinzip
Barbiturate wirken auf das zentrale Nervensystem, indem sie die Aktivität von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), einem hemmenden Neurotransmitter, verstärken. Sie erhöhen die Dauer und Intensität der GABA-Wirkung an den Rezeptoren im Gehirn. Dies führt zu einer verminderten Aktivität des Nervensystems, was beruhigende, sedierende und krampflösende Effekte erzeugt. Barbiturate können die Nervenzellen verlangsamen und die Gehirnaktivität herunterfahren.
Allerdings können bereits Dosen zwischen zwei und zehn Gramm tödlich sein. In der heutigen Zeit gelten Benzodiazepine als bevorzugte Behandlungsoption.
Barbiturate – Einteilung nach Wirkdauer
Aufgrund ihrer Wirkdauer und pharmakologischen Eigenschaften sind Barbiturate in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die wichtigsten Einteilungen sind:
Ultra-Kurzzeit-Barbiturate
Diese haben eine sehr kurze Wirkdauer (bis zu 10 Minuten) und werden noch heute in der Regel zur Anästhesie (Alternative zu Propofol) oder zur Behandlung von schweren epileptischen Anfällen eingesetzt.
Ein Beispiel hierfür ist Methohexital und Thiopenthal.
Kurzzeit-Barbiturate
Kurzzeit-Barbiturate haben eine kurze Wirkdauer (ab ca. 2 Stunden) und wurden in der Vergangenheit häufig zur Behandlung von Schlafstörungen verwendet. Ein Beispiel ist Secobarbital.
Mittellang wirkende Barbiturate
Sie haben eine längere Wirkdauer (bis zu 6 Stunden) und wurden ebenfalls zur Behandlung von Schlafstörungen und zur Sedierung eingesetzt (z.B. Amobarbital).
Langzeit-Barbiturate
Die Langezeit-Barbiturate haben eine sehr lange Wirkdauer und wurden zur Prävention von Anfällen bei Epilepsie eingesetzt. Ein Beispiel ist Phenobarbital.




