
Vielen Hessen ist bekannt, dass es einen Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) gibt. Die Nummer, um diesen Service zu erreichen kennen jedoch nur wenige. Die „116117 – Bei Anruf Arzt“ Kampagne der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sollte das ändern. Gerade junge Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren, die in Städten leben, sollten damit angesprochen werden. Denn gerade sie haben häufig noch nie etwas vom ÄBD gehört. Bunte Plakate im Cartoon-Design zierten ab Mai fünf Wochen lang hessische Innenstädte, Busse und Gastronomiebetriebe. Zudem machten die Radiosender HR3 und YOU FM via Werbespots auf die „Elfsechs-Elfsieben“ aufmerksam.
116 117 kennen nur wenige
Die KV Hessen hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt, die aufgezeigte, dass zwar 72 Prozent der Befragten vom ÄBD gehört haben, aber nur 13 Prozent die Nummer hierfür kennen. Befragt wurden mehr als 2.000 Hessen.
Der Bekanntheitsgrad der Nummer steigt mit zunehmendem Alter und bei Menschen, die eher in ländlichen Regionen leben. Jüngere Hessen, die z.B. in Frankfurt, Kassel oder Wiesbaden leben kennen hingegen weder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst noch seine Nummer.
Unterschied zwischen ärztlichem Bereitschaftsdienst (ÄBD) und Rettungsdienst
Oftmals herrscht zum einen Unsicherheit, wann der Ärztliche Bereitschaftsdienst angerufen bzw. aufgesucht wird und wann der Rettungsdienst. Zum anderen kennen eben viele die Rufnummer des ÄBD nicht. Somit wird die „112“ für den Rettungsdienst gewählt, auch wenn es sich nur um Bagatellerkrankungen handelt.
Wann rufe ich den ÄBD an?
Der ÄBD wird kontaktiert, wenn Sie krank sind und Arztpraxen geschlossen haben. Das kann z.B. nach den regulären Sprechstunden sein, an Feiertagen oder am Wochenende. Sie sind nicht lebensbedrohlich krank, können aber nicht bis zur nächsten Sprechstunde ihres Arztes warten. In diesem Fall helfen Ihnen Haus- und Fachärzte im Bereitschaftsdienst. Bundesweit stehen über 600 Bereitschaftsdienstpraxen zur Verfügung oder Sie wählen die „116117“. Der Anruf erfolgt kostenfrei vom Festnetz oder Mobiltelefon.
Beispiele von Erkrankungen, die vom ÄBD behandelt werden können:
- Erkältung mit Fieber (höher als 39°C)
- Anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme
- Starke Hals- und Ohrenschmerzen
- Akute Harnwegsinfekte
- Akute Rückenschmerzen
- Akute Bauchschmerzen
Wann rufe ich den Rettungsdienst an?
Die Rettungsstelle/Notaufnahme eines Krankenhauses wird bei lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen via „112“ kontaktiert. Zahlreiche Patienten nehmen die Notaufnahme eines Krankenhauses unnötigerweise in Anspruch, was vielerorts zu einer völligen Überlastung führt. Eben diese Patienten könnten ebenso gut vom ÄBD versorgt werden.
Beispiele von Erkrankungen, die von der Notaufnahme behandelt werden:
- Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung
- schwere Atemnot
- starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden
- starke, nicht stillbare Blutungen
- Unfälle mit Verdacht auf starke Verletzungen
- Vergiftungen
- starke Verbrennungen
- Ertrinkungsunfälle
- Stromunfälle
- Suizidversuche
- akute und anhaltende Krampfanfälle
- plötzliche Geburt oder Komplikationen in der Schwangerschaft
- akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände
Wenn die 116 117 von mehreren Patienten genutzt wird, kann die Situation in den Krankenhäusern deutlich entschärft werden. Akute Notfallpatienten bekommen schnellere und bessere Hilfe und die Wartezeiten für alle, die die Notaufnahme aufsuchen können reduziert werden.












