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praktischArzt Untersuchungen Blutuntersuchung Blutwerte Säure-Basen-Haushalt

Säure-Basen-Haushalt

Säure Basen Haushalt
Zuletzt aktualisiert: 05.01.2024
Themen: Laborwert, Untersuchungsmethode
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Die Erhaltung des Säure-Basen-Haushalts im Körper ist entscheidend für seine reibungslose Funktion. Im Blut arbeiten spezielle Puffersysteme aktiv daran, unerwünschte Schwankungen im pH-Wert auszugleichen. Der folgende Artikel gibt Informationen über die Normwerte dieser Puffersysteme und erklärt die möglichen Konsequenzen von Abweichungen in hohen oder niedrigen Werten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Säure-Basen-Haushalt?
  2. Wann wird der Säure-Basen-Haushalt bestimmt?
  3. Normalwerte
  4. Werte zu niedrig
  5. Werte zu hoch
  6. Was tun bei veränderten Werten?

Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

Der Säuren-Basen-Haushalt ist ein Regelkreis im Körper, der sicherstellt, dass der pH-Wert im Körper stabil bleibt. Dafür gibt es mehrere ständig aktive Kontrollsysteme. Diese Systeme können in Pufferlösungen in unseren Körperflüssigkeiten und organbezogene Systeme unterteilt werden. Der Mensch verfügt über verschiedene Puffersysteme, die darauf spezialisiert sind, schnelle Veränderungen im pH-Wert des Blutes auszugleichen und ihn bei etwa 7,4 zu halten. Das bedeutet, dass fast alle pH-Veränderungen, von diesen Puffersystemen reguliert werden. Diese Mechanismen arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass der Körper ein stabiles Säure-Basen-Gleichgewicht aufrechterhält.

Offene und geschlossene Puffersysteme

Im Körper gibt es verschiedene Systeme, die helfen, den pH-Wert stabil zu halten. Diese Systeme werden in offene und geschlossene Puffersysteme unterteilt. Die offenen Puffersysteme sind wie Sicherheitsventile. Sie können überschüssige Säuren oder Basen aus dem Körper entfernen. Zum Beispiel atmet der Körper überschüssige Säuren über die Lunge als CO2 aus. Die geschlossenen Puffersysteme sind wie Stabilisatoren. Sie helfen, den pH-Wert aufrechtzuerhalten, indem sie sich den Schwankungen entgegenstellen. Proteine im Blut, wie Albumin und Hämoglobin, spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Die beiden Systeme arbeiten Hand in Hand, um sicherzustellen, dass der Körper einen stabilen pH-Wert beibehält. Dies ist entscheidend für die Gesundheit, da viele Körperfunktionen von einem konstanten pH-Wert abhängen.

Wann wird der Säure-Basen-Haushalt bestimmt?

Der Säure-Basen-Haushalt wird über den pH-Wert und der Konzentrationen von Säuren des Blutes gemessen. Dies geschieht bei Verdacht auf Störungen wie Übersäuerung (Azidose) oder Überalkalisierung (Alkalose), oft im Krankenhaus. Während Operationen wird er überwacht, um den Patienten/-innen während der Anästhesie stabil zu halten. Bei chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Nierenproblemen dient die Analyse zur Langzeitüberwachung. In der Forschung hilft sie, physiologische Prozesse zu verstehen. Die Untersuchung erfolgt durch Blutproben zur Messung des pH-Werts und der Konzentrationen von Säuren und Basen. Diese Informationen sind entscheidend für Diagnosen und Behandlungsstrategien.

Normalwerte

Die folgende Tabelle zeigt die Referenzwerte des pH-Wertes, der Kohlendioxid-Partialdruck (pCO2), des Standardbicarbonat (HCO3) und des Basenüberschuss (BE). Der Basenüberschuss zeigt an, ob im Blut ein Überschuss an basischen oder sauren Stoffen vorhanden ist.

Parameter   Referenzbereich
pH-Wert   7,35 – 7,45
pCO2   35 – 45 mmHg
Standardbicarbonat HCO3−   21 – 26 mmol/l
Basenüberschuss   -2 bis +2 mmol/l  

Werte zu niedrig

Die Werte des Säure-Basen-Haushalts im Körper sind zu niedrig, wenn der pH-Wert des Blutes unter den normalen Bereich von etwa 7,35 bis 7,45 absinkt. Wenn die Werte zu niedrig sind, spricht man von Azidose. Wenn der Kohlendioxid-Partialdruck erhöht ist, deutet dies auf eine respiratorische Azidose hin, die oft durch Atemprobleme, wie sie bei Lungenerkrankungen auftreten, verursacht wird. Hingegen weist ein niedriger Bicarbonat-Wert auf eine metabolische Azidose hin. Diese tritt häufig bei Diabetes mellitus Typ 1 oder bei Nierenproblemen auf. Die Symptome können Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Müdigkeit und Atembeschwerden umfassen. Schwere Azidose kann lebensbedrohlich sein und erfordert dringende ärztliche Behandlung, um den pH-Wert wieder in den normalen Bereich zu bringen und die zugrunde liegende Ursache zu behandeln.

Werte zu hoch

Ein erhöhter pH-Wert im Blut weist auf eine Alkalose hin, bei der der Anteil an basischen Substanzen zu hoch ist. Dies äußert sich auch durch einen gesteigerten Basenüberschuss. In Fällen von Alkalose verhalten sich Kohlendioxid und Bicarbonat genau umgekehrt im Vergleich zur Azidose. Bei einer respiratorischen Ursache ist der Kohlendioxidspiegel niedrig, während bei einer metabolischen Ursache das Bicarbonat erhöht ist. Hyperventilation aufgrund von Stress, Nierenfunktionsstörungen und starkes Erbrechen sind mögliche Auslöser für eine Alkalose.

Was tun bei veränderten Werten?

Bei einer Azidose, bei der der pH-Wert zu niedrig ist, kann die Behandlung darauf abzielen, die Säuren zu neutralisieren und die Lunge oder die Nierenfunktion zu unterstützen, je nach Ursache. Bei einer Alkalose hingegen, bei der der pH-Wert zu hoch ist, sollte die auslösende Ursache behandelt werden. In einigen Fällen kann dies die Anpassung der Atmung erfordern oder die Einstellung von Medikamenten. Die genaue Vorgehensweise hängt von den spezifischen Laborergebnissen und der klinischen Situation der Patienten/-innen ab. In jedem Fall ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln, um den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Häufige Fragen

  1. Welche Bedeutung hat der Säure-Basen-Haushalt für die Gesundheit?
  2. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist entscheidend für die Gesundheit. Ungleichgewichte können zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Übersäuerung oder Azidose.

  3. Welche Auswirkungen hat eine gestörte Säure-Basen-Balance?
  4. Eine gestörte Säure-Basen-Balance kann zu Symptomen wie Müdigkeit, Verdauungsproblemen und Muskelbeschwerden führen. Es kann auch das Risiko für chronische Krankheiten erhöhen.

  5. Was ist der Säure-Basen-Haushalt im Körper?
  6. Der Säure-Basen-Haushalt ist ein physiologisches Gleichgewicht im Körper, das den pH-Wert von Körperflüssigkeiten wie Blut reguliert. Er beeinflusst die Stoffwechselprozesse und ist entscheidend für die Gesundheit.

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Quellen
  1. A. Dormann et al.: Labortwerte (Elsevier: Köln 2021)
  2. National Library of Medicine, Störungen des Säure-Basen-Haushalt, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/... (Abrufdatum:13.12.2023)
Redaktion
Luisa Knecht
Medizinstudentin
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