
Alkalische Phosphatase (AP oder ALP) ist ein Enzym, das in verschiedenen Geweben des Körpers vorkommt, besonders stark aber in der Leber. Bei bestehenden Anzeichen einer Leber- oder Knochenerkrankung wird meistens ein ALP-Test durchgeführt, um die Menge des Enzyms im Blut zu messen und das Problem zu diagnostizieren.Dieser Überblick erläutert, in welchem Bereich die ALP-Normwerte liegen und was erhöhte oder erniedrigte Werte bedeuten können.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Enzym in: Leber, Knochen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Plazenta
- Test bei: Leber-, Gallenblasen- und Knochenerkrankungen
- Normwerte (U/l):
- Kinder: 125–300
- Frauen: 35–105
- Männer: 40–130
- Schwangerschaft: bis 2–3-fach erhöht
- Erhöhte Werte: Leber- oder Knochenerkrankungen, Gallenprobleme
- Niedrige Werte: Unterernährung, Vitaminmangel, selten genetische Störung
- Symptome bei erhöhtem ALP: Gelbsucht, Bauchschmerzen, Knochen- und Gelenkschmerzen
- Wichtig: Spezielle Tests helfen herauszufinden, ob die erhöhten ALP-Werte durch Probleme in der Leber oder den Knochen verursacht werden
Was ist Alkalische Phosphatase?
Alkalische Phosphatase ist ein Enzym, das im Blutkreislauf vorkommt. Es hilft beim Abbau von Proteinen und existiert in verschiedenen Formen – je nachdem, woher es stammt. Die Leber ist dabei eine der Hauptquellen der alkalischen Phosphatase, aber das Enzym wird auch in den Knochen, im Darm, der Bauchspeicheldrüse und in den Nieren hergestellt. Bei schwangeren Frauen findet die Produktion der alkalischen Phosphatase ebenfalls in der Plazenta statt.
Alkalische Phosphatase – Wann wird der Wert bestimmt?
Bei Symptomen, die auf Erkrankungen der Leber, Gallenblase oder Knochen hinweisen, wird ein ALP-Test durchgeführt, um die Funktion dieser Organe zu überprüfen und mögliche Schäden zu erkennen Über den Test lässt sich ein eventueller Schaden schnell feststellen. Ein Test misst die Menge an alkalischem Phosphatase-Enzym im Blutkreislauf. Der Test erfordert eine einfache Blutentnahme und ist daher häufig ein Teil der Routine-Blutuntersuchung.
Leberfunktion und Gallenblase
Die Überprüfung der AP Konzentration ist ein routinemäßiger Bestandteil der Leberfunktions- und Gallenblasentests. Symptome wie Gelbsucht, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können den Anlass zum Verdacht geben, dass Probleme in der Leber und Gallenblase vorliegen, aber auch Müdigkeit, Schwäche, Appetitverlust, Bauchschwellung, dunkler Urin, heller Stuhl und Juckreiz sind mögliche Anzeichen.
Der Test kann hilfreich sein, um Erkrankungen wie Hepatitis (Entzündung der Leber), Leberzirrhose (Vernarbung der Leber), Cholezystitis (Entzündung der Gallenblase) und Verstopfung der Gallenwege (verursacht durch Gallensteine, Entzündung oder Krebs) festzustellen.
Knochen
Alkalische Phosphatase im Knochen wird von speziellen Zellen produziert, die Osteoblasten genannt werden und an der Knochenbildung beteiligt sind. Ein Test kann bei der Diagnose folgender Erkrankungen hilfreich sein:
- Rachitis – eine Schwächung der Knochen bei Kindern, die meist auf einen Vitamin D-Mangel zurückzuführen ist
- Osteomalazie – eine Erweichung der Knochen bei Erwachsenen, die ebenfalls durch einen erheblichen Vitamin D-Mangel ausgelöst wird oder aber auch durch die Unfähigkeit des Körpers, Vitamin D richtig zu verarbeiten und zu verwerten
- Paget-Syndrom – eine Störung, die das Knochenwachstum behindert
Anzeichen, die auf eine Knochenerkrankung hindeuten, sind Knochen- und/oder Gelenkschmerzen, erhöhte Häufigkeit an Frakturen sowie deformierte Knochen.
Untersuchungen der Alkalischen Phosphatase werden auch durchgeführt, um das Vorhandensein von Tumoren festzustellen sowie ungewöhnlichem Knochenwachstum.
Der AP-Wert wird auch genutzt, um den Erfolg einer Behandlung zu kontrollieren. Die Ergebnisse werden dabei immer gemeinsam mit anderen Tests, wie dem GGT-Wert, Leberfunktionsparametern sowie unter Berücksichtigung der Krankengeschichte und des Gesundheitszustands des Patienten bewertet.
Alkalische Phosphatase – Werte Tabelle
Die normale AP-Konzentration variiert von Person zu Person und hängt vom Alter, der Blutgruppe, Geschlecht und einer bestehenden Schwangerschaft ab. Der Normalbereich ist bei Kindern höher und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die Angaben der folgenden Tabelle sind Normwerte in den verschiedenen Altersgruppen. Die Maßangabe U/l steht für Einheiten (units) pro Liter.
| Altersgruppe | Normalwerte |
| Kinder | 125 bis 300 U/l |
| Erwachsene | Frauen: 35 bis 105 U/l Männer: 40 bis 130 U/l |
Während einer Schwangerschaft steigt der ALP-Spiegel häufig auf das Zwei- bis Dreifache an.
Alkalische Phosphatase – Wann zu hoch?
Ein erhöhter ALP-Wert kann auf Erkrankungen der Leber oder Gallenblase hinweisen. Ebenso kann er auf eine gesteigerte Aktivität der Knochenzellen hindeuten, wie sie bei Knochenerkrankungen wie Rachitis, Morbus Paget oder einer überaktiven Nebenschilddrüse vorkommt. In seltenen Fällen sind auch Herzschwäche, Nierenkrebs oder bakterielle Infektionen mögliche Ursachen.
Wenn andere Leberwerte wie Bilirubin, AST (Aspartataminotransferase) und ALT (Alaninaminotransferase) ebenfalls hoch sind, liegt der erhöhte AP Wert üblicherweise in einem Leberschaden begründet. Ist der GGT ebenfalls erhöht, deutet das auf eine Lebererkrankung hin. Ein sehr hoher Wert kann auf eine Obstruktion des Gallengangs oder eine Entzündung der Gallenblase hinweisen. Fallen Lebertests und GGT hingegen normal aus, wird der hohe AP-Wert wahrscheinlich durch eine Knochenerkrankung verursacht.
Alkalische Phosphatase – Wann zu niedrig?
Erniedrigte ALP-Werte im Blut kommen selten vor und können verschiedene Ursachen haben. Häufige Auslöser sind bestimmte Nährstoffmängel, etwa bei Zöliakie oder allgemeiner Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Vorübergehend niedrige Werte können auch nach Bluttransfusionen oder Herzbypass-Operationen auftreten. Bleibt der ALP-Wert dauerhaft niedrig, kann dies auf Hypophosphatasie hinweisen – eine seltene, angeborene Störung des Knochenstoffwechsels.
Alkalische Phosphatase - Good To Know
- Hauptquellen: Knochen (Osteoblasten), Leber, Plazenta, Darm
- Früher Knochenumbau (Osteomalazie, Frakturheilung, Paget):
- ALP steigt, Röntgen noch normal → ALP sensibler Marker in Frühphase
- Besonderheiten:
- Kinder & Schwangere physiologisch höhere Werte
- Isoenzymbestimmung kann zwischen Knochen-ALP und Leber-ALP unterscheiden
AP-Spiegel – Was tun bei Abweichungen?
Bei auffälligen AP-Werten ist es wichtig, die genaue Ursache zu klären, um eine gezielte Behandlung einzuleiten. Da die alkalische Phosphatase in verschiedenen Organen gebildet wird, muss festgestellt werden, woher der erhöhte Wert stammt – etwa aus der Leber oder aus dem Knochengewebe. Ist dies durch Symptome oder Standard-Bluttests (z. B. Leberwerte, GGT) nicht eindeutig erkennbar, kann ein spezieller Isoenzym-Test durchgeführt werden. Dabei wird die AP in ihre verschiedenen Unterformen (Isoenzyme) aufgeschlüsselt, sodass erkennbar wird, ob der Ursprung der Erhöhung im Knochen oder in der Leber liegt.
Häufige Fragen zu Alkalische Phosphatase
- 1. Wann sollte die Alkalische Phosphatase im Blut bestimmt werden?
- 2. Was bedeuten erhöhte ALP-Werte im Blut?
- 3. Ab wann sind niedrige ALP-Werte gefährlich?
Der ALP-Wert wird vor allem bei Verdacht auf Leber-, Gallenblasen- oder Knochenerkrankungen bestimmt, etwa bei Gelbsucht, dunklem Urin, hellen Stühlen, ungeklärten Bauchschmerzen, Knochen- oder Gelenkschmerzen, häufigen Knochenbrüchen oder Verdacht auf Rachitis, Osteomalazie oder Morbus Paget.
Erhöhte ALP-Werte sprechen häufig für eine Schädigung von Leber oder Gallenwegen (z. B. Hepatitis, Leberzirrhose, Gallenstau, Entzündung der Gallenblase). Sie können aber auch auf Erkrankungen mit gesteigertem Knochenumbau hinweisen. Sind gleichzeitig andere Leberwerte (Bilirubin, AST, ALT, GGT) erhöht, liegt die Ursache meist in der Leber; sind diese normal, kommen eher Knochenerkrankungen in Betracht.
Vorübergehend leicht erniedrigte ALP-Werte sind oft harmlos und können z. B. nach Operationen oder bei Nährstoffmangel auftreten. Bleibt der Wert jedoch dauerhaft deutlich unter dem Referenzbereich, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um seltene Ursachen wie die angeborene Knochenstoffwechselstörung Hypophosphatasie oder ausgeprägte Mangelzustände auszuschließen.
Mehr zu Laborwerten
1. Beise, U., Heimes, S., Schwarz, W.: Gesundheits- und Krankheitslehre, Springer Medizin Verlag, 2. Auflage, 2009
2. Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K.: Innere Medizin, Urban & Fischer (Verlag), 5. Auflage, 2004
3. Bastigkeit, M.: Meine Laborwerte, Stiftung Warentest, 5. Auflage, 2020
4. What Is an Alkaline Phosphatase Test?, www.webmd.com (Abrufdatum: 20.01.2021)
5. Alkaline Phosphatase (ALP), labtestsonline.org (Abrufdatum: 20.01.2021)




