
Obwohl man als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter (kurz: PKA) zum nichtpharmazeutischen Personal gehört, ist man ein wertvolles Teammitglied bei der täglichen Arbeit und sorgt vorrangig im Hintergrund dafür, dass der Apothekenbetrieb reibungslos läuft. Wir stellen das Berufsbild vor.
Inhaltsverzeichnis
PKA – Das Wichtigste auf einen Blick
- Berufsbild: Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte sichern organisatorische und kaufmännische Abläufe in Apotheken.
- Ausbildung: Staatlich anerkannte duale Ausbildung in Apotheke und Berufsschule mit einer Dauer von drei Jahren
- Voraussetzungen: Kein vorgeschriebener Schulabschluss, häufig mittlere Reife; wichtig sind Interesse an Pharmazie, kaufmännisches Verständnis und Sorgfalt
- Tätigkeiten: Warenwirtschaft, Abrechnung, Verwaltung, Unterstützung bei Herstellung sowie Verkauf freiverkäuflicher Produkte
- Perspektiven: Beschäftigung in Apotheken, Industrie, Großhandel oder Verwaltung sowie Weiterqualifizierung im pharmazeutischen Bereich
Ausbildung Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) – Voraussetzungen
Der Beruf Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter (PKA) ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit Schwerpunkt im kaufmännisch-organisatorischen Bereich. Für den Zugang zur Ausbildung ist keine konkrete Schulbildung gesetzlich vorgeschrieben.
Die Ausbildungsinhalte bauen allerdings auf dem Hauptschulabschluss auf. Zudem zeigt die Statistik, dass die Ausbildungsbetriebe vor allem Bewerber mit mittlerer Schulreife (Realschulabschluss) einstellen. Im Jahr 2024 begannen 1.188 Personen eine Ausbildung. Mehr als die Hälfte verfügte über einen mittleren Bildungsabschluss, rund ein Drittel über einen Hauptschulabschluss. Ein kleinerer Anteil besaß die Hochschulreife oder keinen Schulabschluss. Zum Anforderungsprofil gehören gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Chemie. Zudem sollte ein kaufmännisches und pharmazeutisches Interesse vorliegen. Wichtig sind auch Sorgfalt, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sowie eine robuste Gesundheit, da man in der Apotheke naturgemäß häufiger mit kranken Menschen in Kontakt kommt.
Ausbildung Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) – Dauer
Die Ausbildungsdauer beträgt 36 Monate (drei Jahre) und folgt dem dualen System. Das heißt, dass die Ausbildung parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt wird. Als angehender Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter mit Hochschulreife ist es möglich, die Ausbildungszeit um ein Jahr zu verkürzen. Ebenso können sehr guter Leistungen zu einer verkürzten Ausbildungsdauer führen. Ausbildungsverkürzungen sind im Berufsbildungsgesetz sowie in der jeweiligen Ausbildungsordnung geregelt.
Ausbildung Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) – Inhalte
Während der dualen Ausbildung wird man hauptsächlich in einer Apotheke praktisch ausgebildet. Parallel dazu erfolgt der Besuch einer Berufsfachschule im ersten Ausbildungsjahr an zwei Tagen die Woche und im zweiten und dritten Lehrjahr jeweils nur noch an einem Tag wöchentlich. Gelegentlich ist der Berufsschulunterricht auch in Blockform organisiert.
Die Ausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten erfolgt dual in Apotheke und Berufsschule und vermittelt praxisnahe sowie kaufmännisch-organisatorische Kompetenzen. Die zentralen Inhalte ergeben sich aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan und sind nach Ausbildungsjahren gegliedert.
| Ausbildungsjahr | Ausbildungsort | Inhalte |
|---|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | Ausbildung im Betrieb |
|
| Berufsschule (Lernfelder) |
| |
| Zwischenprüfung zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres | ||
| 2. und 3. Ausbildungsjahr | Ausbildung im Betrieb |
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| Berufsschule (Lernfelder) |
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| Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr |
Anschließend besteht die Möglichkeit sich in einer Ausbildung als Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) weiterzubilden (Realschulabschluss vorausgesetzt). Eine Fachhochschulreife ermöglicht die Weiterbildung als Diplom-Ingenieurin (FH) mit Schwerpunkt Pharmazeutische Chemie oder Pharmatechnik. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann das Fach Pharmazie an einer Hochschule studieren.
Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) – Gehalt in Ausbildung
Das Gehalt als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter richtet sich nach Tarifverträgen, die regelmäßig im Apothekenwesen zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken e.V. (ADA) und der Apothekengewerkschaft (ADEXA) verhandelt werden. Die tarifvertraglichen Regelungen gelten für das gesamte Bundesgebiet, sofern die Bundesländer keine eigenen Gesetze auf den Weg gebracht haben. Aktuell gilt ein eigener Tarifvertrag in Nordrhein-Westfalen. Zudem gilt die tarifliche Regelung im Bundesland Sachsen nicht. Ansonsten greift der Tarifvertrag automatisch, wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Mitglied in ihrer jeweiligen Tariforganisation sind. Dies trifft auf die Mehrzahl der Apotheken zu, da schon eine Mitgliedschaft im Landesapothekerverband zur automatischen Mitgliedschaft im ADA führt. PKA in Ausbildung erhalten monatlich:
- im 1. Ausbildungsjahr: 876 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 927 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 979 Euro
Beruf PKA Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r – Aufgaben und Tätigkeiten
Da man sich als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter vorwiegend um die organisatorisch-kaufmännischen Angelegenheiten in der Apotheke kümmert, ist das Hinterzimmer der primäre Arbeitsort. Dort gehören zahlreiche Aufgaben rund um die Verwaltung der Apotheke zum Alltag. Konkret sind es das Annehmen und Aufgeben von Bestellungen, die Bestandsaufnahme und Kontrolle der Arzneimittelvorräte, das Lagern, Auszeichnen und Einsortieren neuer Waren, Buchführung und die Bearbeitung von Krankenkassenabrechnungen und sonstigen Rechnungen. Darüber hinaus runden die Unterstützung des pharmazeutischen Personals bei der Herstellung von Arzneimitteln, das Abfüllen und Abpacken solcher Eigenerzeugnisse, das Gestalten und Dekorieren von Schaufenstern, die Durchführung von Werbe- und Marketingmaßnahmen sowie die Beratung und der Verkauf von frei verkäuflichen Artikeln den Arbeitsalltag ab. Als Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter sind die Beratung zu und Abgabe von apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln untersagt. Diese Aufgaben müssen dem pharmazeutischen Personal vorbehalten bleiben.
Als ausgelernter Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter findet man Beschäftigung:
- in Apotheken und Krankenhausapotheken
- im Versandhandel (Onlineapotheken)
- in Drogerien
- im pharmazeutischen Großhandel
- in der pharmazeutischen Industrie (Pharmalabors, Pharmaproduktion)
- in Behörden und der Verwaltung
PKA Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r – Gehalt
Als ausgelernter Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter ist das Gehalt nach ADEXA ebenso nach Berufsjahren gestaffelt wie schon in der Ausbildung:
- 1. und 2. Berufsjahr: 2.375 Euro
- 3. bis 6. Berufsjahr: 2.405 Euro
- 7. bis 9. Berufsjahr: 2.474 Euro
- 10. bis 13. Berufsjahr: 2.599 Euro
- ab 14. Berufsjahr: 2.768 Euro
Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.
Häufige Fragen zu PKA Ausbildung & Gehalt
- Wie hoch ist das Ausbildungsgehalt als PKA?
- Was verdient ein ausgelernter PKA durchschnittlich?
- Welche Aufgaben hat ein PKA in der Apotheke?
Als PKA verdient man während der Ausbildung: Im 1. Jahr 808 bis 1.018 € brutto, 2. Jahr 860 bis 1.068 €, 3. Jahr 913 bis 1.314 € – je nach Tarifbindung und Bundesland.
Durchschnitt verdient ein ausgelernter PKA 3.657 € brutto/Monat, Einstieg ab 2.352 €. Im TVöD bis 3.680 €, regional top in Baden-Württemberg bei 3.830 €.
Die Aufgaben als PKA sind: Bestellung/Lagerung von Waren, Rechnungsprüfung, Marketing, Beratung zu Kosmetik/Verbandsmaterial – Arzneimittelabgabe nur für Apotheker/PTA!




